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Gelbtafeln: Leimtafeln anwenden & selber machen

Jeder kennt die gelben Tafeln, die Insekten fangen. Wir zeigen, was man bei der Anwendung beachten sollte und wie man Gelbtafeln selber herstellen kann.

Gelbtafeln mit Insekten
Gelbtafeln helfen bei der Erkennung und Überwachung eines Insektenbefalls [Foto: MarcOliver_Artworks/ Shutterstock.com]

Viele von Ihnen haben diese klebenden gelben Tafeln sicherlich schon einmal gesehen und sich gefragt, was es damit eigentlich auf sich hat. Gelbtafeln sind ein wirksames Mittel, um einen Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und somit rasch handeln zu können. Die gelben Leimfallen können sowohl in Gewächshäusern als auch in Innenräumen zur Überwachung eines Schädlingsbefalls eingesetzt werden. Selbst im Freiland, zum Beispiel in Obstplantagen, finden sie Anwendung. Dort ist aber die Gefahr, dass außer den Schädlingen auch so manches nützliche Tier in die Falle geht, größer. Wie jedoch sollte man Gelbtafeln genau einsetzen und gegen welche Schädlinge wirken sie? Auf diese Fragen gehen wir nachfolgend ein. Zuerst aber klären wir, wie Gelbtafeln eigentlich funktionieren.

Wie funktionieren Gelbtafeln?

Wenn Sie schon einmal im Sommer im Freien waren und dabei ein gelbes T-Shirt anhatten, wissen Sie, dass die Farbe Gelb überaus anziehend auf Insekten wirkt. Diesen Reiz nutzen Gelbtafeln aus und locken damit die kleinen Tierchen an. Die Insekten bleiben dann an der Leimschicht der Tafeln kleben und werden somit gefangen. Ein solches Ausnutzen von insekteneigenen Reizen zählt man zum biotechnischen Pflanzenschutz.

Gelbtafel in einer Pflanze
Gelb wirkt anziehend auf Insekten und lockt sie an – weg von der befallenen Pflanze [Foto: Pixelbender36/ Shutterstock.com]

Doch wie funktionieren die Gelbtafeln nun im Speziellen und warum werden die Insekten davon wie magisch angezogen? Dahinter steckt letztlich nur ein Instinkt der Insekten, denn diese benötigen für ihre Ernährung Pollen und Nektar. Das finden sie oft in gelben Blüten. Daher werden einige Insekten von der Farbe Gelb angezogen – exakt diesen Mechanismus nutzen Gelbtafeln aus.

Die erhältlichen Gelbtafeln bestehen entweder aus Plastik oder aus Pappe und sind mit einer Leimschicht überzogen. Es sind dabei aber weder Pheromone noch Insektizide nötig, um die Insekten anzuziehen und zu fangen. Sie werden einzig und allein von der Farbe Gelb angezogen und bleiben an der beleimten Schicht kleben. Bei manchen Gelbtafeln werden jedoch auch Pheromone hinzugefügt, um die Wirksamkeit und Spezifität zu erhöhen. Denn hierdurch können besonders jene Insekten in großer Zahl angelockt werden, welche auf die jeweiligen Sexualhormone reagieren.

Gelbtafel in einem Topf
In Innenräumen sind Gelbtafeln das ganze Jahr über sinnvoll [Foto: Johannes Ziegler Photo/ Shutterstock.com]

Gelbtafeln richtig anwenden

Man kann Gelbtafeln entweder in der Nähe der Pflanzen aufhängen oder sie an einem Stab befestigt in die Erde stecken. Entscheiden Sie sich beispielsweise dafür, unsere Plantura Gelbtafeln zu kaufen, stehen Ihnen beide Möglichkeiten offen. Denn unsere Gelbtafeln werden sowohl mit zehn wiederverwendbaren Metallsteckern als auch mit Bindedraht zum Aufhängen geliefert. Je nach Befallssituation können die Gelbtafeln als Ganzes verwendet oder an einer Trennlinie ganz einfach halbiert werden. Im Haus lassen sich unsere Gelbtafeln ganzjährig verwenden. Im Gewächshaus oder im Freiland können sie ab Ende März verteilt werden, denn schon zu diesem Zeitpunkt sind die ersten Schädlinge unterwegs. Dabei muss man allerdings immer bedenken, dass draußen auch Nützlinge an den Fallen kleben bleiben können.

