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Zitronengras anbauen: Das asiatische Kraut im eigenen Garten pflanzen

Es darf wohl in fast keinem asiatischen Gericht fehlen– das Zitronengras. Wir zeigen Ihnen, was beim Anbau im eigenen Garten zu beachten ist.

Zitronengrad anbauen im Garten

Der Anbau von Zitronengras ist auch bei uns möglich, benötigt aber viel Know-how [Foto: Thomas WengerCC BY-SA 2.0]

Ursprünglich stammt das Zitronenkraut (Cymbopogon citratus) vermutlich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Indiens oder Sri Lankas. Vielleicht ist das Süßgras (Poaceae) somit aufgrund von Gewohnheit und heimatlicher Verbundenheit so frostempfindlich und eignet sich deshalb eigentlich gar nicht für den erfolgreichen Anbau in unseren Breiten. Wir zeigen Ihnen jedoch, welche Möglichkeiten es gibt, damit Sie das nach Zitrone riechende und schmeckende Gras auch in Ihrem eigenen Garten anbauen und ernten können.

Zitronengras anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: Aufgrund seiner Frostempfindlichkeit gibt es nicht den einen Standort für das Zitronengras. Den Winter muss es definitiv bei einer Optimaltemperatur von mindestens 10 °C im Haus verbringen. Im Sommer jedoch kann das Süßgras entweder ins Beet ausgepflanzt, oder aber weiterhin im Topf kultiviert werden. Auf jeden Fall muss man für das Zitronengras ein sonniges Plätzchen auswählen. Dabei sollten der Boden bzw. das Substrat durchlässig und reich an Nährstoffen sein. Für die Topfkultur kann normale Blumenerde, die noch mit etwas drainierendem Sand versetzt wird, verwendet werden. Wird das Zitronengras ausgepflanzt, so ist ein sandiger Lehmboden das perfekte Mittelmaß zwischen Durchlässigkeit und Wasserhaltekraft des Wurzelraumes.
  2. Vermehrung: Es bieten sich mehrere Möglichkeiten, um das Zitronengras zu vermehren. Die Aussaat ist eine von ihnen. In den Monaten Februar und März kann der Samen ausgebracht werden. Bei 15 °C sieht man die ersten Keimlinge nach drei bis vier Wochen – sofern man die Aussaat mit einer Substratschicht bedeckt hat, denn Zitronengras ist ein sogenannter Dunkelkeimer. Wenige Wochen später könnte man das Zitronengras durch Teilung vermehren. Dafür ist jedoch eine Mutterpflanze erforderlich, aus deren Horst man einzelne Halme möglichst mit Wurzel herausreißt und einfach umgehend wieder vereinzelt einpflanzt. Hat man weder Zitronengras-Samen noch Mutterpflanzen zur Hand, kann man auch versuchen, aus gekauften Zitronengrashalmen eine Pflanze zu ziehen. Stellen Sie dafür einfach die Halm-Basis an einem hellen Ort in ein Wasserglas und hoffen, dass sich an ihr Wurzeln bilden. Das Wasser sollte jedoch regelmäßig gewechselt werden. Mit zunehmender Standzeit können sich vermehrt Bakterien bilden, welche die Leitgefäße des Triebes verstopfen.
  3. Gießen und Düngen: Beim Zitronengras muss hinsichtlich des Gießens die gesunde Mitte gefunden werden. Trockenstress sollte in jedem Fall vermieden werden und bei zu viel Feuchte droht Wurzelfäule. Somit sollte durch regelmäßiges Gießen, insbesondere an sonnigen und heißen Tagen, für eine gleichmäßige Feuchtigkeit gesorgt werden. Bei extremer Trockenheit und anschließender intensiver Wassergabe wird das Zitronengras zudem anfälliger für den Befall mit Rostpilzen.
  4. Überwinterung: Zitronengras ist absolut nicht winterhart. Es sollten Temperaturen, die nicht unter 10 °C fallen, für die Überwinterung des Süßgrases angestrebt werden. So muss das Zitronengras – falls im Sommer ins Beet ausgepflanzt – in jedem Fall wieder in wärmere Gefilde zurückgeholt werden. Falls im Haus ein heller Standort frei ist, kann auch im Winter von dem immergrünen Gras geerntet werden.
  5. Ernte: Bei optimalen Überwinterungsbedingungen kann das Zitronengras ganzjährig beerntet werden. Die Halme können einfach wenige Zentimeter oberhalb der Bodenoberfläche abgeschnitten werden. Man sollte nicht zu tief schneiden, da so eventuell Verletzungen der Basis einen Neuaustrieb des Grases an der Stelle gefährden könnten. Um das volle Aroma zu erleben, werden am besten junge, zarte Triebe geerntet. Außerdem ist im Sommer die beste geschmackliche Erntezeit. Durch das regelmäßige Schneiden der Halme durch die Ernte des Zitronengrases entfällt auch ein Rückschnitt des Grases, falls es überaltert. Die kontinuierliche Ernte für den Gebrauch in der Küche sorgt für eine vitale und junge Pflanze.
  6. Lagerung: Zitronengras wird am besten erntefrisch verwendet. Ein Vorteil, besonders vor dem Hintergrund der kommerziellen Produktion in weit entfernten Ländern, ist die gute Lagerfähigkeit des frischen Zitronengras. In Papier eingeschlagen hält es sich bei Lagerung im Kühlschrank für mehrere Wochen ohne Verlust an Aroma. Auf fast bis zu ein Jahr kann man die Verwendbarkeit des Zitronengrases durch Einfrieren verlängern. Das Trocknen, wie es bei vielen anderen Kräutern und Gewürzen vorgenommen wird, sollte beim Zitronengras nicht zur Konservierung durchgeführt werden. Durch den Trocknungsprozess stellt sich leider ein zu hoher Aromaverlust ein.

Sind Sie auch ein begeisterter Zitronengras-Hobbyanbauer? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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