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Kamille als Heilpflanze: Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Heilwirkung der Kamille ist seit Jahrhunderten bekannt. Aber was macht die Kamille so gesund, welche Wirkstoffe enthält sie und wogegen kann man Kamille einsetzen? Bei uns erfahren Sie es.

Kamillenblüten
Kamille wird seit jeher als Heilpflanze eingesetzt [Foto: belizar/ Shutterstock.com]

Seit Jahrtausenden wird Kamille (Matricaria) von uns Menschen angebaut – und das nicht nur als schöne Zierpflanze, sondern vor allem wegen ihrer Wirkung als Heilpflanze. Seit der Antike wissen Heiler um die positiven Effekte der Pflanze. Germanen und Ägypter verehrten die Blume sogar als heilige Pflanze ihrer Gottheiten. Doch auch heute noch schwören viele Menschen auf die wohltuende Kraft der Kamille, die bei vielerlei Beschwerden hilft. So findet die Kamille gegen Entzündungen genauso Anwendung wie bei Bauchschmerzen oder Erkältungen.

Inhaltsstoffe der Kamille: Was macht sie so gesund?

Ausschlaggebend für die Heilwirkung der Kamille als Heil- und Arzneimittel ist der hohe Gehalt an Kamillenöl. Hauptbestandteil des ätherischen Öls sind Bisabolol und Matricin, welche eine entzündungshemmende Wirkung besitzen. Wird Kamillenöl mithilfe von Wasserdampfdestillation gewonnen, bildet sich Chamazulen – dieses wirkt ebenfalls nicht nur entzündungshemmend, sondern verleiht dem Öl auch eine tiefblaue Farbe. Am höchsten ist der Gehalt der wirksamen Stoffe in der Echten Kamille (Matricaria chamomilla), doch auch die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) kann als Heilpflanze genutzt werden.

Blaues Kamillenöl
Die tiefblaue Farbe des Kamillenöls entsteht bei der Wasserdampfdestillierung [Foto: AmyLv/ Shutterstock.com]

Anwendung und Wirkung von Kamille als Heilpflanze

Dass die Kamille seit jeher in keiner Hausapotheke fehlen darf, liegt besonders an der einfachen Anwendung der Pflanze, aber auch an ihrer Vielseitigkeit. So lässt sich die Echte Kamille auch von Laien als selbstgemachtes Hausmittel anwenden. Die in ihr enthaltenen Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, unterbinden die Wirkung von entzündungsfördernden Substanzen und entspannen verkrampfte Muskeln. Aufgrund dieser Eigenschaften kann Kamille gegen zahlreiche Krankheiten von Schnupfen bis hin zu Hautproblemen eingesetzt werden.

Kamillentee: Wogegen hilft er?

Kamillentee kennt wahrscheinlich jeder aus seiner Kindheit. Ob Magenbeschwerden oder Grippe – bei beinahe allen Krankheiten soll das warme Getränk helfen. Aber ist das ein Ammenmärchen oder ist Kamillentee tatsächlich gesund? In der Tat lösen sich die heilsamen ätherischen Öle im heißen Wasser und können so Linderung bei kleineren Leiden schaffen. So wirkt selbstgemachter Kamillentee beruhigend und krampflösend bei Magen-Darm-Beschwerden und kann auch bei einer Gastritis wohltuend sein. Ebenso hilft Kamille gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum – mehrmals täglich angewendet wirkt eine Mundspülung mit Kamille entzündungshemmend und schmerzlindernd. In Südeuropa ist der gesunde Kamillentee außerdem als Schlaf- und Beruhigungsmittel weit verbreitet. Und selbst bei Menstruationsbeschwerden soll die heilende Pflanze krampflösend wirken.

Als Hausmittel ist Kamillentee nicht nur gesund, sondern auch überaus beliebt. Kein Wunder, schließlich lässt er sich spielend leicht aus der Heilpflanze herstellen. Für einen Kamillenaufguss werden die Blüten (frisch oder getrocknet) verwendet, wobei die beste Erntezeit bei vollständiger Blüte aber noch vor dem Verblühen liegt. Zwei bis drei Teelöffel der Blüten werden in einer Tasse mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser aufgegossen. Nachdem der Tee etwa zehn Minuten abgedeckt gezogen hat, kann man die Blüten abseihen und den gesunden Kamillentee genießen.

