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Rotkohl anpflanzen: Experten-Tipps zum Rotkohl-Anbau

Aus Rotkohl kann man einen knackigen Wintersalat oder eine herzhafte Beilage machen. Wir erklären Ihnen, welche Anbaumöglichkeiten es gibt und wie man sich richtig um die jungen Pflanzen kümmert.

vorgezogener Rotkohl
Vorgezogene Rotkohl-Setzlinge können ab Anfang April ins Beet gepflanzt werden [Foto: imageportal]

Der Rotkohl (Brassica oleracea var. capitata f. rubra), oft auch als Blaukraut bezeichnet, wird das erste Mal in historischen Quellen aus dem 12. Jahrhundert erwähnt. Rotkohl ist nicht nur ein schmackhaftes Wintergemüse, sondern auch ein Bioindikator: Abhängig vom Boden-pH-Wert verändert er seine Farbe. Auf sauren Böden angebaut erscheint er rot, auf basischen Böden hingegen bläulich, was eine aufschlussreiche Information über den eigenen Garten sein kann. In unserem Übersichts-Artikel finden Sie alles Wissenswerte zur Pflege, Ernte und Verwendung von Rotkohl. Im Folgenden erklären wir im Detail, wie man Rotkohl im Garten erfolgreich anpflanzen kann.

Rotkohl säen: So gelingt es

Der richtige Zeitpunkt für die Rotkohl-Aussaat hängt stark von der Sorte ab: Man unterscheidet hierbei grundsätzlich zwischen früh-, mittel- und spätreifen Rotkohlsorten. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Spezialartikel über die verschiedenen Rotkohlsorten.

Rotkohl-Samen werden zur Jungpflanzenaufzucht breitwürfig in Saatschalen oder ins Frühbeet gesät, flach eingearbeitet und nach dem Auflaufen vereinzelt. Oder die Samen werden – bei der Saat direkt ins Beet – in geraden Saatrillen mit einem Abstand von 15 cm voneinander abgelegt und später mit größerem Abstand verpflanzt. Als Pflanzsubstrat in der Jungpflanzenaufzucht eignet sich eine Anzuchterde mit geringerem Nährstoffgehalt am besten, da somit ein kräftiges Wurzelwachstum gefördert wird, was beim späteren Verpflanzen vorteilhaft ist. Beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde eignet sich durch ihren niedrigen Nährstoffgehalt und die lockere Struktur ideal für die Anzucht von Jungpflanzen. Außerdem vertrauen wir auf eine nachhaltige Erzeugung unserer Erde und verzichten komplett auf den Einsatz von Torf.

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Frühkohl säen: Frühsorten des Rotkohls können von Februar bis Anfang März in beheizten Gewächshäusern, beheizten Frühbeeten oder an einem vergleichbaren frostfreien, etwa 15 °C kühlen Ort ausgesät werden. Die Jungpflanzen werden nach der Entwicklung der ersten echten Laubblätter pikiert, also vereinzelt, und in nährstoffreichere Erde gesetzt. Bei mindestens 15 °C wachsen die Pflanzen im Frühbeet, Gewächshaus oder im Beet unter dem Schutz eines Folientunnels weiter. Zwischen Mai bis Juni entwickeln sie sich so bereits zu erntereifen Köpfen.

Sommerkohl säen: Wer Sommerkohl-Sorten ernten will, sollte im März oder Anfang April die Samen entsprechender Sorten säen. Geeignete Plätze für die Aussaat sind ungeheizte Frühbeete oder aber auch mit wärmenden, durchsichtigen Plastikplanen abgedeckte Beete. Ab Mai können die Jungpflanzen entweder aus dem Frühbeet ins Beet gesetzt werden oder die Plane auf dem Beet wird entfernt. Sommerkohl ist zwischen Juli und September bereit für die Ernte.

Herbst- und Winterkohl säen: Auch die sich langsam entwickelnden späten und sehr späten Rotkohl-Sorten werden zwischen März und Anfang April in einem Frühbeet oder unter einer Plane ausgesät. Zusätzlich sind mit diesen Sorten Folgesaaten im April und Mai möglich, sodass der späte Rotkohl von Oktober bis Dezember geerntet werden kann.

