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Lavendelsorten und -arten: Die besten Sorten für Ihren Garten

Die Art des Lavendels ist vielfältiger, als man denkt, und umfasst viele Sorten. Wir helfen Ihnen bei der Wahl zwischen Schopf-, Speik- und Echtem Lavendel.

Lavendelblüten lila mit weißer Lavendelblüte
Die Gattung des Lavendels umfasst 30 verschiedene Arten [Foto: Melanie Hobson/ Shutterstock.com]

Die Gattung Lavendel (Lavandula) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie umfasst um die 30 verschiedene Arten, die meist als Halbsträucher oder Sträucher wachsen. Manche der Arten bieten neben den klassischen lila Blüten auch etwas mehr farbliche Abwechslung wie zum Beispiel der besonders hübsche Weiße Lavendel (Lavandula angustifolia). Je nach Standorteigenschaften können die unterschiedlichen Arten mehr oder weniger gut für den Anbau geeignet sein.

Wir vergleichen für Sie die wichtigsten Eigenschaften der drei großen Arten des Lavendels. So wird die richtige Lavendelart mit Sicherheit auch den Weg in Ihren Garten finden.

Lavendelsorten: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

Der Echte Lavendel ist wohl die beliebteste Lavendelart, die zudem weltweit auch am häufigsten angebaut wird. In manchen Gegenden wird er auch als „Kleiner Speick“ oder „Stöchaskraut“ bezeichnet. Zu finden ist er in Höhenlagen bis zu 1600 Meter. Da er ursprünglich auf warmen, felsigen Hängen beheimatet ist, bevorzugt der „Römische Thymian“, wie er auch bezeichnet wird, im Garten eher kalkhaltige, trockenere Böden. Er wächst als Halbstrauch und ist nahezu vollständig winterhart. Die Blattfarbe variiert von dunkelgrün bis silber-weiß. Die Blüten zeigen wiederum verschiedene Blau- und Lilatöne, aber auch weiß- und rosablühende Sorten sind innerhalb der Art vorhanden. Das Aroma des Echten Lavendels ist eher mild und dezent. Verwendung findet er daher sowohl als Küchenkraut als auch als Duftstoff und als Heilpflanze.

Echter Lavendel im Garten
Viele Sorten des Echten Lavendels sind nahezu vollständig winterhart [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

Folgende Sorten können wir Ihnen empfehlen:

  • ,Blue Cushion‘: Kompakte Sorte mit großen, haltbaren, hellvioletten Blüten; gut für die Topfkultur oder den Steingarten geeignet; Zwergform
  • ,Hidcote Blue‘: Bewährte englische Sorte mit dunkelblauvioletten Blüten; stark duftend; langsam und kompakt wachsend; unter idealen Wachstumsbedingungen können die Pflanzen aber verhältnismäßig groß werden
  • ,Hidcote Pink‘: Kräftig wachsende Sorte mit blassrosa Blüten; benötigt einen regelmäßigen Schnitt
  • ,Dwarf Blue‘: Mittelhohe Sorte mit graugrünem Laub und violetten Blüten; eignet sich gut als Beeteinfassung und Dufthecke
  • ,Melissa‘: Die zartrosa Knospen dieser Sorte verblassen nach dem Erblühen hin zu einem strahlenden Weiß

Weitere schöne Sorten des Echten Lavendels finden Sie auch in unserem Spezialartikel.

Lavendelsorten: Schopflavendel (Lavandula stoechas)

Der Schopflavendel fällt durch seine großen, zierenden Hochblätter an der Spitze des Blütenstandes auf, die aussehen wie ein Haarschopf – daher wohl auch der Name. Mancherorts wird er aber auch als „welscher Lavendel“ oder „arabischer Lavendel“ bezeichnet. In seiner ursprünglichen Heimat wächst er im Gegensatz zum Echten Lavendel nicht in Bergregionen, sondern in Küstennähe. Der Schopflavendel bevorzugt nämlich kalkarme, sandige Böden. In unseren Regionen ist er meist nicht winterhart und muss daher frostfrei überwintert werden. Schopflavendel wächst als Strauch und ist etwas stärker verholzend als Lavendula angustifolia. Er zeichnet sich vor allem durch seine lange Blütezeit bis August oder sogar in den September hinein aus. Die Blütenfarben dieser Art reichen von einem reinen Weiß bis zu kräftigen Rosa- und Purpurtönen. Die Blütenstände und die Hochblätter können ebenfalls sehr unterschiedlich gefärbt sein. Der Schopflavendel produziert zudem ätherische Öle mit einem kräftigen Aroma, die jedoch nicht wirtschaftlich genutzt werden.

Schopflavendel
Der Schopflavendel bevorzugt kalkarme und sandige Böden [Foto: Alita Xander/ Shutterstock.com]

Einige beliebte Sorten sind zum Beispiel die folgenden:

  • ,Marshwood‘: Langblühende Sorte; üppige Blüten in Rosa- und Lilatönen
  • ,Kew Red‘: Neuzüchtung mit rot-weiß gefiederten Blütenköpfen; kompakter Wuchs; blüht von Juli bis September
  • ,Anouk‘: Ein Sorte mit dunkelvioletten Blüten; lange Blütezeit von Mai bis August; buschiger Wuchs; intensiver, angenehmer Duft
  • ,Otto Quast‘: Duftender Schopflavendel mit rosa-lila Blüten; dichter, breiter Wuchs; für die Topfkultur geeignet
  • ,Merle‘: Kompakter Strauch mit rot-violetten Blüten

Umfassende Informationen zum Anbau und zur Pflege von Schopflavendel finden Sie hier.

