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Kamille: Anbau des Heilkrautes im eigenen Garten

Für ihre antibakterielle Heilkraft ist die Kamille bekannt. Wir zeigen ihnen, wie Sie dieses Kraut im eigenen Garten leicht selber anbauen können.

echte Kamille Blüte im Garten

Je nach Aussaattermin blüht die Kamille ab Ende Mai bis in den September [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Dank ihrer Inhaltsstoffe wirken Kamillenblüten wohltuend bei Magen- und Darmbeschwerden. Bei sämtlichen Entzündungen sind sie antibakteriell und entzündungslindernd. Dafür sind sie vor allem als Salbe angewendet bei Unannehmlichkeiten auf der Haut oder in der Mundhöhle und am Zahnfleisch bekannt. Bei einer Erkältung sorgt die Inhalation eines Kamillenblüten-Dampfbades wieder für freien Atem. Kein Wunder also, dass das aus Süd- und Osteuropa stammende Kraut bereits zur Arzneipflanze (1987) sowie Heilpflanze (2002) des Jahres gekürt worden ist. Bei einem solchen Wundermittel lohnt es sich auch, es im heimischen Garten anzubauen. Wir zeigen Ihnen, was es dabei zu beachten gibt.

Kamille anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Über einen hellen Standort, gerne auch in der vollen Sonne, freut sich die Kamille. Doch auch mit etwas weniger Licht würde sie sich zufrieden geben. Wichtiger ist es, die Bodenbeschaffenheiten zu berücksichtigen: Bei einem pH-Wert um 7 sollte der Boden nährstoff- und humusreich sein. Wenn der Boden diese Eigenschaft nicht aufweist, kann mit einer Einarbeitung von organischem Dünger nachgeholfen werden. Das sollte vor der Aussaat oder Pflanzung der Kamille im Frühjahr erfolgen. Für die Kamille bieten sich vor allem leicht sandige Ton- oder Lehmböden an.
  2. Aussaat: Für gewöhnlich erfolgt die Aussaat direkt ins Freie. Bereits innerhalb von vier bis fünf Tagen erfolgt die Keimung. Die Keimlinge sind jedoch sehr frostempfindlich, weshalb die Aussaat nicht vor Anfang Mai erfolgen sollte. Ab Anfang März kann auch bereits im Haus an einem hellen Standort ausgesät werden. Dann können die Jungpflanzen ebenfalls ab Anfang Mai ins Freiland gepflanzt werden. Egel ob drinnen oder draußen: Bei der Aussaat darf der Samen nicht mit Substrat abgedeckt werden. Bei der Kamille wäre das von Nachteil, da es sich um einen Lichtkeimer handelt. Blüht die Kamille an ihrem Standort ab, so wird am gleichen Platz durch Selbstaussaat wieder Kamille wachsen. Alternativ kann die Kamille auch bereits im Herbst im Freien ausgesät werden. Dann keimt sie bereits vor dem Winter.
  3. Wässern und Düngen: Eine ausreichende Bewässerung ist natürlich immer zu beachten. Jedoch ist das Ausmaß des Nachwässerns stark von den Bodenbeschaffenheiten abhängig. Lehmige und tonige Böden können sehr gut Wasser speichern. Umso höher der Sandanteil am gewählten Standort, desto üppiger muss auch die ergänzende Wassergabe ausfallen. Eine Düngung muss bei der Kamille nicht vorgenommen werden. Von einer zusätzlichen Versorgung wird sogar abgeraten, weil dadurch die unerwünschten Beikräuter zu sehr begünstigt würden.
  4. Überwinterung: Wenn die Aussaat erst im Frühjahr vorgenommen wird, erübrigt sich die Frage nach einem Schutz vor der Kälte für die einjährige Pflanze. Bei einer Aussaat im Herbst sollten die kleinen und frostempfindlichen Keimlinge jedoch am besten abgedeckt werden, um einem Frostschaden entgegenzuwirken.
  5. Ernte: Je nach Entwicklungsstadium der Kamillenblüten kann geerntet werden. Sind circa Zweidrittel der gelben, am aufgewölbten Blütenboden sitzenden Röhrenblüten aufgeblüht, kann geerntet werden. In der Regel tritt das drei bis fünf Tage nach dem Öffnen der Blütenknospe ein. Die gesamte Körbchenblüte wird kurz unterhalb des Blütenstandes am Stiel abgeknipst. Beim Anbau im großen Stil gibt es zur aufwendigen Handernte alternativ speziell konzipierte Mähdrescher. Ein möglichst schonender Umgang mit den sensiblen Blüten während der Ernte ist ratsam. So sollen sie möglichst wenig berührt und auf keinen Anfall abschließend gewaschen werden.
  6. Lagerung: Um die wertvollen Inhaltsstoffe der Kamillenblüten zu erhalten, sollte direkt nach der Ernte bei schonender Temperatur getrocknet werden. Trockene Räume (z.B. Heizungsraum oder Kaminzimmer) bieten sich hierfür am besten an. Luftdichtverschlossen halten die heilenden Kamillenblüten schließlich ungefähr ein Jahr ihre Wirksamkeit.
Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
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Sind Sie auch ein begeisterter Kamillen-Hobbyanbauer? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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