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Schnecken bekämpfen: So wird man die schleimigen Plagegeister los

Jeder Gärtner fürchtet die schleimigen Schädlinge, die Pflanzen und Gemüse anfressen. Wir zeigen, wie man Schnecken effektiv vertreiben und bekämpfen kann.

Schnecke mit Haus auf Kohl
Schnecken können großen Schaden in unseren Gärten anrichten [Foto: Kosobu/ Shutterstock.com]

Besonders im Frühjahr fürchten wir die schleimigen Biester, die unseren frisch aufgelaufenen Pflänzchen den Garaus machen und uns somit den Start in das neue Gartenjahr erschweren. Leider hat man aber das ganze Jahr über mit Schnecken im Garten zu tun – wir zeigen Ihnen hier, wie Sie mit Schnecken umgehen können, um trotzdem noch Freude beim Gärtnern zu haben.

Schnecken bekämpfen

Bevor wir uns näher mit der Bekämpfung der Schnecken in Ihrem Garten beschäftigen, sollten wir zuerst einmal die verschiedenen Schnecken, die sich in unseren Gärten herumtreiben, unterscheiden, damit wir erkennen können, welche schädlich sind und welche nicht.

Schneckenarten

Schnecken gehören zur Klasse der Gastropoda – in Deutschland finden wir rund 260 verschiedene Arten von Landschnecken und in Österreich sind es sogar 450 Schneckenarten, von denen 76 Arten nur in Österreich vorkommen. Grundsätzlich können wir die Schnecken in Nacktschnecken und in Schnecken mit einem Gehäuse einteilen. Folgende Schnecken sind in unseren Gärten sehr häufig anzutreffen.

Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus)

Diese Nacktschnecken wurden in den 1960er bis 1970er Jahren eingeschleppt und versetzen Gärtner seitdem in Angst und Schrecken, denn sie bevorzugen hier in unseren Breiten Siedlungen und Gärten als Lebensraum. Die Spanische Wegschnecke hat eine orange Färbung, die teilweise ins rötlich Braune oder Gelbliche schwenkt. Eine ausgewachsene Spanische Wegschnecke kann bis zu 10 Zentimeter lang werden und ist in der Lage, einen bitteren Schleim abzusondern, der Fressfeinde abschreckt. Ihre Nahrungsquelle reicht von hartlaubigen Pflanzen bis hin zu stark duftenden wie zum Beispiel Majoran (Origanum majorana) oder Funkien (Hosta), die heimische Schnecken oft verschmähen. Durch dieses breite Nahrungsspektrum und die Schleimabsonderung, welche die Feinde abschreckt, verdrängt die Spanische Wegschnecke die heimischen Schnecken immer mehr und bringt damit das Gleichgewicht in den Ökosystemen durcheinander.

Nacktschnecke sitzt auf Salatblatt
Eine ausgewachsene Spanische Wegschnecke kann bis zu 10 Zentimeter lang werden [Foto: Lisa S./ Shutterstock.com]

Tigerschnegel (Limax maximus)

Der Tigerschnegel wird auch Egelschnecke oder Großer Schnegel genannt und macht seinem Namen alle Ehre, denn er kann eine Körperlänge von bis zu 20 Zentimetern erreichen. Sein Körper hat eine graue bis braune Grundfarbe und ist voll grauer bis schwarzer Flecken, die eher der Musterung eines Leoparden ähneln. Besonders oft findet man die Tigerschnegel in der Nähe von Wäldern, denn sie bevorzugen Eichen-Buchenwälder als ihren Lebensraum. Vor diesen nachtaktiven Nacktschnecken muss sich kein Gärtner fürchten, denn sie machen lieber Jagd auf andere Schnecken. Tigerschnegel vertilgen andere junge Schnecken und auch Schneckeneier stehen auf ihrem Speiseplan. Falls Sie also das nächste Mal einen Tigerschnegel in Ihrem Garten antreffen, sollten Sie sich über die Unterstützung freuen und besser nicht zum Schneckenkorn greifen.

Schnecke hängt an Blatt
Der Tigerschnegel frisst andere Schnecken und Eier [Foto: David G Fotoz/ Shutterstock.com]

Genetzte Ackerschnecke (Deroceas reticulatum)

Diese Nacktschnecke wird nur fünf Zentimeter lang und hat auf ihrem grau-braunen Körper eine netzartige dunkelgraue Musterung, an der man sie leicht erkennen kann. Diese eher kleine Nacktschnecke ist eine einheimische Schneckenart und verursacht massive Schäden in Gärten, obwohl sie im Gegensatz zu anderen Nacktschnecken relativ klein ist.