Plantura Gelbtafeln
Plantura Gelbtafeln
Beidseitig beleimte Gelbtafeln
gegen Trauermücken, Weiße Fliegen & Co.
insektizidfrei & geruchlos

Gelbtafeln zur Schädlingsbekämpfung

Mit Gelbfallen wie unseren Plantura Gelbtafeln ist es möglich, einen Befall zu überwachen und teilweise auch die Insektenzahlen zu dezimieren. Sie können beispielsweise folgende Insekten fangen:

  • Geflügelte Blattläuse (Aphidoidea)
  • Weiße Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum)
  • Trauermücken (Sciaridae)
  • Thripse (Thysanoptera) – insbesondere den Rebenthrips

Des Weiteren wirken Gelbtafeln anziehend auf Fruchtfliegen (Drosophila), Minierfliegen (Agromyzidae) und die Grüne Rebzikade (Empoasca vitis).

Weiße Fliegen auf einem Blatt
Gelbtafeln haben zum Beispiel eine starke Wirkung auf die Weiße Fliege [Foto: D. Kucharski K. Kucharska/ Shutterstock.com]

Natürlich können Sie die Gelbtafeln auch in Innenräumen für Zimmerpflanzen verwenden und nicht nur in Glashäusern und im Freiland. Denn besonders Trauermücken bereiten uns in Wohnräumen oftmals Probleme. Weitere Informationen zur Trauermücken-Bekämpfung finden Sie hier.

Gelbtafeln helfen dabei, einen Befall schon sehr früh zu erkennen. Das erlaubt ihnen, direkt mit der Bekämpfung anzufangen und den Befall einzudämmen, bevor er zu einem wirklichen Problem wird. Außerdem zeigen die klebrigen Tafeln den Bekämpfungserfolg an. Ein Mittel zur Insektenbekämpfung stellen die klebrigen Tafeln jedoch nicht dar. Ein paar Tiere entgehen den Fallen immer und können sich weiter fortpflanzen, außerdem wird der eigentliche Schaden oft von den Insektenlarven hervorgerufen, die unter der Erde leben.

Schädlinge auf Gelbtafel
Gelbtafeln geben einen guten Überblick über die Entwicklung der Schädlingszahlen [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Gelbtafeln richtig anwenden:

  • Grundsätzlich reicht pro Blumenbank eine Gelbtafel oder eine Tafel pro Quadratmeter aus, um den Schädlingsbefall zu überwachen.
  • Achten Sie darauf, die Gelbtafeln gleichmäßig über die befallene Fläche zu verteilen.
  • Die Fallen sind für gewöhnlich über einen sehr langen Zeitraum wirksam, müssen also nur selten ausgetauscht werden. Unsere Plantura Gelbtafeln wirken beispielsweise mindestens über einen Zeitraum von sechs Monaten.

Tipp: Sollte der Schädlingsdruck sehr hoch und die Gelbtafel schon nach kürzester Zeit voller Insekten sein, dann ist es für einen erfolgreichen Einsatz ratsam, mehr Tafeln zwischen Ihren Kulturen anzubringen und sie früher auszuwechseln.

Gelbtafeln als Gefahr für Nützlinge?

Ins Haus oder Gewächshaus verirren sich Biene, Marienkäfer und Co. nur selten, sodass hier die Gefahr, aus Versehen auch Nützlinge zu fangen, relativ gering ist. Bei der Ausbringung im Freiland sieht es dagegen anders aus. Hier sollten Sie sich die Verwendung daher gut überlegen. Denn es lässt sich letztlich nicht vermeiden, dass auch einige nützliche Insekten oder sogar kleine Vögel gefangen werden.

