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Raubmilben: Einsatz der Nützlinge zur Bekämpfung von Spinnmilben & Co.

Raubmilben können gegen Spinnmilben, Trauermücken und Co. so einiges ausrichten. Wir zeigen, wo man Raubmilben kaufen kann und wie man sie anwendet.

Raubmilbe
Raubmilben lassen sich zum Pflanzenschutz einsetzen [Foto: thatmacroguy/ Shutterstock.com]

Nützlinge sind im biologischen Pflanzenschutz nicht mehr wegzudenken und können bei der Bekämpfung von vielen Schädlingen helfen. So werden Raubmilben (Gamasina) oft und gerne eingesetzt, um verschiedenen Schädlingen an den Kragen zu gehen.

Raubmilben

Es gibt viele verschiedene Familien von Raubmilben, die alle zur Ordnung Mesostigmata gehören. Raubmilben, so sagt bereits ihr Name, ernähren sich räuberisch und fressen andere Insekten.

Raubmilben: Steckbrief und Eigenschaften

Raubmilben werden zur gezielten Schädlingsbekämpfung im Gartenbau eingesetzt, aber auch in der Obstproduktion und in Weingärten werden sie verwendet. Sie können bis zu 0,6 Millimeter groß sein und haben ovale Körper mit einer glatten Oberfläche. Die erwachsenen Tiere haben vier Beinpaare, die Färbung der Milben hängt dabei meistens von der aufgenommenen Nahrung ab – rote Färbungen sind eher selten.

Die Entwicklung der Raubmilben erfolgt über das Larven- und Nymphenstadium bis hin zu den ausgewachsenen Raubmilben. Ein Weibchen kann dabei 50 bis 100 Eier legen, die weißlich gefärbt und durchscheinend sind. Die kleinen Schädlinge haben scherenförmige Mundwerkzeuge, die Cheliceren genannt werden, mit denen sie ihre Beutetiere verletzen und danach aussaugen.

Die Raubmilben zählt man zu den Schutzräubern, was bedeutet, dass sie sich in einem Bestand ansiedeln, dort also längere Zeit auftreten, und eine Schädlingspopulation in Schach halten. Im Gegensatz dazu stehen die Säuberungsräuber, die Schädlinge in großen Zahlen vertilgen können, sich aber nicht in Beständen fest ansiedeln. Schon eine Besiedelungsdichte von 0,5 bis 1 Raubmilbe pro Blatt kann zum Beispiel eine Spinnmilbenpopulation unter der Schadensschwelle halten.

Spinnmilben
Raubmilben können Schädlingspopulationen in Schach halten [Foto: Jonathan Oscar/ Shutterstock.com]

Raubmilbenarten

Im Handel erhält man diverse Raubmilben, die spezialisiert sind auf gewisse Schaderreger. Im Folgenden haben wir eine kleine Auswahl von Raubmilben für Sie zusammengestellt und zeigen, gegen welche Schädlinge man sie einsetzen kann:

 Gemeine Spinnmilbe (Tetranychidae)Thripse (Thysanoptera)Tomatenrost-milbe (Aculops lycopersici)Weiße Fliege (Aleyrodoidea)Trauermücke (Sciaridae)Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali)Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)
Amblyseius andersonixxxx
Amblyseius cucumerisx
Amblyseius limonicusxx
Amblyseius swirskii xx
Macrocheles robustulusxx
Neoseiulus californicusx
Phytoeiulus persimilisx
Typhlodromus pyrixx

Jede der Raubmilben hat ihre speziellen Beutetiere, die man ganz einfach mit den Nützlingen bekämpfen kann. Oft macht es bei einem starken Befall zudem Sinn, mehrere Raubmilbenarten zu kombinieren, um erfolgreich eine Bekämpfung durchzuführen.

Raubmilben kaufen: Empfehlenswerte Bezugsquellen

Raubmilben werden gezielt für den Einsatz als Nützlinge gezüchtet und dann im Pflanzenbestand ausgesetzt. Viele Raubmilben sind je nach Art polyphag in ihrer Ernährung, haben also ein breites Nahrungsspektrum – die Raubmilben für den Einsatz im Pflanzenschutz sind hingegen überwiegend selektiv. Raubmilben müssen in der Europäischen Union als Pflanzenschutzmittel zugelassen werden und dürfen erst nach einem abgeschlossenen Zulassungsverfahren in Verkehr gebracht werden. Daher kann man sich sicher sein, dass die erworbenen Raubmilben eine hohe Qualität aufweisen und wirkungsvoll sein werden. Außerdem haben Sie auch die Gewissheit, dass die Raubmilben keine anderen nützlichen Organismen schädigen. Man erhält Raubmilben auf unterschiedlichste Arten, entweder als Streuware oder auf Pflanzenblättern angezüchtet.

Folgende Bezugsquellen empfehlen wir für Raubmilben:

Eine Bezugsquelle in Deutschland für hochwertige Nützlinge aller Art ist nuetzlinge-shop.de, der Shop von Sautter und Stepper in Ammerbuch bei Tübingen. Hier erhalten Sie nicht nur verschiedene Arten von Raubmilben als Streuware, sondern auch viele andere Nützlinge.

In Österreich beziehen Sie Nützlinge am besten von biohelp in der Nähe von Wien. Hier können Sie unter garten-bienen.at ganz einfach online die gewünschten Nützlinge kaufen. Raubmilben erhält man hier entweder als Streuware oder auf Buschbohnenblättern gezüchtet.

Wenn Sie Raubmilben in der Schweiz beziehen möchten, können Sie sich an Andermatt Biocontrol wenden – im Web finden Sie den Shop unter biocontrol.ch. Hier erhalten Sie unterschiedliche Raubmilbe als Streuware oder auch auf unterschiedlichen Blättern angezogen.

Das Aussetzen von Gegenspielern aus Massenzuchten wird auch als inokulativer Einsatz bezeichnet, bei dem gezielt geringe Mengen von Nützlingen wie Raubmilben ausgebracht werden, die sozusagen die Startpopulation darstellen. Diese Nützlinge sollen nicht nur Schädlinge fressen, sondern die freigelassenen Tierchen sollen sich im Bestand ansiedeln und dort vermehren. Dadurch soll der Schaderreger über eine längere Zeitspanne bekämpft werden.

Raubmilben als Nützlinge gegen Spinnmilben und Co. einsetzen

Raubmilben werden bevorzugt im geschützten Anbau verwendet – wie in Glashäusern oder Folientunneln. Eingesetzt werden Raubmilben dabei in der Bekämpfung von folgenden Schädlingen:

Spinnmilben geschlüpft
Die Raubmilbe Phytoeiulus persimilis frisst die Eier von solchen Spinnmilben [Foto: Wollertz/ Shutterstock.com]

Die Raubmilben sind also vielfältig einsetzbar, besonders im geschützten Anbau werden sie gerne verwendet.

Sind Raubmilben gefährlich für Hunde oder Katzen?

Es gibt zwar Raubmilben, die Hunde oder Katzen befallen, aber bei den Raubmilben, die wir im Garten oder im Glashaus verwenden, müssen wir uns keine Gedanken machen. Die Tierchen ernähren sich von den Schädlingen an den Pflanzen und sind somit keine Gefahr für Haustiere. Die Raubmilben, die unsere Hunde und Katzen befallen, sind die sogenannten Pelzmilben (Cheyletiellae).

Weitere interessante Nützlinge finden Sie außerdem in diesem Spezial-Artikel.

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