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Gelbtafeln: Leimtafeln anwenden & selber machen

Jeder kennt die gelben Tafeln zur Insektenbekämpfung. Wir zeigen, was man bei der Anwendung beachten sollte und wie man Gelbtafeln selber herstellen kann.

Geldtafeln über Erdbeerpflanzen
Gelbe, klebende Tafeln werden für die Bekämpfung und Überwachung von Insekten eingesetzt [Foto: wandee007/ Shutterstock.com]

Viele von Ihnen haben diese klebenden gelben Tafeln sicherlich schon gesehen und sich gefragt, was es mit diesen eigentlich auf sich hat. Wen genau man damit bekämpfen kann und wie sie richtig angewendet werden, verraten wir Ihnen hier.

Gelbtafeln

Die gelben Tafeln werden entweder in Gewächshäusern, aber auch im Freiland zur Schädlingsbekämpfung oder zur Überwachung verwendet. Viele Hobbygärtner wenden die Tafeln allerdings auch in Innenräumen gegen diverse Schädlinge an. Wie aber sollte man Gelbtafeln einsetzen und gegen welche Schädlinge schaffen sie Abhilfe? Auf diese Fragen gehen wir nachfolgend ein. Zuerst aber klären wir, wie Gelbtafeln eigentlich funktionieren.

Wie funktionieren Gelbtafeln?

Wenn Sie schon einmal im Sommer im Freien waren und dabei ein gelbes Shirt anhatten, wissen Sie, dass diese Farbe überaus anziehend auf Insekten wirkt. Diesen Reiz nutzen die Gelbtafeln aus und ziehen damit die kleinen Tierchen an. Die Insekten bleiben dann an der Leimschicht der Tafeln kleben und werden somit gefangen. Ein solches Ausnutzen von insekteneigenen Reizen zählt man zum biotechnischen Pflanzenschutz.

Die erhältlichen Gelbtafeln bestehen entweder aus Plastik oder aus Pappe und sind mit einer Leimschicht überzogen. Es sind dabei aber weder Pheromone noch Insektizide nötig, um die Insekten anzuziehen und zu fangen. Die Insekten werden einzig und allein von der Farbe Gelb angezogen und bleiben an der beleimten Schicht kleben. Bei manchen Gelbtafeln werden jedoch auch Pheromone hinzugefügt, um die Wirksamkeit zu erhöhen, denn durch die speziellen Pheromone werden die Insekten in noch größerer Zahl angelockt und gefangen.

Gelbtafel voller Insekten
Gelbtafeln ziehen Insekten vorwiegend durch ihre Farbe an [Foto: Animaflora PicsStock/ Shutterstock.com]

Gelbtafeln richtig anwenden

Man kann die Gelbtafeln entweder in der Nähe der Pflanzen aufhängen oder sie an einem Stab befestigt in die Erde stecken. Die Gelbtafeln lassen sich bereits ab Ende März verteilen, denn zu diesem Zeitpunkt sind auch schon die ersten Schädlinge unterwegs.

Die Tafeln sind in den unterschiedlichsten Größen erhältlich. Der spezielle Leim beginnt zudem auch nicht abzulaufen, wenn sich die Temperatur ändern sollte.

Gelbtafeln zur Schädlingsbekämpfung

Mit Gelbtafeln ist es möglich, einen Befall zu überwachen und teilweise auch die Insekten zu bekämpfen. Folgende Insekten werden von den Gelbtafeln angezogen:

  • Geflügelte Blattläuse (Aphidoidea)
  • Kirschfruchtfliegen (Rhagoletis cerasi)
  • Weiße Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum)
  • Trauermücken (Sciaridae)
  • Zikaden (Auchenorrhyncha)
  • Rhododendronzikaden (Graphocephala fennah)

Doch wie funktionieren die Gelbtafeln nun überhaupt und warum werden die Insekten davon wie magisch angezogen? Dahinter steckt letztlich nur ein Instinkt dieser Insekten, denn diese benötigen für ihre Ernährung Pollen und Nektar, den sie in gelben Blüten finden. Daher werden sie von der Farbe Gelb angezogen – exakt diesen Mechanismus nutzen die Gelbtafeln aus.

