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Heidelbeeren/Blaubeeren pflücken: Erntezeit, Lagerung & Verwendung

Heidelbeeren sind so köstlich, dass man sie das ganze Jahr über genießen will. Wie man Blaubeeren richtig erntet, lagert und trocknet, erfahren Sie hier.

Blaubeeren pflücken
Heidelbeeren können von Juli bis September geerntet werden [Foto: DUSAN ZIDAR/ Shutterstock.com]

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die blauen Finger und Münder bei der Ernte von saftigen Blaubeeren (Vaccinium) in lichten Wäldern? Im Vergleich zu den Früchten der Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) haben neuere Züchtungen von Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbosum) ein helles Fruchtfleisch und färben daher nicht mehr ganz so stark. Die Ernte von Kultursorten ist aufgrund der größeren Früchte außerdem weitaus ertragreicher. Wer die süßen Blaubeeren selber pflücken möchte, sollte sie also unbedingt auch im eigenen Garten anbauen. Wie erklären Ihnen, wie Sie beim Pflücken der Heidelbeeren am besten vorgehen und welche Möglichkeiten der Haltbarmachung sich bewährt haben.

Heidelbeeren/Blaubeeren pflücken: Wann sind sie reif?

Reife Blaubeeren erkennt man am dunkelblau gefärbten Stielansatz. Die Fruchtentwicklung der Heidelbeere dauert je nach Sorte etwa 70 bis 100 Tage. Wegen der folgeartigen Reife der Früchte muss innerhalb einiger Wochen mehrmals durchgepflückt werden. Die erste Ernte bringt dabei meist die größten Beeren. Wer frühe und späte Sorten pflanzt, kann die Saison der Heidelbeeren sogar noch verlängern. Somit können Sie von Anfang Juli bis September frische Blaubeeren ernten. Je nach Sorte und Entwicklungsstand der Pflanzen ist dabei eine Gesamternte von etwa 4 bis 5 kg Beeren pro Strauch möglich.

Heidelbeeren/Blaubeeren richtig ernten

Blaubeeren sollten in vollreifem Zustand geerntet werden, denn erst dann entfalten sie ihr volles Aroma. Reife Früchte sollten sich dabei gut vom Stiel lösen lassen. Rollen Sie die einzelnen Beeren mit dem Daumen von der Traube ab und fangen Sie sie in der geöffneten Hand auf. Anschließend können Sie die Beeren in einer Schale sammeln. Diese sind sehr druckempfindlich, teilen Sie Ihre Ernte daher am besten auf mehrere Sammelgefäße auf, damit sie nicht zu sehr gequetscht werden.

Tipp: Der Saft von Waldheidelbeeren färbt besonders stark. Die schwarze Farbe auf Lippen und Zähnen lässt sich aber sehr gut mit Zitronensaft wieder entfernen.

Blaubeeren im Erntekorb
Wenn Blaubeeren in vollreifem Zustand geerntet werden, entfalten sie ihr volles Aroma [Foto: Tatiana Marcinkowski/ Shutterstock.com]

Heidelbeeren/Blaubeeren haltbar machen und lagern

Heidelbeeren halten sich im Kühlschrank nur etwa eine Woche lang. Am besten geben Sie die frisch geernteten Blaubeeren in ein verschließbares Gefäß und waschen Sie sie erst unmittelbar vor dem Verzehr. Außerdem sollten Sie Beeren mit Druckstellen und Schimmel unbedingt aussortieren, um einen Verderb der anderen Früchte zu vermeiden. Aufgrund der dickeren Schale halten sich Kulturheidelbeeren aus dem Garten etwas länger als die wilden Waldheidelbeeren. Wenn Sie jedoch langfristiger etwas von Ihrer Ernte haben möchten, sollten Sie sich überlegen, wie Sie die gesunden Blaubeeren haltbar machen. Neben der Saftherstellung haben sich vor allem die Trocknung und das Einfrieren zur Haltbarmachung von Blaubeeren bewährt.

