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Rhabarber pflanzen, anbauen, pflegen & vermehren

Rhabarber kann man gut im eigenen Garten pflanzen. Hier erfahren Sie alles Wichtige zum Pflegen, Vermehren und dem passenden Standort von Rhabarber.

Zu Zeiten, als noch nicht den ganzen Winter über frisches Obst im Supermarkt erhältlich war, wurde Rheum rhabarbarum im Frühling schon sehnsüchtig erwartet. Er ist das im Frühjahr zuerst reifende heimische Obst, obwohl es sich bei ihm eigentlich um ein Gemüse handelt. Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze und kann ohne viel Aufwand jedes Jahr wieder neu geerntet werden. Seine starken Duftstoffe schützen ihn wunderbar vor Fraßfeinden und machen den Anbau leicht. Rhabarber ist kälte- und frostresistent und daher auch für kühlere Gärten ideal geeignet.

Rhabarber pflanzen: Standort und Zeitpunkt

Möchte man möglichst früh Rhabarber ernten, sollte man ihn an einen im Frühjahr warmen, eher sonnigen und windgeschützten Ort pflanzen. Rhabarber bevorzugt durchlässigen Boden mit einem pH-Wert von 7. Bei eher saurem Boden freut sich die Pflanze deshalb über eine Kalkung. Die Bedingungen nach der Ernte sind weniger wichtig, weshalb er sich auch unter Obstbäumen sehr wohl fühlt. Rhabarber vermehrt sich stark und bildet ein riesiges Rhizom aus. Beim Pflanzen unter Obstbäumen sollte man deshalb genug Platz zur Baumwurzel lassen. Abgesehen von Obstbäumen sind Spinat, Kopfsalat, Kohlgemüse und Bohnen gute Pflanznachbarn.

Im Herbst werden die von älteren Pflanzen abgetrennten Wurzelstücke (sogenannte Klumpen) in einen gut gelockerten Boden gepflanzt. In den Boden sollte vorher viel Kompost oder kompostierter Mist eingearbeitet werden. Jede ausgewachsene Pflanze beansprucht ungefähr einen Quadratmeter Platz. Im Gartenbaumarkt gibt es Containerpflanzen, die bestenfalls im April oder im Herbst zu pflanzen sind, gegebenenfalls je nach Pflanzenbeschreibung aber auch ganzjährig ausgepflanzt werden können.

Rhabarber-Pflanzen kaufen oder selbst vermehren

Rhabarber kann als sogenannte Containerpflanze erworben werden. Dies macht man normalerweise, wenn es im eigenen Garten oder im Garten von Bekannten keinen Rhabarber zum Selbstvermehren gibt oder man eine neue Sorte ausprobieren möchte.

Rhabarber-Pflanzen kaufen

Die Sorten unterscheiden sich hauptsächlich in der Färbung der Stiele, im Erntezeitpunkt, im Geschmack und im Ertrag. Rotstielige Sorten sind häufig etwas milder im Geschmack. Zu empfehlen sind die Sorten ‚Holsteiner Blut‘ (mittelfrüh; rotgrüne Stängel; sehr ertragreich; gut winterhart) und ‚The Sutton‘ (früher als ‚Holsteiner Blut‘; Stängel außen rötlich und innen eher grün; sehr schmackhaft). ‚Frambozen Rood‘ hat etwas dünnere rötliche Stiele, ist sehr schmackhaft und duftet nach Beerenobst.

rotfleischige Rhabarbersorte Holsteiner Blut im Topf

Im Handel sind verschiedene Rhabarber Sorten als Containerware erhältlich (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Rhabarber vermehren

  • Rhabarber teilen:

Die Teilung ist eine sehr einfache Form der Vermehrung. Der Rhabarber wird dazu zuerst ausgegraben. Dann wird der Wurzelstock behutsam mit einer Grabgabel oder einem Spaten in ungefähr ein Kilogramm schwere Stücke („Klumpen“) geteilt. Achten Sie darauf, dass jeder „Klumpen“ mindestens eine Triebspitze hat. Oft ist das Durchhacken von Wurzeln unumgänglich für die Teilung. Die abgetrennten Stücke werden dann in reichlich mit Kompost angereicherte Erde gepflanzt und gut gegossen.

