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Exotische Pflanzen im eigenen Garten: Worauf ist zu achten?

Hier finden Sie Lösungen, wie Sie auch in Ihrem heimischen Garten Exoten wie Kiwi und Granatapfel anpflanzen können.

Kiwis am Baum

Einige Pflanzen lassen sich hierzulande nur schwer selbst züchten. Mit entsprechenden Hilfsmitteln ist jedoch viel möglich

Wer zum ersten Mal einen eigenen Garten hat und auf keinerlei Erfahrung zurückgreifen kann, sucht sich in der Regel simple Pflanzen, mit denen man kaum etwas falsch machen kann. Mit den Jahren kommt jedoch die Expertise und es drängt sich der Wunsch in die Gedanken, sich an exotischen Pflanzen zu versuchen. Warum auch nicht? Sie sehen häufig beeindruckend aus und – sofern Früchte tragende Bäume gewählt werden – liefern sie  auch noch köstliche Früchte. Auf der anderen Seite erfordern diese Pflanzen auch eine besondere Pflege und Vieles muss auf die Bedürfnisse der Gewächse ausgelegt werden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, auf welche Details Sie achten sollten.

Die Stolpersteine auf dem Weg

Unter den Exoten gibt es Arten, die relativ beständig und somit unkompliziert sind und Arten, die ein echtes Fingerspitzengefühl und Fachkenntnis erfordern. Grundsätzlich gibt es nämlich Stolperfallen in den hiesigen Gefilden:

  • Temperatur: Viele exotische Gewächse benötigen warme Temperaturen. In den Sommermonaten ist das auch hierzulande kein Problem, doch plötzliche Temperaturabfälle können den Pflanzen schaden. Bei kleineren Gewächsen ist es sinnvoll, sie in Kübel zu setzen, damit sie problemlos bewegt werden können.
  • Luftfeuchtigkeit: Wer eine tropische Pflanze besitzt, muss speziell dafür sorgen, dass die Blätter nicht austrocknen und dass ausreichend Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Im Freien kann das schnell zu einem Problem werden, denn ist die Umgebungsluft trocken, hilft praktisch nur das Einsprühen der Pflanze. Und in Verbindung mit Sonneneinstrahlung können die Blätter unter den Wassertropfen verbrennen.
  • Nährstoffe: Die Böden hierzulande sind nicht immer für exotische Pflanzen geeignet. Gärtner müssen daher auf spezielle Dünger oder auch eine eigene Pflanzerde zurückgreifen.

Mögliche Lösungsansätze

An der Witterung selbst kann natürlich kein noch so engagierter Gärtner etwas ausrichten. Doch kann er sich mit Tricks und Tipps behelfen, damit die Pflanzen alles haben, was sie benötigen. Wer sich zum ersten Mal an exotischen Pflanzen im eigenen Heim versucht und gerade in den Wintermonaten keine Lust hat, Berge zu versetzen, damit die Pflanzen überleben, kann sich an winterharten Exoten versuchen:

  • Herkunft: Einige der Gewächse stammen aus Südamerika und überstehen hier ganz natürlich die winterlichen Minusgrade.
  • Standort: Feigenbäume und Kamelien können mühelos eine kalte Nacht vertragen, Hanfpalmen kommen sogar mit Schnee zurecht. Dennoch müssen die Exoten an einem geschützten Platz stehen, da sie massive Temperaturschwankungen und Nässe nicht vertragen. Ein guter Standort ist an der Hauswand.
  • Pflege: Einzig bei Dauerfrost müssen die winterharten Exoten gesondert geschützt werden. Bei leichterem Frost reichen Ummantelungen aus Vlies oder Kokos. Wird es besonders kalt, kann auf Luftpolsterfolie zurückgegriffen werden.
  • Im Kübel: Wer die Exoten in den Kübel pflanzt, muss diesen besonders schützen, da die Wurzeln rascher einfrieren. Der Kübel wird daher auf Styropor gestellt und mit Vlies und Luftpolsterfolie dicht eingepackt.

