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Heidelbeeren/Blaubeeren: Herkunft, Anbau & Verwendung

Heidelbeeren (Blaubeeren) sind äußerst gesund und sehr beliebt. Hier finden Sie alles Wissenswerte über Anbau, Pflege und Verwendung der blauen Beeren.

Blaubeeren am Zweig im garten

Bei Heidelbeeren und Blaubeeren handelt es sich um ein und dieselbe Pflanze [Foto: Valentyn Volkov/ Shutterstock.com]

Heidelbeeren (Vaccinium) oder auch Blaubeeren genannt, sind seit jeher ein absoluter Renner in der Küche und aufgrund ihres süßen Geschmacks und der kräftigen Farbe in Süßspeisen beliebt. Die kalorienarme Heidelbeere lässt sich mit ein wenig Geschick auch im eigenen Garten anbauen und liefert dann jahrelang hohe Erträge. Bei Heidelbeeren und Blaubeeren handelt es sich tatsächlich um ein und dieselbe Pflanze, die Blaubeere umfasst allerdings mehrere Arten. Wir klären alle Fragen rund um Blaubeeren und zeigen Ihnen, wie Sie die beliebte Beere selbst anbauen können.

Heidelbeeren/Blaubeeren: Herkunft und Eigenschaften

Bei Heidelbeeren handelt es sich um eine Gattung innerhalb der Heidekrautgewächse (Ericaceae), die weltweit mit vielen Arten vor allem in der nördlichen Hemisphäre vertreten sind. Hierzulande findet sich die wild wachsende Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) nur in Wald- und Moorgebieten. Für den Anbau wiederum wurden Kulturheidelbeeren gezüchtet, die von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) abstammen. Im Gegensatz zur heimischen Heidelbeere kann die Kulturheidelbeere eine Höhe von bis zu vier Metern erreichen und liefert höhere Erträge.

Blaubeerstrauch mit Blaubeeren

Kulturheidelbeeren sind ertragreicher und haben größere, knackigere Früchte [Foto: spwidoff/ Shutterstock.com]

Heidelbeer-/Blaubeer-Pflanze kaufen: Darauf ist zu achten

Wenn Sie sich entschließen, eine oder mehrere Heidelbeerpflanzen für Ihren Garten zu kaufen, sollten Sie zunächst überlegen, welche Sorte sich am besten für Sie eignet. Je nach Sorte variiert nämlich die Größe des Strauchs und der Reifezeitpunkt. Blaubeersträucher können Sie in jedem größeren Gartencenter erwerben, achten Sie aber beim Kauf unbedingt darauf, nur gesundes Pflanzgut zu erwerben.

Blaubeeren im Topf suf Fensterbrett

Heidelbeeren wachsen nicht nur im Beet, sondern auch im Topf [Foto: PMN PHOTO/ Shutterstock.com]

Heidelbeer-/Blaubeer-Sorten

Die Sorten der Kulturheidelbeere entstanden erst in diesem Jahrhundert durch Auslese aus den in Nordamerika vorkommenden Arten und stammen nicht von den in Europa heimischen Waldheidelbeeren ab. Daher unterscheiden sie sich sowohl in der Größe als auch im Aroma und hinsichtlich der Farbe des Fruchtfleisches. Während Waldheidelbeeren mit ihrem dunklen Fruchtfleisch gerne nicht nur Mund und Zähne blau färben, ist das Fruchtfleisch der Kulturheidelbeeren hell.

Kulturheidelbeersorten

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Heidelbeersorten. Neben dem Blühbeginn und der Reifezeit kann auch die Fruchtgröße ein bedeutendes Kriterium für die Sortenwahl darstellen. Wir stellen Ihnen hier eine kleine Auswahl der besten Sorten vor:

‚Bluetta‘: Sehr frühe Sorte mit kurzer Erntezeit; mittelgroße, wenig bereifte Beeren mit gutem Geschmack; krankheitsanfällig; kompakte, schwachwüchsige Pflanze mit mittelmäßigen Erträgen

‚Duke‘: Frühe Sorte mit kurzer Erntezeit; frosthart; große, feste Beeren mit sehr gutem Geschmack; hohe Erträge möglich

‚Chandler‘: Für ihre großen Beeren bekannte Sorte mit sehr langer Erntezeit; süßsäuerlicher Geschmack; Wuchs ist nicht wie bei den meisten Sorten eher buschig, sondern etwas aufrechter

