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Erdbeeren vermehren: Nüsse aussäen und Ableger vermehren

Erdbeeren können auf unterschiedliche Weisen selbst vermehrt werden. Neben der schnellen Vermehrung durch Ableger kann man auch die kleinen Nüsse aussäen.

Erdbeere im Balkonkasten Ausläufer

Erdbeeren lassen sich leicht über Ausläufer vermehren [Foto: tlwmdbtCC BY 2.0]

Die winzigen gelbgrünen Samen auf der Außenseite der Erdbeere werden eigentlich Nüsse genannt. Deshalb ist die Erdbeere botanisch betrachtet eigentlich keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht. Vor allem bei Monatserdbeeren, welche selten Ausläufer ausbilden, dienen diese Nüsse zur Vermehrung. Aber auch alle anderen Erdbeerpflanzen können theoretisch über ihre Nüsse vervielfältigt werden. Allerdings ist das Vermehren über Ausläufer bei weitem einfacher und hat noch einen weiteren bedeutenden Vorteil: Die Ausläufer, welche irrtümlicherweise auch oft als Ableger bezeichnet werden, sind quasi Klone der Mutterpflanze und gewähren somit hundertprozentige Sortenechtheit.

Erdbeeren vermehren: Nüsse aussäen

Zur Gewinnung der Nüsse zerreibt man die reifen Erdbeeren auf Zeitungspapier oder Küchenrolle. Samen und Fruchtfleisch lässt man dann gemeinsam auf dem Papier trocknen. Wenn die Samen im Juni oder Juli getrocknet werden, können diese anschließend direkt ausgesät werden. Es empfiehlt sich, einige Samen nebeneinander in einen Topf zu pflanzen. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Vor allem im Hochsommer gelingt die Keimung eher, wenn der Topf nicht in der vollen Sonne steht und somit besser vor Austrocknung geschützt ist. Die Keimung dauert zwei bis drei Wochen und wenn die Keimpflanzen eine gewisse Größe erreicht haben, können sie vereinzelt und ausgepflanzt werden. Später als Ende Juli sollten keine Samen mehr gesät werden, denn die jungen Pflanzen brauchen eine gewisse Größe, um den Winter gut zu überstehen. Eine Aussaat im Frühjahr ist ebenfalls möglich. Monatserdbeeren, die im Frühjahr ausgesät werden, können sogar schon ab Juli Früchte hervorbringen.

Wieso und wie man Erdbeeren durch Nüsse vermehrt:

  • Erdbeeren, die keine Ausläufer bilden wie z.B. manche Monatserdbeeren, können nur auf diese Weise vermehrt werden.
  • Die reifen Früchte werden auf Papier zerquetscht und dort (Nüsse mitsamt Fruchtfleisch) getrocknet.
  • Bis Mitte Juli können Samen noch neu ausgesät werden, sonst im Frühjahr.
  • Bei Keimung sollten Temperaturen zwischen 15-18°C vorherrschen (ggf. beschatten).

Erdbeeren schnell durch Ausläufer vermehren

Weitaus üblicher und einfacher ist das Vermehren von Erdbeeren durch Ausläufer. Diese werden auch Kindel genannt und ab Mai von den Erdbeerpflanzen gebildet. Der beste Zeitpunkt zum Vermehren ist zwischen Ende Juli und Anfang August.

Alle Ausläufer, die schon bewurzelt sind, können von der Ranke zur Mutterpflanze abgetrennt, sachte ausgehoben und direkt neu gepflanzt werden. Kindel, die noch keine Wurzeln gebildet haben, sollten am besten in kleine Töpfe gepflanzt werden, aber trotzdem noch eine Weile mit der Mutterpflanze verbunden bleiben. Wählt man die Kindel aus, die noch nicht bewurzelt sind, läuft man nicht Gefahr, eine bodenbürtige Pilzkrankheit zu vermehren und vielleicht in ein neues Beet zu verschleppen. Schließlich haben diese Ausläufer den Boden noch nicht berührt. Die meisten Erdbeer-Pflanzen haben mehr als einen Ausläufer. Die am nächsten an der Mutterpflanze wachsenden Ausläufer sind normalerweise die stärksten und größten. Diese haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, gleich im nächsten Jahr zu blühen. Vorteilhaft hat sich die Markierung von gut schmeckenden, gesunden und ertragreichen Pflanzen mit Stöcken oder Etiketten zur Erntezeit erwiesen, vor allem bei früh reifenden Sorten.

Auf diese Weise lässt sich auch ein häufiger Fehler vermeiden: Oft bilden Pflanzen, die nur wenige Früchte tragen, die meisten Kindel. Sie haben schließlich Energie übrig, um diese zu erzeugen. Wenn man die guttragenden Pflanzen nicht markiert hat, neigt man dazu, gerade die schlecht tragenden Pflanzen mit ihren vielen Kindeln zu vermehren. Möchte man von einer Pflanze besonders viele Ableger erhalten, können alle Blütentriebe dieser Pflanze abgebrochen werden. Auf diese Weise muss die Pflanze ihre Kräfte nicht zwischen Frucht- und Ausläuferbildung aufteilen und kann mehr Kindel bilden. Dieses Vorgehen ist quasi nur möglich, wenn an der entsprechenden Pflanze schon im Jahr zuvor eine sehr gute Ernte festgestellt und markiert wurde. Da der Ertrag ab dem dritten Jahr im gleichen Beet nachlässt, empfiehlt sich diese Vorgehensweise im dritten oder vierten Jahr, um mit den besten Ablegern ein anderes Beet zu bepflanzen. Bei der Auswahl des neuen Beets sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dort vorher keine Gemüsearten standen, die von der Verticillium-Welke befallen werden können (Kartoffeln, Gurken, Kohlgewächse etc.).
Spätestens Mitte August sollten sich alle Ausläufer im neuen Beet befinden. Später wachsen die Pflanzen nur noch schlecht an.

Wir empfehlen zur Anzucht folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
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Worauf beim Vermehren durch Ausläufer zu achten ist:

  • Pflanzen mit guter Ernte und geschmackvollen Früchte mit Stöcken oder Etiketten zur Erntezeit markieren
  • Nur Ausläufer von gesunden Pflanzen auswählen
  • Bereits bewurzelte Ausläufer direkt neu pflanzen (zwischen Ende Juli und Mitte August)
  • Nicht bewurzelte Ausläufer in kleinen Topf (5-10cm Durchmesser) pflanzen und noch eine Weile mit Mutterpflanze stehen lassen. Spätestens Mitte August von Mutterpflanze trennen und ins Beet pflanzen oder im Topf im Keller überwintern (Gießen nicht vergessen!)

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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