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Petersilie anpflanzen: Standort, Aussaat & Ernte

Petersilie aussäen ist nicht schwer: So können Sie erfolgreich Petersilie anbauen und einer reichen Petersilien-Ernte steht nichts mehr im Weg.

geerntete Petersilie

Die Petersilie ist eines der beliebtesten Küchenkräuter und gedeiht in unseren Breiten hervorragend [Foto: Aksana Yasiuchenia/ Shutterstock.com]

Die Petersilie ist eine der beliebtesten Gewürzpflanzen und lässt sich mit vielen köstlichen Gerichten kombinieren. Wie man das Küchenkraut selbst anbaut, was man bei Standort, Aussaat und Ernte der Petersilie beachten sollte, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Petersilie: Herkunft und Eigenschaften

Die Blattpetersilie (Petroselium crispum ssp. crispum) gehört genau wie die eng verwandte Wurzelpetersilie (Petroselium crispum ssp. tuberosum) zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Blattpetersilie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist bereits seit dem Mittelalter als Gewürzkraut bekannt.

Blattpetersilie besitzt nur eine dünne, lange, weiße Wurzel, die aber hart und zäh ist und daher nicht gegessen wird. Die Blätter sind doppelt oder dreifach gefiedert und sitzen an einem langen Stängel. Als zweijährige Pflanze blüht die Petersilie erst im zweiten Standjahr und bildet im ersten Jahr wunderbar würzige Blattmasse für die Ernte aus. Man unterscheidet zwischen der Glatten und der Krausen Petersilie. Während die glattblättrige Petersilie aromatischer schmeckt, hat die krausblättrige den großen Vorteil, dass sie nicht mit ähnlich aussehenden, aber giftigen Verwandten, wie der Hundspetersilie (Aethusa cynapium), verwechselt werden können. Der gefährliche Doppelgänger der Blattpetersilie kann jedoch durch einen strengen, unangenehmen Geruch beim Zerreiben der Blätter überführt werden.

Die Variation der Blattform soll den Petersilienfan also vordergründig vor einer folgenschweren Verwechslung schützen. Deshalb widmeten sich bereits Mönche im Mittelalter der Züchtung einer krausblättrigen Petersilie, welche sich nun einer großen Beliebtheit in Garten und Küche erfreut. Bei beiden Varianten gibt es zahlreiche Petersilie-Sorten, die sich auch hervorragend für den Anbau zuhause eignen.

Petersilie anpflanzen

Petersilie wartet nur im frischen Zustand mit seinem einzigartigen Aroma auf. So lohnt es sich besonders, das Kraut auch selbst zuhause anzupflanzen und immer wieder frisch davon ernten zu können. Wir erklären, wie der Anbau, von der Aussaat bis zur Ernte von Petersilie, gelingt.

Wann wird Petersilie gepflanzt?

Petersilie benötigt zum Wachstum ausreichend Wärme, und so ist der Anbau im Gewächshaus oder im Freien nur von Frühjahr bis Herbst möglich. Im Haus kann Petersilie an einem guten Standort das ganze Jahr über kultiviert werden, sie wächst wegen des geringeren Lichtangebots dort aber meist viel schwächer.

Der richtige Standort für Petersilie

Petersilie bevorzugt einen hellen Standort und leidet unter Schatten. Weil sie aber ebenso keine Hitze über 22 °C verträgt, ist lichter Halbschatten für sie optimal. Die Blattpetersilie bevorzugt nährstoff- und humusreiche Böden, die lockere und feuchte Erde bieten. Sie erträgt Trockenheit nur schlecht, der Boden sollte also gut Wasser halten können. Staunässe sollte jedoch strikt vermieden werden, da die Wurzeln zu faulen beginnen können, was der Petersilie schnell den Garaus macht.

Wählen Sie eine Stelle aus, an der mindestens drei bis vier Jahre keine Petersilie gestanden hat – das Doldenblütengewächs ist hochgradig selbstunverträglich. Auch andere Doldenblütler, wie Möhre (Daucus carota), Fenchel (Foeniculum vulgare) oder Pastinake (Pastinaca sativa), sollten nicht direkt nach der Petersilie gepflanzt werden.

Als Vorfrucht für Petersilie eignen sich besonders gut Hülsenfrüchte (Leguminosen) wie Bohne (Phaseolus vulgaris) oder Erbsen (Pisum sativum). Das Gewürzkraut ist keine gute Vorfrucht für starkzehrende Gemüsearten, die einen hohen Nährstoffgehalt benötigen, denn die Petersilie hinterlässt so gut wie keine Pflanzenmasse in Form von Laub oder Wurzeln, die als organischer Dünger dienen kann.