Lavendelsorten: Speiklavendel (Lavandula latifolia)

Der Speiklavendel ist in höher gelegenen Regionen des Mittelmeerraumes (bis 600 Metern Höhe) vorzufinden. Daher bevorzugt er kalkhaltige und eher trockene Böden. Niedrige Temperaturen bis -5 °C übersteht der Speiklavendel in unseren Breiten unbeschadet. Der Strauch kann bei idealen Wachstumsbedingungen bis zu einem Meter hoch werden. Er zeichnet sich aber durch ein sehr kräftiges Aroma aus und kann zum Beispiel sehr gut für Duftpotpourris verwendet werden. Im deutschsprachigen Raum ist der Speiklavendel vor allem als „Großer Speik“ oder „Spanischer Lavendel“ bekannt. Aufgrund seiner auffällig großen Blätter wird er aber auch manchmal als „Breitblättriger Lavendel“ bezeichnet. Die Blüten- und Blattfarbe variiert nicht ganz so stark wie bei den anderen Arten, da kaum züchterische Arbeit vorgenommen wurde.

Speilavendel mit einer Biene drauf
Der Speiklavendel überzeugt durch sein kräftiges Aroma und ist bis zu -5 °C winterhart [Foto: KanphotoSS/ Shutterstock.com]

Winterharte Lavendelarten & -sorten

Wer Lavendel in unseren Breiten ganzjährig im Freiland kultivieren möchte, greift am besten gleich beim Kauf auf winterharte Sorten zurück. Diese vertragen die mitunter sehr stark schwankende Witterung im Winter an einem geschützten Standort in der Regel sehr gut. Regional bedingt können aber auch zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig sein, damit das mediterrane Kraut den Winter gut übersteht. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige winterharte Sorten der zwei bekanntesten Lavendelarten vor.

Winterharte Lavendelsorten vom Echten Lavendel

Der Echte Lavendel ist in seiner ursprünglichen Heimat auch in höheren Lagen zu finden. Daher verträgt er auch bei uns kurzzeitig Temperaturen bis zu -15 °C. Die robuste Lavendelart gehört zu den Klassikern und sollte in keinem Gartenbeet fehlen. Die genannten Sorten ˈHidcote Blueˈ, ˈDwarf Blueˈ und ˈBlue Cushionˈ zählen zu den robustesten Sorten. Sie können meist problemlos im Beet überwintert werden. Zudem können wir Ihnen folgende Sorten für die Kultivierung im Freiland empfehlen:

  • ,Jamlitz‘: Äußerst robuste, zählebige Sorte; auch für raue Lagen geeignet; blauviolette Blüten von Juni bis Juli; wird relativ hoch
  • ,Blue Scent‘: Robuste Sorte; violettblaue Blüten ab Anfang Juni; guter Wuchs; eher anspruchslos in der Pflege
  • ,Ellagance Purple‘: Widerstandsfähige Sorte für die Beetkultivierung; violette Blüten von Juli bis August; buschiger Wuchs
Lavendel im Schnee
Echter Lavendel ist sehr robust und übersteht unseren Winter an einem geschützten Ort in der Regel gut [Foto: Ruud Morijn Photographer/ Shutterstock.com]

Eine umfassende Sammlung von winterharten Lavendelsorten finden Sie auch in unserem Spezialartikel.

Winterharter Speiklavendel

Der Speiklavendel wächst in seiner ursprünglichen Heimat auf trockenen, sonnigen Hängen und ist gegenüber Kälte etwas empfindlicher als der Echte Lavendel. Er ist zwar bedingt frosthart, schwankende Witterung verträgt er allerdings gar nicht gut. Vor allem hohe Temperaturunterschiede und sich schnell verändernde Bedingungen durch Regen, Schnee, Frost und Tauwetter machen dem mediterranen Kraut zu schaffen. Um die Überwinterung zu vereinfachen, können Sie Speiklavendel sehr gut das ganze Jahr über in einem Kübel oder Topf kultivieren.

Nähere Informationen zur richtigen Überwinterung von Lavendel im Beet und im Topf finden Sie hier.

Lavendelarten: Bodenansprüche beachten

Für eine reichhaltige Blüte und einen gesunden Wuchs sind vor allem die Standortansprüche der Lavendelarten zu beachten. Soll der Schopflavendel gepflanzt werden, ohne dass ein sandiger Boden vorliegt, können Sie im Beet an Ort und Stelle einfach Sand einarbeiten. Um ein kalkhaltiges Milieu für den Speiklavendel sowie den Echten Lavendel zu schaffen, kann man je nach Bodeneigenschaften in angemessener Dosierung mit handelsüblichem Kalkdünger nachhelfen. Für alle Arten gilt: Wenig gießen und düngen, denn Staunässe ist der Feind dieser mediterranen Pflanzen.

Mehr zur Pflege von Lavendel finden Sie hier in unserem Spezialartikel.

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