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Lupinensamen: Eiweißreiche Samen aus dem eigenen Garten essen

Lupinensamen sind reich an Eiweiß und können somit als eine heimische Alternative zu Soja dienen. Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um Lupinensamen.

Lupine Samen

Lupinensamen sind reich an Eiweiß und können somit als eine heimische Alternative zu Soja dienen [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Lupinen (Lupinus) gedeihen in unseren Breitengraden wunderbar. Deshalb können die eiweißreichen Hülsenfrüchtler (Fabaceae) auch im heimischen Garten angebaut werden, wo sie mit ihren bunten Blüten verzücken und dabei das Bodenreich auf Vordermann bringen. Achtet man bei der Pflanzung auf die richtigen Sorten, steht auch der eigenen Ernte des Superfoods nichts mehr im Wege.

Lupinen: Eigenschaften, Ansprüche und Herkunft

Die Eiweißbomben kommen ursprünglich aus Nordamerika. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Lupine nach Europa gebracht. Durch ihre Anspruchslosigkeit gegenüber dem Boden, ihrer schnellen Wüchsigkeit und dem hohen Potenzial der Selbstaussaat, gehören die farbenfrohen Gewächse zu den invasiven Arten, die schnell einheimische Arten verdrängen und inzwischen auch hier als heimisch gelten. Lupinen sind ein effektiver Gründünger, eine heimische Alternative zu Soja als Futterpflanze und können in Form ihrer Samen zu einer Vielzahl proteinreicher und gesunder Lebensmittel verarbeitet werden. Doch nicht nur das Eiweiß macht die Samen interessant. Die Pflanze ist außerdem reich an Antioxidantien und hat eine antimikrobielle Wirkung.

Lupinen: Verwandt mit Erbse, Bohne & Co.

Lupinen gehören wie Erbsen, Bohnen oder Erdnüsse zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae auch Leguminosae). Alle Hülsenfrüchte haben, wie auch Lupinen, zwei Eigenschaften, die sie als Nutzpflanze sehr interessant machen. Zum einen sind die Pflanzen dieser Familie fähig Symbiosen zwischen ihren Wurzeln und Bakterien einzugehen, die die Nährstoffversorgung optimieren. Zum anderen haben die Samen einen hohen Proteingehalt. Leider sind viele Menschen allergisch auf Hülsenfrüchte. So gehören Lupinen zu den 1 Hauptallergenen. Die Allergien werden durch bestimmte Proteine ausgelöst, die vom menschlichen Immunsystem fälschlicher Weise als gefährlich abgestempelt werden. Infolgedessen kommt es zu Immunreaktionen, die im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock und sogar den Tod herbeiführen können. Wie solche Lebensmittelallergien entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht aufgeklärt. Sicher ist jedoch, dass Sie beim Erstverzehr von Lupinen aufpassen müssen, wenn Sie Allergien gegen andere Hülsenfrüchte haben. Denn es kommt häufig zu so genannten Kreuzallergien.

Lupinen als Gründüngung

Lupinen eignen sich hervorragend als Gründünger in der Landwirtschaft oder im eigenen Beet. Während der Wachstumsphase speichern die Pflanzen Unmengen an Stickstoff. Hierfür gehen die Pflanzen Symbiosen mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) ein. Die Bakterien besiedeln die Wurzeln, binden Luftstickstoff und geben diesen in einer Form an die Pflanze weiter, die das Grün verwerten kann. Vermodern die Lupinen, werden diese gebundenen Nährstoffe wieder an die Erde abgegeben und stehen den nächsten Pflanzen zur Verfügung, die an Ort und Stelle Wurzeln schlagen. Gehen Sie für eine Gründüngung wie folgt vor:

  • Mai: Aussaat einjähriger Lupinen an der zu verbessernden Stelle
  • Nach dem Winter: Abmähen der Lupinen
  • Schnitt als Mulchschicht liegen lassen
  • Schicht trocknen lassen und danach in den Boden einarbeiten
  • Nach vier Wochen können neue Pflanzen gesät/gepflanzt werden

Doch Lupinen geben nicht nur Nährstoffe weiter. Ihre kräftigen Wurzeln reichen sehr tief und lockern den Boden auf.

Lupinen: Ansprüche im Garten

Lupinen haben nicht viele Ansprüche an den Platz, an dem sie wachsen. Nur ein wenig Sonne wird benötigt, damit die Lupinen lange und schillernd blühen. Der Boden wird von ihren kräftigen Wurzeln aufgelockert, sollte jedoch nicht zu kalkhaltig sein. Auch die spätere Pflege ist kein großer Akt, denn die tiefen Wurzeln und die Symbiose mit Knöllchenbakterien sorgen für eine hervorragende Selbstversorgung. Wer sich über den Anbau des blühenden Superfoods im eigenen Garten detaillierter informieren will, findet hier alles, was den wissbegierigen Hobbygärtner interessieren könnte.