Als Folgekultur eignen sich Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), Rettich (Raphanus sativus), Knoblauch (Allium sativum) und Lauch (Allium ampeloprasum) sowie Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica). In einer Mischkultur gibt sich das Gewürzkraut wählerisch, auch hier sollten keine Doldenblütler enthalten sein. Gute Nachbarn für die Petersilie sind Tomaten (Solanum lycopersicum), Gurken (Cucumis sativus), Kartoffeln (Solanum tuberosum), Zwiebeln (Allium cepa), Knoblauch, Rettich und Kohlgewächse.

gute Nachbarn der Petersilie

Petersilie und Zwiebelgewächse sind einander gute Nachbarn [Foto: NeroV/ Shutterstock.com]

Petersilie säen

Die Petersilie wird ab März mit 1,5 bis 3 cm Tiefe direkt ins Beet gesät. Dort kann die Aussaat bis in den Juni hinein erfolgen. Im März ist der Boden oft noch kalt und die Keimung dauert sehr lange. In wärmeren Monaten lassen sich die Keimlinge schneller blicken und keimen auch zuverlässiger. Im Gewächshaus kann die Aussaat von Petersilie sehr spät sogar noch Mitte August erfolgen. So können Sie sogar noch im November frisches Blattgrün ernten. Zwischen einzelnen Petersilie-Reihen sollte ein Abstand von 20 bis 30 cm eingehalten werden. Innerhalb der Reihen genügen den Einzelpflanzen dann wenige Zentimeter zum Nachbarn. Eine Vliesabdeckung schützt zarte, empfindliche Petersilien-Keimlinge in frostigen Frühjahrsnächten vor dem Erfrieren.

Bis zur Keimung sollte zudem regelmäßig gewässert werden, um Trockenheit zu verhindern. Die Keimung der Petersilie dauert sehr lange, sie braucht bei einer optimalen Temperatur von 12 bis 16 °C bis zu 30 Tage. Förderlich für das Auflaufen der Petersilie ist das Vorquellen der Samen vor der Aussaat über Nacht in lauwarmem Wasser. Eine Alternative sind hier bereits vorgezogene Jungpflanzen, die im Frühjahr und Sommer bei Gärtnereien oder Gartencentern angeboten werden. Petersilie kann jedoch auch auf dem eigenen Fensterbrett ab Februar aus Samen vorgezogen werden.

Petersilienpflanzen im Beet

Petersiliensamen benötigen bis zu 30 Tage für die Keimung [Foto: Perutskyi Petro/ Shutterstock.com]

Petersilie entzieht dem Boden mittlere bis höhere Mengen an Nährstoffen. Daher wählt man anders als bei vielen anderen Kräutern eine vorgedüngte Pflanzerde. Unsere Plantura Bio-Universalerde verhindert durch die enthaltenen Nährstoffe Mangelsymptome und eignet sich daher sehr gut für die Topfkultur von Petersilie.

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Petersilie einpflanzen

Jungpflanzen der Petersilie können ab Anfang April bis August ins Freie gepflanzt werden, egal ob Sie selbst die Setzlinge in Haus vorgezogen oder ein paar Pflänzchen gekauft haben. Im Beet bevorzugt das Gewürzkraut einen Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen von etwa 10 cm. Beim Pflanzen der Petersilie sollten Sie besonders auf die oft noch sehr zarten und empfindlichen Wurzeln achten. Geben Sie etwas organischen Dünger ins Pflanzloch, setzen Sie die Pflänzchen außerdem nicht zu tief in die Erde und drücken Sie die Erde rundherum leicht an. Mit dem abschließenden Gießen spülen Sie nun noch die Erde direkt an die Wurzeln.

Tipp: Die giftige Hundspetersilie sollten Sie grundsätzlich aus Ihrem Garten entfernen, wenn Sie diese entdecken. Nicht nur, weil sie versehentlich verspeist werden könnte. Auch weil sie möglicherweise dazu in der Lage ist, Küchenpetersilie zu bestäuben – was zu ebenfalls giftigen Nachkommen führen könnte, die dann noch viel eher auf unserem Teller landen.

Petersilie im Topf anpflanzen

Auch stolze Besitzer von Fensterbänken müssen nicht auf frische Petersilie verzichten, sie kann hier einfach in Töpfe ausgesät oder verpflanzt werden. Befüllen Sie hierzu ein Pflanzgefäß mit einer lockeren Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Universalerde. Der hohe Kompostgehalt trägt maßgeblich zur Wasserspeicherung bei, von der die Blattpetersilie besonders profitiert. Drücken Sie die Erde um die Petersilienpflanzen leicht an und wässern Sie anschließend ausgiebig. Staunässe sollte jedoch nicht entstehen, ein guter Wasserabzug sollte daher gewährleistet werden. Petersilie steht im Topf gern hell, an zu schattigen Plätzen sollte sie nicht aufgestellt werden. Besonders im Sommer muss auf das regelmäßige Gießen geachtet werden, da die Petersilie Trockenheit nicht verträgt. Weitere Tipps zur Pflege von Petersilie finden Sie in unserem weiterführenden Artikel.