Tipp: In milden Regionen ohne starke Fröste kann Frühkohl bereits im Vorjahr ausgesät werden, sodass die etwas aufwändige Jungpflanzenaufzucht entfällt. Dazu lassen sich im Spätsommer, etwa ab Mitte September, Samen direkt ins Beet aussäen, die anschließend über den Winter ruhen. Die Temperaturen sollten auch im Winter nicht langfristig unter 0 °C fallen, es sollten nur kurze Frostperioden auftreten. Die Samen beginnen im folgenden Jahr zu keimen, sobald Tagestemperaturen von circa 10 °C erreicht sind, und bilden kräftige Kohlköpfe, die schon ab Mai geerntet werden können.

Rotkohl-Keimlinge
Sobald die Rotkohl-Keimlinge mehr als vier Blätter haben, können sie pikiert werden [Foto: Kateryna_MA/ Shutterstock.com]

Rotkohl anpflanzen

Wann pflanzt man Rotkohl?

Wer wie oben beschrieben Kohl ausgesät hat, verfügt über kräftige Jungpflanzen. Viele Gartenmärkte bieten ebenfalls vorgezogene Jungpflanzen an. In der Regel werden nur Sommer- und Herbst- beziehungsweise Winterkohl angeboten. Beide können ab Mai bis Ende Juni ins Beet gepflanzt werden. Wer ein Gewächshaus, einen Folientunnel, Vlies oder eine durchsichtige Plane verwendet, kann sogar bereits ab April pflanzen.

Die Jungpflanzen sollten möglichst tief gepflanzt werden, wobei das Herz, also der Ursprung der Laubblätter, oberhalb der Erde bleiben sollte. Dazu kann mit einer normalen Pflanzkelle ein Loch ausgehoben, die Jungpflanze hineingesetzt, anschließend mit Erde bedeckt und leicht angedrückt werden.

Tipp: Beim Auspflanzen vor Mitte Mai ist es wichtig, die kleinen Pflänzchen vor Kälte zu schützen, da durch einen zu intensiven Kältereiz eine verfrühte Blüte ausgelöst werden kann und es nicht zur Kopfbildung kommt.

Rotkohl: Pflanzabstand, Standort und Erde

Rotkohl fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort am wohlsten. Auf guten Gartenböden, vor allem stark humosen, tiefgründigen Lehmböden mit schwach saurem bis schwach basischem pH-Wert, lässt sich Rotkohl besonders gut anbauen. Als stark nährstoffzehrende Kultur ist ein hoher Nährstoffgehalt im Boden vorteilhaft. Auch weniger humose und eher kalkreiche Böden werden meist toleriert, liefern jedoch geringere Erträge. Sowohl beim Auspflanzen der Jungpflanzen als auch bei der Direktsaat ist der richtige Abstand wichtig: Mit einem Pflanzabstand von 50 cm und einem Reihenabstand von ebenfalls 50 cm wird den Pflanzen genug Platz für ein gesundes Wachstum gegeben. Spätreife Sorten benötigen in der Regel etwas mehr Raum und sollten deshalb mit einem Pflanzabstand von circa 70 cm gepflanzt werden. Der große Pflanzabstand gibt dem Kohl ausreichend Platz, um zu wachsen, und beugt außerdem einem Befall mit Schädlingen wie dem Kohlweißling (Pieris rapae) vor.

Rotkohl-Aussaat
Ab Mitte April kann Rotkohl auch direkt ins Beet gesät werden [Foto: Ruud Morijn Photographer/ Shutterstock.com]

Ein Anbau von Rotkohl in Mischkultur ist problemlos möglich, vor allem Karotten (Daucus carota subsp. sativus), SalatZwiebeln (Allium cepa), Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) und Tomaten (Solanum lycopersicum) eignen sich besonders gut. Aber auch duftende Kräuter wie Thymian (Thymus vulgaris) und Salbei (Salvia) sind gute Nachbarn und halten gleichzeitig Schädlinge fern. Generell gilt für Kohlsorten: Kohl neben Kohl verträgt sich nicht. Ebenfalls keine guten Mischkulturpartner sind andere Kreuzblütler (Brassicaceae) wie Raps (Brassica napus) und Senf (Sinapis).

