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Dill anbauen: Das Gurkenkraut aus dem eigenen Garten

Dill ist beliebt zu Fischspeisen und Gewürzgurken. Hier erfahren Sie, was beim Anbau des Gurkenkrautes in Beet oder Topf zu beachten ist.

Jungpflanzen Dill im Topf anpflanzen

Dill hat es gerne sonnig und einen lockeren Boden [Foto: Aris PapachristouCC BY 2.0]

Dill (Anethum graveolens) hat eine lange Tradition in Anbau und Verwendung als Gewürz und auch als Heilpflanze. Bereits vor über 5000 Jahren wurde der aus Nordafrika und Vorderasien stammende Doldenblütler (Apiaceae) in Europa gezielt für die Verfeinerung von Speisen verwendet und kultiviert. Nicht nur die zarten Triebspitzen können in der Küche verwendet werden. Lässt man die einjährige Pflanze abblühen, kann aus den Samen des Dills das desinfizierende Dillöl gewonnen werden. Doch bis man im Anbau soweit kommt, sind ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Dill anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Man kann Dill sowohl im Beet als auch im Topf anbauen. Egal, für welche Variante man sich entscheidet, das Gurkenkraut bevorzugt in jedem Fall ein sonniges Plätzchen. Allerdings sollte der Boden nicht zu verdichtet und nass sein. Beim Anbau im Gartenbeet ist deshalb ein lehmiger Boden mit gewissem Sand- oder Kiesanteil zur Entwässerung vorteilhaft. Im Topf sollte ein lockeres, durchlässiges Substrat gewählt werden, das dennoch eine gewisse Wasserhaltekraft aufweist. Das Gefäß sollte außerdem hoch genug sein. Dill bildet nämlich eine tiefreichende Pfahlwurzel aus. Darauf sollte man auch bereits bei der Sortenwahl achten. In der Regel wird ausdrücklich darauf hingewiesen, wenn sich eine Sorte besonders gut für die Topfkultur eignet. Aufgrund einiger Krankheiten ist es ratsam, Dill nicht Jahr für Jahr am selben Standort anzubauen. Es wird eine Anbaupause von vier Jahren empfohlen, um den lästigen Bodenkrankheiten keine Chance zu lassen.
  2. Vermehrung: Dill wird ausschließlich über Aussaat vermehrt. Im Freiland kann der Samen ab April direkt ausgebracht werden. Ab März kann man auch im Haus Jungpflanzen vorziehen und diese mit Wachstumsvorsprung ab Mai auspflanzen. Ungefähr drei Wochen dauert der Keimvorgang des einjährigen Krautes bei Temperaturen um 15 °C. Obwohl es sich beim Dill um einen Lichtkeimer handelt, sollte die Saat im Freiland hauchdünn mit Substrat bedeckt werden, um sie vor dem Wind im freien Feld zu schützen. Bringen Sie die Samen außerdem nicht zu dicht aneinander liegend aus. So können Sie sich den Arbeitsschritt des Ausdünnens zu dicht stehender Keimlinge ersparen.
  3. Gießen und Düngen: Dill mag es nicht, wenn der Feuchtegrad an seinen Wurzeln zu wechselhaft ist. Wird die Pflanze zu viel gegossen, lässt ein Pilzbefall nicht lange auf sich warten. Und auch ein ständiges Wechselspiel zwischen Wüsten-trocken und Moor-nass ist nicht förderlich für den erfolgreichen Anbau des Gurkenkrautes. Deshalb empfiehlt sich eine gleichmäßige und eher verhaltene Versorgung mit Wasser. In Sachen Nährstoffen ist Dill sehr genügsam. Beim Anbau im Beet genügt die Einarbeitung etwas organischen Düngers vor der Aussaat. In der Topfkultur ist ein hochwertiges, aufgedüngtes Substrat meist ausreichend. Vor allem wenn die Pflanze bereits vor der Blüte komplett geerntet wird, würde eine Zusatzdüngung nur zu weichen und weniger aromatischen Trieben führen.
  4. Pflege: Eigentlich ist bei der Pflege des Dills nicht viel zu beachten. Aber ein paar fiese Pflanzenkrankheiten und –Schädlinge können einen Strich durch die Rechnung machen. Viren können zu Kümmerwuchs führen. Mit großer Sorgfalt kann man die befallenen Pflanzen nur aus dem Bestand entfernen, möglichst ohne andere Pflanzen mit den kranken zu berühren. Im Wurzelraum sind Nematoden und oberirdisch Minierfliegen und Blattläuse tierische Plagegeister. Nematoden sind schwer zu bekämpfen. Gegen die Kollegen an der Erdoberfläche kann neben chemischen Mitteln der Nützlingseinsatz sinnvoll sein. So muss man keine Sorge um die Ernte aufgrund von Rückständen der Pflanzenschutzmittel haben. Schon direkt nach dem Keimen der Samen kann die sogenannte Auflaufkrankheit den Bestand massiv dezimieren. Mehrere Pilze sorgen für das plötzliche Umfallen der kleinen Pflänzchen. Auch hier hilft nur Aussortieren und Hygiene oder aber der Versuch, ob Pflanzenschutzmittel die nicht befallenen Keimlinge noch retten können. Nachdem die Keimlinge die kritische Zeit überstanden haben und heranwachsen, können sie noch immer von Vertretern der pilzlichen Gattung Fusarium heimgesucht und dahin gestreckt werden. Diese bösen Bodenbewohner sind auch der Grund, warum man nicht im nächsten Jahr an gleicher Stelle Dill anbauen sollte.
    Da sich die Keimlinge des Dills sehr langsam entwickeln, ist in der Anfangszeit das Beseitigen von Wildkräutern angesagt. Das ist absolut erforderlich, damit sie den Dill nicht überwachsen und Nährstoffe und Wasser klauen.
  5. Ernte: Geerntet werden die jungen, frischen Triebspitzen des Dills. Während der Kultur kann ständig geerntet werden. Hat die Pflanze eine Größe von 30 cm erreicht, bietet es sich an, die gesamte Pflanze vor der Blüte abzuernten und zu verarbeiten. Jedoch kann der Dill auch zur Blüte gebracht werden, welche je nach Aussaattermin in den Monaten Mai bis Oktober erscheint. Dill sät sich am Standort selbst aus und würde im nächsten Jahr wieder an Ort und Stelle wachsen. Und auch die Samen und Blütenstände werden in manchen Fällen verwendet (Siehe: Ernte Lagerung und Verwendung).
  6. Lagerung: Die größte Aromaausbeute hat man auch beim Dill bei direkter, erntefrischer Verwendung. Bei einer Lagerung um den Gefrierpunkt und relativ hoher Luftfeuchte bleibt Dill sogar bis zu drei Wochen ohne Aromaverlust frisch. Man kann die Treibspitzen jedoch wie jedes Kraut auch trocknen und so haltbar machen. Ebenso ist es möglich, die erntefrischen zarten Triebe direkt einzufrieren und ganzjährig je nach Bedarf zu entnehmen.
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Sind Sie auch ein begeisterter Dill-Hobbyanbauer? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

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