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Zitronenmelisse anbauen: Auf dem Balkon und im Garten

Die mehrjährige Zitronenmelisse kann man einfach selbst vermehren und anbauen – sowohl im Garten als auch auf dem Balkon. Dabei ist eine reiche Ernte so gut wie sicher.

Zitronenmelisse-Blätter
Nicht nur Duft und Geschmack der Zitronenmelisse sind überzeugend [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Bei der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) handelt es sich um ein mediterranes Kraut mit ausgesprochen langer Lebenszeit. Zwanzig bis dreißig Jahre kann die mehrjährige, fruchtige Pflanze ohne Probleme im Garten verweilen. Dabei breitet sie sich Dank der enormen Wuchskraft schnell aus und muss eher im Zaum gehalten werden, damit sie mit der Zeit nicht den gesamten Garten an sich reißt.

Zitronenmelisse: Herkunft und Eigenschaften

Wie Salbei (Salvia officinalis) oder Thymian (Thymus vulgaris) reiht sich die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) in die Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) ein. Sie stammt ursprünglich aus Süd- und Südosteuropa, ist heute aber in ganz Europa und sogar in Asien zu finden. Die mehrjährige Staude wächst aufrecht und kann bis zu 120 cm hoch werden. Ihre Blätter erinnern an die von Brennnesseln (Urtica dioica). Ab Juni zeigen sich die weißen oder weißlich-rosafarbenen Melissen-Blüten, die auch etliche Insekten anlocken. Neben dem Anbau im Beet ist die Zitronenmelisse auch gut im Topf zu kultivieren. Reibt man die Melissen-Blätter zwischen den Fingern, steigt einem ein leichter Zitronenduft in die Nase. Das Aroma sorgt für die Beliebtheit als Gewürz. Besondere Inhaltsstoffe verhelfen der Zitronenmelisse auch zu Wirksamkeit bei innerer Unruhe oder Magen- und Darmbeschwerden. Deshalb wurde der Lippenblütler nicht von ungefähr schon 1988 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Der Anbau des duftenden Krauts im eigenen Garten lohnt sich also in jedem Fall. Die Zitronenmelisse ist unter anderem auch als Melisse, Zitronenkraut oder Gartenmelisse bekannt.

Zitronenmelisse-Blüte
Die Zitronenmelisse-Blüten sind weiß und haben die typische Form der Lippenblütler [Foto: Varts/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten und Sorten

Von der Zitronenmelisse werden zwei Unterarten eingeteilt. Neben den Melissen-Arten gibt es etliche Sorten, die sich vor allem in ihrer Blattfarbe unterscheiden.

  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis ssp. officinalis): Die bekanntere Unterart ist die Zitronenmelisse, die mit etwa 60 cm eher klein bleibt und stark nach Zitrone duftet.
Zitronenmelisse mit grünen Blättern
Die Zitronenmelisse mit klassischen grünen Blättern [Foto: Julitt/ Shutterstock.com]
  • Kreta-Melisse (Melissa officinalis ssp. altissima): Die andere Unterart wird mit circa 90 cm größer und duftet eher nach Mandarine und Limette. Obwohl der Name anders vermuten lässt, ist auch die Kreta-Melisse bei bis zu – 29 °C winterhart.
  • Goldene Zitronenmelisse (Melissa officinalis ‘All Gold’): Neben dem zitronigen Duft kann diese Sorte mit goldgelben Blättern punkten.
Goldene Zitronenmelisse
Die Goldene Zitronenmelisse hat ihren Namen nicht umsonst [Foto: Skyprayer2005/ Shutterstock.com]
  • Zwerg-Zitronenmelisse (Melissa officinalis ‘Compacta’): Mit etwa 40 cm bleibt diese Sorte kleiner als die Art.
  • Gelbbunte Zitronenmelisse (Melissa officinalis ‘Variegata’): Die gelb-grün gemusterten Blätter gestalten diese Sorte zu einem besonderen Hingucker.
  • Binsuga-Melisse(Melissa officinalis ‘Binsuga’): Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen macht diese Sorte extra aromatisch. Sie ist zudem sehr wüchsig und kann ideal für die Teezubereitung verwendet werden.
Zitronenmelisse mit panaschierten Blättern
Die Zitronenmelisse kann auch panaschierte Blätter haben [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Weiße Melisse (Nepeta cataria ssp. citriodora) ist eine Unterart der Katzenminze und gehört nicht zur Zitronenmelisse, obwohl ihre Blätter ebenfalls nach Zitrone schmecken.

Zitronenmelisse anpflanzen: Standort, Aussaat und Co.

Steht die Zitronenmelisse am passenden Standort, so breitet sie sich meist bald aus und gedeiht prächtig.

Der richtige Standort für Zitronenmelisse

Aufgrund ihrer Herkunft aus dem Mittelmeerraum macht der Zitronenmelisse ein sonniger Standort auch im Hochsommer nichts aus. Sogar durch einen Platz im Halbschatten wird die Wuchskraft des mehrjährigen Krautes nicht gemindert. Sie mag einen frischen, lockeren, humosen Boden und hat einen mäßigen Nährstoffbedarf. Die Zitronenmelisse kann sowohl direkt in den Garten gesät, als auch auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden. Da sie sehr breit und buschig wächst, sollte sie unbedingt einzeln stehen.

