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Rosmarin schnell und einfach selbst vermehren

Rosmarin ist eines der beliebtesten Küchenkräuter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den würzigen Halbstrauch ganz einfach selbst vermehren können.

Rosmarin vermehren über Stecklinge

Die Vermehrung über Stecklinge ist einfach und vor allem schnell [Foto: Cristina SanvitoCC BY 2.0]

Von der Vermehrung des Rosmarins (Rosmarinus officinalis) ist grundsätzlich eher abzuraten. Es dauert schlicht zu lange, bis der Samen keimt und sich die zarten Keimlinge an die Substratoberfläche schieben. Unter optimalen Bedingungen mit hohen Keimtemperaturen von 25 bis 30 °C dauert es bereits sechs bis acht Wochen bis das erste Grün sich zum Tageslicht streckt. Diese Variante ist also eher etwas für Geduldige, die ihren Rosmarin-Bestand ausbauen möchten. Ist bereits eine Rosmarin-Pflanze vorhanden, kann viel besser und schneller über Stecklinge vermehrt werden. Wir zeigen Ihnen, wie das geht und was es zu beachten gilt.

Vermehrung von Rosmarin über Stecklinge

  1. Wählen der richtigen Jahreszeit: für die Stecklingsvermehrung ist in der Regel das Frühjahr am günstigsten geeignet. Zu dieser Jahreszeit treiben die Pflanzen frisch aus. Die zarten jungen Triebe lassen sich besonders gut bewurzeln. Außerdem begünstigt das höhere Lichtangebot im Frühjahr die Vermehrung des Rosmarins über Stecklinge. Optimal ist ein heller und warmer Platz auf der Fensterbank.
  2. Schneiden der Stecklinge: Die Triebe, die als Stecklinge dienen, sollten eine Mindestlänge von 5 cm haben, maximal jedoch 10 cm lang sein. Wichtig ist zu beachten, dass die Triebe noch keine Bewurzelung im unteren Bereich aufweisen – diese würden die Bewurzelung unnötig erschweren und für einen verminderten Bewurzelungserfolg führen. Bevorzugen Sie zum Schneiden der Stecklinge ein scharfes Messer. Durch Scheren werden Quetschungen an der Schnittstelle verursacht, die für die Bildung von neuen Wurzeln am Steckling nicht gerade förderlich sind.
    Rosmarin Stecklinge im Garten

    Die Triebe sollten mind. 5 cm lang sein und noch keine Wurzeln aufweisen [Foto: Cristina SanvitoCC BY 2.0]

  3. Wahl des Substrates: Zur Vermehrung von Pflanzen über Stecklinge werden spezielle Substrate angeboten. Diese zeichnet ein geringer Nährstoffgehalt aus. Außerdem besitzen sie eine sehr luftig-lockere Struktur, was den zarten neugebildeten Wurzeln des Stecklings das Vordringen im Topf erleichtert und sie so außerdem mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Füllen Sie das Substrat am besten zunächst in Vermehrungsplatten oder kleine abbaubare Papiertöpfe, das spart Platz auf der Fensterbank und in ein größeres Gefäß umtopfen können Sie die kleinen Pflänzchen immer noch nach der erfolgreichen Bewurzelung.
  4. Die Stecklinge in die Erde bringen: Stecken Sie die Stecklinge nicht zu tief in das Substrat. Lediglich der erste Zentimeter oberhalb der Schnittstelle sollte im Substrat stecken. Falls erforderlich, sollten Sie die Nadeln an dieser Stelle entfernen. Wenn diese im Substrat sind, beginnen sie zu schimmeln. Nachdem die Stecklinge den Weg in das Substrat gefunden haben, wässern Sie dieses gut auf. Mit Wasser sollten Sie hier nicht sparen.
  5. Die perfekte Umgebung schaffen: Neben einem warmen und hellen Ort auf dem Fensterbrett legen Stecklinge großen Wert auf die sogenannte gespannte Luft. Dazu decken Sie die Vermehrungsgefäße mit einem transparenten Deckel ab. Praktisch sind die in verschiedenen Variationen und Preisklassen erhältlichen Vermehrungskästen, die aus einem Unterteil und einem abnehmbaren Deckel bestehen. Stecken Sie lediglich in einen einzelnen Topf, können Sie über diesen auch eine abgeschnittene PET-Flasche stülpen. Folgender Sinn steckt dahinter: Die Stecklinge besitzen noch keine Wurzeln, mit denen Sie Wasser aus dem Substrat nachziehen können. Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit, die man mit der Abdeckung schafft, verhindert man eine zu hohe Verdunstung über die Nadeln des Rosmarins und eine bedrohliche Welke.
    Rosmarin Stecklinge abgedeckt

    Decken Sie die Stecklinge mit einem transparenten Deckel ab [Foto: Cristina SanvitoCC BY 2.0]

  6. Die Stecklinge entwöhnen: Nach zwei bis drei Wochen bilden sich bereits die ersten Wurzeln am abgeschnittenen Rosmarin-Steckling. Nun gilt es, die verwöhnten Jungpflanzen langsam aus ihrer feuchten Komfortzone herauszunehmen. Auf lange Sicht drohen nämlich lebensgefährlich Pilze, den Rosmarin aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit zu befallen. Eine schonende Gewöhnung an die trockenere Umgebungsluft ist ratsam, um die Stecklinge nicht ins kalte Wasser zu werfen. Nehmen sie zum Beispiel den Deckel zunächst nur nachts ab und lassen ihn am Tag wie gewohnt auf den Pflanzen. Wenn Sie den Deckel auch tagsüber herunternehmen, beobachten Sie die zierlichen Pflänzchen etwas genauer. Falls das Gewebe zu weich wird und eine schlappende Welke droht, bedecken Sie sie besser wieder mit dem transparenten Deckel. Alternativ können Sie die Rosmarin-Zöglinge auch mit dem feinen Wasserstrahl eines Zerstäubers benetzen.
Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Wählen Sie beim Rosmarin also lieber die Vermehrung über Stecklinge – dann kommen Sie auch früher in den Genuss des würzigen Küchenkrautes. Wenn Sie alle Schritte beachten, fühlen sich die Rosmarin-Stecklinge bei Ihnen garantiert wohl und belohnen das Umsorgen mit einem bemerkenswerten Vermehrungserfolg.

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