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Thymian: anbauen, ernten und lagern

Als Heil- und Gewürzpflanze ist Thymian sehr nützlich. Wir zeigen Ihnen, was für den richtigen Anbau im eigenen Garten zu beachten ist.

 

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) ist ein wärmeliebender Halbstrauch mit Ursprung an der europäischen Mittelmeerküste. Neben ihm gehören mehr als 200 weitere Arten zur Gattung der Thymiane (Thymus). Dementsprechend groß ist die Vielfalt. Sie reicht von kriechenden Winzlingen, die kleiner als 10 cm bleiben, bis hin zu Geruchs- und Geschmacksexoten, die an Kümmel, Zitrone oder Ingwer erinnern. Der echte Thymian ist besonders für sein heilendes ätherisches Öl – dem Thymianöl – bekannt. Damit man von diesem jedoch profitieren kann, sind einige Kleinigkeiten für den erfolgreichen Anbau des echten Thymians im eigenen Garten zu beachten.

Thymian anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Beim echten Thymian liegt der Schlüssel zum Erfolg direkt zu Beginn. Der Standort ist das Wichtigste, um den Anbau des immergrünen Halbstrauches mit Erfolg zu krönen. Bevorzugt wird von dem mediterranen Lippenblütler ein trockener und durchlässiger Boden. Dieser darf auch sehr steinig und kalkhaltig sein. In kalkhaltigen Böden sind aufgrund des hohen pH-Wertes jedoch nicht mehr alle Nährstoffe frei für die Pflanze verfügbar. So kann es beim Thymian hier schnell zu Eisenmangel-Symptomen kommen.  Dann werden zunächst die jüngsten Blätter gelb, wobei die Blattadern auffällig grün bleiben. Einfache Methoden, um den Boden-pH etwas abzusenken und das Eisen wieder verfügbar zu machen sind zum Beispiel die Einarbeitung von Kaffeesatz oder Humus auf Basis von Nadelgehölzen.
    Stehen nur lehmige Böden zur Verfügung, so sollte lieber darauf verzichtet werden, Thymian im Beet anzubauen. Mit ein wenig Arbeitsaufwand könnte man jedoch auch diese schweren, vernässenden Böden für das Heilkraut präparieren. Eine tiefreichende Einarbeitung von Kompost in jedem Frühjahr und die Aussaat von tiefwurzelnden Pflanzen, die als Gründünger geeignet sind, im Herbst lockert die Bodenstruktur nachhaltig auf.
    Eine Kultur des Thymians im Topf ist natürlich auch möglich. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass das gewählte Substrat einen Sandanteil von circa 30 % aufweist. Auch hier ist die Durchlässigkeit oberstes Gebot.

    Thymian im Topf mit Erde

    Auch im Topf sollte ein durchlässiges Substrat gewählt werden (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

