skip to Main Content

Zitronenmelisse anbauen: Auf dem Balkon und im Garten

Die mehrjährige Zitronenmelisse kann man einfach selbst vermehren und anbauen. Dabei ist eine reichhaltige Ernte der Arzneipflanze so gut wie sicher.

Austrieb Zitronenmelisse anpflanzen im Garten

Zitronenmelisse lässt sich kinderleicht anbauen [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Bei der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) handelt es sich um ein mediterranes Kraut mit ausgesprochen langer Lebenszeit. Zwanzig bis dreißig Jahre kann das mehrjährige, fruchtige Kraut ohne Probleme im Garten verweilen. Dabei breitet es sich Dank der enormen Wuchskraft schnell aus und muss eher im Zaum gehalten werden, damit es mit der Zeit nicht den gesamten Garten an sich reißt. Wie Salbei (Salvia officinalis) oder Thymian (Thymus vulgaris) reiht sich die Zitronenmelisse in die Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) ein. Die charakteristischen Blüten erscheinen ab Juni und locken etliche Insekten an. Neben dem Anbau im Beet ist die Zitronenmelisse auch gut im Topf zu kultivieren. Reibt man die Blätter der Zitronenmelisse zwischen den Fingern, steigt einem ein leichter Zitronenduft in die Nase. Das Aroma sorgt für die Beliebtheit als Gewürz, doch gleiche Inhaltsstoffe verhelfen der Zitronenmelisse auch zur Wirksamkeit bei innerer Unruhe oder Magen- und Darmbeschwerden. Deshalb wurde der Lippenblütler nicht von Ungefähr schon zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Der Anbau des duftenden Krauts im eigenen Garten lohnt sich also in jedem Fall.

Zitronenmelisse anbauen: Schritt für Schritt

  1. Standort: Aufgrund seiner Herkunft aus dem Mittelmeerraum macht der Zitronenmelisse ein sonniger Standort auch im Hochsommer nichts aus. Doch auch bei einem Platz im Halbschatten wird die Wuchskraft des mehrjährigen Krautes nicht gemindert. Mit gewisser Trockenheit kommt sie außerdem zurecht – besser sogar, als wenn sie an einem stets zu feuchten Ort stünde. Deshalb sollte der Boden (beziehungsweise das Substrat) beim Anbau im Topf möglichst durchlässig sein, aber dennoch einen gewissen Nährstoffgehalt aufweisen, um den Bedarf des Lippenblütlers decken zu können.
    weiße Blüten Zitronenmelisse

    Zitronenmelisse trägt zarte, weiße Blüten [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

  2. Vermehrung: Um die Zitronenmelisse für den Anbau im eigenen Garten selbst zu vervielfältigen, bieten sich verschiedene gärtnerische Vermehrungsmethoden an:
  • Aussaat
    Wie für fast alle Kräuter sind auch von der Zitronenmelisse Saatguttütchen im Handel erhältlich. Bereits ab Februar können die Samen im warmen Haus ausgebracht und Jungpflanzen zum Auspflanzen vorgezogen werde. Soll direkt ins Beet ausgesät werden, kann dies wie gewöhnlich für mediterrane Kräuter erst, sobald auch die Gefahr der Nachtfröste vorbei ist – also ab Mitte Mai – erfolgen. Ebenfalls zu beachten: Zitronenmelisse ist ein Lichtkeimer, weshalb die Aussaat nicht mit Substrat bedeckt werden darf.
  • Stecklinge
    Ab dem Frühsommer herrschen perfekte Temperatur- und Lichtbedingungen, um die Zitronenmelisse über Stecklinge zu vermehren. Dazu werden einfach die Triebspitzen junger, saftiger Triebe entnommen, die zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine störenden Blüten aufweisen sollten. Blüten oder Blütenknospen sind an Stecklingen nämlich unerwünscht, da sie den Bewurzelungserfolg mindern. Fünf bis zehn Zentimeter ist die optimale Länge von Stecklingen. Im unteren Bereich, der in spezielles Stecklingssubstrat gesteckt wird, werden die Blätter entfernt. Eine Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie man sie beispielsweise leicht in Mini-Gewächshäusern für die Fensterbank erzeugen kann, begünstigen die Bildung neuer Wurzeln an den Stecklingen.
  • Teilung
    Die Zitronenmelisse bildet unterirdisch eine Vielzahl an Ausläufern. Deshalb breitet sich das Kraut rasant aus. Zudem wird es so möglich, den Lippenblütler einfach über Teilung zu vermehren. Dazu bietet sich die Zeit kurz vor dem Neuaustrieb im Frühjahr an. Bestehende Pflanzen werden ausgegraben, mit dem Spaten zerteilt und die vermehrten Exemplare der Zitronenmelisse einfach wieder eingepflanzt. Nach dem Einpflanzen ist es wichtig, das erste angießen der geteilten Pflanzen nicht zu vergessen.
    Zitronenmelisse Blatt

    Die kleinen Triebe kann man vorsichtig abschneiden und neu einpflanzen [Foto: Tobias Arhelger/ Shutterstock.com]