Braune Nacktschnecke auf Blatt
Die Genetzte Ackerschnecke ist eine heimische Nacktschnecke, die bis zu 5 cm lang wird [Foto: Starover Sibiriak/ Shutterstock.com]

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Eine der bekanntesten Gehäuseschnecken ist die Weinbergschnecke, die sogar in manchen Regionen der Welt als Spezialität in der Kulinarik gilt. Selbst sollte man aber die Finger davon lassen, Weinbergschnecken zu sammeln und diese dann zu verzehren, da sie in der Lage sind, giftige Pflanzen zu fressen, ohne geschädigt zu werden. Die Giftstoffe können sich in der Schnecke anreichen und beim Verzehr schädlich sein. Außerdem stehen die Weinbergschnecken unter Naturschutz, das Sammeln ist dementsprechend verboten. Wenn Sie jedoch einmal Schnecken in Ihrem liebsten französischen Restaurant auf der Speisekarte finden, müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn diese stammen aus eigenen Schneckenzuchten und werden nicht am Straßenrand gesammelt.

Im Garten verursachen Weinbergschnecken zwar auch Schäden, jedoch halten sich diese in Grenzen. Man findet sie besonders in Gegenden mit kalkhaltigem Boden, da sie einen solchen benötigen, um ihre Gehäuse auszubilden. Weinbergschnecken machen sich sogar über die Eier der Nacktschnecken her und fressen diese auf.

Weinbergschnecke auf Moos
Weinbergschnecken verursachen zwar auch Schäden im Garten, jedoch halten sich diese in Grenzen [Foto: Andrey Armyagov/ Shutterstock.com]

Garten-Bänderschnecke (Capea hortensis)

Diese Gehäuseschnecken werden nur ungefähr 1,5 Zentimeter groß – man kann sie an den typischen braunen Streifen auf ihrem Gehäuse erkennen, aber es gibt auch einige Bänderschnecken, die keine Streifen am Gehäuse haben. Diese kleinen Schnecken leben am Boden, jedoch klettern sie auch oft auf Bäume und Sträucher. Die Garten-Bänderschnecke findet man in Mittel- und Westeuropa. Ihre Nahrung besteht aus Algen – sie sind daher keine Gefahr für unsere Pflänzchen im Garten.

Gelbe Schnecke auf einem Stein
Die Garten-Bänderschnecke lässt sich an den typischen braunen Streifen auf ihrem Gehäuse erkennen [Foto:  Andrea Leiber/ Shutterstock.com]

Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus)

Die Inkarnatschnecke wird auch Rötliche Laubschnecke genannt und ist eine Schnecke mit Haus. Sie bevorzugt Hecken sowie feuchte Waldböden als ihren Lebensraum. Man kann sie an ihrem rötlichen Haus erkennen, welches bis zu 16 Millimeter breit werden kann. Beheimatet ist die Inkarnatschnecke in Mitteleuropa. Für unsere Gärten ist sie normalerweise keine große Bedrohung, da sie sich größtenteils von Algen und Flechten ernährt.

Sie sehen also, dass nicht jede Schnecke, die durch unseren Garten kriecht, auch gleich ein Schädling sein muss – Sie müssen sich daher auch nicht unbedingt sorgen.  

Schnecke mit Haus auf grünem Blatt
Für unsere Gärten ist die kleine Inkarnatschnecke normalerweise keine große Bedrohung [Foto: muhamad mizan bin ngateni/ Shutterstock.com]

Symptome und Schadbild bei Schneckenbefall

Schnecken besitzen eine Raspelzunge, die auch Radula genannt wird. Damit raspeln sie Nahrung ab und es entstehen spezielle Fraßspuren an den befallenen Pflanzen. Pro Nacht kann eine Schnecke bis zu 200 Quadratzentimeter Salatblätter verspeisen und uns am nächsten Morgen somit einen ordentlichen Schrecken einjagen, wenn im Beet nicht mehr viel übrig ist.

Außer den abgefressenen Blättern kann man auch immer wieder Schleimspuren von Schnecken im Garten entdecken. Zur Fortbewegung brauchen die kleinen Tierchen genügend Feuchtigkeit, um voranzukommen – sie schaffen pro Minute ungefähr eine Strecke von 10 Zentimetern. Die Schleimspuren sind meistens silbrig glänzend und leicht zu erkennen.

