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Topinambur pflanzen: Die gesunde Knolle selbst anbauen

Topinambur ist eine vielseitige Pflanze und ein naher Verwandter der Sonnenblume. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Topinambur Knolle selbst anbauen können.

Topinambur Ernte

Der Anbau im Garten der vielseitigen Knolle wird immer beliebter [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Im 17. Jahrhundert gelangte Topinambur (Helianthus tuberosus) über den Seeweg von Südamerika nach Europa. Zunächst war die braune Knolle, die im Geschmack ein wenig der Artischocke ähnelt, den Reichen und Adeligen vorenthalten. Später verbreitete sie sich jedoch zunehmend auch im Volk. Während des 30. Jährigen Krieges war Topinambur (auch „Kartüffel“ genannt) ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Im Laufe der Zeit löste die Kartoffel jedoch die ballaststoffreiche Knolle ab und somit geriet Topinambur etwas in Vergessenheit. Seit einiger Zeit jedoch liegt Topinambur wieder im Trend. Wir erklären Ihnen, wie Sie Topinambur in Ihrem Garten selbst anbauen und pflanzen können.

Topinambur pflanzen: Wann ist Saison zum Pflanzen?

Üblicherweise pflanzt man die braunen Knollen des Topinamburs zwischen Mitte April und Mitte Mai. Alternativ kann auch ein Pflanztermin vom späten September bis in den November hinein gewählt werden. Die Pflanzen treiben dann trotzdem erst im nächsten Frühjahr aus, jedoch etwas früher, als die im April/Mai gesetzten Knollen. Topinambur ist im Gegensatz zur Kartoffel winterhart und kann deshalb zu den verschiedensten Zeitpunkten gepflanzt werden.

Topinambur anbauen: Standort und Pflegeansprüche

Der richtige Standort

Topinambur stellt keine großen Ansprüche an seinen Standort. Am besten gedeiht die Knolle auf leichten, sandigen Böden. Auf staunassen Böden kann es allerdings dazu kommen, dass Topinambur nur spärlich bis gar nicht wächst. Bevorzugt steht die gelb blühende Pflanze an Plätzen mit hoher Lichtintensität, im Halbschatten fühlt sich Topinambur jedoch auch wohl.

Topinambur anbauen: Beet vorbereiten und Knollen setzen

Topinambur ist nicht anspruchsvoll, was die Bodenverhältnisse angeht, jedoch kann man der gesunden Knolle einen guten Wachstumsstart verschaffen, wenn man den Boden tiefgründig auflockert und von Steinen befreit. Auf nährstoffarmen Standorten (sehr sandig) oder sehr schweren Böden sollte vor der Pflanzung etwas Kompost mit eingearbeitet werden. Vor allem bei diesen strukturschwachen Böden kann die Einarbeitung von Kompost zur Anreicherung von Humus führen und somit auf lange Sicht den Nährstoffhaushalt verbessern. Sandige Böden entwickeln mit steigendem Humusanteil ein besseres Wasserhaltevermögen, schwere Böden können durch die Anreicherung von Humus aufgelockert werden. Verantwortlich für den verbesserten Nährstoffhaushalt sind hierbei vor allem die durch den Humus verbesserten physikalischen Eigenschaften des Bodens.

Die Knollen sollten mit einem Abstand von 30 bis 40 cm in etwa 10 bis 15 cm Tiefe abgelegt werden. Nach dem Setzen der Topinambur Knollen sollte der Boden leicht angedrückt werden. Wenn sich die ersten Triebe gebildet haben, kann man die Erde rings um diese häufeln. Das kann zur Mehrbildung von Knollen führen, weil sich die gehäufelte Erde schneller erwärmt und zudem mehr Platz für die Ausbildung weiterer Knollen bietet.

Topinambur Anbau im Überblick:

  • sonnigen Standort wählen
  • Erde tiefgründig lockern
  • mit Kompost aufwerten
  • Knollen mit 30 – 40 cm Abstand in ca. 15 cm Tiefe ablegen
  • Erde leicht andrücken
  • nach Austrieb Erde häufeln
Topinambur Blüte gelb

An der Blüte erkennt man die Verwandtschaft zur Sonnenblume [Foto: Tero LaaksoCC BY-SA 2.0]

Topinambur im Topf pflanzen

Wer keinen eigenen Garten hat, aber einen sonnigen Balkon sein Eigen nennt, der kann Topinambur auch im Blumentopf anpflanzen. Hierbei sollte man darauf achten, dass der Kübel groß genug ist, um die Ertragsfähigkeit der Knollen nicht zu beeinträchtigen. Einfach eine Knolle in einen mit Kompost gefüllten Kübel setzen und nach dem Austrieb noch etwas Erde um die ersten Triebe häufeln – fertig. Beim Topinambur im Topf gilt besonders: Nicht übermäßig gießen, Staunässe vermeiden!