Zitronenmelisse im Topf: Beim Anbau der Zitronenmelisse im Topf sollte die Erde möglichst durchlässig sein und einen ausreichenden Nährstoffgehalt aufweisen, um den Bedarf des Lippenblütlers zu decken. Hier eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde, die Wasser lange speichern kann, dabei jedoch nicht vernässt. Sie besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen und versorgt die Zitronenmelisse in den ersten Monaten mit allen nötigen Nährstoffen. Um Staunässe zu vermeiden, ist eine Drainageschicht aus Tonscherben empfehlenswert.

Zitronenmelisse in der Sonne
Ein sonniger Standort ist für die Zitronenmelisse gut geeignet [Foto: Kennerth Kullman/ Shutterstock.com]

Aussaat und Pflanzung

Bereits ab Februar können die Samen im warmen Haus ausgebracht und Jungpflanzen zum Auspflanzen vorgezogen werden. Eine Aussaat direkt ins Beet kann, wie für mediterrane Kräuter üblich, erst erfolgen, sobald die Gefahr der Nachtfröste vorbei ist. Dies ist ab Mitte Mai gegeben. Zwischen den Pflanzen sollte ein Abstand von etwa 20 cm eingehalten werden. Der Boden ist in jedem Fall gut aufzulockern. Ist die Erde sehr sandig oder staunass, sollte sie mit humoser Pflanzerde ausgebessert werden.

Ebenfalls zu beachten: Zitronenmelisse ist ein Lichtkeimer, weshalb die Samen nicht mit Substrat bedeckt werden dürfen. Damit es zur Keimung kommt, sollte die Temperatur etwa 20 °C betragen. Befeuchten Sie das Substrat nur leicht, es darf nicht triefnass sein. Wer ein Exemplar im Topf gekauft hat, sollte dieses unbedingt in frische, hochwertige Erde umtopfen oder ab Mai nach draußen an einen geeigneten Standort für die Zitronenmelisse pflanzen.

Tipp: Wenn man eine Kräuterspirale besitzt, kann die Zitronenmelisse auch hier eingepflanzt werden. Sie wächst am liebsten auf mittlerer Höhe der Spirale.

Gute und schlechte Pflanznachbarn

Die Zitronenmelisse verträgt sich mit fast allen mehrjährigen Kräutern wie zum Beispiel Thymian und Minze. Pflanznachbarn sollten die gleichen Standortansprüche haben. Abgeraten wird von einer Nachbarschaft mit Wermut sowie mit einjährigen Kräutern, insbesondere mit Basilikum.

Zitronenmelisse in Kräuterspirale
In einer Kräuterspirale fühlt sich die Zitronenmelisse neben fast allen Kräutern wohl [Foto: terra incognita/ Shutterstock.com]

Pflege der Zitronenmelisse

Nicht nur ihr angenehmer Duft ist überzeugend, sondern auch ihre Robustheit, denn die Zitronenmelisse ist in der Pflege sehr unkompliziert.

Gießen und düngen

Ein gewisses Maß an Trockenheit übersteht die Zitronenmelisse – das verdankt sie ihrer ursprünglichen, mediterranen Herkunft. Doch über eine regelmäßige Wassergabe freut sie sich trotzdem. Beim Anbau im Topf muss sogar, je nach Wetter und Größe des Pflanzgefäßes, zeitweise täglich gegossen werden. Doch wenn zu viel Wasser gegeben wird, schadet man dem mehrjährigen Kraut. Bei anhaltender Nässe kann es nämlich schnell zum Befall mit Wurzelpilzen kommen, welche die Pflanze gänzlich dahinstrecken. Achten Sie also darauf, dass die Zitronenmelisse nie im Wasser steht.

Beim Anbau im Beet ist es ausreichend, bei längerer Standzeit der Zitronenmelisse alle paar Jahre einen vornehmlich organischen Bio-Dünger wie unseren Plantura Bio-Universaldünger oder alternativ Kompost in den Boden einzuarbeiten. Beim Anbau im Topf kann man mittels eines jährlichen Substrataustausches beim Umtopfen der Zitronenmelisse sicher sein, dass die Zitronenmelisse ausreichend mit den erforderlichen Nährstoffen versorgt wird.

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Zitronenmelisse schneiden

Dank der enormen Wuchskraft der Zitronenmelisse kann man beim Schneiden eigentlich nicht viel falsch machen. Auch bei einem mehrmaligen Rückschnitt im Jahr treibt das Kraut immer wieder unbehelligt aus. Wir empfehlen jedoch, kurz vor dem Winter von einem letzten radikalen Rückschnitt abzusehen. Mit den vertrockneten Trieben schützt sich die Melisse nämlich vor frostigen Wintertemperaturen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

In der Regel wird die Zitronenmelisse nicht von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Falls doch einmal Anzeichen eines Befalls zu sehen sein sollten, kann das folgende Ursachen haben.

