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Brombeersorten: Unsere Top 20 in der Übersicht

Brombeeren können sehr vielfältig und unterschiedlich sein. Es lohnt sich deshalb, die verschiedenen Brombeersorten genauer unter die Lupe zu nehmen.

reife schwarze Brombeere am Busch im Garten

Brombeeren sind nah mit den Himbeeren verwandt [Foto: Vlad Siaber/ Shutterstock.com]

Die nah mit den Himbeeren (Rubus idaeus) verwandten Brombeeren (Rubus fruticosus) sind in Eurasien und Nordamerika heimisch. Lange Zeit wurden sie nur wild gesammelt, bevor sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch vermehrt als Kulturobst Bedeutung erlangten. Seitdem in den fünfziger Jahren aus den USA die ersten stachellosen Sorten zu uns importiert wurden, fristen Brombeeren in Europa nicht mehr nur ein Schattendasein als Hecken- und Böschungspflanze, sondern werden auch gerne im Garten kultiviert.

Brombeerarten: Ein kleiner Überblick

Die Brombeere, die zur Familie der Rosaceae zählt, umfasst sehr viele verschiedene Arten. Diese unterscheiden sich mit Blick auf verschiedenste Pflanzenteile, weisen also beispielsweise vielfältige Merkmale in den Blättern oder der Bestachelung auf. Dieser Artenreichtum ist darauf zurückzuführen, dass Brombeeren weitverzweigte Ursprünge haben. Manche Arten stammen beispielsweise aus Eurasien, andere aus Nordamerika. In der Züchtung wurden und werden oft viele verschiedene Sorten, die teilweise verschiedenen Arten angehören, gekreuzt, wodurch die große Artenvielfalt letztendlich oft nur schwierig zu überschauen ist. Bei vielen Brombeersorten, die im Pflanzenhandel zu erwerben sind, ist es gar nicht so leicht herauszufinden, welcher Art diese angehören. Das Gute ist: Für Hobbygärtner hat die Zugehörigkeit einer Sorte zu ihrer Art im Gegensatz zu Botanikern nur wenig Bedeutung. Aus diesem Grund sollen hier auch nicht mehr die verschiedenen Arten im Mittelpunkt stehen, die folgenden Zeilen beschränkt sich vielmehr auf die Sortennamen, wie Sie diese auch beim Erwerb einer Brombeerpflanze im Handel antreffen werden.

Wilde Brombeeren

Aufgrund der enormen Ursprungs- und Artenvielfalt, der die verschiedenen Brombeerpflanzen entspringen, gibt es in unserer Natur eine Menge verschiedener, wilder Brombeeren. Achten Sie doch einfach bei den nächsten Brombeeren, die sie am Wegesrand entdecken, einmal auf die Blattform und alle anderen Merkmale, die Ihnen auffallen. Wenn Sie dies an mehreren Standorten machen, werden Sie schnell merken, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Pflanzen gibt. Wenn Ihnen eine wild wachsende Brombeere besonders gut schmeckt, können Sie von dieser Pflanze übrigens einen Trieb abschneiden, diesen Steckling zuhause antreiben und anschließend in Ihren Garten pflanzen.

stark wuchernde Brombeeren an einem Zaun

Wilde Brombeeren, aber auch stark wachsende, kultivierte Sorten können sich mit der Zeit ganz schön breit machen [Foto: Jack Tumbridge/ Shutterstock.com]

Beachten Sie aber, dass wilde Brombeeren meist stark bestachelt sind und sich teilweise sehr schnell und großflächig ausbreiten. Auf der anderen Seite sind wilde Brombeeren meist sehr anpassungsfähig und haben nur geringe Ansprüche. Wilde Brombeeren, die im Gartenhandel zu erwerben sind, gehören nicht wie andere Pflanzen einer bestimmten Sorte an. Es handelt sich dabei um den Steckling irgendeiner wild wachsenden Pflanze.

Brombeersorten: Dornenlose, immergrüne & aufrechte Brombeeren

Nun wollen wir Ihnen einige der beliebtesten und besten sowie einige der unserer Meinung nach etwas zu hoch gelobten Brombeersorten etwas näher beschreiben. Den Anfang machen wir mit den bestachelten Sorten. Innerhalb jeder Rubrik sind die Sorten übrigens nach Reife sortiert, beginnend mit den frühreifen.

