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Rosenkohl pflanzen: Anbau im eigenen Garten

Beim Rosenkohl handelt es sich um eine der zahlreichen Variationen des Gemüsekohls. Hier erfahren Sie, wie Sie Rosenkohl erfolgreich zu Hause anbauen können.

Rosenkohl auf Feld

Der Rosenkohl ist ein sehr beliebtes und gesundes Wintergemüse [Foto: LHOONCC BY-SA 2.0]

Der Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera), auch Brüsseler Kohl genannt, ist ein typisches Wintergemüse. Mit Rosenkohl kochen ist heute nicht mehr nur Großmutters Sache. Viele Hobbygärtner und –köche schwören auf den nährstoffreichen Gemüsekohl. Nicht nur, weil Rosenkohl kalorienarm ist, sondern auch wegen seiner hohen Gehalte an Proteinen und Ballaststoffen, ist er ein gefragtes Gemüse. Sein süßer und leicht nussiger Geschmack machen ihn in der gesunden Küche unverzichtbar! Wer Rosenkohl selber anpflanzen will, muss jedoch etwas Geduld haben. Wir verraten Ihnen, wie sie Rosenkohl selber anbauen, wie Sie ihn richtig pflegen und was Sie bei der Wahl der Sorte beachten sollten.

Rosenkohl pflanzen: Standort und Zeitpunkt

Der Rosenkohl ist ein starkzehrendes Gemüse. Um hohe Erträge zu sichern, sollte der Boden tief aufgelockert und mit Humus angereichert werden. Das kann auch schon im Vorjahr geschehen, da die Nährstoffe über lange Zeit nachgeliefert werden. Der Rosenkohl mag am liebsten lehmige Böden mit neutralem pH-Wert, gedeiht aber auch leicht abseits dieser Bedingungen.

Der richtige Zeitpunkt, um Rosenkohl zu pflanzen, ist Mitte April bis Ende Mai. Die Aussaat kann direkt ins Beet erfolgen. Es ist jedoch ratsam, im frühen Frühjahr schon Rosenkohl Setzlinge auf Pflanzplatten zu ziehen. Beachten Sie, dass Sie beim Pflanzen einen Abstand von mindestens 50 cm zwischen den Rosenkohl-Pflanzen einhalten. Im Laufe des Jahres können die Stauden nämlich sehr ausladend wachsen.

Hinweis: Rosenkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler (Kohlgewächse, Brassicaceaen). Die Fruchtfolge in Ihrem Beet sollte mindestens 3 Jahre keine anderen Kohlgemüse enthalten haben, damit die Übertragung von artspezifischen Krankheiten (Kohlhernie u.a.) vermieden werden kann.

Rosenkohl anbauen: Die richtige Pflege

Wie alle Kohlgemüse, benötigt auch der Rosenkohl eine ausreichende Nährstoffversorgung, um eine gute Ernte zu liefern. Dabei ist es wichtig, den Rosenkohl zum richtigen Zeitpunkt zu gießen und zu düngen.

Rosenkohl gießen und düngen

Allgemein mag es der Rosenkohl gern feucht. Nach dem Pflanzen des Rosenkohls sollten Sie jedoch zunächst sparsam bis gar nicht gießen, damit die kleinen Setzlinge tiefere Wurzeln ausbilden. Nach den ersten ein bis zwei Wochen sollten Sie Ihren Rosenkohl dann regelmäßig gießen. Auch hier gilt es, Staunässe zu vermeiden. Idealerweise gießen Sie Ihren Rosenkohl mehrmals täglich in kleineren Wassergaben.

Für eine üppige Ernte braucht der Rosenkohl Dünger. Im Hochsommer beginnt das Wachstum der Rosenkohl Röschen und spätestens jetzt sollte eine gemäßigte Düngergabe erfolgen. Anzeichen für Stickstoffmangel, können gelbe und leicht welke Blätter sein. Bei akuter Mangelerscheinung sollte zeitnahe eine Düngung über flüssige Mineraldünger oder Pflanzenjauche erfolgen. Generell sollte bei Pflanzung bereits eine gute Menge eines organischen Langzeitdüngers in die Erde eingearbeitet werden.

Achtung: Überdüngen Sie Ihren Rosenkohl nicht! Zu hohe Stickstoffgaben lassen die Röschen weich werden und die Winterhärte schwinden. Eine Überdüngung ist vor allem bei unsachgemäßer Ausbringung von Mineraldüngern problematisch. Organische Langzeitdünger zersetzen sich entsprechend langsam und bergen dieses Risiko nicht.

Rosenkohl pflegen

Bis der Rosenkohl seine volle Größe erreicht, vergeht einige Zeit. Erst im Mittsommer erreichen die Stauden ihre endgültige Größe. Bis dahin ist das Beet zwischen den einzelnen Rosenkohl-Pflanzen unbeschattet und Unkraut hat leichtes Spiel. Hacken Sie regelmäßig Unkraut in Ihr Rosenkohlbeet, um zu große Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser zu vermeiden!