Natürlich können Sie die Gelbtafeln auch in Innenräumen für Zimmerpflanzen verwenden und nicht nur in Glashäusern und im Freiland, denn besonders Trauermücken bereiten uns genau dort oftmals Probleme. Weitere Informationen zur Trauermückenbekämpfung finden Sie hier.

Kirschbaum mit Gelbtafel
Auch in Obstbäumen können Gelbtafeln verwendet werden [Foto: andras_csontos/ Shutterstock.com]

Sie sollten bei Gelbtafeln auf eine frühzeitige Anwendung setzen, damit Schädlingspopulationen schon von Beginn ihrer Entwicklung bekämpft werden, weshalb es sich lohnt, die Gelbtafeln bereits Ende März bis Anfang April einzusetzen. Grundsätzlich reichen pro Blumenbank eine Gelbtafel oder eine Tafel pro Quadratmeter aus, um Schädlinge zu bekämpfen. Achten Sie darauf, die Gelbtafeln gleichmäßig über die befallene Gartenfläche zu verteilen. Sollte der Schädlingsdruck sehr hoch sein und die Gelbtafel schon nach kürzester Zeit voller Insekten sein, dann ist es für einen erfolgreichen Einsatz ratsam, mehr Tafeln zwischen Ihren Kulturen anzubringen.

Gelbtafeln als Gefahr für Nützlinge?

Oft werden die Gelbtafeln beschuldigt, viele Nützlinge zu fangen, jedoch werden in Wirklichkeit Bienen (Apiformes), Hummeln (Bombus) oder Schwebfliegen (Syrphidae) nur selten gefangen. Dass gelegentlich auch andere Insekten als die gewünschten Schädlinge gefangen werden, ist letztlich leider nicht zu vermeiden.

Gelbtafeln selber machen

Gelbtafeln sind natürlich im Handel erhältlich, doch Sie können sie auch selbst herstellen. Nehmen Sie dazu einfach gelbes Tonpapier und laminieren Sie dieses. Stanzen Sie mit einem Heftlocher zwei Löcher in die Tafeln, durch die Sie einen Schaschlikspieß oder ein anderes Stäbchen stecken können. Die Oberflächen der gelben Tafeln können Sie mit einer selbst hergestellten klebrigen Masse bestreichen. Dazu lösen Sie einfach ein halbes Kilogramm Zucker in einem halben Liter Wasser auf und kochen diese Mischung solange ein, bis eine geeignete klebrige Masse entsteht.

Geldtafel neben einer Topfpflanze
Sie müssen Gelbtafeln nicht unbedingt kaufen, sondern können sie auch selber machen [Foto: Amelia Martin/ Shutterstock.com]

Auf diese Weise können Sie ganz einfach Ihre eigenen Gelbtafeln herstellen – in der gewünschten Menge und Größe. Um die Gelbtafeln wiederzuverwenden, schabt man einfach die gefangenen Insekten von der Oberfläche ab und trägt eine neue Schicht Kleber auf.

Natürlich können Sie auch andere Farben und Farbkompositionen ausprobieren. Mehr zu den verschiedenen Arten von Leimtafeln erfahren Sie hier. Eine besondere Art von Leimtafeln stellt die Blautafel dar, die andere Arten von Insekten anlockt als die gelbe Variante.

Kathi

Ich studiere Phytomedizin in Wien und bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Vielfalt der Natur begleitet mich also schon mein ganzes Leben: angefangen im großen Gemüsegarten bis hin zu unseren Weideflächen. Besonders haben es mir Themen rund um den Pflanzenschutz angetan.
Lieblingsobst: Erdbeere
Lieblingsgemüse: Tomate

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