‚Silvan‘: sehr früh reifende, schwachwüchsige Sorte; sehr große, sehr gut schmeckende Beeren; hohe Frostfestigkeit, dafür sehr anfällig für Rankenkrankheit

‚Choctaw‘: mittelmäßig ertragreiche, aufrecht wachsende Pflanze mit relativ kurzen Ranken; sehr große Früchte mit gutem Geschmack; frostempfindlich

‚Wilsons Frühe‘: ab Ende Juli; mittelstark, aufrecht wachsend mit wenig stacheligen Ruten; kleine bis mittelgroße, süße Beeren mit vielen Samen; Wassermangel während der Fruchtreife kann zu kleinen Früchten führen

‚Theodor Reimers‘ (auch ‚Himalaya‘ genannt): ab Ende Juli bis in den Herbst reifend; sehr ertragreiche, altbewährte Sorte; stachelige, sehr lange, frostempfindliche Ranken; anspruchslos den Boden betreffend; sehr süße, aromatische und saftige, allerdings etwas kleinere Beeren

Dornenlose/stachellose Brombeersorten

Botanisch gesehen verfügen Brombeeren nicht, wie häufig angenommen, über Dornen, sondern über Stacheln. Aber egal, wie man sie nennt, die piksenden Verteidigungsinstrumente der Brombeeren sind gut bekannt und können ganz schön nerven. Deshalb werden die stachellosen Brombeersorten auch immer beliebter. Wir stellen Ihnen einige vor:

‚Waldo‘: ertragreiche, sehr frühreife Sorte mit langer Ernteperiode; große, sehr geschmackvolle Früchte mit sehr kleinen Samen; mittelstark, kompakt wachsend; kann daher etwas enger gepflanzt werden

‚Loch Tay‘: ist mit ‚Loch Ness‘ verwandt, reift allerdings früher und nur über kurze Zeit; aufrecht wachsende Ranken; Beeren sind etwas kleiner und schmecken gut; daher unserer Meinung nach besser für den Erwerbsobstbau als für den Hausgarten geeignet

‚Loch Ness‘ bzw. ‚Nessy‘: reift von Anfang/Mitte Juli bis Ende August; mittelstark, halbaufrecht wachsende Ruten; sehr große, feste Beeren; aromatisch-süßer Geschmack; sehr reich tragend; anfällig für falschen Mehltau und Brombeer-Stauche

‚Jumbo‘: sehr ertragreiche, starkwüchsige Sorte; sehr große, weiche Früchte, die allerdings nicht besonders gut schmecken

‚Asterina‘: robuste Pflanze mit sehr großen, festen Früchten und sehr süßem Geschmack; mittelstark wüchsig

reife Brombeeren Sorte Navaho

‚Navaho‘ ist eine stachellose Sorte, die trotzdem sehr aromatisch ist [Foto: corners74/ Shutterstock.com]

‚Navaho‘: reift von Ende Juli / Anfang August bis Ende September; große, glänzende Früchte mit sehr gutem, aromatischem Geschmack; sehr stark aufrecht wachsende, lange Ruten; robuste Sorte; außerdem schön rosa blühend, daher hoher Zierwert

‚Black Satin‘: ab Anfang August bis Mitte Oktober; mittelstark bis stark aufrecht wachsend; sehr reich tragend; glänzend schwarze Früchte mit typischem Aroma und mäßigem Geschmack; etwas frost- und krankheitsanfällig

‚Chester Thornless‘: sehr starkwüchsige, rankende Sorte mit großen, gut schmeckenden Beeren; spät reifend und bis zum ersten Frost tragend; durch schöne Blüten hoher Zierwert

‚Thornless Evergreen‘: mittelgroße, feste Früchte mit süßsäuerlich-aromatischem Geschmack; widerstandsfähig gegen Rutenkrankheiten; leicht frostgefährdet und anfällig für Brombeerrost

‚Thornfree‘: stark wüchsig; leicht säuerliche, aromatische Beeren; Geschmack nicht überwältigend; große, sehr saftreiche Früchte; empfindlich gegenüber Rankenkrankheit

Immergrüne Brombeersorten

Die meisten Brombeersorten werfen ihre Blätter je nach Witterungsverhältnissen im Laufe des Spätherbstes oder des beginnenden Winters ab. Einige Sorten wie beispielsweise ‚Theodor Reimers‘ oder ‚Thornless Evergreen‘ werden oft, wie letzterer Name schon andeutet, als „immergrün“ bezeichnet. Ganz korrekt ist das nicht, da immergrüne Pflanzen ihr Blattkleid unbemerkt und nach und nach auswechseln. Vielmehr sind diese Brombeersorten wintergrün, sie werfen ihr Laub nämlich erst im Frühjahr ab. Zu dieser Jahreszeit werden aber auch bereits neue Blätter gebildet. Abgesehen von einer kurzen Übergangsphase, in welcher die Pflanze sowohl braune, abgestorbene Blätter als auch neue, grüne Blätter trägt, sind diese Brombeersorten also tatsächlich „immergrün“.

