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Aprikosenbaum pflanzen: Anleitung & Tipps vom Profi

Besonders im Sommer sind süße Aprikosen ein echter Genuss. Wir zeigen, wie man ganz einfach und in wenigen Schritten seinen eigenen Aprikosenbaum pflanzt.

Bereits in der Antike war die Aprikose (Prunus armeniaca) in Armenien bekannt, daher stammt schließlich auch der passende botanische Name. Im bayrisch-österreichischen Sprachraum wird sie auch „Marille“ genannt. Heutzutage wird das beliebte Steinobst vor allem in den Mittelmeerstaaten, wie Italien oder Spanien, angebaut. Wer im Sommer nicht auf die süßen, gelb-orangen Früchte verzichten möchte, kann sich aber auch ganz einfach einen Aprikosenbaum in den eigenen Garten setzen.

Aprikosenbaum pflanzen

Beim Pflanzen von Obstbäumen gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Für das erfolgreiche Anwachsen sind beispielsweise schon die richtige Pflanzware und passende Standortbedingungen von großer Bedeutung. Wir geben Ihnen nachfolgend eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie bei der Pflanzung eines Aprikosenbaumes am besten vorgehen.

Aprikosenbaum kaufen: Als Topf oder Ballenware?

Vor der Pflanzung sollten Sie sich in Baumschulen nach Erfahrungen mit der gewünschten Sorte erkundigen und überprüfen, ob diese an die Standortbedingungen in Ihrem Garten angepasst ist. Diese meisten Obstbäume werden als Ballenware oder Containerware angeboten.
Der Unterschied liegt hierbei in der Kultivierung. Ballenware steht auf dem Feld und wird erst vor der Bestellung mit einem Erdballen ausgestochen und verpackt. In der Regel wachsen diese Bäumchen gut an, da nur ein kleiner Teil der Wurzelmasse beim Verpflanzen verloren geht. Ballenware wird in den meisten Baumschulen jedoch nur im zeitigen Frühjahr oder im Herbst angeboten. Im Gegensatz dazu ist Containerware ganzjährig erhältlich. Hierbei werden die Pflanzen in einem Container (oder Kübel) großgezogen, in welchem sie anschließend auch verkauft werden. Infolgedessen geht keine Wurzelmasse durch das Ausstechen verloren und die Pflanze entwickelt sich bereits im ersten Jahr sehr gut, da sie keine Kraft für das Nachwachsen der verloren gegangenen Wurzelmasse aufwenden muss.

Nahaufnahme Aprikosenbaum mit Schild im Container

Die Bäume können als Ballen- oder Containerware gekauft werden

Tipp vom Profi: Die Wurzelverpackung bei Ballenware, das sogenannte Ballentuch, schützt die Pflanze vor Austrocknung. Soll erst später gepflanzt werden, können Sie die Verpackung öffnen, die Wurzeln befeuchten und die Verpackung wieder dicht am Stamm verschließen. So kann der Baum an einem geschützten, kühlen Ort einige Tage unbeschadet zwischengelagert werden.

Wann den Aprikosenbaum pflanzen?

Am besten pflanzt man Aprikosenbäume im Herbst (Oktober/November). So können sich die Wurzeln bereits über den Winter entwickeln und ausbreiten. Alternativ kann auch im Frühjahr (März/April) nach dem Winterfrost gepflanzt werden. Zu dieser Zeit ist auch die meist günstigere Ballenware erhältlich. Achten Sie bei einer Frühjahrspflanzung jedoch ganz besonders auf eine ausreichende Wasserversorgung des Jungbaumes.

Tipp vom Profi: Aprikosenbäume können auch wunderbar als Spalierobst an Hauswänden gezogen werden. So sind sie in kälteren Klimaregionen vor Frösten geschützt.

Auch im Herbst sieht der Aprikosenbaum wunderschön aus [Foto: iamnuang/ Shutterstock.com]

Anleitung zum Pflanzen eines Aprikosenbaumes

In dem folgenden Abschnitt erklären wir Ihnen, wie Sie bei der Pflanzung eines Aprikosenbaumes am besten vorgehen.