Topinambur gießen und düngen

Die Pflege der Topinambur Pflanze erweist sich ebenfalls als relativ simpel. Um Staunässe zu vermeiden, sollten nur auf sehr leichten Böden regelmäßig gegossen werden. Während der Hauptwachstumsphase der Knollen im Sommer ist es aber von Vorteil, den Boden immer leicht feucht zu halten. Auf nährstoffreichen Böden ist keine Düngung notwendig, auf leichteren Standorten reicht eine Kompostgabe zum Pflanzzeitpunkt aus, um den Topinambur langfristig mit Nährstoffen zu versorgen.

Topinambur Knolle im Garten

Die Pflege von Topinambur ist leicht und unkompliziert [Foto: Mike Linksvayer]

Tipp: Wenn man die Blüten entfernt, kann das auch zu höheren Erträgen führen. Die bei der Photosynthese gewonnene Energie und die über den Boden aufgenommenen Nährstoffe fließen dann nämlich hauptsächlich in die Knollen und werden nicht für das Ausbilden von Samen gebraucht. Auch das Ausdünnen der oberirdischen grünen Anteile kann zu einem erhöhten Ertrag führen.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Floragard Bio-Erde: Bio-Allround-Erde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf. Kräftige Pflanzen durch den besonderen Dünger Flora Bio-Mix. Auch für Hochbeete geeignet.
  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.

Topinambur selbst vermehren oder Pflanzen kaufen

Topinambur selbst zu vermehren ist nicht schwer. Ist die wüchsige Knolle erst einmal gepflanzt, dann vermehrt sie sich über unterirdische Ausläufer/Rhizome von ganz allein. Will man nicht, dass sich der Topinambur im gesamten Garten ausbreitet, sollte man sogar eine Rhizomsperre um den Pflanzbereich des Topinamburs in den Boden einlassen.

Fazit: Als Topinambur-Neuling muss man sich natürlich sein Pflanzgut irgendwo besorgen, sei es im Fachhandel oder beim Nachbarn. Die Vermehrung sollte ab diesem Zeitpunkt aber kein Problem mehr darstellen.

Topinambur ernten: Vorgehen und Zeitpunkt

Topinambur kann man ganzjährig ernten. Will man vor allem große Knollen ernten, sollte man im Herbst (September/Oktober) graben, da zu diesem Zeitpunkt die Periode des größten Wachstums beendet ist. Am besten eignet sich zum Ausgraben der Knollen eine handelsübliche Grabegabel. Die Verwendung eines Spatens oder einer herkömmlichen Schaufel ist auch ausreichend, jedoch besteht hierbei eine größere Gefahr, dass man die Knollen beim Graben verletzt. Topinambur ist winterhart, solange also der Boden nicht gefroren ist, kann man die schmackhafte Knolle das ganze Jahr über ernten.

Eine regelmäßige Ernte ist sogar sinnvoll, da man so den Topinamburbestand besser kontrollieren kann. Topinambur ist sehr wüchsig und verbreitet sich vor allem unterirdisch über Rhizome. Wer nicht regelmäßig Knollen erntet, läuft Gefahr, dass die sonnengelben Blüten auch bald dort blühen, wo man sie vielleicht nicht sehen möchte.

Topinambur lagern und haltbar machen

Wie zuvor schon erwähnt, lässt sich Topinambur das ganze Jahr über ernten. Die beste Möglichkeit, frischen Topinambur zu jeder Jahreszeit parat zu haben, ist ihn bei Bedarf auszugraben.

Eine gute Nachricht für all diejenigen, denen das zu anstrengend ist: Die Lagerfähigkeit von Topinambur ist unter dunklen, kühlen und trockenen Bedingungen ähnlich denen der Kartoffel. Hierzu eignen sich erfahrungsgemäß Kellerräume ohne Sonneneinstrahlung ideal.

Topinambur Knollen Lagern

Dunkle Kellerräume sind ideal zur Lagerung [Foto: allispossible.org.ukCC BY 2.0]

Lukas

Ich studiere mit voller Überzeugung Agrarwissenschaften – für mich eine naheliegende Wahl, da ich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern groß geworden bin und früh gelernt habe, fürsorglich mit Pflanzen und Tieren umzugehen.
Lieblingsobst: Weintrauben, Mango und Bananen
Lieblingsgemüse: Rosenkohl, Spinat und Kartoffeln

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