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Estragon im Garten selbst anbauen

Beim Anbau des Estragons ist es wichtig zu wissen, welche Varietät des Krautes im Garten steht. Wir zeigen, was es in der Kultur zu beachten gilt.

Estragon im Topf mit erdsack

Estragon kann man als Jungpflanze erwerben oder über Samen selbst vermehren (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Mit seinem würzigen, anisähnlichen Aroma ist der Estragon (Artemisia dracunculus) vor allem in der italienischen und französischen Küche sehr beliebt. Die klassische Sauce Bernaise wäre beispielsweise ohne dem mehrjährigen Kraut nicht denkbar. Aber auch bei der Verdauung von Speisen, die schwer im Magen liegen und bei leichten Zahnschmerzen soll er helfen. Der Inhaltsstoff Estragol steht jedoch auch in der Kritik, da er verdächtigt wird, Krebs zu erregen. Allerdings tritt diese Gefahr wohl erst bei verzehrten Mengen auf, die jenseits der beim Kochen üblichen liegen. Des Weiteren sind beim Estragon verschiedene Varietäten zu unterscheiden, deren spezifischen Ansprüche es im Anbau zu erfüllen gilt. Wir zeigen, welche dies sind und wie sie sicherlich reichlich Estragon im heimischen Garten ernten werden können.

Estragon anbauen – Schritt für Schritt

1. Standort:
Möglichst sonnig aber windgeschützt sollte der Standort für den Anbau des Estragons sein. Der Boden darf nicht zu Staunässe neigen und sollte deshalb eine gewisse Durchlässigkeit aufweisen. Liegt ein zu schwerer Boden vor, so kann dieser beispielsweise mit der Einarbeitung von Sand aufgelockert werden.
Estragon kann auch auf dem Balkon oder der Terrasse in Kübeln angebaut werden. Er erreicht dann zwar nicht wie beim Anbau im Beet üblich eine Höhe von bis zu 1,5 m, aber es kann dennoch eine beachtliche Ernte eingefahren werden. Um dem Wasserbedarf des Estragons ohne übermäßigen Aufwand gerecht werden zu können, muss das Pflanzgefäß in jedem Fall groß genug gewählt werden.

Estragon im Topf anbauen

Estragon lässt sich problemlos auch im Topf anpflanzen [Foto: Andy RobertsCC BY 2.0]

2. Vermehrung:
In Sachen Vermehrung beginnen sich die verschiedenen Varietäten des Estragons, die in unseren Gärten Platz finden, zu unterscheiden. Während der milde, aber überaus herb schmeckende russische Estragon (Artemisia dracunculus inodora) einfach über Aussaat vermehrt werden kann, bilden der deutsche (Artemisia dracunculus cv.) und der französische Estragon (Artemisia dracunculus var. sativus) keine Samen aus. Die beiden Varietäten müssen durch Teilung oder Stecklinge vermehrt werden.
Die Aussaat des russischen Estragons kann bereits ab März als Vorkultur im Haus beginnen, die Jungpflanzen werden dann im Mai ausgepflanzt. Die Aussaat kann allerdings auch ab Ende April direkt ins Freiland erfolgen. Saatgut ist einfach und preisgünstig im Fachhandel erhältlich. Achtung: Bei Estragon handelt es sich um einen Lichtkeimer, deshalb die Samen nicht mit einer Substratschicht bedecken, sondern lediglich leicht andrücken und für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen.
Deutscher und französischer Estragon können entweder im Frühjahr über Teilung oder im Sommer durch Stecklinge vermehrt werden. Dazu wird allerdings eine Pflanze der entsprechenden Varietät benötigt. Diese erhält man eigentlich in jeder gut sortierten Gärtnerei – am besten zur Pflanzzeit im Frühjahr.

