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Safran anbauen: das edle Gewürz im eigenen Garten

Es ist das teuerste Gewürz der Welt – Safran. Wir zeigen Ihnen, wie man das außergewöhnliche Gewürz im eigenen Garten anbauen kann.

Mit Safran (Crocus sativus) werden Gerichte nicht nur gewürzt, sondern veredelt. Ein Gramm des edlen Gewürzes kostet etwas weniger als die Hälfte dessen, was für ein Gramm Gold gezahlt werden muss. Dabei ist Safran nur durch Zufall aus einer verwandten Krokus-Art entstanden. Das mutierte Schwertliliengewächs (Iridaceae) besitzt einen dreifachen Chromosomensatz und ist somit steril. Es können keine Samen für die Vermehrung gewonnen werden. Dafür zeichnen ihn besonders lange, rot gefärbte Griffel aus. Sie sind für das charakteristische bitter-würzige Aroma und die gelb-rote Färbung bekannt. Seinen Ursprung hat Safran in der Ägäis und wird vornehmlich in warmen Mittelmeerregionen und dem Nahen Osten angebaut. Doch mit etwas Geschick kann das edelste Gewürz der Welt auch in Ihrem Garten gedeihen.

Safran anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Safran liebt die Sonne. Die kleine Knolle treibt erst im September aus und blüht im Oktober. Auch dann benötigt das Schwertliliengewächs einen Platz mit viel Sonne. Die Bodenbeschaffenheiten sollten so sein, dass Staunässe in jedem Fall vermieden wird. Ist der Boden zu schwer, kann einfach etwas Sand oder organisches Material zur Auslockerung eingearbeitet werden. Auch im Topf kann Safran angebaut werden. Man verwendet am besten handelsübliche Blumenerde, der etwas Sand untergemischt wird.
    Safran Blüten auf dem Feld

    Blumenerde, der etwas Sand untergemischt wird, ist am besten für den Anbau geeignet [Foto: Isabel2016/ Shutterstock.com]

  2. Vermehrung: Wie schon erwähnt ist Safran triploid und somit steril. Das Pflänzchen kann nicht über Samen vermehrt werden. Jedoch bilden die kleinen Knollen im Boden sogenannte Tochterknollen. Diese haben exakt das gleiche Material wie die Mutterknolle. Die kleinen Tochterknollen können gerodet, vereinzelt und wieder eingepflanzt werden.
    Safran zwiebeln

    Safran kann nicht über Samen vermehrt werden, nur über die Tochterknollen [Foto: Abdul Qadeer Shahid 7/ Shutterstock.com]

  3. Pflanzen: Die kleinen Knollen können von Juni bis Ende August in den Boden gesetzt werden. Die optimale Tiefe für das Setzen der Knollen beträgt 10 bis 15 cm bei einem Abstand innerhalb der Reihen von 10 cm. Safran ist ein sogenannter Herbstkrokus und treibt deshalb im Gegensatz zu seinen verwandten Frühjahrsblühern erst im Herbst aus. Die Blüte folgt dann im Oktober. Das Laub bleibt den Winter überstehen und zieht erst je nach Klima im April ein. Nachdem das Laub abgestorben ist und die Nährstoffreserven für den nächsten Austrieb in die Knolle verlagert wurden, können die Knollen gerodet und mögliche Tochterknollen abgetrennt werden.
    Safran Blüten in der sonne

    Safran blührt erst im Oktober [Foto: Gts/ Shutterstock.com]