Lupine weiße Blüte Feld

Lupinen sind bei der Standortwahl eher unkompliziert [Foto: Bogdan Wankowicz/ Shutterstock.com]

Lupinensamen: Die Energiebombe aus dem Garten

Die Samen der Lupine haben einen Proteingehalt von bis zu 40 % und gelten immer mehr als die nordische Alternative zum importierten Soja. Allerdings sind Lupinenprodukte teurer als die Sojavarianten. Da ist die Verlockung groß die Samen einfach selber zu ernten. Doch beim Verzehr ungeprüfter Lupinensamen ist große Vorsicht geboten.

Vorsicht: Nur die Samen der Süßlupine essen

Ursprünglich haben Lupinen einen sehr hohen Gehalt an Bitterstoffen. Diese chemischen Verbindungen, in diesem Fall überwiegend Lupnin und Spartein, sind für Menschen sowie die meisten Tiere giftig. Kommen Sie daher nicht auf den Gedanken auf Wiesen entdeckte Lupinen einfach abzuernten und ohne Vorbehandlung zu essen. Die Lupinensamen, die als Grundlage für Nahrungsmittel dienen, gehören zu speziellen Züchtungen, den Süßlupinen. Diese enthalten keine oder so gut wie keine Bitterstoffe und können ohne Bedenken weiterverarbeitet werden. Mehr zum Unterscheiden von Lupinenarten sowie mögliche Anzeichen einer Vergiftung und was im Ernstfall zu tun ist, finden Sie hier.

Wilde Lupine blaue Blüte

Insbesondere bei Garten- und Wildlupinen enthalten die Samen einen giftigen Bitterstoff [Foto: alybaba/ Shutterstock.com]

Lupinensamen im Garten ernten

Lupinen bilden Unmengen an Samen aus, mit denen sie sich im Garten – meist schneller als einem lieb ist – verbreiten können. Wer keine Samen ernten möchte und die Verbreitung verhindern will, schneidet die verblühten Blütenstände einfach ab. Möchten Sie die Samen allerdings zur Vermehrung oder zum Verzehr ernten, werden die Blütenstände an den Stängeln belassen. Aus ihnen bilden sich später die Schotenfrüchte, in denen sich die heiß begehrten Samen befinden.

Wann sind Lupinensamen reif?

Der Reifegrad der Samen wird durch das Aussehen der Schoten verraten. Die Samen sind reif, wenn die Schote eingetrocknet und dunkel ist. Dies ist in der Regel im Spätsommer der Fall.

Lupinen Schote reif braun

Man erkennt reife Früchte daran, dass die Schoten eingetrocknet und dunkel sind [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Wie werden Lupinensamen geerntet

Haben Sie reife Schoten geerntet, ist die Ernte im Handumdrehen vollzogen. Die Samen lassen sich dann ganz einfach aus der Schote pressen. Die dunklen Samen werden anschließend mit Wasser gesäubert und getrocknet.

Wir empfehlen zum Anbau von Zierpflanzen folgende Produkte:
  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Floragard Blumenerde: Allround-Erde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.

Lupinensamen verwenden: Was lässt sich aus Lupinensamen machen?

Lupinensamen können sehr vielfältig verwendet werden. Zum einen dienen sie der Vermehrung der Pflanzen. Zum anderen können die proteinreichen Samen zu gesunden Lebensmitteln weiterverarbeitet werden, die frei von tierischen Bestandteilen sind.

Lupinensamen für Vermehrung verwenden

Getrocknete Samen sind noch nach drei Jahren keimfähig, wenn sie luftdicht und dunkel aufbewahrt wurden. Die Samen werden direkt ins Beet ausgesät, können aber auch drinnen im Topf angezogen werden. Gehe Sie wie folgt vor:

  • Aussaatzeit: März – Mai [Topf: Januar]
  • Samen mit Sandpapier leicht anrauen
  • Samen 24 Stunden in Wasser quellen lassen
  • Saattiefe: 2 bis 3 Zentimeter
Lupinen Sämlinge in Erde

Beobachten Sie die kleinen Sämlinge beim Wachsen [Foto: Studio Barcelona/ Shutterstock.com]

Im Topf vorgezogene Lupinen werden ab Juni ins Beet ausgepflanzt. Mehrjährige Lupinen können sogar bis in den August hinein im Beet ausgesät werden.

Lupinensamen weiterverarbeiten

Die Produktpallette für Lupinen steigt rasant an, denn immer mehr Menschen ist eine bewusste Ernährung immens wichtig. Die Zahl an Vegetariern und Veganern steigt jedes Jahr und der Markt reagiert natürlich auf die steigenden Absatzmöglichkeiten. Leider gedeiht Soja bei uns nicht und muss unter hohen Emissionsbelastungen eingeführt werden. Lupinen allerdings können regional angebaut werden und sind dadurch sogar für Selbstversorger geeignet. Wer selber erntet oder Lupinensamen im Handel kauft, hat viele Möglichkeiten die Samen weiterzuverarbeiten. Allerdings gibt es Lupinen auch schon in der verarbeiteten Form zu kaufen. Hier eine Auswahl Ihrer Wahlmöglichkeiten von Eis bis Kaffee.

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