‚Reka‘: Frühe Sorte (Anfang Juli reifend); kräftig blaue, bereifte Früchte mit gutem Aroma; sehr ertragreich

große Blaubeeren werden in Händen gehalten

Die Sorte ‚Chandler‘ ist durch ihre großen Früchte bekannt [Foto: Mostovyi Sergii Igorevich/ Shutterstock.com]

‚Patriot‘: Mittelfrühe Sorte (Mitte Juli reifend); sehr große, feste Beeren; am Stielansatz sind die Früchte oft rötlich; anfällig gegenüber Krankheiten

‚Bluecrop‘: Mittlere Reife (Ende Juli bis Ende August); große, relativ helle Früchte mit gutem Geschmack; neigt zu starker Neutriebbildung aus dem Wurzelstock; breiter Wuchs

‚Elizabeth‘/‚Elisabeth‘: Reift ab Ende Juli; mäßig ertragreiche Sorte mit sehr großen, festen Früchten; mittelmäßiger Geschmack; nicht für kühlere Lagen geeignet

‚Goldtraube‘: Späte Sorte; starkwüchsig; sehr große Früchte mit aromatischem, aber leicht säuerlichem Geschmack; robuste Sorte; widerstandfähig gegenüber Trockenheit

‚Darrow‘: Sehr späte Reife (Ende August/September); sehr große Beeren; geschmackvoll, aromatisch; spätreifende (ab etwa Mitte August) Sorte mit sehr großen, festen Früchten; ausgesprochen guter, leicht säuerlicher Geschmack; großwüchsig

Waldheidelbeersorten

Wild gesammelte Blaubeeren sind für gewöhnlich kleiner als die im Garten gepflanzten Kulturheidelbeeren. Ihr Geschmack ist jedoch meist deutlich intensiver. Aus diesem Grund bieten gut sortierte Baumschulen auch die in Europa beheimatete wilde Waldheidelbeere an. Bestimmte Züchtungen sind in der Regel jedoch nicht zu finden. Stattdessen wird die Waldblaubeere einfach unter ihrem botanischen Namen Vaccinium myrtillus gehandelt.

Eine umfassende Sortensammlung und genauere Informationen zu den einzelnen Züchtungen finden Sie hier.

Heidelbeeren/Blaubeeren pflanzen: Standort und Vorgehen

Heidelbeeren haben besondere Ansprüche an ihren Standort. In natürlicher Umgebung wächst die Blaubeere auf lichten Wald- und Moorflächen mit einem niedrigen pH-Wert. Wählen Sie daher einen vollsonnigen, aber trotzdem windgeschützten Standort im Garten aus. Die ideale Pflanzzeit ist im Herbst von Oktober bis November, aber eine Pflanzung ist grundsätzlich auch noch im zeitigen Frühjahr möglich. Für die Pflanzung eignen sich am besten zwei- bis dreijährige Stecklinge mit einem gut ausgebildeten Wurzelsystem. Heben Sie ein Pflanzloch von circa 60 cm Tiefe und 1 m Breite aus und befestigen Sie an den Seiten des Pflanzlochs eine Folie. Anschließend wird das Loch mit spezieller Heidelbeererde aufgefüllt. Um den Boden sauer zu halten, können Sie zusätzlich noch eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch auftragen. Abschließend gießen Sie die Pflanze mit ausreichend kalkarmem Regenwasser an.

Blaubeere wird geplanzt

Junge Blaubeersträucher werden am besten im Herbst verpflanzt [Foto: Melinda Nagy/ Shutterstock.com]

Hier erklären wir Ihnen ausführlich, wie Sie beim Pflanzen von Blaubeeren vorgehen sollten.

Heidelbeeren-/Blaubeeren-Erde

Die Heidelbeere ist als Moorpflanze an saure Böden gewohnt. Daher liegt der ideale pH-Wert von Blaubeeren-Erde zwischen 4 und 5. Gartenböden sind in der Regel dafür leider nicht sauer genug, daher sollten Sie bei Neupflanzungen immer ein passendes Substrat einbringen. Rhododendron-Erde weist zum Beispiel einen niedrigen pH-Wert auf und eignet sich daher auch perfekt für die Kultivierung von Heidelbeeren. Auf den Einsatz von Torferde sollten Sie aus ökologischen Gründen aber verzichten. Zur Verbesserung der Bodenbedingungen können Sie auch Rinde, Sägespäne oder geschreddertes Nadelholz einbringen.