  1. Gießen und düngen: Ein gewisses Maß an Trockenheit übersteht die Zitronenmelisse – das verdankt sie ihrer ursprünglichen mediterranen Herkunft. Doch über eine regelmäßige Wassergabe freut sie sich. Beim Anbau im Topf muss sogar zeitweise je nach Wetter und Größe des Pflanzgefäßes täglich gegossen werden. Doch auch wenn zu viel Wasser gegeben wird, schadet man dem mehrjährigem Kraut. Bei Staunässe kann es nämlich schnell zum Befall mit Wurzelpilzen kommen, die die Pflanze letztlich gänzlich dahinstrecken.
    Beim Anbau im Beet ist es ausreichend, bei längerer Standzeit der Zitronenmelisse alle paar Jahre einen organischen Dünger wie Hornspäne oder Kompost in den Boden einzuarbeiten. Beim Anbau im Topf kann man mittels eines jährlichen Substrataustausches beim Umtopfen der Zitronenmelisse sicher sein, dass die Zitronenmelisse ausreichend mit den erforderlichen Nährstoffen versorgt wird.

    Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:
    • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
    • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
    • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.
  1. Schneiden: Dank der enormen Wuchskraft der Zitronenmelisse ist in Sachen schneiden eigentlich nicht viel falsch zu machen. Auch bei einem mehrmaligen Rückschnitt im Jahr treibt das Kraut immer wieder unbehelligt aus. Wir empfehlen jedoch, kurz vor dem Winter von einem letzten radikalen Rückschnitt im Gartenjahr abzusehen. Die vertrockneten Pflanzenteile der Zitronenmelisse eignen sich nämlich prima, um die überwinternden Pflanzenorgane vor frostigen Temperaturen zu schützen.
    Zitronenmelisse gefrorene Blätter

    Abgedeckt kann die Zitronenemelisse im Beet überwintern [Foto: Bogdanovich_Alexander/ Shutterstock.com]

  2. Überwintern: Wie schon zuvor erwähnt, eignen sich beim Anbau im Beet die im Herbst absterbenden oberirdischen Pflanzenteile hervorragend, um die Zitronenmelisse vor Frostschäden zu bewahren. Zusätzlich kann man noch mit ein wenig Laub oder Reisern abdecken. Hat man die Zitronenmelisse in einen Topf gepflanzt, kann dieser mit handelsüblichen Gartenvlies umschlagen werden oder aber man holt ihn ins Haus. Dort sollten jedoch an einem mehr oder weniger hellen Ort Temperaturen um 5 bis 10 °C herrschen, damit die Zitronenmelisse eine Ruhephase einhält und Kräfte für den frühjährlichen Neuaustrieb spart.
  3. Ernten: Die Triebe der Zitronenmelisse können jederzeit geerntet werden. Nach dem Neuaustrieb sollte man sie jedoch erst etwas wachsen lassen. Soll die Ernte im Anschluss gelagert werden, empfiehlt es sich, dies vor Eintritt der Blüte in Angriff zu nehmen. Die Blüte kostet der Zitronenmelisse nämlich Kraft, was spürbar auf Kosten der Aromaintensität geht. Außerdem kann man mit einem Schnitt vor der kräftezehrenden Blüte diese hinauszögern. Nichtsdestotrotz ist Zitronenmelisse auch genießbar und schmackhaft, wenn sie während der Blüte geerntet wird.
    Zitronenmelisse ernten per Hand in Körbchen

    Die Ernte fällt meist üppig aus [Foto: sauletas/ Shutterstock.com]

  4. Lagern: Zitronenmelisse kann man auf verschiedene Arten aufbewahren. Denn nicht immer findet die gesamte Ernte der Zitronenmelisse auch umgehend eine Verwendung. Doch es bieten sich einige adäquate Möglichkeiten, um das Aroma des Krautes zu konservieren und über den erntefrischen Genuss hinaus verwendbar zu machen.
  • Trocknen
    Zitronenmelisse kann wie eigentlich fast jedes Kraut hervorragend getrocknet werden. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass dadurch ätherische Öle schwinden und das Aroma schwächer wird. Dennoch ist es einfach und geht schnell, die geernteten Zweige für etwa zwei Wochen kopfüber an einem trockenen Ort zum Lufttrocknen kopfüber aufzuhängen.
  • Einfrieren
    Alternativ zum Trocknen bietet sich das Einfrieren der Blätter der Zitronenmelisse an. Die Methode ist ebenso schnell und einfach. Je nach Bedarf können einzelne Blätter aus dem Gefrierschrank den Weg in die Küche finden. Das Einfrieren bietet sogar einen klaren Vorteil: Der Verlust an Aromen ist längst nicht so ausgeprägt wie beim Trocknen der Ernte.
    Zitronenmelisse getrocknet im Glas

    Trocknen macht die Zitronenmelisse haltbar, sie verliert aber auch an Aroma [Foto: Lutic/ Shutterstock.com]

Die Zitronenmelisse ist also ein dankbares und überaus würziges Kraut. Mit wenig Pflege kann es ein hohes Lebensalter erreichen und es können hohe Erträge eingefahren werden. Die duftenden Blätter und zierenden Blüten sollten außerdem in keinem Garten fehlen.

Inspiration zum Anbau weiterer mediterraner Kräuter findet Ihr auf unserer Pinterest-Seite

Back To Top