Tipp: Das „Rosenkohl-Entspitzen“ soll helfen, das Röschen-Wachstum zu verbessern. Hierbei wird der Haupttrieb eingekürzt, sodass die Energie vermehrt in den Rosenkohl Röschen umgesetzt wird. Das Entspitzen sollte allerdings nur bei frühreifen Sorten angewandt werden, ansonsten ist es eher nachteilig und könnte zu vermehrten Frostschäden führen, da die Röschen übermäßig wachsen!

Der Rosenkohl-Anbau und die Pflege im Überblick:

  • Beet tief lockern; mit Kompost anreichern (evtl. schon im Vorjahr)
  • Fruchtfolge beachten!
  • Im Frühjahr Rosenkohl säen; Setzlinge spätestens Ende Mai setzen
  • Pflanzabstand mindestens 50 cm
  • Anfangs nur wenig gießen, um Wurzelwachstum anzuregen; danach regelmäßig
  • Ab Beginn der Röschen-Bildung nachdüngen (Anfang Juli)
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Rosenkohl selbst vermehren oder Rosenkohlpflanzen kaufen?

Der Rosenkohl kann direkt ins Beet gesät werden. Das ist aber nur zu empfehlen, wenn das Frühjahr gleichmäßige und warme Temperaturen verspricht. Bei der direkten Saat im Beet sollte der Abstand geringer sein, als bei Rosenkohl-Pflanzen (hier ca. 50 cm), damit eventuelle Nicht-Keimer kompensiert werden können. Wenn die Bedingungen gut genug sind, dass übermäßig viele Rosenkohl Keimlinge aufgehen, kann man die Pflänzchen im Beet vereinzeln. Legen Sie die Samen nicht tiefer als 2 cm ab. Eine Tüte Rosenkohl Samen gibt es schon für unter einem Euro.

Die sicherere Variante, um Rosenkohl erfolgreich anbauen zu können, ist das Vorziehen von Setzlingen im frühen Frühjahr. Die Alternative zu ihren selbst gezogenen Setzlingen sind Rosenkohlpflanzen aus dem gut sortierten Fachhandel oder online bei einem Fach-Versand. Eine Pflanzplatte mit 10 bis 12 Setzlingen erhalten Sie schon ab 2,50 €. Setzen Sie die Rosenkohlpflanzen zwischen Mitte April und Ende Mai ins Beet, um einen optimalen Wachstumsverlauf zu garantieren.

Rosenkohlsorten: Eine kleine Auswahl

Die Vielfalt der Rosenkohlsorten ist nicht vergleichbar mit Artverwandten, jedoch ist es dennoch wichtig, die richtige Rosenkohlsorte für unsere Breitengrade zu wählen. Wir haben Ihnen eine kleine Auswahl der am besten geeigneten Sorten zusammengestellt:

Rosenkohl pflanzen: Frühe Sorten

  • Auslese: Kann ab September geerntet werden; süß-würzig im Geschmack
  • Groninger: Traditionsreiche Sorte; Ernte ab November
  • Rosella: Rundlich ovale Röschen; sehr schnellwüchsig und frühreif

Rosenkohl pflanzen: Späte Sorten

  • Roodnerf: Winterhart; sollte früh gesät werden, da eher späte Sorte; kräftig im Geschmack; leicht violette Röschen
  • Sanda: Spätreife Rosenkohlsorte; tolerant gegenüber Trockenheit und Frost; hellgrüne Röschen
  • Igor (F1-Sorte): Sehr ertragreich; hohe Nährwerte; leicht violett; mittelspäte Sorte

Rosenkohl: Ernten und einfrieren

Die Rosenkohl-Ernte kann über mehrere Monate hingezogen werden. Wenn man richtig gedüngt hat, halten sich die Röschen sogar bis in das nächste Frühjahr hinein. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Rosenkohl ernten und ihn haltbar machen können.

Rosenkohl ernten

Bei der Ernte kann man die Rosenkohl-Röschen entweder vorsichtig aus den Blattachseln brechen oder sie mit einem Messer abschneiden. Ernten Sie immer zunächst die größten und reifsten Röschen. Bei guten Bedingungen können Sie den ganzen Winter über von Ihrem Rosenkohl zehren.

Tipp: Einige Rosenkohlsorten bilden am Ende des Haupttriebes einen Wirsingähnlichen Ansatz. Dieser kann auch als solcher verwertet werden!

Rosenkohl einfrieren und lagern

Wenn Sie über die Saison hinaus etwas von Ihrer Ernte haben möchten, sollten Sie den Rosenkohl einfrieren. Dazu entfernen Sie zunächst die äußeren, dunklen Blätter der Röschen. Danach ritzen Sie diese einige Millimeter tief ein und blanchieren sie für 2 bis 3 Minuten in kochendem Salzwasser. Anschließend gießen Sie den blanchierten Rosenkohl in ein Sieb und schrecken ihn mit kaltem Wasser ab. Dadurch bleiben die Röschen knackig. Wenn der Rosenkohl völlig ausgekühlt ist, kann er eingefroren werden.

Lukas

Ich studiere mit voller Überzeugung Agrarwissenschaften – für mich eine naheliegende Wahl, da ich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern groß geworden bin und früh gelernt habe, fürsorglich mit Pflanzen und Tieren umzugehen.
Lieblingsobst: Weintrauben, Mango und Bananen
Lieblingsgemüse: Rosenkohl, Spinat und Kartoffeln

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