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Gewächshaus selber bauen: Anleitung & Tipps

Ein Gewächshaus kann in wenigen Schritten selbst gebaut werden. Wie das geht, zeigen wir Ihnen hier.

Glass greenhouse
In wenigen Schritten können Sie Ihr eigenes Gewächshaus bauen [Foto: © Rawpixel.com #178065149 / Fotolia.com]

Gewächshäuser für den heimischen Garten gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Für welche Gestaltung Sie sich auch entscheiden – wir zeigen Ihnen, wie Sie sich in nur sechs Schritten ein eigenes Gewächshaus für Ihre Nutzpflanzen bauen können.

1. Die Planung

Bei der Planung müssen Sie beachten, wie groß das Gewächshaus werden soll. Der Standort ist entscheidend dafür, ob die Pflanzen später gut wachsen können. Das gilt auch für die Art des Gewächshauses. Deswegen müssen Sie sich in einem allerersten Schritt überlegen, welche Pflanzen Sie im Gewächshaus anbauen möchten und welche Mengen.

Wie groß soll es sein?

Gewächshäuser gibt es in vielen verschiedenen Größen. Die Frage, wie groß Ihr Exemplar werden soll, richtet sich in erster Linie natürlich nach dem verfügbaren Platz. Aber auch die Menge an Gemüse- und anderen Pflanzen, die darin heranwachsen sollen, ist sehr wichtig.

Wer nur ein paar Gurken und Tomaten anbauen möchte, braucht daher logischerweise ein kleineres Gewächshaus, als wenn Sie einen größeren Vorrat an frischem Gemüse benötigen oder einfach eine gewisse Vielfalt an Obst, Gemüse, Kräutern und Blumen haben möchten.

Woman in a greenhouse in the garden at gardening and plant care
Ein Gewächshaus sollte mindestens zwei Meter hoch sein [Foto: © Dan Race #268316980/ Fotolia.com]

Grundsätzlich sollte das Gewächshaus aber mindestens zwei Meter hoch sein. Wer nur wenig Platz für das Gewächshaus hat, kann mit mehr Höhe und Regalen oder Pflanzenampeln den nötigen Raum schaffen. Achte darauf, die Tür breit genug zu machen, damit du auch mit einer Schubkarre oder ähnlich großen Geräten durchkommst.

Den passenden Standort wählen

Bei der Frage nach dem optimalen Standort für das Gewächshaus spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Material:

Für ein Glashaus ist eine nördliche oder südliche Platzierung besonders günstig: Während die Sonne im Osten steigt, werden die Glasplatten schnell erwärmt, während sie mittags der Länge nach gegen die Sonne stehen und weniger Wärme aufnehmen. Beginnt die Sonne zu sinken, lassen sich die letzten Sonnenstrahlen voll ausnutzen.

Gewächshäuser aus Doppelstegplatten bringen am meisten, wenn man sie östlich oder westlich positioniert. Diese Variante bietet sich vor allem dann an, wenn Sie früh mit der Zucht beginnen möchten. Im Frühjahr fällt das Licht von Südosten und -westen ein. Ein Gewächshaus, das mit der breiten Seite nach Süden steht, nimmt somit das meiste Licht auf.

Windgeschützt:

Damit das Gewächshaus nicht vom Wind abgekühlt wird, sollte es möglichst windgeschützt stehen. Gleichzeitig sollte es aber nicht direkt unter großen Bäumen positioniert werden – abgesehen von dem üppigen Schattenwurf können herabfallende Äste und Früchte das Haus beschädigen. Dagegen eignen sich niedrige Hecken und kleine Büsche als Windbrecher.

Weg vom Hang:

Wenn Sie das Gewächshaus auch bei niedrigen Temperaturen nutzen möchten, sollte es nicht am Fuße eines Hanges stehen. Dort sammelt sich kalte Luft, die dann das Gewächshaus umgibt und es auskühlt.

2. Ausrüstung & Materialien

In einem nächsten Schritt gilt es, die Ausrüstung und die Materialien zusammenzustellen, die Sie für den Bau des Gewächshauses benötigen.

