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Radieschen pflanzen: Standort & Anleitung zur Aussaat

Der Radieschen-Anbau funktioniert meist problemlos. Wir zeigen, worauf man dennoch achten sollte, wenn man Radieschen pflanzen oder aussäen möchte.

Radieschen im Beet wachsend
Radieschen können ganz einfach im Garten oder auf dem Balkon angebaut werden [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Radieschen stehen im Sommer ganz oben auf der Liste der beliebtesten Gemüsearten. Ob im Salat, auf dem Brot oder als Dip – die knackigen, mild-scharfen Knollen dürfen in der Sommerküche auf keinen Fall fehlen. Dabei sind sie aufgrund der enthaltenen Vitamine, Senföle und Mineralstoffe auch noch ausgesprochen gesund.

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) gehört zur Gattung der Rettiche (Raphanus) in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Ursprünglich stammt das Radieschen, auch Radies genannt, aus Asien. Seit dem 16. Jahrhundert ist es in Europa verbreitet. Der Anbau im Garten ist unkompliziert und unter unseren klimatischen Bedingungen äußerst lohnend. Auch auf dem Balkon können Radieschen erfolgreich kultiviert werden. Schon wenige Wochen nach der Aussaat sind die kleinen, meist roten Knollen erntereif. Aufgrund der kurzen Kulturdauer von circa vier Wochen eignen sich Radieschen auch sehr gut als Vor- oder Nachkultur sowie als Zwischenfrucht zwischen anderen Gemüsearten.

Tipp: Radieschen eignen sich sehr gut als Zwischenfrucht, nicht aber zwischen anderen Kreuzblütlern. Pflanzen Sie Radieschen, Rettich, Meerrettich und verschiedene Kohlarten nicht mehrmals hintereinander im gleichen Beet an, da sonst Krankheiten wie die Kohlhernie vermehrt auftreten können. Mit Erbsen, Bohnen, Salat oder Spinat in der Fruchtfolge lassen sich Radieschen hingegen sehr gut kombinieren.

Bunte Radieschensorten geerntet
Neben den klassischen roten Radieschen gibt es auch gelbe, weiße oder zweifarbige Radieschensorten [Foto: epixproductions/ Shutterstock.com]

Es gibt eine Vielzahl von Radieschensorten, die sich zum einen in ihrem Anbauzeitpunkt und zum anderen in den Merkmalen Farbe, Form und Geschmack unterscheiden. Bei den runden oder plattrunden Sorten wird die Knolle aus dem Hypokotyl, also dem Wurzelhals gebildet. Längliche Sorten beziehen in ihr Speicherorgan neben dem Wurzelhals auch die Wurzel mit ein, wodurch das Radieschen länger wird.

Radieschen pflanzen: Standort und Boden

Radieschen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Insbesondere beim Anbau im Hochsommer sollten Sie besser einen halbschattigen Ort wählen, da die Radies sonst zum Schossen neigen. Radieschen wachsen auf allen normalen Gartenböden. Für delikate Knollen sollte der Boden aber locker, humos und im Idealfall gleichmäßig feucht sein. Vor dem Radieschen-Anbau sollten Sie nicht unbedingt stark und schon gar nicht mineralisch düngen, denn Radieschen sind Schwachzehrer und quittieren zu nährstoffreiche Böden mit Anfälligkeiten für Krankheiten und Schädlinge, zu viel Blatt- und zu wenig Knollenwachstum. Wenn Ihr Boden eher schlecht Nährstoffe speichert, wie etwa ein Sandboden, lohnt sich eine halbierte organische Düngung, zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Tomatendünger.
Gemüsebeete mit schwerem und eher dichtem Boden sollten vor dem Radieschen-Pflanzen etwas gelockert werden, damit die Knollen ungehindert nach unten wachsen können.
Für den Radieschen-Anbau im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon eignen sich torffreie Pflanzerden, wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde, sehr gut.

Tipp: Wenn ein Radies beginnt Blüten zu bilden und straff in die Höhe wächst, spricht man vom Schossen. Will man Samen ernten, ist das wünschenswert. Will man die Knolle essen, ist das Schossen aber unerwünscht, denn es entzieht der Speicherknolle Wasser und Speicherstoffe, sodass sie eintrocknet und ungenießbar wird.

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Radieschen aussäen

Das Radieschen-Aussäen ist einfach und kann fast das komplette Gartenjahr über stattfinden. Wir verraten, wie man dabei vorgeht.

Wann kann man Radieschen säen?

Der Radieschen-Anbau ist eine der frühesten Gemüsekulturen im Jahr. Die Aussaat von Radieschen kann geschützt im Frühbeet oder unter Folie bereits Ende Februar beginnen. Im Normalfall ist aber der März der früheste Zeitpunkt, um Radieschen zu säen und bis Mitte April ist es in sehr spätfrostgefährdeten Lagen klug, ein Vlies oder Folie zum Abdecken bereit zu halten. Von März bis Anfang September können Sie Radieschen fortlaufend wöchentlich aussäen. So können Sie von Anfang Mai bis in den Oktober hinein frische Radieschen aus dem eigenen Anbau genießen. Aber Achtung: Nicht alle Sorten wachsen zu jeder Zeit des Jahres gut, einige schossen bei warmen Temperaturen direkt, ohne überhaupt eine Knolle zu bilden. Wählen Sie daher je nach Jahreszeit stets die passende Sorte aus.