immergrüne Brombeere als Hecke

Als Hecke beziehungsweise Grundstücksbegrenzung sind oft die sogenannten „immergrünen“ Sorten besonders beliebt [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Aufrecht wachsende Brombeeren

Neben den rankenden Brombeersorten gibt es auch aufrecht wachsende. Während die rankenden Sorten bevorzugt über eine Mauer, einen Zaun oder ein Gerüst wachsen, können die aufrecht wachsenden Sorten auch ohne Rankhilfe auskommen. ‚Choctaw‘, ‚Wilsons Frühe‘, ‚Loch Tay‘, ‚Navaho‘ und ‚Black Satin‘ gehören zu diesen aufrecht wachsenden Sorten, die übrigens auch anders geschnitten werden als die rankenden Artgenossen.

Neue Brombeersorten

In der Pflanzenzüchtung werden Pflanzen ständig mit anderen gekreuzt in der Hoffnung, eine neue, bessere Sorte zu entwickeln. Auch unter den bereits beschriebenen Sorten sind einige dabei, die es noch nicht lange gibt und die den älteren durch einen besseren Geschmack oder höhere Widerstandfähigkeit gegen Krankheiten Konkurrenz machen. In dieser Rubrik wollen wir Ihnen noch die kuriosesten Neuzüchtungen vorstellen.

‚Baby Cakes‘: spezielle Züchtung von Brazelberry; Brombeerpflanzen gleichen einem kleinen Heidelbeerbusch, der im Topf kultiviert werden kann; optisch sicherlich reizvoller als andere Brombeeren, im Ertrag kann sie allerdings kaum mithalten

‚Cascade‘ / ‚Black Cascade‘: buschig, langsam wachsende Sorte, die als Ampel kultiviert werden kann, ebenso aber auch im Beet, wenn überhängende Triebe gestützt werden; mittelgroße, süßliche Früchte; Ruten sind bei jungen Pflanzen bestachelt, nach Rückschnitt nimmt die Bestachelung ab

‚Reuben‘: trägt genauso wie Herbsthimbeeren an den einjährigen Trieben; Erntezeit ist deshalb verglichen mit anderen Sorten sehr spät (ab etwa Anfang September); nach der Ernte können alle Ruten bodennah entfernt werden; mittelstark bis stark aufrecht wachsende, bestachelte Ruten; süßlich-aromatische Früchte; kann sogar ein weiteres Mal im Sommer an einjährigen Ruten tragen, wenn diese nicht abgeschnitten werden

hängende Brombeere mit vielen Beeren

In der Züchtung werden Pflanzen ständig mit anderen gekreuzt, in der Hoffnung, eine neue, bessere Sorte zu entwickeln [Foto: Igor Normann/ Shutterstock.com]

Brombeersorten: Schwarze oder rote Früchte

Alle bereits beschriebenen Brombeersorten tragen klassischerweise schwarze Früchte. Durch Kreuzungen von Brombeeren mit Himbeeren wurden aber auch bereits Sorten mit roten Früchten gezüchtet. Die Entscheidung, ob man diese dann zu den Brombeeren zählt, zu den Himbeeren oder ob man nicht eigentlich eine neue Bezeichnung finden müsste, liegt allerdings nicht in unserer Hand. Wir haben uns für Sie über die derzeit bekannteste, sogenannte rotfruchtige Brombeere schlau gemacht:

‚Dorman Red‘: Kreuzung aus einer speziellen Rubus-Art mit der Himbeersorte ‚Dorsett; Früchte sind rot, ähneln Himbeeren und wachsen genauso wie Sommerhimbeeren am zweijährigen Holz (Pflanze wird also geschnitten wie eine Sommerhimbeere); Wuchs erinnert wiederum an eine Brombeerpflanze

Brombeere mit roten und schwarzen Beeren

Durch Kreuzungen von Brombeeren mit Himbeeren wurden bereits Sorten mit roten Früchten gezüchtet [Foto: Nadejda Zaharevskaja/ Shutterstock.com]

Tipp zu ‚Dorman Red‘: Wir empfehlen diese selbstfruchtbare Pflanze nur Gärtnern, die bereits mit Himbeeren und Brombeeren Erfahrung haben. Denn die Ansprüche dieser Pflanze entsprechen weder zu einhundert Prozent dem, was allgemein für Himbeeren empfohlen wird, noch den Empfehlungen für Brombeeren. Gärtnern, die erst noch viele Informationen zur Pflege ihrer Pflanze benötigen, raten wir daher eher zur Wahl einer klassischen Himbeer- oder Brombeersorte.

Unsere Lieblingsbeerensorten (mit Himbeere, Erdbeeren, Johannisbeeren & Co.) haben wir hier in einem Spezial-Artikel zusammengetragen.

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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