  2. Vermehrung: Für echten Thymian kommt einerseits die Vermehrung durch Aussaat und andererseits die Stecklingsvermehrung in Frage. Soll der Lippenblütler über Stecklinge vermehrt werden, so können im Frühjahr die ersten jungen Triebe entnommen und bewurzelt werden. Die Stecklinge sollten dabei anfangs in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit gehalten werden. Ist die Luft nämlich sehr trocken, so müsste mehr Wasser über die noch nicht vorhandenen Wurzeln vom Steckling aufgenommen werden. Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, ist es wichtig den Steckling von der Komfortzone der hohen Luftfeuchtigkeit zu entwöhnen. Sie begünstigt nämlich die Bildung von pilzlichen Schaderregern am Steckling. Die Vermehrung des Thymians über Aussaat wird besser an einem geschützten Ort im Haus vorgenommen. Im Freien kann der sehr feine Samen sehr leicht vom Winde verweht werden. Da Thymian außerdem ein Lichtkeimer ist, darf das Saatgut für einen optimalen Keimungserfolg nicht mit einer schützenden Substratschicht bedeckt werden. Im Haus kann der Samen bereits ab März ausgebracht werden. Bei einer Temperatur von 15 °C keimt Thymiansamen ungefähr innerhalb von 15 Tagen. Mitte Mai kann der Thymian dann mit einem Wachstumsvorsprung als Jungpflanze ins nun frostfreie Freiland gepflanzt werden.Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
    • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
    • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
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  3. Wässern und Düngen: Für Gieß- und Düngfaule ist echter Thymian genau die richtige Pflanze. Auch länger andauernde Trockenheit macht ihm nichts. Sein Wachstum stellt er zwischenzeitlich dennoch ein. Sowohl die Düngung im Allgemeinen, aber besonders die zusätzliche Gabe von Stickstoff sollte sehr verhalten ausfallen. Wird zu viel gedüngt, schießt Thymian schnell durch. Alle sechs bis acht Wochen ist eine Ergänzungsdüngung auch im Topf vollkommen ausreichend. Ab August sollte die Düngung gänzlich eingestellt werden. So wird das Wachstum gedrosselt und das junge Gewebe hat vor dem Winter noch genügend Zeit, auszureifen und eine ausreichende Winterhärte zu entwickeln.
  4. Überwinterung: Der mediterrane Sonnenanbeter ist nicht vollkommen frosthart. Deshalb sollte vor dem Winter eine schützende Abdeckung vorgenommen werden. Auch ein schützender Standort an einer Hauswand oder Hecke bietet sich an. So wird die Winterkälte etwas abgepuffert und der Thymian erfreut sich etwas milderer Temperaturen als im freien Feld.
  5. Schnitt: Damit der Halbstrauch nicht zu stark verholzt, sollte im Frühjahr ein Rückschnitt vorgenommen werden. Es wird empfohlen, die Pflanzen bis in den verholzenden Teil zurückzuschneiden. Doch Vorsicht: Es muss auf den richtigen Zeitpunkt geachtet werden. Der Schnitt sollte vor dem Neuaustrieb erfolgen, aber auch nicht zu früh, wenn noch knackige Spätfröste drohen. Dann kann der Frost nämlich in die offenen Schnittstellen eindringen und das Gewebe zerstören.
    Thymian nah Kräutergarten

    Beim Zurückschneiden muss auf den richtigen Zeitpunkt geachtet werden [Foto: EQRoy/ Shutterstock.com]

  6. Ernte: Der Thymian kann laufend beerntet werden. Dabei werden junge Triebe mit einer Länge von etwa 10 cm mit einer Schere abgeschnitten. Wird großen Wert auf ein ausgeprägtes Aroma gelegt, so sollte die Ernte bis zum Erscheinen der Blüte (Juni bis Oktober) abgeschlossen sein. Während der Blüte steckt das Kraut seine gesamte Kraft in die Entwicklung des Blütenstandes. Das geht grundsätzlich auf Kosten der Intensität des charakteristischen Aromas. Die Konzentration der aromatischen Öle ist bei einer Ernte am Vormittag am höchsten. Jede Pflanze hat mit steigenden Temperaturen im Tagesverlauf logischerweise einen höheren Wasserbedarf. Das sorgt im Laufe für eine Verdünnung der ätherischen Öle, die zudem durch die gesteigerte Atmung der Pflanze ausgeschieden werden. Das kann man an einem intensiveren Geruch beim Zerreiben der Blätter am Mittag oder Nachmittag feststellen.
  7. Lagerung: Der Möglichkeiten bieten sich, um die Haltbarkeit zu verlängern:
    • Trocknung: 10 bis 15 cm lange Triebe werden abgeschnitten, gebündelt und kopfüber aufgehängt. Hierfür bietet sich ein dunkler und trockener Raum an, damit die ätherischen Öle während des Trocknungsprozesses möglichst erhalten bleiben.
    • Einfrieren: Die kleinen Blätter werden in filigraner Arbeit von den Thymian-Trieben gezupft, anschließend abgewaschen und sind nun fertig für das Gefrierfach. Je nach Bedarf können sie nun entnommen werden.
    • Einlegen: Frische oder getrocknete Triebe können in Öl oder Essig eingelegt und so konserviert werden. Dabei produziert man gleichzeitig Öl oder Essig mit einer würzigen Thymian-Note. Wichtig ist es, dass die Triebe von der Flüssigkeit ganz umschlossen werden. Bei Luftkontakt tritt nämlich Schimmelbildung ein.
getrockneter Thymian als Strauße gebunden

Durch Trocknung bleibt der Thymian lange haltbar [Foto: Richard NorthCC BY 2.0]

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