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Estragon richtig vermehren: Aussaat, Teilung und Stecklinge

In der Frage, wie man Estragon richtig vermehrt, ist entscheidend, um welche Variation des Krautes es sich handelt. Wir zeigen, welche Optionen es gibt.

Estragon Samen russischer Estragon

Russischer Estragon kann auch über Samen vermehrt werden [Foto: Christoph ZurniedenCC BY 2.0]

Drei Variationen des Estragons (Artemisia dracunculus) sind in unseren Gärten anzutreffen. Neben dem herb schmeckenden russischen Estragon (Artemisia dracunculus var. inodora) erfreuen sich vor allem der winterharte deutsche Estragon (Artemisia dracunculus cv.) sowie der aromaintensive französische Estragon (Artemisia dracunculus var. sativus) großer Beliebtheit im Anbau. Doch die drei Varianten können nicht auf die gleiche Art und Weise für den Anbau im eigenen Garten vermehrt werden.

Estragon über Aussaat vermehren

Durch Aussaat der Samen kann allein der russische Estragon vermehrt werden. Die übrigen zwei Varietäten bilden nämlich keine Samen aus. Die Samen werden entweder bereits im März ausgebracht und in einer Vorkultur im Haus werden dann die Jungpflanzen herangezogen. Diese können ab Mai nach draußen gepflanzt werden. Oder die Aussaat erfolgt direkt ins Freiland – dann aber erst ab Ende April, um die zarten Keimlinge vor Kälteschäden durch Spätfröste zu schützen.

Bei Estragon handelt es sich um einen sogenannten Lichtkeimer, weshalb das Saatgut nicht mit Substrat bedeckt werden sollte. Um die keimenden Samen vor Austrocknung zu schützen, sind sie lediglich leicht ins Substrat anzudrücken und gleichmäßig feucht zu halten. Dazu kann beispielsweise eine durchsichtige Folie über die Aussaatschale gespannt werden oder man verwendet spezielle Anzuchthäuschen mit Hauben, welche eine hohe Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten und so das Austrocknen verhindern.

Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Estragon teilen und so vermehren

Da der deutsche wie der französische Estragon keine Samen ausbilden, müssen sie auf anderem Wege vermehrt werden. Eine Möglichkeit ist die Vermehrung durch Teilung der Pflanzen. Der Estragon wird dazu im Frühjahr aus Beet oder Topf entnommen und in gleiche Teile zerteilt. Anschließend werden diese einfach wieder eingepflanzt und gut angegossen. Natürlich kann man die Vermehrungsvariante  auch beim russischen Estragon vornehmen.

Estragon durch Stecklinge vermehren

Vor allem die beiden nicht über Samen zu vermehrenden Varietäten (aber auch der russische Estragon) können einfach und schnell über Stecklinge vermehrt werden. Dazu werden im späten Frühjahr oder Sommer Spitzen junger Triebe abgeschnitten und in Substrat gesteckt. Wichtig ist es, darauf Acht zu geben, dass die Stecklinge noch keine Blüte oder Blütenknopse ausgebildet haben. Das würde dem Steckling unnötig Energie auf Kosten der Wurzelbildung kosten. Bis sich die ersten Wurzeln bilden, sind die Stecklinge bei hoher Luftfeuchtigkeit in einem Anzuchtkasten vor Austrocknung zu schützen. Dann sind die Stecklinge nach und nach an eine normale Umgebung zu gewöhnen, indem das Anzuchthaus für einen immer längeren Zeitraum zeitweise gelüftet wird.

gelbe Blüte Estragon im Garten

Die Blüte des Estragon setzt einen kräftigen Farbakzent in Ihrem Kräuterbeet [Foto: Dick CulbertCC BY 2.0]

Die drei Variationen des Estragons im Überblick:

  • Russischer Estragon (Artemisia dracunculus inodora)
    Der russische Estragon ist relativ anspruchslos und käme auch mit ärmeren, kargen Böden zurecht. Er wird eher seltener angebaut, da er durch seine herbe Note nicht jedermanns Geschmack trifft. Allerdings ist er die einzige Varietät, die einfach über Samen vermehrt werden kann.
  • Französischer Estragon (Artemisia dracunculus sativus)
    Der französische Estragon ist im charakteristischen Estragon-Aroma am intensivsten. Er wird in der traditionellen Sauce Bernaise verwendet und verträgt immerhin Temperaturen bis -10 °C. Da er keine Samen ausbildet, muss er über Teilung oder Stecklinge vermehrt werden.
  • Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus)
    Beim deutschen Estragon handelt es sich um die robusteste der drei Varietäten. Er verträgt die winterlichen Temperaturen am besten, muss allerdings über Stecklinge vermehrt werden, da er keine Samen ausbildet.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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