Benötigte Materialien zum Aprikosenbaumpflanzen

Folgende Utensilien brauchen Sie für das Einpflanzen eines Aprikosenbaumes:

  • Spaten, Schaufel, Hacke
  • Stützpfahl, Bindematerial
  • Hammer, Gartenschere
  • Pflanzerde, Komposterde
  • Stammschutz, Kokosmatte
Zubehör zum Pflanzen eines Aprikosenbaumes im Garten

Für das Pflanzen eines Aprikosenbaumes im Garten werden einige Materialien benötigt

Geeigneten Standort für Aprikosenbaum wählen

Wählen Sie am besten gleich den richtigen Standort aus, denn eine spätere Verpflanzung verträgt der Aprikosenbaum nur schlecht. Der Baum verträgt weder zu trockene noch zu nasse Böden. Am besten eignen sich daher lehm- und lößhaltige Böden mit einem hohen Humusgehalt. Der ideale Standort sollte für einen Aprikosenbaum sonnig, warm und windgeschützt sein. Ein ausreichender Sonnenschutz im Frühjahr sorgt zudem dafür, dass der Austrieb nicht zu früh erfolgt und es zu keinen Frostschäden an den Blüten kommt.

Pflanzloch für Aprikosenbaum ausheben

Ist ein passender Standort gefunden, kann das Pflanzloch ausgehoben werden. Achten Sie hierbei auf ausreichend Abstand zu anderen Bäumen, damit auch die ausgewachsenen Aprikosenbäume später noch genug Platz haben. Das Pflanzloch sollte etwa ein Drittel tiefer ausgehoben werden, als der Wurzelballen des Baumes hoch ist. Lockern Sie anschließend die Erde am Boden des Pflanzloches mit einer Hacke doppelt so tief auf, wie der Topf hoch ist.

Stützpfahl für Aprikosenbaum anbringen

Ist die Erde schon einmal gelockert, können Sie das Pflanzloch gleich mit einem Stützpfahl versehen. Dieser sollte ungefähr die gleiche Höhe wie der Stamm haben und möglichst westseitig eingeschlagen werden. So wird der Aprikosenbaum durch den Wind später vom Pfahl weg und nicht dagegen gedrückt.

Aprikosenbaum einpflanzen mit Stützpfahl im Garten

Beim Einsetzen des Stützpfahls kommt es auf die richtige Höhe und Position an

Pflanzloch für Aprikosenbaum vorbereiten

Damit dem kleinen Aprikosenbaum gleich zu Beginn ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen, können Sie etwas Pflanzerde und Komposterde in das Pflanzloch geben. Mischen Sie die verschiedenen Schichten gut durch und arbeiten Sie gegebenenfalls noch einen Dünger mit organischer Langzeitwirkung – wie unseren Plantura Bio-Tomatendünger – ein.

Aprikosenbaum vor dem Pflanzen vorbereiten

Vor dem Einsetzen von Containerware sollten Sie den Wurzelballen vorsichtig mit einer Schere rundherum einritzen und mit den Händen etwas auflockern. Diese Maßnahme regt die Wurzelverzeigung an. Ein Zurückschneiden der Wurzeln ist bei Containerware meist nicht erforderlich. Ist der Wurzelballen jedoch sehr trocken, kann der Jungbaum vor dem Einsetzen noch einmal in einen Eimer Wasser getaucht werden.

Aprikosenbaum einpflanzen

Platzieren Sie den Baum so im Pflanzloch, dass die Veredelungsstelle noch mindestens 5 Zentimeter über das Bodenniveau herausragt. Anschließend füllen Sie das Loch mit der ausgehobenen Erde wieder an und treten diese vorsichtig fest. Zum Abschluss sollte der frisch eingesetzte Baum gut angegossen werden, denn erst das Einschlämmen stellt sicher, dass sich die Erde gut setzt und die Wurzeln umschließt.