Estragon Samen russischer Estragon

Russischer Estragon kann auch über Samen vermehrt werden [Foto: Christoph ZurniedenCC BY 2.0]

3. Gießen und Düngen:
Vollkommene Trockenheit verträgt der Estragon nicht gut. Deshalb muss er auch beim Anbau im Beet – vor allem aber im Topf – regelmäßig gegossen werden. Dabei ist zu beachten, dass der Estragon wegen seines flachen Wurzelsystems tiefer liegende Wasserreserven im Boden nicht erreichen kann.
Der Nährstoffbedarf des Estragons kann auf unterschiedliche Art und Weise gedeckt werden: Für den Anbau im Topf ist zu allererst ein hochwertiges, gut und ausgewogen gedüngtes Substrat zu verwenden. Gelegentlich sollte alle zwei bis vier Wochen auch mit einem Vollnährstoffdünger während der Hauptwachstumsphase des Estragons bis Ende Juni nachgedüngt werden. Wird das mehrjährige Würzkraut im Beet angebaut, so kann der Boden gut im Frühjahr mit Kompost oder mit Nährstoffen versorgenden, organischen Düngern wie Hornspänen oder Knochenmehl aufbereitet werden.

Folgende Produkte sorgen für aromatische Kräuter:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.
  • Cuxin DCM Horngrieß: Organischer Stickstoffdünger mit Sofort- und gleichmäßige Langzeitwirkung. Fördert durch wichtige Aminosäuren und Spurenelementen den Wuchs und regt die Aktivität der im Boden lebenden Mikroorganismen und Würmer an.

4. Überwintern:
Genau wie bei der Vermehrung des Estragons bestehen auch im Falle des Überwinterns Unterschiede in Abhängigkeit der angebauten Varietät. So ist der deutsche Estragon weitesgehend winterhart, der französische verträgt Temperaturen bis -10 °C problemlos. Der russische Estragon hingegen ist wesentlich empfindlicher. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es jedoch ratsam, Estragon im Beet generell zum Winter schützend mit Laub, Reisern oder Zweige abzudecken. Wird das Kraut im Topf kultiviert, kann dieser entweder an einen hellen Ort ins Haus gebracht werden oder die Pflanze wird in wärmendes Gärtner-Vlies gehüllt und so vor Kälte geschützt.

5. Schneiden:
Vor dem Wintereinbruch wird der Estragon radikal geschnitten. Das krautige und mehrjährige Gewürz wir fünf bis zehn Zentimeter über der Erdoberfläche abgeschnitten. Im nächsten Frühjahr treiben so frische, junge Triebe wieder aus.

gelbe Blüte Estragon im Garten

Die Blüte des Estragon setzt einen kräftigen Farbakzent in Ihrem Kräuterbeet [Foto: Dick CulbertCC BY 2.0]

6. Ernten:
Estragon kann über das gesamte Jahr hinweg geerntet werden. Es werden einfach Triebe von 20 bis 30 cm Länge abgeschnitten. Dabei ist es ratsam, nicht die ganze Pflanze auf einmal abzuernten, damit sie noch genügend Kraft für ihr Wachstum zur Verfügung hat. Am besten wird vor Eintritt der Blüte, die ab Ende Mai erscheint geerntet. Mit der Blüte verringert sich nämlich der Gehalt an geschmackgebenden Inhaltsstoffen. Wird regelmäßig geerntet, so kann die Blüte damit auch hinausgezögert werden. So steht über einen längeren Zeitraum im Geschmack intensiver Estragon zur Verfügung.

7. Lagern:
Damit Estragon das ganze Jahr über zum Gebrauch in der Küche bereitsteht, kann man ihn auch prima lagern. So kann er neben dem klassischen Trocknen auch eingefroren, sowie in Öl oder Essig eingelegt werden. Beim Trocknen der Blätter geht allerdings etwas an Aromaintensität verloren. Werden sie eingefroren, so stehen sie quasi wie erntefrisch und in Eiswürfelboxen gut portioniert zur Verfügung. Werden die Triebe des Estragons in Öl oder Essig eingelegt, so können damit geschmackvoll Marinaden oder Salatdressings verfeinert werden.

Estragon ist im Anbau also ein durchaus dankbares und pflegeleichtes Kraut. Einziger „casus knacksus“ zur erfolgreichen Kultur: Es sollte bekannt sein, um welche Varietät des Estragons es sich handelt – dann kann nichts mehr schief gehen.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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