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Nematoden ausbringen: 11 Tipps zur richtigen Anwendung als Nützling

Nematoden können gegen viele Pflanzenschädlinge wirksam sein. Doch wie wendet man sie im eigenen Garten eigentlich richtig an?

Nematode Fadenwurm

Einige Arten sind wahre Helfer gegen Schädlinge andere werden selbst zum Schädling [Foto: Scot Nelson]

Die unter einen Millimeter kleinen Nematoden sind ein wahrer Segen für jeden Hobbygärtner, denn sie können unzählige Schädlingsarten effektiv bekämpfen. Der Einsatz von Nematoden, auch Fadenwürmer genannt, ist komplett biologisch und hat keinerlei Nebenwirkungen für Mensch, Tier und Pflanze. Bei der Anwendung von Nematoden sollten Sie aber immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um lebendige Organismen handelt. Deswegen müssen bei ihrem Einsatz einige wichtige Punkte beachtet werden, damit sich die kleinen Würmer wohlfühlen und ihre Arbeit verrichten können. Beachten Sie unsere Tipps, sollte jeder Nematoden-Einsatz ein voller Erfolg werden und Sie werden schnell Spaß am umweltfreundlichen und zugleich wirksamen Schädlingsbekämpfen mit Nematoden finden.

Nematoden: Wirksam gegen Dickmaulrüssler, Trauermücke, Schnecke & Co.

Die große Artenvielfalt der Nematoden ermöglicht es, dass viele unterschiedliche Schädlinge angegangen werden können. Im Prinzip können alle Schädlinge bekämpft werden, die sich am oder im Boden aufhalten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es auch eine Nematoden-Art gibt, die den Schädling als Beute erkennt und somit angreift. In der Praxis sind es häufig die Insektenlarven, wie die von Dickmaulrüssler, Junikäfer und Trauermücke, die von den Nematoden unschädlich gemacht werden. Wenn die Larven erfolgreich bekämpft wurden, verschwinden auch die erwachsenen Käfer und das Schädlingsproblem ist gelöst.

Durch die intensive Arbeit mit den Nematoden als Nützlingen wurde auch entdeckt, dass Kellerasseln, Schnecken und Co. ebenfalls wirkungsvoll mit Nematoden beseitigt werden können. Zu den am häufigsten auftretenden Schädlingen können Sie im Artikel Nematoden: Zur Bekämpfung von Schädlingen die richtige Nematoden-Art für eine erfolgreiche Bekämpfung finden. Auch den richtigen Bekämpfungszeitpunkt verraten wir Ihnen dort.

Folgende Nematoden-Arten haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • SC Nematoden: Zur Bekämpfung von erwachsenen Maulwurfsgrillen, Larven der Wiesenschnaken und Erdraupen.
  • HM Nematoden: Nützlinge zur Bekämpfung des Dickmaulrüsslers und Gartenlaubkäfers.
  • SF Nematoden: Zur ganzjährigen Bekämpfung lästiger Trauermücken.

Nematoden: 11 Tipps für die richtige Anwendung

  1. Schädling bestimmen, damit Sie die richtige Nematoden-Art für die Bekämpfung auswählen. Nur so ist der Grundstein für einen erfolgversprechenden Nützlings-Einsatz gelegt. Tipp: Kontaktieren Sie bei Unsicherheiten den Nützlings-Anbieter.
  2. Überprüfen Sie, ob der richtige Zeitpunkt für die Nematoden-Ausbringung gegeben ist. Einige Larven, wie die des Junikäfers, werden nur gut bekämpft, wenn die Larven noch jung sind.
  3. Für aktive Nematoden ist eine ausreichend hohe Bodentemperatur essentiell. Auch wenn der richtige Zeitpunkt für die Bekämpfung vorliegt, kann der Boden durch schlechte Witterung zu kalt sein. Bedenken Sie dabei, dass die Nematoden-Arten unterschiedliche Wohlfühltemperaturen haben.
  4. Sind alle Voraussetzungen für den Nematoden-Einsatz gegeben, können die Nützlinge bei einem entsprechenden Nützlings-Anbieter bestellt werden. Mittlerweile bieten in Deutschland unzählige Shops den Versand von Nützlingen an. Kalkulieren Sie vor dem Kauf auf jeden Fall die richtige Menge an Nematoden, indem Sie die Quadratmeterzahl der zu behandelnden Fläche ermitteln.
  5. Die Nematoden werden in Pulverform versandt und kommen in einer Art Ruhephase bei Ihnen zu Hause an. Dadurch können die Nematoden noch kurze Zeit bei 4 – 8°C gelagert werde (Haltbarkeitsdatum beachten).
  6. Für die Anwendung werden die Nematoden in Wasser gelöst – halten Sie sich dabei an die Produktinformationen des Herstellers. Sobald das geschehen ist, ist eine Lagerung nicht mehr möglich und die Nematoden sollten möglichst schnell zum Einsatz kommen.
  7. Das Ausbringen der Nematoden darf nur früh morgens oder abends geschehen, da die Nützlinge sehr anfällig gegenüber UV-Licht sind.
  8. Die zu behandelnde Fläche wird vorgewässert, sollte der Boden trocken sein.
  9. Nun kommt endlich die vorbereitete Gießkanne mit den Nematoden zum Einsatz. Gießen Sie die vom Nützlings-Züchter empfohlene Wassermenge pro Quadratmeter gleichmäßig aus. Achtung: Die Nematoden können sich nach einiger Zeit am Boden der Gießkanne absetzen.
  10. Den behandelten Boden leicht nachwässern und nun über einen Zeitraum von 2 – 3 Wochen konstant feucht halten. Sie sollten dabei aber auf jeden Fall Staunässe vermeiden.
  11. Nach spätestens 3 Wochen haben die Nematoden ihren Job erledigt. Bei Engerlingen und anderen großen Larven kann der Erfolg recht einfach kontrolliert werden. Wenn Sie im Boden nach den Larven suchen, sollten diese eine braun-rötliche Farbehaben. Dann wurden die Larven von den Nematoden parasitiert und abgetötet. Bei Trauermücken kann der Erfolg durch Gelbtafeln kontrolliert werden.

Das alles klingt erstmal nach viel Arbeit, dafür ist es aber eine der schonendsten Methoden, um Schädlinge wie den Dickmaulrüssler oder Trauermücken zu bekämpfen. Andere nützliche Bodenorganismen werden nicht durch die Nematoden gestört und sind alle schädlichen Larven abgetötet, verschwinden auch die Nematoden. Es handelt sich also um eine rückstandsfreie und schonende Pflanzenschutzmaßnahme.

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