Heidelbeeren trocknen

Grundsätzlich können Sie die Blaubeeren ausgebreitet an der Luft trocknen, sofern es ausreichend warm ist und genügend Luftaustausch stattfindet. Besonders schnell und effektiv erfolgt die Trocknung jedoch im Dörrautomat oder im Backofen. Im Ofen können Sie vollreife Früchte bei 50 °C Umluft dörren. Bei höheren Temperaturen würden die Beeren zwar schneller trocknen, jedoch gingen auch viele Vitamine verloren. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die Feuchtigkeit entweichen kann, indem Sie einen Holzkochlöffel in die Ofentür klemmen. Der Trockenvorgang kann je nach Methode wenige Stunden bis zu mehrere Tage in Anspruch nehmen. Lagern Sie die vollständig getrockneten Blaubeeren dann am besten in luftdicht verschlossenen Gläsern.

Heidelbeeren einfrieren

Das Einfrieren von Blaubeeren sollte möglichst zeitnah nach der Ernte geschehen. Falls das nicht möglich ist, können die Beeren aber auch einige Tage im Kühlschrank zwischengelagert werden, allerdings sollten sie dann für das Einfrieren noch fest sein. Waschen Sie die frischen Beeren kurz, lassen Sie sie gut abtropfen und auf einem Küchenkrepp trocknen. Um die Heidelbeeren später besser portionieren zu können, empfiehlt es sich, die Beeren vorzufrosten. Hierfür werden sie auf einem Backblech oder Teller ausgebreitet und für einige Stunden in den Tiefkühler gestellt, damit sie nicht zusammenkleben. Um sie trotzdem möglichst platzsparend aufzubewahren, sollten Sie die gefrorenen Blaubeeren später in Gefrierbeutel oder Plastikgefäße umfüllen. In eingefrorenem Zustand sind Heidelbeeren bis zu einem Jahr haltbar und können somit nach und nach verarbeitet werden.

Blaubeer Milchshake
Gefrorene Heidelbeeren können beispielsweise zu Milchshakes verarbeitet werden [Foto: Chudovska/ Shutterstock.com]

Heidelbeeren/Blaubeeren: Verwendung in der Küche

Heidelbeeren werden nicht umsonst als heimisches „Superfood“ bezeichnet. Die gesunden Blaubeeren sind reich an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Kalium. Außerdem enthalten sie antioxidativ wirkende Polyphenole und verdauungsfördernde Ballaststoffe. Neben dem Frischgenuss lassen sich die frischen Beeren gut in Milchprodukten (Milch, Jogurt, Quark) zu Shakes und Desserts verarbeiten.

Getrocknete Blaubeeren können zum Frühstück ins Müsli oder in die Teemischung gegeben werden. Frische, aber auch bereits eingefrorene Heidelbeeren können Sie zu Kompott oder Saft verarbeiten. In Kombination mit anderen Früchten – wie zum Beispiel Erdbeeren (Fragaria) – lassen sich auch süße Konfitüren herstellen. Im Gegensatz zur Himbeere (Rubus idaeus) oder Brombeere (Rubus fruticosus) hat die Heidelbeere zudem nur sehr kleine Kerne, die beim Kauen oft als wenig störend empfunden werden. Daher ist ein Entkernen der Früchte vor der Verarbeitung nicht notwendig.

Freunde der süßen Dessertküche können aus den blauen Früchten leckere Heidelbeer-Küchle (kleine Pfannkuchen), Kuchen oder auch Torten backen. Besonders beliebt sind außerdem die amerikanischen Blueberry-Muffins, die auch in vielen Coffeeshops angeboten werden. Wer es lieber etwas hochprozentiger hat, kann die Heidelbeeren aber natürlich auch zu Fruchtwein, Likör oder Branntwein verarbeiten.

Blaubeer Pancakes
In der süßen Dessertküche können Heidelbeeren vielseitig eingesetzt werden [Foto: Nataliya Arzamasova/ Shutterstock.com]

Falls Sie ein paar besondere Heidelbeersorten anbauen und ernten möchten, sollten Sie unbedingt in unseren Sortenartikel hier schauen.

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