Sicheres Arbeiten

Für die eigene Sicherheit beim Heimwerken sollten Sie an folgende Schutzausrüstung denken:

Arbeitshandschuhe:

Arbeitshandschuhe schützen die Hände bei verschiedenen Tätigkeiten im Haus oder im Garten. Anhand der unterschiedlichen Schutzklassen können Sie entscheiden, welche Arbeitshandschuhe die richtigen sind. Bei geringen Gefahren reichen Handschuhe der Kategorie 1 aus. Besteht ein mittelgroßes Verletzungsrisiko, sollten Sie Handschuhe der Kategorie 2 tragen.

Bei gefährlichen Arbeiten, die ein großes Verletzungsrisiko mit sich bringen, sind Arbeitshandschuhe der Kategorie 3 zu empfehlen. Wenn Sie mit einer Säge oder ähnlich scharfen Werkzeugen hantieren, sollten die Handschuhe idealerweise schnittfest sein, damit Sie sich im Ernstfall keine schweren Verletzungen zufügen können.

Schutzbrille:

Beim Sägen fliegen Splitter und Span umher. Damit nichts davon ins Auge gelangt und dort für Verletzungen sorgt, ist eine Schutzbrille essenziell heim Heimwerken. Kleine Fremdkörper, die ins Auge geflogen sind, werden oft erst später bemerkt, wenn sie für Reizungen sorgen. Nicht selten werden die Beschwerden falsch eingeordnet und dementsprechend auch falsch behandelt.

Wichtig ist, dass die Schutzbrille eine gute Qualität hat und auch um die Augen herum dicht abschließt. Das Modell sollte die Kennzeichnung DIN EN 166 aufweisen.

Atemschutz:

Schleifen, sägen, bohren: All solche Arbeiten verursachen feinen Holz- beziehungsweise Metallstaub. Gelangt dieser in die Lunge, kann das üble Folgen nach sich ziehen. Daher sollten Sie unbedingt bei solchen Tätigkeiten einen Atemschutz tragen, um den feinen Staub nicht einzuatmen.

Gehörschutz:

Mit der Kreissäge arbeiten, Bleche hämmern, ein Handschleifgerät verwenden: Diese Arbeiten liegen bei einer Lautstärke zwischen 90 und 115 Dezibel. Diese Lautstärke sind für die Ohren nicht nur unangenehm, sondern bei längerer Belastung auch gehörschädigend. Nur Lautstärken bis 80 Dezibel sind nicht schädlich. Deswegen ist es zum Schutz der Ohren wichtig, bei lauten Heimwerkerarbeiten einen guten Gehörschutz zu tragen.

Stabiles Schuhwerk:

Wenn Sie zuhause mit schweren Materialien und Werkzeugen hantieren, sollten Sie am besten Sicherheitsschuhe tragen. So bleiben die Füße ganz, falls Ihnen ein Werkzeug darauf fällt. Haben die Schuhe eine durchtrittsichere Sohle, kann nichts passieren, wenn Sie auf einen Nagel treten.

Sollten Sie keine Sicherheitsschuhe haben, reicht für die meisten Arbeiten zuhause auch anderes stabiles Schuhwerk aus, das kleinere Missgeschicke abfedern kann.

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Sorgen Sie mit entsprechender Ausrüstung für Sicherheit beim Heimwerken [Foto: © Antonio #267350346 / Fotolia.com]

Die richtige Arbeitsausrüstung

Die folgenden Arbeitsmaterialien dürfen nicht fehlen:

  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Akkuschrauber
  • Bohrmaschine
  • Hammer
  • Kreissäge
  • Stichsäge
  • Winkel
  • Holzschrauben
  • Nägel
  • Schraubzwingen
  • Scharniere für die Klappen und die Tür
  • Schubriegel mit Schließblech für die Tür
  • Fensterriegel
  • Lackierrolle
  • Pinsel
  • Wetterschutzfarbe
  • etwas Dachpappe
  • Tacker
  • Leiter

Materialien für das Gewächshaus

Für den Bau des Gewächshauses brauchen Sie diese Materialien:

  • Material für das gewünschte Fundament (Beton, Aluminium, Holz u.a.)
  • die passende Anzahl an Rahmenhölzern und Holzbalken in verschiedenen Maßen
  • Glas oder Plexiglas für die Wände
  • Glas oder Wellplatten aus Plexiglas für das Dach
  • Unkrautvlies

3. Das Fundament

Wenn alles vorbereitet ist, können Sie mit dem Bauen loslegen. Zuerst wird das Fundament gefertigt. Dabei können Sie wählen zwischen einem Fundament aus Holz, Beton oder Stahl.