Kamillentee
Ist Kamillentee gesund? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! [Foto: George Dolgikh/ Shutterstock.com]

Kamille inhalieren

Kamille ist wohl am bekanntesten für seine wohltuende Wirkung bei Atemwegsbeschwerden und Erkältungen. Tatsächlich sollte hier aber nicht zu Kamillentee gegriffen werden – bei einer fiesen Erkältung lohnt es sich zu schwitzen. Die Inhalation eines heißen Kamillenbades kann für manch einen zwar unangenehm sein, wirkt sich aber positiv auf die Beschwerden in den Luftwegen aus. Dafür werden in einem Topf heißes Wasser und zwei Handvoll Kamillenblüten zusammengegossen: Einfach den Kopf für einige Minuten mit einem Handtuch abgedeckt über den Topf hängen und tapfer etwa 10 bis 20 Minuten tief ein- und ausatmen. Das ist zwar oftmals nicht sonderlich angenehm, wirkt aber wahre Wunder. Durch den Wasserdampf werden die trockenen und gereizten Schleimhäute neu befeuchtet, die ätherischen Öle der Kamille wirken beruhigend und lindern die Entzündung.

Kamille in Salben

Nicht nur als Tee kann Kamille große Wirkung entfalten, auch als Hausmittel für die Haut hat sich die Kamille bewährt. Eine Salbe auf Kamillen-Basis kann zum Beispiel bei Haut- beziehungsweise Schleimhautentzündungen oder bakteriellen Hauterkrankungen aufgetragen werden. Hier hilft Kamille bei der Wundheilung und wirkt antibakteriell. Ebenfalls bei einer Anwendung im Fall von Infektionen in der Mundhöhle oder am Zahnfleisch kann Kamillensalbe Besserung bewirken.

Kamillensalbe und Kamillenblüten
Salbe aus Kamille hilft gegen viele Hautleiden [Foto: Vitalii M/ Shutterstock.com]

Kamille als Badezusatz

Für die äußere Anwendung von Kamille eignen sich nicht nur Salben, auch ein (Teil-)Bad oder Sitzbad kann eine heilende Wirkung haben. Echte Kamille hat eine Heilwirkung bei Hautleiden wie Neurodermitis oder leichtem Sonnenbrand, wo sie entzündungshemmend und antibakteriell Linderung verschafft. Um einen geeigneten Badezusatz herzustellen, werden 100 Gramm der Kamillenblüten mit einem Liter heißen Wasser aufgegossen. Nach zehn Minuten werden die Blüten abgeseiht und der Badezusatz wird zum Badewasser gegeben. Auch für Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich, beispielsweise Hämorrhoiden oder Infektionen, wirkt Kamille entzündungshemmend. In einem Sitzbad angewendet lindern die ätherischen Öle in den Blüten die Beschwerden und beschleunigen die Heilung.

Kamille als Heilpflanze: Risiken und Gefahren

Die Kamille gehört glücklicherweise zu den Heilpflanzen, die auch von Laien problemlos angewendet werden können, da sie auch bei falscher Zubereitung oder Dosierung kaum negative Effekte zeigt. Trotzdem sollten bei der Anwendung von Echter Kamille als Heilmittel ein paar Dinge beherzigt werden: Besonders Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten von der Kamille als Hausmittel absehen. Gerade infolge von Verunreinigungen durch andere Korbblütlerarten (beispielsweise die Hundskamille (Anthemis)), bei denen zum Teil eine hohe Verwechslungsgefahr besteht, kann es bei solchen Menschen zu schweren allergischen Reaktionen kommen. Mehr zum Thema Sortenunterschiede und Verwechslungsgefahr bei der Kamille, finden Sie in unserem Spezial-Artikel. Auch sollten selbst bereitete Kamillenlösungen nicht am oder im Auge angewendet werden – diese können mit Keimen verunreinigt sein und so am Auge Infektionen hervorrufen.

Hundskamille
Die Hundskamille sieht zum Verwechseln ähnlich aus, kann aber allergische Reaktionen auslösen [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Sie wollen noch mehr über die Kamille erfahren? Hier finden Sie unseren Artikel zum Thema Kamille ernten und lagern.

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