  • Rhabarber aussäen:

Über Samen vermehrter Rhabarber variiert stark in Geschmack und Farbe. Zur eigenen Vermehrung ist deshalb die „Klonung“ durch Teilung besser geeignet. Wer aber Samen erworben hat, kann diese im Mai im Frühbeet aussäen.

Rhabarber pflegen

Manche Quellen empfehlen das Entfernen der Blütenstände, welche auch verzehrt werden können. Obligatorisch ist das Entfernen der Blüten allerdings nicht. Für das Beibehalten der Blüten spricht der optische und dekorative Reiz der Blüte.

Rhabarber Blüte weiß

Die Blüten haben einen optischen und dekorativen Reiz [Foto: Andreas KuhnCC BY 2.0]

Rhabarber gießen und düngenRhabarber liebt nährstoffreichen, mit Kompost angereicherten Boden. Teils ist es schwierig, der ausgewachsenen Staude Kompost beizugeben, deshalb ist es vor allem bei der Pflanzung wichtig, den Boden vorher mit ausreichend Kompost anzureichern. Der beste Zeitpunkt für weitere Kompostgaben oder die Düngung mit kompostiertem (Pferde-)Mist oder Pflanzenjauche ist nach der Ernte im Juni oder Juli. Rhabarber bevorzugt leicht feuchte, aber durchlässige Böden. Er hat keine besonderen Wasseransprüche, ist aber verständlicherweise weder von Trockenheit noch von Staunässe begeistert.Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Cuxin organischer Volldünger Orgasan: Organischer Gartendünger für Gemüse, Obst und Ziergärten mit langer und kontinuierlicher Wirkungsdauer.
Rhabarber umpflanzen

Nach ungefähr sieben Jahren darf man seiner Rhabarberpflanze einen neuen mit Kompost angereicherten Standort gönnen. Am besten man geht dabei vor, wie im Abschnitt „Rhabarber vermehren“ beschrieben.

Rhabarber: Schädlinge und Krankheiten

Im Allgemeinen ist Rhabarber sehr robust. Hin und wieder werden seine Blätter von Schnecken heimgesucht, aber die große Blattmasse kann das meistens gut tolerieren. Sollte eine Rhabarber-Pflanze mal von Falschem Mehltau befallen werden, kann bei einer reduzierten Düngung auf eine Heilung bis zum nächsten Jahr gehofft werden. Bei der Rhabarbermosaikkrankheit, die durch mosaikartige Flecken auf den Blättern zu erkennen ist, handelt es sich um einen Virus. Wie bei den meisten Virosen, ist diese Krankheit leider weniger leicht zu bekämpfen. Es wird empfohlen, befallene Stauden auszugraben und zu vernichten. Für neue Pflanzen ist ein Standortwechsel von Vorteil.

Rhabarber anbauen: Erntezeit

Geerntet wird erst im zweiten Jahr von April bis zur vorletzten Juniwoche (Johannistag). Anschließend sollte nicht mehr geerntet werden, um der Pflanze eine Ruhe- und Erholungsphase zu gönnen. Ein weiterer Grund, nicht länger zu ernten, ist der zunehmende Oxalsäuregehalt in den Rhabarberstangen, der sich gesundheitlich negativ auswirken kann. Wie am besten geerntet wird, erfahren Sie hier.

Wichtig: Bei jeder Art der Verarbeitung ist zu beachten, dass Rhabarber nicht in Aluminiumgefäßen aufbewahrt oder gekocht und auch nicht mit Alufolie abgedeckt werden darf. Die im Rhabarber enthaltene Säure greift das Aluminium an und löst gefährliche Stoffe!

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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