Wer sich nicht auf die winterharten Exoten beschränken möchte, kann auf anderem Wege dafür sorgen, dass die Pflanzen beste Bedingungen vorfinden, beispielsweise mit einem Gewächshaus. In einem Gewächshaus lassen sich insbesondere für tropische Pflanzen hervorragend nutzen. Der Vorteil von Gewächshäusern ist, dass jeder Gärtner selbst die klimatischen Bedingungen im Gewächshaus bestimmen kann. Doch auch in den Häusern müssen Details beachtet werden:

Gewächshaus mit Pflanzen

Im Gewächshaus können viele Pflanzen ganzjährig angepflanzt werden

  • Art des Gewächshauses: Schon die Art des Gewächshauses entscheidet über die Pflanzen. Kleine Gewächshäuser für die Fensterbank eignen sich beispielsweise nur zur Anzucht oder zur zwischenzeitlichen Aufzucht von Setzlingen. Gartengewächshäuser bieten hingegen die Möglichkeit, Ananas, Kiwi und andere Köstlichkeiten selbst zu ziehen.
  • Standort: Ganzjährige Gewächshäuser sollten möglichst in ostwestlicher Ausrichtung im Garten platziert werden.
  • Größe: Wer viele Pflanzen setzen möchte, benötigt ein großes Gewächshaus. Es sieht zwar schön aus, wenn Gärtner beim Betreten des Hauses praktisch in die grüne Hölle steigen, doch gefährdet eine zu enge Bepflanzung die Gewächse. Pilze und Krankheiten können sich schnell ausbreiten, es findet ein Verdrängungswettkampf statt und die Belüftung ist bei zu enger Bepflanzung ebenfalls problematisch.
  • Belüftung: Das Gewächshaus hilft, ein ganzjährig warmes Klima zu schaffen. Es hat aber den Nachteil, dass die Luft nicht von selbst zirkuliert. Daher müssen Gärtner bei der Wahl des Hauses auf eine gute Belüftung achten.
  • Boden: Wer auch den Erdboden im Gewächshaus nutzen möchte, muss auf die korrekte Beschaffenheit achten. Er muss zuerst von Unkraut befreit, gelockert und schließlich aufbereitet werden. Das funktioniert hervorragend mit Kompost und Brennnesseljauche.

Und welche Pflanzen lassen sich bestens im Gewächshaus ganzjährig anpflanzen? Exotische Früchte sind beispielsweise:

  • Mango: Sie gedeiht wunderbar bei 20 bis 25 Grad und benötigt eine luftdurchlässige Erde. Innerhalb von drei Wochen keimen die Samen, ab dem vierten Jahr gibt es die ersten Früchte.
  • Kiwi: Sie kommt mit 21 Grad aus, wünscht sich eine hohe Luftfeuchtigkeit und braucht viel Sonne. Nach fünf Jahren treibt die Pflanze Früchte.
  • Granatapfel: Auch diese Samen keimen und gedeihen bei 21 bis 26 Grad und brauchen viel Sonne und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bis zur ersten Ernte vergehen aber knapp sechs Jahre.
  • Zitrone: Köstliche Zitronen werden aus Setzlingen gezogen, die bei fast 30 Grad gehalten werden müssen. Sie wünschen sich eine torfhaltige Erde und brauchen je nach Wachstum unterschiedlich viel Sonne.
  • Ananas: Bei dieser Pflanze gibt es schon nach knapp zwei Jahren erste Früchte. Der Setzling wird bei ungefähr 25 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit gehalten, zudem benötigt er viel Sonne.
Granatapfel junger Baum junge Granatäpfel unreif

Bis zur Ernte müssen Sie sich bis zu 6 Jahre gedulden

Wer sich mit dem Gedanken befasst, exotische Pflanzen im Gewächshaus zu nutzen, sollte sich unbedingt im Vorfeld informieren und mit den Bedürfnissen einzelner Arten auseinandersetzen. Auch Mischkulturen, also Früchte tragende Gewächse und Blumen sind natürlich möglich.

Fazit: Ein echtes Highlight im Garten

Ob es eine Palme im Garten wird, ob die Terrasse mit Exoten in Kübeln vom restlichen Garten abgeteilt wird oder ob ein Gewächshaus im Garten steht: Das Anpflanzen von Exoten ist heute kein allzu großes Problem mehr, zumal es diverse winterharte Gewächse gibt. Einzig Informationen und Wissen um die jeweiligen Pflanzenbedürfnisse sind Pflicht für den erfolgreichen Anbau.

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