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Breitwegerich: Die Heilpflanze vom Wegesrand

Breitwegerich kommt in der freien Natur überall vor – und kann sehr nützlich sein. Wir zeigen, warum man den Breitwegerich im Garten haben sollte.

Breitwegerich nah gegen Licht
Der Breitwegerich ist eine unscheinbare aber allgegenwärtige Heilpflanze [Foto: wasanajai/ Shutterstock.com]

Ein stetiger Weggeselle ist der Breitwegerich (Plantago major) aus der Gattung der Wegeriche (Plantago). Die unscheinbare Pflanze wächst selbst an den unwirtlichsten Stellen, wo sie ständig von Wanderschuhen zertreten wird, sich zwischen Schotter und Schutt hervorkämpfen muss oder von Kühen abgegrast wird. Und trotzdem bleibt sie hartnäckig und glänzt mit ihrer Anwesenheit.

Breitwegerich

„Dagegen ist kein Kraut gewachsen“, heißt es so schön. Der Breitwegerich jedoch ist gegen viele Beschwerden gewachsen und ein beliebtes Heilkraut. Die weit verbreitete Heilpflanze hat die gleiche Wirkung wie der Spitzwegerich (Plantago lanceolata), wurde aber in der Geschichte zur Behandlung der Frau genutzt, wohingegen der Spitzwegerich für die Behandlung von Männern verwendet wurde. Heute ist diese Unterteilung natürlich nicht mehr zeitgemäß, aber beide Arten sind und bleiben wunderbare Heilkräuter in vielen Situationen.

Breitwegerich: Herkunft und Eigenschaften

Eigentlich ist das mit der Unterscheidung des Spitz- und des Breitwegerichs ganz einfach: Während die Blätter des Breitwegerichs kurz und breit sind und am Boden anliegen, sind die des Spitzwegerichs lang und schmal und eher in Richtung Himmel orientiert. Ansonsten sehen sich beide Arten jedoch ziemlich ähnlich. Dem Breitwegerich zu eigen ist seine extreme Unempfindlichkeit gegenüber Tritten. Durch seine eng am Boden liegenden Blätter wird er dadurch kaum geschädigt und konnte den extremen Standort der Wege erobern. Zwar ist auch der Spitzwegerich ab und an hier vertreten, der Breitwegerich hat direkt an und auf den Wegen aber eindeutig das Sagen.

Breitwegerich kaufen

Breitwegerich zu kaufen, ist nicht ganz einfach. Im Laden wird man ihn kaum finden. Online gibt es ein paar Händler für Samen wie www.kraeuter-und-duftpflanzen.de und auch Pflanzen sind zu finden. Eine mögliche Bezugsquelle wäre zum Beispiel die Gärtnerei Helenion  in der Uckermark. Eigentlich können Sie Samen und Pflanzen aber auch ganz einfach so ziemlich überall vor Ihrer Haustür finden. Und falls Sie in der Stadt wohnen, lässt sich die Suche nach einem geeigneten Breitwegerich vielleicht mit einem schönen Wochenendausflug in die Natur verbinden.

Breitwegerich anbauen

Typischerweise wird eher der Spitzwegerich angebaut. Die Pflanze wächst meist dichter und hat sogar eine etwas bessere Heilkraft. Bevorzugen Sie trotzdem eher den Breitwegerich, dann können Sie genau so vorgehen wie beim Spitzwegerich.

Anleitung Breitwegerich anbauen:

  • Sonnigen, warmen Standort mit humoser und leicht saurer Erde wählen
  • Samen bei wilden Exemplaren ernten
  • Mit dem Finger etwa 1,5 cm tiefe Löcher in den lockeren Boden bohren
  • Samen in Löcher legen und Löcher mit Erde bedecken
  • Mit einer Sprühflasche Erde gut anfeuchten
  • Nach etwa 14 Tagen keimen die Pflanzen
Breitgwegerich Boden
Je nach Standort gedeiht der Breitwegerich entweder üppig und ausladend oder klein und geduckt [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Breitwegerich vermehren

Lässt man den Breitwegerich wortwörtlich vor sich hin vegetieren, dann vermehrt er sich auch von selbst. Das tut er entweder über seine vielen Samen oder er bildet Ableger. Wollen Sie das Ganze etwas zielgerichteter gestalten, dann können Sie die reifen Samen von der Ähre abstreifen und in eine Pflanzschale oder ein Beet aussäen.