Wer in seinem Beet eine sinnvolle Fruchtfolge berücksichtigen möchte, sollte den Rotkohl für die erste Tracht einplanen. Gute Vorfrüchte sind beispielsweise Kartoffeln (Solanum tuberosum) oder Leguminosen wie Erbsen (Pisum sativum) und Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris), da Leguminosen Stickstoff im Boden binden können und somit einen idealen Gründünger darstellen. Eine Anbaupause von mindestens vier Jahren sollte zu anderen Kohlsorten oder Kreuzblütlern (Brassicaceae) generell eingehalten werden, um eine Verschleppung von Krankheiten wie der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae), einer schädlichen Pilzkrankheit, zu vermeiden.

Tipp für den Balkon: Es ist auch möglich, den Rotkohl im Topf anzubauen. Dafür sollte ein Topf mit mindestens 20 cm Durchmesser und 20 cm Tiefe verwendet werden, der an einem sonnigen bis halbschattigen Standort aufgestellt wird. Pro Kübel sollte nur ein Kohlkopf angepflanzt werden, da es sonst wegen des eingeschränkten Platzes zwischen mehreren Pflanzen zu Konkurrenzen um Wasser und Nährstoffe kommen kann. Regelmäßiges Gießen ist bei Topfkulturen besonders wichtig.

Rotkohl in Mischkultur
Rotkohl lässt sich gut in Mischkultur neben zahlreichen anderen Pflanzen anbauen [Foto: photolike/ Shutterstock.com]

Rotkohl anpflanzen: Eine kurze Zusammenfassung

  • Um den Rotkohl von Beginn an gut mit Nährstoffen zu versorgen, ist eine Gründüngung der Fläche ist schon vor dem Anbau sinnvoll.
  • Der richtige Zeitpunkt für die Aufzucht von Jungpflanzen oder die Aussaat ins Beet hängt davon ab, ob Früh-, Sommer- oder Herbstkohl angebaut werden soll. Generell kann Rotkohl ab Februar zu Jungpflanzen vorgezogen oder ab Mitte April direkt ins Beet gesät werden.
  • Für die Anzucht von Jungpflanzen eignet sich eine hochwertige Anzuchterde mit geringerem, aber ausgewogenem Nährstoffgehalt, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde, da somit das Wurzelwachstum gefördert wird.
  • Der ideale Pflanzabstand für frühe Sorten liegt bei 40 bis 50 cm, bei späten Sorten circa 70 cm, da sie länger im Beet verbleiben.
  • Früh gesetzte Pflanzen sollten durch ein Vlies, eine Plane oder im Gewächshaus vor Nachtfrösten geschützt werden.
Rotkohl im Winter
Kurze Fröste verträgt der Rotkohl meist problemlos, was ihn zum perfekten Wintergemüse macht [Foto: Trong Nguyen/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege während des Anbaus

Sobald die Jungpflanzen im Beet angepflanzt sind, beginnt die Pflege: Rings um die kleinen Pflanzen sollte regelmäßig geharkt werden, um eine Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe durch Unkraut zu verhindern. Außerdem lockert die Bearbeitung den Boden auf und verbessert die Durchlüftung. Vor allem an trockenen Tagen sollten Sie wegen des noch schwach ausgebildeten Wurzelsystems regelmäßig und intensiv gießen, damit der Rotkohl nicht austrocknet. Wie man den Rotkohl richtig gießt, düngt und welche Schädlinge es gibt, sobald er älter ist, erfahren Sie in unserem Übersichts-Artikel zum Rotkohl.

Sind Sie auf der Suche nach weiteren Gemüsesorten, die zusammen mit dem Rotkohl einen leckeren Wintersalat ergeben? Dann lesen Sie auch unseren Artikel über Anbau und Pflege des Zuckerhuts.

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