Schnecken vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn sich die Schnecken gar nicht erst in unseren Garten verirren und an unseren geliebten Pflanzen zu schaffen machen. Um einen Schneckenbefall zuvorzukommen, gibt es einige Möglichkeiten. Dazu gehört das Setzen von abschreckenden Pflanzen in Ihrem Garten und die Verwendung von abwehrenden Jauchen und Brühen.

Schnecken vorbeugen: Schneckenresistente Pflanzen

Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass einige Pflanzen in unserem Garten immer wieder von Schnecken abgefressen werden und andere komplett verschont von den schleimigen Schädlingen bleiben. Viele Pflanzen verströmen Gerüche, die die Schnecken gekonnt abwehren, oder sie enthalten Inhaltsstoffe, die den Schnecken ganz und gar nicht schmecken.

Lavendelstrauch im Garten
Einige Pflanzen wie Lavendel werden von Schnecken gemieden [Foto: Magdalenawd/ Shutterstock.com]

Einige Kräuter verbreiten Gerüche, die Schnecken nachhaltig abschrecken – dazu gehören zum Beispiel Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) oder Thymian (Thymus). Schnecken halten sich auch von einigen Sommerblumen fern – dazu gehören Blumen wie Ringelblumen (Calendula officinalis), Löwenmäulchen (Antirrhinum) oder Bartnelken (Dianthus barbatus).

Sollten Sie im Gemüsebeet Probleme mit Schnecken haben, können Sie auf einige bestimmte Gemüsearten setzen, die von Schnecken nicht gerne gefressen werden. Zu diesen Gemüsen gehören unter anderem Knoblauch (Allium sativum), Tomaten (Solanum lycopersicum) und Endivien (Cichorium endivia). Weitere schneckenresistente Zier- und Gemüsepflanzen für Ihren Garten finden Sie hier in unserem Spezialartikel. Eine detaillierte Beschreibung der zehn besten schneckenfesten Pflanzen können Sie hier nachlesen.

Tipp: Da diese Pflanzen von Schnecken gemieden werden, kann man mit ihnen auch abschreckende Streifen entlang von Beeten pflanzen, um die Schnecken vom Garten fernzuhalten.

Schnecken chemisch bekämpfen

Chemische Pflanzenschutzmittel, die gegen Schnecken eingesetzt werden können, werden auch Molluskizide genannt. Die erhältlichen Mittel gegen Schnecken sind zum großen Teil granuliert und werden ausgestreut. Die Schnecken fressen dann diese Körner, die meistens die Wirkstoffe Eisen(III)-Phosphat oder Metaldehyd enthalten, und sterben aufgrund dessen. Aber es gibt auch Mittel, die schon beim Hautkontakt ihre giftige Wirkung entfalten. Diese chemischen Bekämpfungsmittel werden Schneckenkorn genannt. Hier finden Sie noch weitere Bekämpfungsmöglichkeiten für Schnecken in Ihrem Garten.

Schnecken mit Schneckenkorn bekämpfen

Das Schneckenkorn, das zurzeit im Handel erhältlich ist, enthält entweder die Wirkstoffe Eisen(III)-Phosphat oder Metaldehyd. Früher gab es auch noch Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Methiocarb, jedoch sind diese Molluskizide nicht mehr zugelassen. Beim Methiocarb sind die Schnecken zuerst hyperaktiv geworden und dann an Ort und Stelle verendet. Leider hatte man dann den ganzen Garten voller verendeter Schneckenkadaver.

Nacktschnecke mit blauem Schneckenkorn
Manche Gärtner schwören auf Schneckenkorn, andere wiederum möchten es nicht im Garten haben [Foto: Lisa S./ Shutterstock.com]

Die Schneckenkörner mit Eisen(III)-Phosphat sind sogar als biologisches Pflanzenschutzmittel zugelassen und praktischerweise verkriechen sich die Schnecken nach der Aufnahme und sterben dann. Dadurch muss man keine Schneckenleichen aus dem Garten entfernen. Wenn es nicht von Schnecken gefressen wird, zerfällt das Schneckenkorn einfach in seine Bestandteile Eisen und Phosphat.

