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Topinambur pflanzen: Zeitpunkt, Standort & Co.

Topinambur ist eine vielseitige Pflanze und ein naher Verwandter der Sonnenblume. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Topinambur-Knolle selbst anbauen können.

Blüte des Topinambur
Topinambur kann in unseren Gärten, auf Balkon und Terrassen kultiviert werden [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Im 17. Jahrhundert gelangte Topinambur (Helianthus tuberosus), auch Jerusalem Artischocke oder Erdbirne genannt, über den Seeweg von Südamerika nach Europa. Zunächst war die braune oder rote Knolle, die im Geschmack ein wenig der Artischocke (Cynara scolymus) ähnelt, den Reichen und Adeligen vorbehalten. Später verbreitete sie sich jedoch zunehmend auch im Volk und war lange Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Im Laufe der Zeit löste die Kartoffel (Solanum tuberosum) die ballaststoffreiche Knolle jedoch ab und somit geriet Topinambur bis auf seine Verwendung als Viehfutter in Vergessenheit. Seit einiger Zeit liegt Topinambur aber erneut im Trend und wird wieder gerne von Hobbygärtnern angebaut. Doch wann pflanzt man Topinambur? Und was muss man dabei beachten? Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie Topinambur im Garten selbst anbauen und kultivieren können.

Topinambur pflanzen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Der beste Zeitpunkt, um Topinambur zu pflanzen, ist im Frühjahr zwischen Anfang April und Mitte Mai. Alternativ können die Knollen des Topinamburs im Herbst gepflanzt werden, zwischen Ende September und Anfang November. Die Pflanzen treiben dann trotzdem erst im nächsten Frühjahr aus, jedoch etwas früher als die von April bis Mai gesetzten Knollen. Topinambur ist im Gegensatz zur Kartoffel winterhart und kann deshalb zu den verschiedensten Zeitpunkten gepflanzt und im Freien überwintert werden.

Topinambur anbauen: Standort und Bodenansprüche

Topinambur stellt keine großen Ansprüche an seinen Standort. Am besten gedeiht die Knolle auf leichteren, lehmig-sandigen Böden, welche die Bodenfeuchte nach Regen oder dem Wässern halten können. Die Staude hat einen recht hohen Wasserbedarf und benötigt eine gute Wasserversorgung für die Knollenbildung. Auf staunassen Böden kann es jedoch dazu kommen, dass Topinambur nur spärlich bis gar nicht wächst. Bevorzugt steht die sonnenblumenartige Pflanze an Stellen mit hoher Lichtintensität, aber auch Halbschatten verträgt Topinambur gut. Je besser der Standort an die Bedürfnisse von Topinambur angepasst ist, desto höher sind auch die Erträge der schmackhaften Knollen. In der Fruchtfolge kann Topinambur immer gepflanzt werden, er sollte nur nicht nach Sonnenblumen oder nach sich selbst gepflanzt werden, da in diesem Fall öfter einmal Wurzelkrankheiten auftreten, die auch länger im Boden verbleiben.

Fäule an Topinambur
Wegen Stamm- und Wurzelfäulen sollte Topinambur nicht nach sich selbst gepflanzt werden [Foto: The natures/ Shutterstock.com]

Wie in jeder Mischkultur gibt es auch beim Topinambur gute Nachbarn und solche, die man vermeiden sollte. Die Knollen vertragen sich gut mit rankenden Gurken (Cucumis sativus) und Buschbohnen (Phaseolus vulgaris). Neben Kartoffeln hingegen sollte man Topinambur nicht kultivieren, denn die beiden Pflanzen machen sich unterirdisch Konkurrenz.

Tipp: Besonders gut eignet sich Topinambur als Sichtschutz, da er je nach Sorte eine Wuchshöhe über 3 Meter erreichen kann. Die Pflanzen sollten jedoch möglichst windgeschützt stehen oder angebunden werden, da Gewitter und Sturmböen die starren Seitenäste leicht abbrechen und teils ganze Pflanzen umwerfen können.

Topinambur pflanzen

Beim Pflanzen von Topinambur sollten nur gesunde, vollständige Knollen verwendet werden. Zwar kann man Topinambur aus Saatgut ziehen, jedoch gelingt der Anbau mit den Rhizomknollen deutlich besser, schneller und einfacher. Topinambur-Samen sind daher kaum im Handel zu bekommen und kommen nur bei den wenigsten Sorten zur Reife, sodass man sie nur schwerlich selbst gewinnen könnte.