Ein Baum wird ins Pflanzenloch eingesetzt

Die Lücken um den eingesetzten Baum werden vorsichtig mit Erde gefüllt [Foto: Guas/ Shutterstock.com]

Nun können Sie den Baum zum Schutz vor starken Wind an den Stützpfahl binden. Dabei sollte man darauf achten, das Seil nicht zu fest anzubringen, damit der Baum keine Einschnürungen erleidet. Zusätzliche Maßnahmen, wie zum Beispiel das Anbringen eines speziellen Fraßschutzes, bewahren den jungen Baum vor Nagetieren. Das Unterlegen einer Kokosmatte sorgt wiederum dafür, dass die Baumscheibe frei von Unkräutern bleibt und es zu keiner Nährstoffkonkurrenz zwischen den Kräutern und dem flachwurzelnden Aprikosenbaum kommt.

Zusammenfassung: Aprikosenbaum pflanzen

  • Am besten im Herbst (Oktober/November) pflanzen
  • Einen warmen, windgeschützten Standort auswählen
  • Pflanzloch groß und tief genug ausheben
  • Stützpfahl zum Schutz vor Wind einschlagen
  • Gartenboden mit Pflanz- und Komposterde verbessern
  • Gegebenenfalls etwas organischen Langzeitdünger einarbeiten
  • Wurzelballen einritzen und lockern
  • Baum platzieren und Pflanzloch mit ausgehobener Erde schließen
  • Leicht antreten und einschlämmen
  • Baum an Pfahl binden, Fraßschutz anbringen und Kokosmatte auslegen

Aprikosenbaum nach dem Pflanzen pflegen

Damit sich der Jungbaum gut entwickelt, sollten Sie vor allem in den ersten Jahren auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Jährliche Düngegaben mit Kompost und organischen Langzeitdüngern können zudem das Wachstum und den Ertrag positiv beeinflussen.

Pflanzensprösslinge werden gegossen

Die jungen Aprikosenbäume brauchen ausreichend Wasser zum wachsen [Foto: amenic181/ Shutterstock.com]

Um den Wuchs junger Aprikosenbäume in die richtige Bahn zu lenken, sind nach der erfolgreichen Pflanzung zudem regelmäßige Erziehungsschnitte erforderlich. Später wird nur noch ein sogenannter Auslichtungsschnitt durchgeführt, bei welchem lediglich solche Äste und Triebe entfernt werden, die andere Triebe zu sehr an der Entwicklung hindern. Nähere Informationen zum richtigen Schnitt von Obstbäumen finden Sie in unserem Spezialartikel.

Tipp vom Profi: Kräuter, die wenig Nährstoffe und Wasser benötigen, können unter jungen Obstbäumen bedenkenlos angebaut werden. Kapuzinerkresse kann zum Beispiel als Gewürz in der Küche verwendet werden und schützt gleichzeitig den Baum vor Schädlingen.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Plantura Bio Tomatendünger: Ideales Nährstoffverhältnis für alle Gemüse- und Obstarten mit hohem Kaliumbedarf. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten aber auch Obst hervorragend geeignet.
  • Plantura Bio Universaldünger: Unser Universaldünger ist 100% bio-zertifiziert und enthält nur tierfreie Inhaltsstoffe. Besonders gut für Kräuter und Ziergewächse sowie für alle Gemüsearten geeignet, die einen erhöhten Kaliumbedarf haben.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.

Sabine

Aktuell studiere ich Agrar- und Ernährungswirtschaft an der BOKU in Wien. Das Gärtnern macht mir unheimlich viel Spaß und nimmt sicherlich den größten Teil meiner Freizeit in Anspruch. Vor einigen Jahren wurde außerdem mein Interesse für Kräuter geweckt, weshalb ich 2018 die Ausbildung zur zertifizierten Kräuterpädagogin abgeschlossen habe.
Lieblingsobst: Äpfel, Kirschen
Lieblingsgemüse: Erdäpfel/Kartoffeln, Fenchel

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