Der zweite Wirkstoff, der zurzeit erhältlich ist, ist Methiocarb, der leider bei feuchter Witterung eine schlechte Wirkung zeigt. Wenn die Schnecken diesen Stoff fressen, werden die Zellen in deren Haut angegriffen und die Schnecken beginnen, Schleim zu produzieren – wirklich viel Schleim. Dieser Vorgang geht so lange vor sich, bis die Schnecken komplett austrocknen, und ist nicht besonders schön anzusehen. 

Schnecken biologisch bekämpfen

Wie schon zuvor erwähnt, ist das Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen(III)-Phosphat auch für den biologischen Pflanzenschutz zugelassen und geeignet. Außer von diesem Schneckenkorn hört man auch immer wieder von Fallen für Schnecken, die mit Bier gefüllt sind. Leider sind diese Fallen zwar wirksam, um viele Schnecken zu fangen, jedoch lockt man damit eher noch mehr Schnecken in den Garten, die vom Biergeruch angezogen werden. Daher ist die Verwendung von Bierfallen nicht zu empfehlen – es sei denn, Sie möchten auch die Schnecken Ihrer Nachbarn im Garten haben.

Schnecken mit Pflanzenjauchen und Pflanzentees bekämpfen

Zu den biologischen Bekämpfungsmethoden gehört auch die Verwendung von verschiedenen Pflanzenjauchen und Pflanzentees, die Sie ganz einfach selbst herstellen und verwenden können. Hier haben wir Ihnen eine kleine Liste mit geeigneten Pflanzen, aus denen man Auszüge gegen Schnecken zubereiten kann, zusammengestellt:

  • Lavendel-Kaltwasserauszug: Für den Kaltwasserauszug benötigen Sie 500 g frisches Lavendelkraut, das in 5 Liter Wasser gegeben wird. Zerkleinern Sie das Kraut am besten, um das Ausziehen zu fördern, und lassen Sie das Lavendelkraut bis zu 24 Stunden im Wasser. Dann seihen Sie den Auszug ab und besprühen Sie gefährdete Gartenflächen mit dem unverdünnten Auszug. Sie können auch nur am Rande des Gartens einen abschreckenden Streifen damit besprühen, der die Schnecken abschreckt.
  • Farnkrautbrühe: Für die Brühe benötigen Sie nur 5 kg frisches oder 1 kg getrocknetes Farnkraut (Pteridium aquilinum, Dryoperis filix-mas), das man in 10 Litern Wasser für einen Tag einlegt. Nachdem das Farnkraut einen Tag im Wasser war, kocht man diesen Auszug noch eine halbe Stunde auf schwacher Flamme und lässt die Brühe dann abkühlen. Gegen Schnecken verwendet man die Brühe unverdünnt und besprüht damit die Pflanzen und den Boden. Diese Brühe kann man auch gegen Schmierläuse oder Blattläuse einsetzen.
  • Wermutjauche: Man benötigt 300 g frischen Wermut (Artemisia absinthium) oder 30 g getrockneten Wermut und 10 Liter Wasser für diese Jauche. Diese Mischung wird ungefähr zwei Wochen vergärt, bis sie nicht mehr schäumt. Sie wirkt dann abweisend auf Schnecken und auch auf andere Schädlinge wie Dickmaulrüssler oder Ameisen.
Wermutkraut auf Stein
Eine Jauche aus dem Wermutkraut ist eine gute biologische Bekämpfungsmethode gegen Schnecken [Foto: Sunbunny Studio/ Shutterstock.com]
  • Rhabarberblätterjauche: Nehmen Sie 1 kg Rhabarberblätter (Rheum rhabarbarum) und setzen Sie diese in 10 Litern Wasser an. Lassen Sie diesen Ansatz eine Woche ziehen und leicht vergären. Bringen Sie diese Jauche unverdünnt auf dem Boden in Ihren Gemüsebeeten aus, um Schnecken abzuwehren.
  • Lavendelextrakt: Für das Lavendelextrakt benötigen Sie 10 g ätherisches Lavendelöl, ¼ Liter Obstessig und 2 Liter Wasser. Diese Komponenten mischen Sie gründlich und besprühen Ihre Pflanzen abends damit. Sie können auch einen schützenden Streifen rund um Ihre Gemüsebeete mit dieser Mixtur besprühen, falls Ihnen das Besprühen aller Pflanzen zu viel wird. Der Lavendelduft schreckt Nacktschnecken ab und verwirrt sie zudem.
  • Rainfarnbrühe: Sie benötigen 1,5 kg blühenden Rainfarn (Tanacetum vulgare), den Sie in 10 Litern Wasser ansetzen und dann für ungefähr eine halbe Stunde schwach köcheln lassen. Lassen Sie diese Brühe abkühlen und besprühen Sie die Pflanzen mit der abgeseihten Brühe.
  • Tomatentriebjauche: Für diese Jauche können Sie die entgeizten Triebe Ihrer Tomaten verwenden. Zerkleinern Sie eine Handvoll Geiztriebe, setzen Sie diese in 1 Liter Wasser an und lassen Sie diese Mischung vergären. Verdünnen Sie die Jauche im Verhältnis 1:1 und verteilen Sie sie am Boden rund um die gefährdeten Pflanzen, um die Schnecken abzuwehren. Achten Sie aber darauf, die Pflanzen nicht mit der Jauche zu bedecken, denn dies könnte sonst zu Verbrennungen an den Blättern führen.