Topinambur-Knollen pflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Die Knollen werden vor dem Pflanzen einige Tage lang auf einem Teller mit Wasser am hellen Fensterbrett angetrieben. Schnell bilden sich dann auch feine Wurzeln am Topinambur aus, die das Anwachsen später beschleunigen. In vielen Gärtnereien bekommt man auch bereits Jungpflanzen mit mehreren Trieben. 
  2. Nun wird der Boden tiefgründig aufgelockert und von Steinen befreit. Auf nährstoffarmen Standorten oder sehr schweren Böden sollte vor der Pflanzung etwas reifer Kompost mit eingearbeitet werden. 
  3. Die Knollen werden mit einem Pflanzabstand von etwa 30 bis 40 cm und in etwa 10 bis 15 cm Tiefe gesetzt. Zwischen den Reihen belässt man einen Abstand von 70 bis 80 cm. Sind bereits Sprosse vorhanden, so gräbt man die Topinambur-Jungpflanze in genannter Pflanztiefe vorsichtig ein, wobei die grünen Triebe natürlich freiliegen.
  4. Nach dem Setzen der Topinambur-Knollen sollte der Boden leicht angedrückt und kräftig gewässert werden. 
  5. Wenn sich die ersten Triebe gebildet haben, kann man die Erde rings um diese häufeln. Das kann zur Mehrbildung von Knollen führen, weil sich die gehäufelte Erde schneller erwärmt und zudem mehr Platz für die Ausbildung weiterer Knollen bietet.

Hinweis: Eine Wurzelsperre für Topinambur ist sinnvoll, besonders wenn nicht immer alle Knollen geerntet werden, sondern auch viele im Boden bleiben. Aus jeder noch so kleinen Knolle entstehen neue Triebe in alle Richtungen, die Pflanze wuchert regelrecht und breitet sich schnell aus. Eine Rhizomsperre für Topinambur ist hier also zu empfehlen.

Knolle des Topinambur
Die Pflanzknollen treiben im Frühjahr mit etwas Wasser schnell Wurzeln und können gelegt werden [Foto: T. L. Furrer/ Shutterstock.com]

Topinambur im Topf pflanzen

Wer keinen eigenen Garten hat, aber einen sonnigen Balkon sein Eigen nennt, der kann alternativ Topinambur im Topf anpflanzen. Hierbei sollte man darauf achten, dass der Kübel groß und tief genug ist und genügend Erde für die Knollenbildung enthält. Auch große Balkonkästen sind dafür geeignet, wenn man auf Zwerg-Sorten zurückgreift. Es gibt hierfür spezielle, niedrigwachsende Topinambur-Sorten, die sich besonders gut für den Anbau auf Balkon und Terrasse eignen. Auch im Hochbeet kann Topinambur so kultiviert werden. Befüllen Sie hierfür zunächst das Pflanzgefäß großzügig mit einer vorgedüngten Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Tomatenerde. Sie enthält bereits für Topinambur wichtige Nährstoffe wie Kalium und versorgt die Knollen so in der ersten Zeit nach dem Pflanzen. Die Knollen werden nun einzeln in die Erde gesetzt, leicht angedrückt und mit etwa 15 cm Erde bedeckt.

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Im Topf muss Topinambur nicht nur nach der Pflanzung, sondern regelmäßig gut gewässert werden, damit sich Knollen bilden. Es muss aber ein guter Wasserablauf vorhanden sein, damit sich keine Staunässe bildet. Nach dem Austrieb wird noch etwas mehr Erde angehäufelt und bestenfalls regelmäßig organisch, am einfachsten mit einem Flüssigdünger wie unserem Plantura Tomaten- und Gemüsedünger, gedüngt.

Tipp: Blüten sind für die Knollenbildung nicht relevant, sie können problemlos entfernt werden und dienen dann als dekorative Schnittblumen. Tatsächlich kann es sein, dass blütenlose Topinambur-Pflanzen mehr Knollen bilden, denn sie stecken keine Energie in die Blütenentwicklung.

Ein naher Verwandter zum Topinambur und ebenfalls ein Grundnahrungsmittel ist Yacon. Wir stellen die aus den Anden stammende Knolle vor und geben Tipps zum Anbau im eigenen Garten.

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