Zitronenmelisse mit Schädlingen
Manchmal wird die Zitronenmelisse von Schädlingen besucht [Foto: Aleksandr Rybalko/ Shutterstock.com]
  • Mehltau: Weisen die Blätter einen weißlichen Belag auf, hat wohl der Echte Mehltau zugeschlagen.
  • Rost: Sehen Sie hingegen braun-rote Flecken auf den Melisse-Blättern, handelt es sich wahrscheinlich um einen Befall durch einen Rostpilz.
  • Blattläuse: Ein Befall durch Blattläuse lässt sich direkt durch die kleinen Läuse selbst erkennen, die sich auf der Pflanze tummeln.

Meist hilft ein kräftiger Rückschnitt gegen die oben genannten Krankheiten und Schädlinge. Häufig treten sie aufgrund einer zu nährstoffreichen Erde auf, wenn der Pflanze zu viel Stickstoff zur Verfügung steht.

Zitronenmelisse vermehren

Um die Zitronenmelisse zu vermehren, bieten sich verschiedene gärtnerische Methoden an. Für Melissa officinalis sind gleich drei davon geeignet.

Zitronenmelisse-Steckling
Man kann die Zitronenmelisse zum Beispiel durch Stecklinge vermehren [Foto: Marina Demidiuk/ Shutterstock.com]

Aussaat: Die Zitronenmelisse vermehrt sich zwar durch Selbstaussaat ganz von allein. Es ist aber auch möglich, das Saatgut abzusammeln und an der gewünschten Stelle auszubringen. Wenn die Früchte sich braun verfärbt haben, sind sie reif und können abgenommen werden. Das Saatgut wird dann herausgelöst, getrocknet und wie gewohnt im Frühjahr ausgesät.

Stecklinge: Ab dem späten Frühling bis in den frühen Sommer herrschen perfekte Temperatur- und Lichtbedingungen, um die Zitronenmelisse über Stecklinge zu vermehren. Dazu werden einfach die Triebspitzen junger, saftiger Triebe entnommen, die zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Blüten aufweisen sollten. Blüten oder Blütenknospen sind an Stecklingen unerwünscht, da sie den Bewurzelungserfolg mindern. Fünf bis zehn Zentimeter ist die optimale Länge von Melissen-Stecklingen. Im unteren Bereich, der in ein spezielles Stecklingssubstrat gesteckt wird, werden die Blätter entfernt. Dafür geeignet ist zum Beispiel unsere Plantura Bio- Kräuter- & Aussaaterde aus natürlichen Inhaltsstoffen. Unsere Erde ist torffrei und stellt für Haus- und Gartentiere keinerlei Gefahr dar. Mischen Sie am besten etwas Sand unter, um die Bedingungen für die Stecklinge noch zu verbessern. Eine Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie man sie beispielsweise leicht in Mini-Gewächshäusern für die Fensterbank erzeugen kann, begünstigt die Bildung neuer Wurzeln an den Stecklingen.

Zitronenmelisse in neuem Topf
Topfpflanzen zu teilen, schafft wieder mehr Platz im Gefäß [Foto: DinaSova/ Shutterstock.com]

Teilung: Die Zitronenmelisse bildet unterirdisch eine Vielzahl an Ausläufern. So besteht die Möglichkeit, den Lippenblütler einfach über Teilung zu vermehren. Dazu bietet sich die Zeit kurz vor dem Neuaustrieb im Frühjahr oder der Herbst an. Bestehende Exemplare werden ausgegraben, mit dem Spaten zerteilt und die Teilstücke der Zitronenmelisse wieder eingepflanzt. Danach ist es wichtig, das erste Angießen der geteilten Pflanzen nicht zu vergessen.

Ist Zitronenmelisse winterhart?

Die Zitronenmelisse ist winterhart und erträgt Temperaturen von bis zu – 30 °C. Wie zuvor erwähnt, eignen sich beim Anbau im Beet die im Herbst abgestorbenen oberirdischen Pflanzenteile hervorragend, um die Zitronenmelisse vor Frostschäden zu bewahren. Zusätzlich kann man sie noch mit ein wenig Laub oder Reisern abdecken. Hat man die Zitronenmelisse in einen Topf gepflanzt, kann dieser mit handelsüblichen Gartenvlies umschlagen werden oder aber man holt ihn ins Haus. Dort sollten jedoch an einem hellen Ort Temperaturen um 5 bis 10 °C herrschen, damit die Zitronenmelisse eine Ruhephase einhält und Kräfte für den frühjährlichen Neuaustrieb spart.

Zitronenmelisse-Tee
Gerne wird die Zitronenmelisse als Tee getrunken [Foto: Viktory Panchenko/ Shutterstock.com]

Wer die vielseitige Pflanze erfolgreich im Garten angebaut hat, wird mit einer reichen Ernte belohnt. Wie Sie die Zitronenmelisse richtig ernten, haltbar machen und verwenden, verraten wir hier.

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