skip to Main Content

Rotkohl anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit

Rotkohl im eigenen Garten anbauen. Wir stellen geeignete Sorten vor und geben Tipps und Tricks von der Aussaat, über Pflege & Düngung, bis hin zur Ernte.

Der Rotkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra) im Volksmund auch des Öfteren als Blaukraut bezeichnet, wurde das erste Mal in historischen Quellen aus dem 12. Jahrhundert erwähnt. Hildegard von Bingen betitelte das Kraut mit den Worten „rubeae caules“. Dies bedeutet so viel wie rötlicher Stängel. Auch wenn Rotkohl lange Zeit auf dem Speiseplan der eher ärmeren Bevölkerung stand, wird das schmackhafte Kraut mittlerweile von allen Schichten sehr geschätzt. Rotkohl ist ein bekannter Bioindikator. Abhängig vom pH-Wert verändert er seine Farbe. Wird er in sauren Böden angebaut, entwickelt er eher einen Rotton. Ist der Boden alkalisch, erscheint der Rotkohl eher bläulich. Alkalische Böden sind auch für sein Synonym „Blaukohl“ verantwortlich. Der Anbau dieser sehr beliebten deutschen Gemüsebeilage im heimischen Garten ist recht einfach, so dass Sie mit den richtigen Sorten beinahe ganzjährig frischen Rotkohl aus dem eigenen Garten ernten können.

Anbau von Rotkohl im eigenen Garten – so geht es Schritt für Schritt.

Wir leiten Sie mit einer Kurzanleitung durch das Gartenjahr – vom Samen bis hin zur eigenen Rotkohlernte:

  1. Entscheiden Sie, ob Sie selber aussäen oder gleich fertige Jungpflanzen kaufen möchten. Die Aufzucht ist nicht sonderlich schwer. Es gibt früh-, mittel- undspätreifeRotkohlsorten.
  2. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Sorten – ein paar beliebte kurz zusammengefasst: Zu den frühreifen Sorten zählt Topas (hohe Resistenz vor Kälte) und Marner Frührot (französischen Ursprungs, schöne und robuste Kohlköpfe mit bis zu 2,5 Kilo). Zu den Spätsorten des Rotkohls gehört Marner Lagerrot (französischen Ursprungs, mittelgroße runde Köpfe) und Autoro F1 (sehr robust, kann lange im Freien bleiben und bildet schwere und runde Rotkohlköpfe). Die Sorte Cabeza Negra gehört zu den mittleren bis späteren Sorten (sehr runde und feste Kohlköpfe, auch als „Schwarzkopf 2“ bekannt).
  3. Wenn Sie zum Sommeranfang bereits “Frühkohl“ernten möchten, dann müssen Sie im Februar mit der Aussaat beginnen. Dafür eignet sich eine helle Fensterbank oder ein Gewächshaus. Spätere Sorten können ab Mai direkt ins Beet ausgesät und im Herbst geerntet werden.
    Rotkohl Keimlinge

    Frühkohl kann im Februar ausgesät werden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

  4. Liegt das Beet in Ihrem Garten an einem sonnigen, bis halbschattigen Platz ist das ideal. Ein lockeres bis leicht lehmiges und nährstoffreiches Erdreich wird von Starkzehrern bevorzugt. Sollte Ihr Gartenboden eher sandig sein, kann vor dem Auspflanzen das Erdreich gut mit Kompost und Hornspänen aufgebessert werden.
  5. Frühere Sorten benötigen weniger, spätere Sorten mehr Platz. Je nach Reifezeitpunkt sollte der Abstand zwischen den Pflanzen bei 45-70 cm und 60 cm zwischen den Reihen liegen.
    Rotkohl Pflanze im Beet

    Die Jungpflanzen haben bereits die typische rote Färbung [Foto: mimpki/ Shutterstock.com]

  6. Auspflanzen können Sie die vorgezogenen frühreifenden Kohlpflanzen Anfang April. Frühsorten schützen Sie nach dem Auspflanzen bei möglichem Nachtfrost am besten mit einer Fleeceabdeckung. Mittlere und späte Sorten können im Mai ausgepflanzt werden.
  7. Während der Wachstumsphase sollten Sie den Boden um die Pflanze mit einer Harke ab und an auflockern. Das sorgt für eine bessere Belüftung.
    Rotkohl im Garten anbauen

    Rotkohlkopf kurz vor der Ernte [Foto: Quinn DombrowskiCC BY-SA 2.0]

  8. An trockenen Tagen sollte regelmäßig gegossen werden. Alle 3–4 Wochen kann mit einem stickstoff- und kaliumbetonten Dünger das Wachstum zudem unterstützt werden. Besser nicht zu viel Düngen, das führt nämlich schnell zu einer verringerten Resistenz gegenüber Krankheiten und zu einem schwefeligen Geschmack. Deshalb sollte einige Wochen vor der Ernte kein Dünger mehr verwenden werden.
  9. Frühsorten können bei rechtzeitiger Aussaat bereits im Juli geerntet werden; spätere Sorten dann bis in den November hinein. Ein Tipp: Je später der Rotkohl geerntet wird, desto länger kann man ihn lagern.
    Rotkohl geschnitten auf Holzbrett

    Je später der Rotkohl geerntet wird, desto länger kann man ihn lagern [Foto: October22/ Shutterstock.com]

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Aktiv-Tomaten- und Gemüseerde: Hochwertige Spezial-Erde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum von nährstoffbedürftigem Fruchtgemüse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Wichtiger Tipp: Nach der Ernte sollte am selben Standort für mindestens vier Jahre keine Kohlart mehr angebaut werden. Dies ist unbedingt nötig, um Krankheiten vorzubeugen.

Sind Sie ein passionierter Rotkohl-Hobby-Anbauer? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns!

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

Back To Top