Ein Holzfundament ist schnell montiert, hält aber möglicherweise nicht so lange wie andere Fundamente. Umgekehrt ist ein Betonfundament sehr langlebig und stabil, allerdings müssen Sie mehr Zeit und Geld in die Verarbeitung des Betons investieren. Den Mittelweg bildet das Stahlfundament: Es ist vergleichsweise schnell montiert und ebenfalls lange haltbar.

Damit das Fundament die gewünschte Größe hat und gerade wird, sollten Sie den Rand mit Hilfe von Holzpfeilern und Schnüren abstecken. Anschließend den Boden am Rand entlang ausheben und das Fundament aus dem gewünschten Material bauen. Der Boden in der Mitte wird geebnet.

4. Die Rahmenkonstruktion bauen

Der tragende Rahmen besteht aus gehobelten, gut getrockneten Holzlatten von mindestens 5 mal 5 Zentimetern. Das Holz solle im Vorfeld ein- bis zweimal imprägniert und mit einer klaren Holzschutzlasur gestrichen werden, damit es wetterfest ist. Hinweis: Die Farbe muss mit Plexiglas verträglich sein. Damit vom Fundament aus kein Wasser in das Holz des Rahmens eindringen kann, sollten Sie an die Unterseite der Rahmenbalken Dachpappe zum Isolieren tackern.

Der Rahmen besteht aus vier Teilen: Für die Seiten des Gewächshauses wird jeweils ein Rahmen aus zwei langen Balken und zwischen zwei und vier kürzeren (je nach Größe) benötigt. Die kürzeren Leisten dienen als Streben, die im rechten Winkel zwischen den beiden langen Balken angebracht werden. Die Balken werden dann mit Winkeln miteinander verschraubt.

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Nach und nach werden die Wände am Fundament befestigt und verschraubt [Foto: © ramund88 #177173001 / Fotolia.com]

Die Rahmenteile für die Vorder- und Rückseite sind schmaler als die für die Seitenteile, dementsprechend brauchen Sie hierfür weniger senkrechte Streben. Beachten Sie, dass Sie bei der Vorderseite statt der Streben einen Rahmen für die Tür anbringen.

Anschließend werden nach und nach die einzelnen Rahmenteile auf das Fundament aufgesetzt und miteinander und mit dem Fundament verschraubt. Für besonders gute Stabilität ist eine Verbindung über Metalllaschen ideal.

5. Die Wände einsetzen

Für die Wände des Gewächshauses können Sie Glas (auch altes Fensterglas) oder Plexiglas (Doppelstegplatten) verwenden. Die Glasscheiben müssen vor der Montage auf die passende Größe zugeschnitten werden.

Um die Öffnungen der Plexiglasscheiben zu schließen, können Sie eine Aluminiumschiene anbringen. Damit das Wasser ablaufen kann, müssen Sie in die untere Schiene Löcher bohren. Die fertigen Scheiben werden in die einzelnen Flächen der Rahmenteile eingesetzt und festgeschraubt.

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Die zugeschnittenen Glasscheiben werden angebracht [Foto: © kurgu128 # 216088231 / Fotolia.com]

6. Ein Dach für das Gewächshaus

Am Rahmengerüst befestigen Sie die Träger (Dachsparren). Wie viele es sein sollen, orientiert sich an der Anzahl der senkrechten Streben in den Seitenteilen. Als Dachabdeckung können Sie Wellplatten aus Plexiglas verwenden. Diese werden mit speziellen Systemschrauben befestigt. Stegplatten sind auch möglich, allerdings wird dann noch mehr Wärme im Inneren gespeichert. Je nach Sonneneinstrahlung kann das problematisch sein.

Das Dach Ihres Gewächshauses sollte spitz sein: So sind die optimalen Wuchsbedingungen für die Pflanzen garantiert, denn Flachbauten heizen sich zu schnell auf, können gleichzeitig die Wärme aber nicht gut speichern. Ein spitzes Dach hat außerdem den Vorteil, dass Staub und Schmutz bei Regen abfließen und der Schnee im Winter herunterrutschen kann. Dadurch kommt mehr Licht in das Gewächshaus. Wenn das Dach etwas übersteht, verhindert das die direkte Beregnung der Holzkonstruktion.

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