Tipp: Die Verwendung von Gelbtafeln zählt zu den wenigen Methoden, mit der Kirschessigfliegen von der Eiablage in Kirschen abgehalten werden können. Bei der Anwendung ist es wichtig, die Tafeln wirklich nur für den kurzen Flugzeitraum der Fliegen zwischen Mai und Juni im Baum zu belassen und sie danach sofort abzunehmen. Auf diese Art verhindert man, dass zu viele ungewollte Tiere an den Fallen haften bleiben. Mehr zum Thema haben wir in einem gesonderten Artikel zur Kirschessigfliege für Sie zusammengefasst.

Gelbtafel mit vielen Insekten
Bei der Verwendung im Freien ist die Gefahr groß, dass auch Nützlinge in die Falle geraten [Foto: andras_csontos/ Shutterstock.com]

Gelbtafeln selber machen

Gelbtafeln sind im Handel erhältlich, doch Sie können sie auch selbst herstellen. Nehmen Sie dazu einfach gelbes Tonpapier und laminieren Sie dieses. Stanzen Sie mit einem Heftlocher zwei Löcher in die Tafeln, durch die ein Stäbchen oder ein Draht zum Aufhängen gezogen werden. Die Oberflächen der gelben Tafeln werden mit einer klebrigen Masse bestrichen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Insektenleim: Diesen kann man in Tuben fertig kaufen und auch für selbstgemachte Leimringe verwenden. Eine Tube reicht für etwa 200 Gelbtafeln in handelsüblicher Größe, wenn der Leim angemessen dünn aufgetragen wird.
  2. Zuckerleim: Lösen Sie etwa 3 Teile Zucker in 2 Teilen Wasser auf und kochen Sie diese Mischung auf. Nachdem die Flüssigkeit zu sieden begonnen hat, darf nicht mehr gerührt werden – sonst kristallisiert der Zucker später und wird nicht kleben. Das Einkochen bedarf etwas Übung: Die Zuckermasse sollte so lange gekocht werden, bis sie eine Temperatur von 105 bis maximal 115 °C erreicht hat. Ist diese Temperatur erreicht, muss der Kochvorgang sofort abgebrochen werden, indem der Topf in ein Bad mit kaltem Wasser gestellt wird. Auch nun darf die Masse nicht mehr gerührt werden, bis sie vollständig abgekühlt ist.
  3. Insektenleim nach Uromas Rezept: 200 g Schweineschmalz werden mit 200 g Kolophonium im Wasserbad erhitzt und dabei gerührt, bis sie sich gut vermischt haben. Dann werden 200 g braune Schmierseife eingerührt, alles mit 2500 g Rapsöl aufgegossen und gerührt, bis die Flüssigkeit abgekühlt ist.

Tipp: Der Leim nach Uromas Rezept gelingt nicht immer, weil die Materialien sich in der Qualität unterscheiden und es sehr auf die richtigen Temperaturen während der Mischung ankommt. Damit ist dieses Rezept eher etwas für Hobbygärtner, die Freude an solchen Experimenten haben.

Schüssel mit Zucker und Wasser
Zucker und Wasser reichen, um selbst einen Kleber für Gelbtafeln herzustellen [Foto: ffolas/ Shutterstock.com]

Mit einem dieser drei Rezepte können Sie ganz einfach Ihre eigenen Gelbtafeln herstellen – in der gewünschten Menge und Größe. Um die Gelbtafeln wiederzuverwenden, schabt man die gefangenen Insekten von der Oberfläche ab und trägt eine neue Schicht Kleber auf. Natürlich können Sie auch andere Farben und Farbkompositionen ausprobieren. Mehr zu den verschiedenen Arten von Leimtafeln erfahren Sie hier. Eine besondere Form stellt die Blautafel dar, die andere Arten von Insekten anlockt als die gelbe Variante.

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