  4. Gießen und Düngen: Der Safranknolle ist etwas mehr Trockenheit lieber als Staunässe. In keinem Fall darf zu viel gegossen werden. Gelegentliches Gießen bei extremer Wärme und Trockenheit im spätsommerlichen September reicht vollkommen aus, um die Knolle mit Wasser zu versorgen. Wird Safran im Topf kultiviert, so ist eine zusätzliche Düngung des Substrates nicht erforderlich. Beim Anbau im gewachsenen Boden kann dem Boden im Frühjahr etwas organisches Material untergegraben werden. Eine zusätzliche Düngung der kleinen Pflänzchen ist ansonsten nicht zwingend erforderlich.
  5. Überwintern: Safran verträgt Temperaturen bis -15 °C. Bei niedrigeren Temperaturen wird es kritisch um das Überleben der Knolle und auch Winterschutz hat bei so kalten Temperaturen nur noch relativ geringe Wirksamkeit. Man kann die Stelle mit Tannenzweigen oder einem Stück Vlies abdecken. Die in Töpfen gepflanzten Safranknollen können ins Warme geholt werden. Viel wichtiger sind konstante Temperaturen um 15 °C während der Blütenentwicklung. Das gewährleistet eine sichere und reichhaltige Blüte. Diese warmen Temperaturen herrschen jedoch eher in den bevorzugten südlichen Anbaugebieten und es ist hier nicht sicher mit ihnen zu rechnen.
    Safran ernten vom Feld mit der Hand

    Wichtig sind konstante Temperaturen um 15 °C während der Blütenentwicklung des Safrans [Foto: Kalinka Georgieva/ Shutterstock.com]

  6. Ernte: Die Ernte ist ein ausschlaggebender Grund, warum Safran so wertvoll ist. Sie erfolgt in reiner Handarbeit. Die roten, langen Narben werden mit einer Pinzette oder mit geübten Handgriffen mit den Fingern von dem Rest der Blüte abgetrennt. 60 bis 80 Gramm der wertvollen Griffel schafft ein geübter Pflücker so am Tag zu ernten. Die Erntezeit begrenzt sich auf zwei bis drei Wochen im Oktober. Die Morgenstunden sind die beste Tageszeit, um Safran zu ernten. So werden die feinen Fäden und ihr Aroma vor dem Verlust der ätherischen Öle durch zu starker Sonneneinstrahlung geschützt. Um ein Kilogramm Safran in den Handel geben zu können, müssen auf circa 10.000 m2 150.000 bis 200.000 Blüten beerntet werden.
    Safran trennen per Hand

    Die Ernte ist ein ausschlaggebender Grund, warum Safran so wertvoll ist [Foto: Philippe 1 bo/ Shutterstock.com]

  7. Lagerung: Im Anschluss an die Ernte bietet es sich an, die Safrangriffel direkt zu trocknen. In der Sonne ausgebreitet, ist dieser Prozess nach maximal einer Stunde abgeschlossen. Die Griffel können auch im Backofen bei ungefähr 40 °C innerhalb kürzester Zeit (15 – 30 Min) getrocknet werden. Durch den Wasserentzug verlieren die Griffel circa 40 % ihres Gewichtes. In der Regel werden die Griffel nicht zu einem Pulver gemörsert, sondern in ihrer Fadenform gelagert. Das gelbe Pulver könnte leicht mit dem aus dem Kurkuma-Rhizom gewonnen Pulver verwechselt werden. Und tatsächlich sind gefälschte Safran-Pulver keine Seltenheit auf dem Markt. Die Safrangriffel sollten während der Lagerung in jedem Fall luftdicht verschlossen werden, um sie vor Luftfeuchtigkeit zu schützen. Wird die Lichteinstrahlung verhindert, so hält das Aroma der Fäden länger und die charakteristische, intensive Färbung verbleicht nicht so schnell. Unter diesen optimalen Bedingungen ist Safran bis zu zwei Jahren ohne Einbußen an Aromen und Färbekraft zu lagern.
    getrockneter Safran

    Getrocknet sollte Safran luftdicht und lichtgeschützt aufbewahrt werden [Foto: Brent Hofacker/ Shutterstock.com]

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Der Anbau an sich ist also auch für Safran bei uns durchaus möglich. Problematisch ist es eher, eine reichhaltige Blüte zu erreichen. Zudem muss eine große Menge der edlen Knollen angepflanzt werden, um überhaupt eine beachtliche Menge ernten zu können (150 Blüten für 1 g getrocknete Safrangriffel).

Haben Sie schon Safran erfolgreich im Garten angebaut? Dann teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit uns!

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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