Petersilie im Topf auf Fensterbrett

Auch im Topf kann man Petersilie anbauen [Foto: Marie C Fields/ Shutterstock.com]

Petersilie ernten und lagern

Wie der Name bereits verrät, werden bei der Blattpetersilie die Blätter samt Stängel geerntet. Mit Eintreten der Blüte sollte die Pflanze nicht mehr geerntet werden, denn hier geht ein Großteil der Aromastoffe verloren. Bei der Ernte von Petersilie sollten vorsichtig nur einzelne Blattstiele mit einem scharfen Messer oder einer Schere ganz unten abgeschnitten werden. So bleibt das Wachstumszentrum der Pflanze erhalten und weitere Blätter werden gebildet. Mit der Ausbildung der Blüte wird zusätzlich vermehrt das ätherische Öl Apiol produziert. Dieses kann bei übermäßigem Konsum zum Zusammenziehen der Muskulatur von Gebärmutter und Verdauungsorganen führen. Aus diesem Grund sollten Sie Petersilie auch nicht an trächtige Meerschweinchen oder andere Nager verfüttern, da die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt ansteigt. Wenn jedoch keine Trächtigkeit vorliegt, ist das Kraut ein gesundes Leckerchen für die kleinen Fellnasen.

Petersilie ernten per Hand

Petersilie kann beerntet werden, bis die Blüte eintritt [Foto: Olinchuk/ Shutterstock.com]

Petersilie sollte immer frisch geerntet werden, da sie sich kaum lagern lässt. Wenn möglich sollte das Würzkraut immer frisch geschnitten und direkt verwendet werden. Einige Tage lang halten sich die Blattstiele, wenn man sie in ein Glas mit etwas Wasser stellt. Eingeschlagen in ein feuchtes Baumwolltuch kann man Petersilie ebenfalls ein paar Tage im Kühlschrank lagern. Leider verliert das Kraut schnell an Aroma, nach dem Trocknen von Petersilie ist der Geschmack weitestgehend sogar komplett verloren. Lediglich wenn die Blätter fein zerhackt und anschließend eingefroren werden, kann man die Aromastoffe der geernteten Petersilie noch einige Monate lang erhalten.

Hinweis: Grundsätzlich können von der Petersilie auch Samen gewonnen werden. Das Saatgut wird im September gewonnen, getrocknet und ist etwa zwei Jahre lang keimfähig. Die Samen sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden, denn sie enthalten hohe Konzentrationen an Apiol.

Verwendung von Petersilie in der Küche

Weltweit bekannt und geliebt ist die Petersilie zum Würzen und Garnieren heißer oder kalter Speisen. Selbst in Indien und dem kalten Russland wird dieses robuste zweijährige Kraut aus diesem Grund angebaut.

Gefrorene Petersilie sollte übrigens nicht aufgetaut, sondern gefroren zu den Gerichten gegeben werden, da sie schnell verdirbt. Petersilie sollte nicht mitgekocht, sondern kurz vor dem Servieren hinzugegeben werden, um den typischen Geschmack zu erhalten.

Typische Gerichte mit Petersilie sind beispielsweise die französische Persillade, kaltes Rindfleisch mit einer Marinade aus Essig, Öl und gehackter Petersilie. Tabouleh, ein Salat aus Tomate, Minze und reichlich Petersilie, wird hingegen in der Türkei und anderen arabischen Ländern serviert. In der berühmten Frankfurter Grünen Soße ist Petersilie ein wesentlicher Bestandteil.

Petersilie im Salat

Petersilie wird weltweit, wie hier in einem Tabouleh-Salat, verwendet [Foto: alexzrv/ Shutterstock.com]

Auch in der Volksmedizin hat die Petersilie einen festen Platz als Heilpflanze erobert. Neben ihren verdauungsförderlichen und immununterstützenden Eigenschaften lassen sich sogar Schmerzen durch Insektenstiche oder Sportverletzungen stillen. Mundgeruch lässt sich mit dem Kauen von ein paar Petersilienblättchen vertreiben. Petersilien-Tee soll heilend bei Gicht und Harnsteinen wirken, sollte jedoch nicht bei Schwangerschaft, Nierenleiden oder Herzrhythmusstörungen angewendet werden.

Petersilie ist eine ideale Wahl für den Anbau von Kräutern im Topf. In unserem Spezialartikel geben wir Tipps zur Pflanzung und Pflege der würzigen Pflanzen.

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