Blaubeerstrauch mit Erde in der Hand umtopfen einpflanzen

Heidelbeeren brauchen saure Böden, um zu gedeihen [Foto: sweetOlli/ Shutterstock.com]

Alle wichtigen Informationen zum Thema Blaubeeren-Erde haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Heidelbeeren/Blaubeeren düngen

Da Heidelbeeren einen sauren Boden bevorzugen, sollten Sie besonders darauf achten, keine kalkhaltigen Dünger zu verwenden, da diese den pH-Wert erhöhen würden. Spezielle Heidelbeerdünger, die optimal an den Bedarf der Pflanze angepasst sind, gibt es Fachhandel zu erwerben. Aber auch Rhododendrondünger eignet sich für Heidelbeeren wunderbar, da diese Pflanze ähnliche Ansprüche an einen sauren Boden hat. Eine erste Düngergabe empfiehlt sich bereits im Frühjahr, um das Wachstum junger Triebe zu fördern. Eine zweite Düngung können Sie dann vor der Fruchtbildung im Juni vornehmen. Wer natürlich Dünger bevorzugt, kann eine Mulchschicht aus Nadelstreu, Laub oder Rindenstücken aufbringen, welche die Blaubeere durch allmähliche Zersetzung langfristig mit Nährstoffen versorgt. Außerdem können Sie schon beim Einpflanzen organische Materialien – wie Nadelstreu oder gehäckseltes Nadelholz – in den Boden einarbeiten. Gießen Sie die Pflanze bei Bedarf mit kalkarmem Regenwasser, um eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zu gewährleisten. Auch unser Plantura Bio-Universaldünger eignet sich für die Düngung von Heidelbeeren ideal.

Heidelbeere mulchen

Mulchen ist ein echter Geheimtipp für eine gute Heidelbeerernte [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Weitere Expertentipps zur Düngung von Blaubeeren finden Sie hier.

Folgende Produkte haben sich bei unseren Blaubeeren bewährt:
  • Floragard Bio Rhodohum: Bio Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von kalkempfindliche Moorbeetpflanzen. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und der niedrige pH-Wert optimiert die Nährstoffversorgung für ein gesundes Wachstum.
  • Cuxin DCM Horngrieß: Organischer Stickstoffdünger mit Sofort- und gleichmäßige Langzeitwirkung. Fördert durch wichtige Aminosäuren und Spurenelementen den Wuchs und regt die Aktivität der im Boden lebenden Mikroorganismen und Würmer an.
  • Plantura Bio-Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben. Einsatzmöglichkeiten als Naturdünger, Blumendünger und Gemüsedünger.

Heidelbeeren/Blaubeeren schneiden

Heidelbeeren entwickeln sich nur sehr langsam und müssen daher nur alle drei bis vier Jahre geschnitten werden. Der optimale Zeitpunkt für den Schnitt von Heidelbeeren liegt im Herbst nach der Ernte (Oktober/November). Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass die Temperaturen beim Schnitt über dem Gefrierpunkt liegen. Nötige Schnittarbeiten aufgrund eines Befalls mit Krankheiten oder Schädlingen können auch im Frühjahr oder Sommer durchgeführt werden. Bei sehr jungen Pflanzen macht es außerdem Sinn, die Blüten in den ersten Jahren zu entfernen, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in das Triebwachstum stecken kann.

Blaubeeren gefroren einzelne Beeren

Bei Frost sollten Blaubeeren nicht geschnitten werden [Foto: Nuvola/ Shutterstock.com]

Eine genaue Anleitung zum Schneiden von Blaubeeren finden Sie auch in einem eigenen Artikel.

Heidelbeeren/Blaubeeren vermehren

Grundsätzlich können Sie Heidelbeeren über Absenker oder Stecklinge vermehren. Bei der Vermehrung über Absenker biegen Sie bodennahe Triebe nach unten und bedecken sie mit Erde. Erst wenn der Trieb genug eigene Wurzeln ausgebildet hat, können Sie ihn von der Mutterpflanze abtrennen. Bei der Vermehrung über Stecklinge werden Triebstücke von der Pflanze abgeschnitten und in ein geeignetes Substrat gesteckt, damit sie Wurzeln ausbilden. Die Vermehrung von Blaubeeren über Samen ist allein schon aufgrund der langen Entwicklungsdauer in der Praxis kaum von Bedeutung.

Blaubeere mit kräftigen Trieben

In wilden Blaubeersträuchern sind noch Kerne zu finden [Foto: Juhku/ Shutterstock.com]

Nähere Informationen zur Vermehrung von Blaubeeren können Sie hier finden.

