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Rosmarin anbauen: Das mediterrane Kraut im eigenen Garten

Egal ob zu Kartoffeln oder Fleisch – Rosmarin besticht durch sein intensives Aroma. Wir zeigen, was beim Anbau des mediterranen Küchenkrautes zu beachten ist.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) gehört zu den Lippenblütengewächsen (Lamiaceae) und reiht sich damit neben anderen berühmten Kräutern wie Salbei (Salvia officinalis) oder Thymian (Thymus vilgaris) ein. Der intensive Duft, welchen der Rosmarin seinen ätherischen Ölen verdankt, war schon in der Antike weitverbreitet und sehr beliebt. Wir zeigen Ihnen, was es zu beachten gilt, um das würzige Küchenkraut aus dem Mittelmeerraum im eigenen Garten richtig anzubauen, zu pflegen und natürlich zu ernten.

Rosmarin anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Bei der Standortwahl für den Rosmarin ist man nicht gezwungenermaßen nur auf das Beet angewiesen, denn auch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse gedeiht der mediterrane Halbstrauch prächtig. Ein sonniger Platz sollte dem Sonnenkind jedoch in jedem Fall ermöglicht werden. Rosmarin bevorzugt einen nicht zu humusreichen, lehmig-steinigen Boden. Viel wichtiger ist es aber, darauf zu achten, dass der Boden gut Wasser durchlässig ist. So besteht nicht die Gefahr einer Vernässung, die in einer meist tödlichen Wurzelfäule enden würde.
  2. Vermehrung: Eine Vermehrung über Samen ist zwar möglich, doch ist davon abzuraten. Es dauert schlicht zu lange, bis aus dem Samen ein stattliches Kraut entstanden ist, von dem man ernten kann. Die Vermehrung über Stecklinge ist da schon vielversprechender und dauert längst nicht so lange wie die Samenvermehrung. Dazu werden im Frühjahr junge, krautige Triebe von 5 bis 10 cm Länge mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Die geschnittenen Triebe sollten in spezielles Substrat für Stecklingsvermehrungen gesteckt werden. Ist noch keine Mutterpflanze vorhanden, so bietet jede gut sortierte Gärtnerei Rosmarinpflanzen im Topf an. Diese können entweder im Topf weiter kultiviert werden, oder aber in ein Beet ausgepflanzt werden.
    Rosmarin Stecklinge schneiden

    Schneiden Sie nur junge Triebe ab, die noch nicht verholzt sind [Foto: MicrostockStudio/ Shutterstock.com]

  3. Wässern und Düngen: Auch, wenn der Rosmarin keine Staunässe mag, gegen eine ausgewogene Bewässerung hat er nichts einzuwenden. Bei zu lang andauernder Trockenheit verliert der Halbstrauch sogar schnell seine aromatischen Nadeln. Im Frühjahr sollte zur Unterstützung beim kräftezehrenden Austrieb eine Düngung vorgenommen werden. Danach ist eine weitere Düngung vor allem, wenn der Rosmarin im Beet steht nicht zwingend erforderlich. In jedem Fall sollte der Lippenblütler aber nicht mehr nach August mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden.
  4. Überwinterung: Wird der Rosmarin im Topf kultiviert, so sollte er nach Möglichkeit den Winter über in einen kühlen Raum im Haus oder noch besser in den hellen Wintergarten geholt werden. Ist der würzige Halbstrauch jedoch ins Beet ausgepflanzt, so sollte der mediterrane Wärmeliebhaber unbedingt mit Reisern oder schützendem Vlies abgedeckt werden. Das hilft auch, wenn das Kraut an einem Platz steht, den auch die Strahlen der tiefstehenden Wintersonne erreichen. Denn bei dauerhaft gefrorenem Boden und gleichzeitig hoher Sonneneinstrahlung wird dennoch Wasser verdunstet, wobei die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachziehen können. Ein Trockenschaden könnte somit drohen.
    Rosmarin im Winter mit Schnee im Garten

    Bei starkem Frost sollten Sie ihn mit Vlies abdecken [Foto: B.D.’s worldCC BY-SA 2.0]

  5. Schnitt: Rosmarin weist ein recht starkes Wachstum auf und droht ohne regelmäßige Schnittmaßnahmen schnell zu verholzen. Um die Pflanze in Form zu halten und für eine gute Verzweigung zu sorgen, sollte im Frühjahr ein strenger Rückschnitt vorgenommen werden. Allerdings sollte man bis Anfang Mai damit warten, um die jungen Neuaustriebe nach einem Schnitt vor gefährlichen Nachtfrösten zu schützen. Der Rosmarin sollte anders als beim Thymian (Thymus vulgaris) nicht bis in den verholzten Teil der Pflanze zurückgeschnitten werden. Aus zu holzigen Trieben würde dem Kraut der Austrieb zu schwer fallen und der Neuaustrieb und die angestrebte Verzweigung würden gänzlich ausbleiben. Doch auch die Ernteschnitte sorgen ganz nebenbei dafür, dass der Rosmarin in Form gehalten wird. Der frühjährliche Formschnitt kann dadurch allerdings nicht ganz ersetzt werden.
    Rosmarin im Topf

    Rosmarin wächst sehr schnell (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

  6. Pflanzenschutz: Im Freien treten für den Rosmarin meist keine ernsten Probleme mit Schädlingen auf. Auf der Fensterbank kann die Pflanze schon mal von tierischen Schädlingen wie Blattläusen oder Spinnmilben heimgesucht werden. In der Regel ist eine mehrmalige Behandlung mit einer Seifenlauge ausreichend, um die Plagegeister von dem würzigen Halbstrauch zu vertreiben. Zu chemischen Pflanzenschutzmitteln sollte nur im äußersten Notfall gegriffen werden. Sind diese nämlich im Einsatz müssen auch mögliche Wartezeiten berücksichtigt werden, bis der Rosmarin nach der Behandlung wieder für den Verzehr geeignet ist.
  7. Ernte: Rosmarin kann ganzjährig geerntet werden. Ein klarer Vorteil des Rosmarins: Man kann von ihm auch im Winter aromatische Triebe abernten. Die Ernte sollte allerdings nur nach Bedarf erfolgen, um stets in den Genuss des vollen Aromas zu kommen.
  8. Lagerung: Ganz klassisch kann Rosmarin natürlich wie viele andere mediterrane Kräuter auch durch Trocknung länger haltbar gemacht werden. Von einer Beschleunigung des Prozesses im Backofen oder dem Aufhängen zum Lufttrocknen an einem hellen Ort wird allerdings abgeraten, da so zu viel Aroma verloren geht. Ein besseres Ergebnis erzielt da das Einlegen in Olivenöl. Die von den Zweigen abgestreiften und klein gehackten Rosmarin-Nadeln werden mit Hilfe eines Trichters in eine Flasche gegeben und dann mit gutem Olivenöl aufgefüllt.
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Sind Sie auch ein begeisterter Rosmarin-Hobbyanbauer? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

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