Mit diesen Jauchen und Brühen können Sie Ihren Garten abschreckend für Schnecken machen und sie zugleich mit diesen Pflanzenextrakten vertreiben. Die Jauchen können Sie grundsätzlich alle zwei Wochen einsetzen, um die Schnecken von Ihren Beeten fernzuhalten oder aus dem Garten zu jagen. Leider verlieren die Jauchen bei feuchtem und bedecktem Wetter oftmals ihre Wirkung – beziehungsweise ein solches Wetter fördert die Schnecken sehr.

Pflanzen gegen Schnecken

Als Abwehrstrategie können Sie versuchen, verschiedene Pflanzen in Kombination in Ihrem Garten anzubauen, die eine abschreckende Wirkung auf Schnecken haben. Folgende Pflanzen ergeben günstige Kombinationen, um Schnecken abzuwehren:

Hier finden Sie noch weitere Pflanzen für Ihren Garten, die zur Abwehr von Schnecken geeignet sind.

Schnecken bekämpfen: Fressfreinde

Eine weitere Methode, Schnecken loszuwerden, ist, dass sie gefressen zu werden – aber natürlich nicht wir sollen die Schnecken verspeisen, sondern es eignen sich verschiedene Tiere dafür. Zum einen können Sie sich Haustiere zulegen, die Schnecken und ihre Eier gerne fressen – wie Enten oder Hühner. Sie sollten sich aber nie gedankenlos Haustiere zulegen, sondern dies nur tun, wenn Sie Zeit und Platz für diese haben und auch über Ahnung von der Tierhaltung verfügen.

Igel im Garten mit gelben Blumen
Tiere wie der Igel verspeisen gerne Schnecken [Foto: Coatesy/ Shutterstock.com]

Die andere Methode ist das Fördern von Nützlingen und Tieren, die Schnecken bekämpfen und fressen. Dazu gehören folgende Tiere:

  • Igel (Erinaceidae)
  • Spitzmäuse (Soricidae)
  • Maulwürfe (Talpidae)
  • Eidechsen (Lacertidae)
  • Erdkröten (Bufo bufo)
  • Kreuzkröten (Epidalea calamita)
  • Blindschleichen (Anguis fragilis)
  • Tigerschnegel (Limax maximus)
  • Wurmschnegel (Boettgerillidae)

Schaffen Sie für diese helfenden Tierchen Platz in Ihrem Garten, indem Sie Biotope anlegen und Rückzugsmöglichkeiten wie Hecken anbieten. Dann fühlen sich diese Tiere richtig wohl in Ihrem grünen Paradies und werden mit Freuden viele Schnecken und andere Schädlinge vertilgen.

Schnecken mit Hausmitteln bekämpfen

Je weniger Verstecke die gefräßigen Schnecken in Ihrem Garten finden können, desto weniger werden sich dort rumtreiben und ihre Eier ablegen. Förderliche Bedingungen finden Schnecken in Gärten mit viel Unkraut und dort, wo wenig Bodenbearbeitung stattfindet. Auch ist das Mulchen bei einem bestehenden Schneckenproblem nicht von Vorteil. Und je mehr Holzstücke, Steine und Ritzen in und rund um den Garten sind, desto mehr Schnecken werden sich dort einnisten. 

Zu den bekanntesten Hausmitteln gehören Fallen, mit denen Schnecken gefangen und abgetötet werden sollen. Was es mit diesen Fallen auf sich hat und ob man sie wirklich verwenden sollte, erfahren Sie hier in unserem Spezialartikel zum Thema „Hausmittel gegen Schnecken“. 