Heidelbeeren/Blaubeeren pflücken und ernten

Heidelbeeren können je nach Sorte von Anfang Juli bis September geerntet werden. Die Beeren reifen folgeartig innerhalb weniger Wochen und daher muss jeder Strauch mehrmals durchgepflückt werden. Blaubeeren sollten nur in vollreifem Zustand geerntet werden, wenn sie sich gut vom Stiel lösen lassen. Außerdem sollten Sie bei der Ernte sehr vorsichtig vorgehen, denn Heidelbeeren sind äußerst druckempfindlich.

Blaubeeren pflücken

Heidelbeeren können von Juli bis September geerntet werden [Foto: DUSAN ZIDAR/ Shutterstock.com]

Hier erklären wir Ihnen genauer, wie Sie beim Pflücken von Blaubeeren am besten vorgehen.

Heidelbeeren/Blaubeeren trocknen und lagern

Heidelbeeren halten sich gekühlt nur etwa eine Woche lang. Wenn Sie länger etwas von Ihrer Ernte haben möchten, sollten Sie Ihre Blaubeeren daher haltbar machen. Diese lassen sich nicht nur wunderbar einkochen und tieffrieren, sondern können auch ganz einfach getrocknet werden. Sie können die Blaubeeren beispielsweise schonend an der Luft trocknen. Zeitsparender ist jedoch die Trocknung im Dörrautomaten oder im Backofen. Der Trockenvorgang kann je nach Methode wenige Stunden (im Dörrautomaten), aber auch mehrere Tage (bei Lufttrocknung) in Anspruch nehmen. Wenn die Feuchtigkeit entzogen wurde, werden die getrockneten Beeren bis zur Verwendung am besten in Gläsern gelagert.

Genauere Informationen zur Haltbarmachung von Blaubeeren finden Sie zudem hier.

Heidelbeeren schmecken nicht nur hervorragend, sondern sind zudem noch sehr gesund. Das heimische „Superfood“ ist reich an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Kalium. Außerdem enthalten die Beeren antioxidativ wirkende Polyphenole und verdauungsfördernde Ballaststoffe. Aufgrund der Inhaltsstoffe und der geringen Menge an Kalorien (37 kcal pro 100 g frischer Beeren) könnte man schnell davon ausgehen, sich am besten ab jetzt nur noch von Heidelbeeren zu ernähren. Wie bei vielen Dingen kommt es aber natürlich auf die richtige Menge der Wirkstoffe an. Während frische Blaubeeren eher abführend wirken, sind die getrockneten Früchte aufgrund ihres hohen Pektingehalts ein altbewährtes Hausmittel gegen Durchfall. Genießen Sie Blaubeeren daher nur in Maßen, ansonsten müssen Sie mit unangenehmen Nebenwirkungen rechnen.

Getrocknete Blaubeeren in Holzschale

Heidelbeeren sind ein heimisches „Superfood“ [Foto: K321/ Shutterstock.com]

Eine Handvoll frischer Blaubeeren lässt sich gut in Milchprodukten (Milch, Jogurt, Quark) zu Shakes und Desserts verarbeiten. Sie können aus frischen oder bereits tiefgekühlten Beeren auch leckere Kuchen, Torten oder Muffins backen. Besonders beliebt sind zum Beispiel amerikanische Blueberry-Muffins, die auch in vielen Coffeeshops angeboten werden. Blaubeeren lassen sich in süßen Desserts auch wunderbar mit Erdbeeren (Fragaria), (Rubus idaeus) oder n (Rubus fruticosus) kombinieren. Getrocknete Blaubeeren können wiederum zum Frühstück ins Müsli oder in eine Teemischung gegeben werden.

Wer die Blaubeeren länger haltbar machen möchte, kann sie auch zu Saft oder Kompott verarbeiten. Für die Herstellung einer Blaubeerkonfitüre zerkleinert man die Hälfte der verlesenen und gewaschenen Beeren mit einem Pürierstab. Anschließend vermengen Sie die restlichen Beeren mit dem Püree und der gleichen Menge Gelierzucker (im Verhältnis 1:1). Nach Wunsch kann noch etwas Zimt- oder Nelkenpulver hinzugegeben werden. Alles wird dann unter ständigem Rühren etwa drei Minuten aufgekocht. Gegebenenfalls sollten Sie auch etwas Schaum entfernen. Die fertige Konfitüre wird noch heiß in saubere Gläser abgefüllt und luftdicht verschlossen.

Blaubeermarmeladenbrot in der Küche

Wer die Blaubeeren länger haltbar machen möchte, kann sie zu Marmelade verarbeiten [Foto: AS Food studio/ Shutterstock.com]

Falls Sie nochmal alle Tipps zum Anbau von Heidelbeeren auf einen Blick haben möchten, dann schauen Sie doch hier vorbei.

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