Breitwegerich pflegen

Der Breitwegerich ist hartnäckig und nicht kleinzukriegen. Ist der Standort also gut gewählt, dann ist das mit der Pflege auch kein großes Problem. Achten Sie einfach darauf, dass die Erde nie ganz austrocknet und geben Sie im Frühjahr eventuell ein wenig Kompost oder Pferdemist als Dünger unter die Pflanzen.

Breitwegerich ernten und lagern

Ernten Sie nur die jungen Blätter des Breitwegerichs. Alte Blätter sind zäh und haben hartnäckige Fäden, so dass das Kauen schwer fällt. Die Blätter sollten Sie vorzugsweise vor Erscheinen der ersten Blüten ernten, denn dann schmecken sie intensiver und sind reicher an wertvollen Inhaltstoffen. Gelagert werden können die Blätter – ebenso wie beim Spitzwegerich – getrocknet oder in verarbeiteter Form. Auch nach dem Ausreifen geerntete Samen sollten vor der Lagerung sorgfältig getrocknet werden. Da die Samen klein sind, geht das problemlos an einem trockenen Ort an der frischen Luft.

Breitwegerich: Verwendung als Heilpflanze

Auch wenn der Breitwegerich die gleichen heilsamen Eigenschaften wie der Spitzwegerich hat, ist nur der Spitzwegerich in der Phytotherapie anerkannt. Vielleicht ist der Grund dafür in der geringeren Biomasse des Breitwegerichs zu suchen. Der Spitzwegerich mit seinem üppigen Wuchs lässt sich besser gewinnbringend anbauen und ist demnach auch eher für die Herstellung von Medikamenten geeignet.

Neben der im Artikel zu Spitzwegerich genauer erklärten Anwendung zur Heilung von Insektenstichen und Entzündungen und der Anwendung als Tee gegen Husten hilft Breitwegerich auch zur Vorbeugung von Blasen. Legen Sie ein oder zwei Blätter der Pflanze auf die empfindliche Stelle am Fuß und ziehen Sie die Socke drüber. Beim Laufen werden durch die Reibung die entzündungshemmenden und heilenden Substanzen des Wegerichs frei. Der Bildung von Blasen wird dadurch vorgebeugt und bereits entstandene Blasen vergrößern sich nicht.

Zusammenfassung Breitwegerich als Heilpflanze:

  • Als Einlage zur Vorbeugung und Linderung von Blasen
  • Zerkaute Masse zur Linderung von Insektenstichen und Entzündungen
  • Als Tee gegen Husten und zur Blutreinigung
Breitgwegerich Blätter auf Holz
Blasenpflaster für umsonst – die Natur hat alles parat [Foto: AnnyStudio/ Shutterstock.com]

Breiwegerich in der Küche verwenden

Während der Spitzwegerich in der Küche durch seine hohe Biomasse glänzt, hat der Breitwegerich deutlich mehr an Samen zu bieten. Ernten Sie nach der Blüte die reifen Samen von den langen Ähren des Breitwegerichs ab. Die Samen können Sie anschließend noch trocknen oder in der Pfanne leicht anrösten. Sehr lecker ist das Ganze im Salat, Müsli oder als Gewürz in selbstgebackenem Brot. Doch auch zur Blüte müssen Sie auf den Breitwegerich in der Küche nicht verzichten. Die langen Blütenstände können Sie frisch in den Salat geben.

Im Herbst, kurz bevor es so richtig kalt wird, schlägt die Stunde des Wurzelgemüses. Eine leckere Ergänzung zu den üblichen Verdächtigen Karotte, Wurzelpetersilie und Co. kann da die Wurzel des Breitwegerichs sein. Dünsten Sie die sorgfältig gesäuberte Wurzel einfach zusammen mit dem anderen Gemüse in der Pfanne an. Natürlich können Sie auch die Blätter des Breitwegerichs ernten und zum Kochen verwenden, doch ist die Ernte beim verwandten Spitzwegerich deutlich ergiebiger.

Zusammenfassung Breitwegerich in der Küche:

  • Samen getrocknet und geröstet im Müsli, Salat oder als Brotgewürz
  • Blüte im frischen Salat
  • Wurzel angedünstet im Wurzelgemüse
  • Blätter frisch im Salat, Spinat oder als Pesto

Wenn Sie sich nun auch über den Spitzwegerich informieren möchten, finden Sie hier alle wichtigen Informationen.

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