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Weißkohl anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit

Weißkohl im eigenen Garten anbauen. Wir stellen geeignete Sorten vor und geben Tipps und Tricks von der Aussaat, über Pflege & Düngung, bis zur Ernte.

Weißkohl pflanzen im Garten

Weißkohl Jungpflanzen kurz vor dem Auspflanzen [Foto: Cornelia KoppCC BY-SA 2.0]

Weißkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. alba), auch Weißkraut genannt, ist tief in der Geschichte der Menschheit verwurzelt. Forscher sind sich bis heute nicht einig, wie lange das Kraut schon angebaut wird. Fest steht, dass das Gewächs bereits im 7. Jahrhundert zu Kimchi, einer pikanten Form des Sauerkrauts in Korea verarbeitet wurde. Illustrationen von Leonhart Fuchs aus dem 16. Jahrhundert sind erste deutsche Belege für das Gemüse. Wer gerne Weißkohl isst und einen Garten sein Eigen nennt, sollte den Versuch wagen, das schmackhafte und gesunde Kraut selbst anzubauen.

Weißkohl das ganze Jahr anbauen – so geht es Schritt für Schritt.

Wir leiten Sie mit einer Kurzanleitung durch das Gartenjahr – vom Samen bis hin zum knackigen Weißkohl:

  1. Entscheiden Sie, ob Sie selber aussäen oder Jungpflanzen kaufen möchten. Jungpflanzen gibt es im Frühjahr in gut sortierten Gärtnereien zu erwerben. Die Aufzucht ist nicht sonderlich schwer. Es gibt früh-, mittel- undspätreifeSorten. Entscheiden Sie für Ihren optimalen Anbauzeitraum.
  2. Eine kleine Aufzählung bekannter Sorten: Zu den frühreiferen Sorten zählt derBacalanGross (mit großen und ovalen Krautköpfen und hervorragendem Aroma), Brunswijker (mittelgroße, kugelrunde und feste Köpfe). Ebenfalls hat die berühmte Sorte Dithmarscher Früher einen sehr frühen Erntezeitpunkt (Köpfe sind mittelgroß und kommen aus der deutschen Kohlregion Dithmarschen). Zu den Weißkohlsorten mit mittlerer Erntezeit gehört Equatoria F1 (halbflache Köpfe mit einem angenehm milden Aroma) und Coronet F1 (gute Lagerfähigkeit und runde, kleine Krautköpfe).
    Zu den Spätsorten des Weißkohls gehört der Krautkaiser (gute Lagereigenschaften und große bis zu 5 Kilo schwere Krautköpfe). Eine ausgezeichnete spätreifende Weißkohlart ist Lion F1 (schöne, runde und grüne Köpfe, mit hoher Krankheitsresistenz).
  3. Wenn Sie schon im Juni “Frühkohl“ ernten möchten, dann müssen Sie im Februar aussäen. Dafür eignet sich eine helle Fensterbank, ein Gewächshaus oder eine improvisierte Glaskuppel (wie ein umgestülptes, großes Einweckglas).
  4. Sonnige Beete sind optimal. Auch ein halbschattiger Platz ist vollkommend ausreichend. Ein lockeres bis leicht lehmiges und nährstoffreiches Erdreich wird von Starkzehrernbevorzugt. Sollte Ihr Gartenboden eher sandig sein, kann das Erdreich vor dem Auspflanzen gut mit Kompost und Hornspänen aufgebessert werden.
  5. Zum Auspflanzen sollte je nach Sorte ein Abstand zw. 40-80 cm eingehalten werden. Falls es noch zu Nachtfrost kommt, kann eine Fleeceabdeckung über Nacht helfen. Auspflanzen können Sie die vorgezogenen frühreifenden Kohlpflanzen Anfang April. Mittlere und späte Sorten können im Mai ausgepflanzt werden. In klimatisch sehr günstigen Gebieten kann der Kohl auch Ende Juli und August gesät werden. Unter einer Schutzfolie überwintert er am besten bis zum Frühjahr.
  6. Während der Wachstumsphase sollten Sie den Boden um die Pflanze mit einer Hacke ab und an auflockern. Weißkohl gehört zu den sogenannten Hackpflanzen, denen eine regelmäßige Auflockerung des Bodens sehr gut tut.
  7. An trockenen Tagen sollte regelmäßig gegossen werden. Alle 3–4 Wochen kann mit einem stickstoff- und kaliumbetonten Dünger das Wachstum unterstützt werden. Trotzdem besser nicht zu viel düngen, denn dies führt schnell zu einer verringerten Resistenz gegenüber Krankheiten und zu einem schwefeligen Geschmack. Unser Tipp daher: Einige Wochen vor der Ernte keinen Dünger mehr verwenden.
  8. Frühe Sorten können bei rechtzeitiger Aussaat bereits im Juli geerntet werden, spätere Sorten dann bis in den Winter hinein. Lediglich die Temperatur sollte nicht unter -4 °C fallen. Eine wichtige Regel lautet: Je später der Kohl geerntet wird, desto länger kann man ihn lagern.
Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Aktiv-Tomaten- und Gemüseerde: Hochwertige Spezial-Erde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum von nährstoffbedürftigem Fruchtgemüse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Wichtiger Tipp: Nach der Ernte sollte am selben Standort für mindestens vier Jahre keine Kohlart mehr angebaut werden. Dies ist unbedingt nötig, um Krankheiten vorzubeugen.

Sind Sie ein passionierter Weißkohl-Hobby-Anbauer? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns!

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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