Schneckenzaun gegen Schnecken im Garten

Um die Schnecken von Ihrem Garten, Beeten oder Hochbeeten fernzuhalten, können Sie Schneckenzäune anbringen. Es gibt dabei mehrere Arten von Schneckenzäunen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen:

  • Elektrozäune werden mit Batterien oder mit Solarzellen betrieben und sind leicht rund um Ihre Beete zu montieren. Der Zaun produziert regelmäßig schwache elektrische Impulse, die für Menschen und Tiere ungefährlich sind, aber ausreichen, um eine darüber kriechende Schnecke abzuschrecken.
  • Kupferzäune und Kupferbänder sollen Schnecken von unseren Beeten fernhalten, indem das Kupfer mit der Sohle der Schnecken eine chemische Reaktion verursacht und sie daher abhält, über das Kupfer zu kriechen. Daher umfasst man die Beete mit einem Streifen Kupfer, um die Schnecken abzuhalten. Die Wirksamkeit besteht leider nicht zu 100 %, jedoch halten die Kupferzäune viele Schnecken ab. Der Verlust der Wirksamkeit von Kupferzäunen ist ein stark diskutiertes Thema und es gibt viele Theorien dazu, jedoch kann man noch nicht genau erklären, warum diese nicht immer gegeben ist. Sie sollten sich beim Einsatz von Kupfer im Garten immer bewusst sein, dass auch stets etwas von diesem Schwermetall in den Boden gelangen kann. Prinzipiell nehmen Pflanzen nur auf sehr sauren Standorten vermehrt Kupfer aus dem Boden aus, jedoch wirkt sich Kupfer negativ auf die Bodenlebewesen aus und kann diese schädigen.
Gemüsebeet mit Schneckenschutzring
Schneckenschutzringe können für einzelne Pflanzen verwendet werden [Foto: lantapix/ Shutterstock.com]
  • Schneckenzäune mit umgebogenem Rand sollen als mechanische Sperre funktionieren, die durch ihren doppelt umgebogenen Rand die Schnecken abwehren. Zäune, die eine Kante von 45 Grad haben, zeigen in den Praxistests meistens eine bessere Wirkung als Zäune, die eine Kante von 90 Grad haben. Sie können solche Zäune mit gebogenem Rand rund um Ihre Beete anbringen oder Sie verwenden Schutzringe für einzelne Pflanzen, die meistens aus Plastik bestehen.

Bei allen Schneckenzäunen müssen Sie auf die richtige Anwendung achten, denn der Zaun muss geschlossen rund um das ganze Beet angebracht werden. Es ist auch sehr wichtig, dass keine Pflanzen über den Zaun wachsen, denn diese können den Schnecken dann leicht als Brücke in Ihr Beet dienen.

Schneckenzäune aus Metall haben den Vorteil, dass diese eine bessere Wirkung zeigen und langlebiger sind, jedoch müssen Sie bei der Montage mehr Zeit und Vorsicht walten lassen. Auch sind die Metallzäune in der Anschaffung zunächst teurer als Varianten aus Plastik – jedoch wird das Plastik durch die Sonne schnell spröde und muss öfter getauscht werden.

Zusammenfassung Schnecken bekämpfen:

  • Nicht jede Schneckenart tritt als Schädling im Garten auf – manche Arten wie der Tigerschnegel können sogar gegen schädliche Schneckenarten eingesetzt werden
  • Um einem Befall durch Schnecken vorzubeugen, können Sie resistente Pflanzen wie bestimmte Kräuter, Knoblauch oder Tomaten anpflanzen
  • Bei der chemischen Bekämpfung mit Schneckenkorn ist der Wirkstoff Eisen(III)-Phosphat als biologisches Pflanzenschutzmittel zugelassen; er sorgt dafür, dass sich die Schnecken nach der Aufnahme verkriechen und schließlich verenden
  • Die biologische Bekämpfung gelingt mit verschiedenen Pflanzenjauchen und Pflanzentees, die eine abschreckende Wirkung auf Schnecken haben
  • Neben Pflanzen, die Schnecken vertreiben, können Sie auch auf Tiere setzen, die Schnecken gerne fressen; Hühner und Enten, aber auch andere Schneckenarten eignen sich hierfür gut
  • Schneckenzäune gibt es in verschiedenen Varianten, hier muss allerdings auf die richtige Anwendung geachtet werden
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