Junge Radieschen-Pflanze im Beet
Innerhalb weniger Tage zeigen sich die Jungpflanzen [Foto: CarlosR/ Shutterstock.com]

Wie bringt man die Radieschen-Samen in den Boden?

Nach der Bodenvorbereitung können die Radieschen-Samen ausgesät werden. Legen Sie zunächst mithilfe des Stiels bzw. der Rückseite eines Gartenrechens oder mit einem Rillenzieher flache Saatrillen an. Sie helfen dabei, die Samen möglichst gerade in einer Reihe abzulegen. Die Saattiefe bei Radieschen beträgt einen Zentimeter. Werden die Radieschen zu tief ausgesät, so bildet sich im Wachstumsverlauf eine längliche, holzige Knolle. Säen Sie die Radieschen-Samen in einer Reihe mit einem Abstand von drei bis vier Zentimeter zueinander aus. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimeterneingehalten werden. Anschließend werden die Saatrillen von den Seiten zu gestrichen, sodass die Samen leicht mit Erde bedeckt sind. Drücken Sie sie leicht an, damit das Saatgut nicht durch Regen oder Wind verteilt wird. Bei Temperaturen um 15 °C und einer ausreichenden Wasserversorgung keimen die Samen innerhalb weniger Tage.

Alternativ zu der etwas mühsamen Einzelablage der Radieschen-Samen kann das Saatgut auch direkt aus dem Tütchen ausgestreut werden. Auf diese Art werden Radieschen aber meist zu dicht gesät. Das hat zur Folge, dass sich keine schönen runden Wurzelknollen entwickeln. Die Radieschen bleiben klein und länglich und schossen schneller. Um das zu vermeiden, müssen die dicht gesäten Radieschen kurz nach dem Auflaufen, also dem oberirdischen Erscheinen der Keimlinge, pikiert, also vereinzelt werden. Dazu werden die Pflänzchen vorsichtig mithilfe eines Pikierstabes oder eines Holzstäbchens aus der Erde gezogen, ihre Wurzeln behutsam voneinander getrennt und anschließend wieder mit einem größeren Abstand eingepflanzt.

Tipp: Radieschen zählen zu den am schnellsten auflaufenden Samen im Garten. Deswegen werden sie gern als „Markiersaat“ verwendet. Langsam keimende Pflanzen wie Möhren werden nämlich gern mal versehentlich noch einmal übergesät, weil die Saat einfach wochenlang nicht keimt. Wer hier links und rechts die zügig wachsenden Radieschen ausgesät hat, erinnert sich eher daran, dass im schmalen Streifen dazwischen noch Möhren gedeihen sollen.

Radieschen im Topf pflanzen

Auch auf dem Balkon können Radieschen ganz einfach im Blumenkasten kultiviert werden. Je nachdem, wie viele Reihen Sie aussäen möchten, sollten Sie einen ausreichend großen Topf wählen, damit Sie die nötigen zehn Zentimeter Reihenabstand einhalten können. Außerdem sollte ein Abflussloch vorhanden sein, damit überschüssiges Wasser beim Gießen ablaufen kann. Füllen Sie den Topf etwa 15 Zentimeter hoch mit Pflanzerde auf. Anschließend können die Radieschen-Samen wie oben beschrieben ausgesät werden.

Radieschen im Kübel auf Balkon
Radieschen können auch problemlos im Topf kultiviert werden [Foto: cha_cha/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung:

  • Aussaat: Anfang März bis Anfang September
  • Beetvorbereitung: Flach harken und Saatrillen ziehen
  • Bei früher Aussaat: Saatgut bzw. Keimlinge durch Vlies oder Folie vor Spätfrösten schützen
  • Saattiefe: 1 cm
  • Abstand in der Reihe: 3 – 4 cm
  • Reihenabstand: 15 cm
  • Radieschen-Samen dünn mit Erde bedecken und andrücken
  • Täglich gießen

Radieschen nach dem Pflanzen pflegen

Nach der Radieschen-Aussaat müssen die Keimlinge regelmäßig mit ausreichend Wasser versorgt werden, da es bei stärkeren Schwankungen zu pelzigen oder geplatzten Knollen kommt. Nur so können nach vier bis acht Wochen große und knackige Radieschen geerntet werden. Nutzen Sie beim Gießen einen Gießaufsatz, durch den das Wasser fein verteilt wird. Ohne Aufsatz besteht die Gefahr, dass die flach gesäten Samen davongespült oder die Keimlinge beschädigt werden.

Wenn Sie mehr über Radieschen erfahren und sich über Schädlinge sowie die Ernte von Radieschen informieren möchten, können Sie hier in unserem Spezialartikel über Radieschen weiterlesen.

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