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Baldrian ernten, lagern & Tipps zur Wirkung

Baldrian wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Wir verraten, wie man das heilsame Kraut richtig erntet und lagert. Außerdem erfahren Sie, gegen welche Beschwerden Baldrian eingesetzt werden kann.

Baldrian geerntet mit Werkzeug auf Tisch
Tipps und Tricks zur Ernte und Verwendung von Baldrian finden Sie in diesem Artikel [Foto: marilyn barbone/ Shutterstock.com]

Baldrian (Valeriana officinalis) kennen viele nur als Mittel zum Einschlafen aus der Apotheke. Dass sich das heilende Kraut aber auch gut im eigenen Garten anbauen lässt, wissen nur die Wenigsten. Wer Baldrian selbst kultiviert, kann schon bald die ersten eigenen Baldrianwurzeln und -blätter ernten. Wie das geht und wofür Baldrian verwendet wird, erklären wir in diesem Artikel.

Baldrian ernten: So geht man richtig vor

Beim Baldrian können nicht nur die Rhizome, so werden die Wurzeln genannt, verwendet werden – auch Blätter und Blüten lassen sich ernten und nutzen. Baldrianwurzeln können erst ab dem zweiten Jahr Verwendung finden, da vorher die heilenden Inhaltsstoffe noch nicht in ausreichend hoher Konzentration enthalten sind. Zwischen Ende September und Mitte Oktober ist die Zeit für die Ernte der Baldrianwurzeln gekommen. Dafür graben Sie diese mit einem Spaten aus der Erde aus und waschen sie mit Wasser gründlich sauber. Die Baldrian-Blätter werden vor der Blüte zwischen Mai und Juni geerntet. Die Blüten erscheinen von Juni bis Juli und können dann von den Baldrianpflanzen abgepflückt werden.

Wann und wie erntet man Baldrian?

  • Ernte der Baldrianwurzeln: Ende September bis Mitte Oktober
  • Erst zweijährige Pflanzen ernten
  • Wurzeln ausgraben, gründlich säubern und die Erde abwaschen
  • Ernte der Blätter: Mai bis Juni
  • Ernte der Blüten: Juni bis Juli

Tipp: Es lohnt sich, nicht alle Baldrianwurzeln in der Ernte auszugraben. Denn lässt man einige davon im Boden, sind die Chancen gut, dass diese im nächsten Jahr erneut austreiben.

Baldrianblüten
Die Baldrianblüten können von Juni bis Juli geerntet werden [Foto: Anna Light/ Shutterstock.com]

Baldrian trocknen

Baldrian lässt sich frisch nur begrenzt lagern, weshalb die Wurzeln getrocknet werden müssen. Das ist auf zwei Wegen möglich: An der Luft oder im Backofen. Wer seinen Baldrian an der Luft trocknen möchte, legt die Wurzeln auf einen Rost und trocknet sie an einem trockenen und warmen Ort bei mindestens 20 °C. Wem das zu lange dauert, der kann die Wurzelstücke auf einen Rost legen und bei 45 °C im Backofen trocknen. Wichtig ist hierbei, einen Holzkochlöffel zwischen die Backofentür zu klemmen, damit die Feuchtigkeit aus dem Ofen entweichen kann.

Baldrian trocknen – So geht man vor:

  • Auf einem Rost an einem mind. 20 °C warmen und trockenen Ort zum Trocknen auslegen
  • Alternativ bei 45 °C im Backofen trocknen, wobei ein Kochlöffel die Ofentür einen Spalt breit offen halten sollte

Durch das Trocknen entwickelt insbesondere das Rhizom einen charakteristischen Geruch. Dieser kommt durch die enthaltenen Alkaloide zustande und ist verantwortlich für die diversen Anekdoten, die sich um den Baldrian ranken. So ist gewiss, dass Baldrian auf Katzen aphrodisierend wirkt. Allerdings ist nicht erwiesen, ob der Rattenfänger von Hameln mit dem modrigen Geruch der getrockneten Baldrian-Pflanzenteile wirklich die Ratten aus ihren Löchern locken konnte.

Baldrian in der Küche und als Heilmittel verwenden

Der Echte Baldrian wird häufig mit anderen Baldrian-Arten, wie zum Beispiel dem Kleinen Baldrian (Valeriana dioica), verwechselt. Das ist allerdings nicht schlimm, denn dieser wird genauso verwendet wie der Echte Baldrian. Das junge, im Frühjahr austreibende Kraut kann zum Beispiel mit dem eng verwandten Feldsalat (Valerianella locusta) gut zu Salat verarbeitet werden. Die Blüten lassen sich frisch in Blatt- oder Obstsalaten verwenden. Gut machen sie sich außerdem als Dekoration. Man kann aus den Baldrianblüten aber auch einen Tee zubereiten.

Baldrianwurzel neben Topf
Sowohl die Wurzeln als auch Blätter und Blüten des Baldrians können verwendet werden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Baldrianwurzeln werden nicht nur als Heilkraut, sondern auch als Gewürz verwendet. Gerade in der indischen Küche ist Baldrian eine beliebte Zutat in Suppen oder Currys. Soll das Kraut zu Tee, Salben oder Tinkturen verarbeitet werden, raspelt man am besten die getrockneten Wurzeln. Diese werden dann mit einem Mörser zu Pulver gerieben, das luftabgeschlossen einfach gelagert und gut verwendet werden kann. Zur Zubereitung von Baldriantee können Sie besonders die nicht zerriebenen Samen und Wurzeln aufbrühen. In Alkohol eingelegt werden die Baldrianwurzeln zu einer Tinktur, die äußerlich angewendet werden kann.

So kann man Baldrian verwenden:

  • Blätter: im Salat
  • Blüten: im Salat, als Tee, zur Dekoration
  • Wurzeln: als Gewürz, als Heiltee, als Heiltinktur

Wirkung von Baldrian

Wie viele weitere Kräuter zeichnen auch den Baldrian die in ihm enthaltenen ätherischen Öle und Alkaloide aus. Besonders ihre charakteristische Wirkung lässt den Baldrian zu einer der am häufigsten verwendeten Pflanzen bei Unruhe und Schlafstörungen werden. Das Kraut wirkt beruhigend, entspannend und schlaffördernd. Dabei sollte es in Form von Tee, Tabletten oder Kapseln allerdings erst ab dem jugendlichen Alter eingenommen werden, da die Wirkung auf den kindlichen Organismus nicht genau kontrollierbar und weniger bekannt ist. Beim Anbau im eigenen Garten bietet sich sicherlich die Verwendung als Tee, Salbe oder Tinktur am ehesten an.

Baldrianwurzel getrocknet
Baldrian wirkt beruhigend und entspannend [Foto: Luis Echeverri Urrea/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung – Wirkung von Baldrian:

  • Beruhigend
  • Entspannend
  • Schlaffördernd

Ob als Heilkraut oder Salat, in jedem Fall lohnt sich die eigene Anzucht des ebenfalls zierenden Baldriankrautes – wie das gelingt, können Sie in unserer Anbauanleitung für Baldrian nachlesen.

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