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Lorbeer: So gelingt der Anbau im eigenen Garten

Der echte Lorbeer ist sehr kälteempfindlich. In Töpfen können Sie auch zu Hause das würzige Laub ernten. Wir zeigen, wie der Anbau gelingt.

Lorbeer Strauch Beeren

Lorbeer gedeiht in unseren Breiten am besten im Topf [Foto: Bos11/ Shutterstock.com}

Seine Blätter verleihen vielen deftigen Speisen eine passende Würze – die Rede ist vom echten Lorbeer (Laurus nobilis). Dank einer Mythe um den unsterblich verliebten Gott Apollon und der Nymphe Daphne wurde dem immergrünen Strauch sogar der Heiligenstatus zu Teil. Sie verwandelte sich nämlich in einen Lorbeerstrauch, um dem aufdringlichen Apollon zu entkommen. Im alten römischen Reich war ein Lorbeerkranz als Kopfschmuck schließlich Ausdruck von Macht und Ansehen. Doch für den Anbau dieses edlen Gewürzes sind bei uns die Winter zu frostig. Wir zeigen Ihnen, wie das Vorgehen beim alternativen Anbau im Pflanzkübel aussehen sollte.

  1. Standort: Der echte Lorbeer stammt ursprünglich aus warmen und sonnigen Regionen Vorderasiens. Dementsprechend bevorzugt er ein sonniges Plätzchen. Doch außer in den warmen Regionen des Bodensees oder des Niederrheins muss man nun nicht wirklich Ausschau nach einem Sonnenplatz im Gartenbeet halten. Die meist zu kalten Winter übersteht der echte Lorbeer meist nämlich nicht unbeschadet. Es lohnt sich deshalb, sicherheitshalber, auf den Anbau im Kübel umzusteigen. Wählen Sie ein durchlässiges Substrat. Das kann zum Beispiel durch einen gewissen Sandanteil gewährleistet sein. Außerdem darf es ruhig reich an Nährstoffen sein und eine gute Wasserspeicherkapazität aufweisen. Insgesamt bietet sich somit ein humoses Substrat auf Torfbasis mit Sand an.
    Lorbeer in Blüte

    Damit der Lorbeer wächst und blüht, braucht er einen sonnigen und v.a. warmen Standort [Foto: M a n u e lCC BY 2.0]

  2. Vermehrung: Der echte Lorbeer kann über Samen und Stecklinge vermehrt werden. Saatgut ist im Handel erhältlich, will man jedoch selber ernten, so muss eine weibliche Pflanze vorhanden sein. Weibliche und männliche Blüten sind beim Lorbeer nämlich auf unterschiedlichen Pflanzen (zweihäusig).
    Folgendermaßen sollten Sie bei der Aussaat von Lorbeersamen vorgehen:
  • ausschließlich frische Samen für die Aussaat verwenden
  • Samen für zwei Tage in Wasser legen und so vorbehandeln
  • dann in Sand aussäen
  • in Samenstärke die Aussaat mit Sand bedecken
  • warme Umgebung (min 20 °C) sicherstellen
  • nach 20 Tagen sollten Keimlinge zu sehen sein
    Früchte Lorbeer aussaat

    Die Früchte des Lorbeers können auch zur Vermehrung genutzt werden [Foto: NachoCC BY 2.0]

Bei der Vermehrung über Stecklinge werden im August oder September bis zu 20 cm lange Triebe entnommen. In einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit werden die Stecklinge in einem speziellen Substrat für Stecklingsvermehrungen bewurzelt.

Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.
  1. Wässern und Düngen: Nicht zu viel und nicht zu wenig lautet beim Gießen die Devise. Um den hohen Wasserbedarf im Sommer etwas zu reduzieren, kann der Lorbeer in einer windgeschützten Ecke platziert werden. In langanhaltenden, heißen Sommerperioden sollte zur Schonung der empfindlichen Wurzeln tägliches Gießen ebenfalls vermieden werden. Geben Sie lieber zweimal wöchentlich, dann aber kräftig, der durstigen Pflanze das nötige Wasser. Düngen muss man in der Regel nicht. In Sachen Nährstoffen ist der Lorbeer sehr genügsam. Exemplare, die im Kübel kultiviert werden, sollten jedoch ungefähr alle zwei Jahre im zeitigen Frühjahr in einen größeren Topf umgetopft werden. Wenn hier ein qualitativ gutes und aufgedüngtes Substrat verwendet wird, reicht das für die Zufuhr von Nährstoffen auch vollkommen aus.
  2. Überwinterung: Wie schön erwähnt, ist der Lorbeer äußert kälteempfindlich. Um nicht unnötiges Risiko einzugehen, sollte er deshalb in nicht frostfreien Regionen generell im Topf angebaut werden. So kann man ihn bequem an einem hellen, aber frostfreien Ort unbeschadet über den Winter bringen. Das Gießen darf jedoch auch in der Winterzeit nicht gänzlich vergessen werden – wird der Lorbeer zu trocken, wirft er sein dürres Laub ab und wird kahl. In diesem Fall kann ein radikaler Rückschnitt bis auf die Haupttriebe förderlich für einen frischen Neuaustrieb sein.
    Lorbeer im Topf

    Im Topf kann man Lorbeer ganz leicht überwintern (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

  3. Schneiden: Ein regelmäßiger Formschnitt ist erforderlich, um das würzige Lorbeergewächs in Form zu halten. Dieser sollte im März vor dem neuen Austrieb erfolgen. Der immergrüne Strauch kann dabei in jede beliebige Form gebracht werden und als Formgehölz zum zierenden Element im Garten oder auf der Terrasse werden. Für den Schnitt sollte man sich jedoch Zeit nehmen und von Hand anstatt mit einer motorisierten Heckenschere arbeiten. Eine Heckenschere schneidet nämlich unkontrolliert Blätter an, die noch an der Pflanze bleiben. So werden sämtliche Eintrittspforten für bedrohliche Schaderreger geschaffen.
  4. Ernte und Lagerung: Die Erntezeit der Lorbeerblätter ist im Herbst oder Frühjahr. Wenn der Lorbeer im Sommer reichlich wächst, sollte nicht geerntet werden. In Handarbeit können einzelne Triebe entnommen werden. Die begehrten würzigen Blätter können entweder direkt als Frischware verwendet oder aber luftgetrocknet werden. Eine Trocknung verlängert die Verwendbarkeit um bis zu zwei Jahre, ohne an Aromaintensität einbüßen zu müssen.

Sind Sie auch ein begeisterter Lorbeer-Hobbyanbauer? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

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