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Rasen lüften: Vorteile & Vorgehen beim Rasenlüften?

Die Wurzeln des Rasens freuen sich über mehr Luft. Deshalb ist das Lüften der Rasenfläche – auch als Aerifizieren bekannt – für ein sattes Grün unabdingbar.

Rasen lüften Gummistiefel

Auf schweren Böden wird der Rasen im Frühjahr gelüftet und gesandet [Foto: NinaMalyna/ Shutterstock.com]

Zu einer intensiven Rasenpflege gehört neben dem Düngen, Vertikutieren und Sanden unter anderem auch das Lüften des Rasens, das sogenannte Aerifizieren. In der zeitlichen Reihenfolge kommt das Lüften nach dem Vertikutieren und vor dem Sanden.

Warum den Rasen lüften?

Jede Pflanze wünscht sich einen durchlüfteten und gut drainierten Boden. In einem Gemüsebeet wird aus diesem Grund immer vermieden, unnötig hineinzusteigen oder umher zu treten. Beim Rasen ist die Situation schon anders. Er dient als Spielweise, als Weg zu Beeten und Obstbäumen und – ausgestattet mit Gartenmöbeln – als Sitz- oder Liegefläche. Diese ständige Belastung führt mit der Zeit dazu, dass sich selbst in ursprünglich gut strukturierten Böden Verdichtungen entwickeln. Böden mit hohen Schluff- und Tonanteilen und weniger Sand sind besonders gefährdet, verdichtet zu werden. Verdichtung bedeutet für den Boden, dass die Hohlräume zwischen Bodenteilchen, Pflanzenwurzeln und Wurmkanälen immer weiter zusammengedrückt werden und immer weniger Luft in diese Hohlräume eindringen kann. Ebenso verliert der Boden durch die Verdichtung seine Drainagekapazität. Wasser kann weniger gut abfließen und staut sich in den oberen Bodenschichten. In einem schlecht drainierten Boden fühlen sich Moos, Flechten und gewisse Unkräuter sehr wohl, wohingegen selbst die besten Gräser damit nicht gut zurechtkommen. Um den Luft- und Wassertransport in den oberen Bodenschichten wieder zu verbessern, wird der Boden deshalb gelüftet beziehungsweise aerifiziert.

Rasen lüften oder vertikutieren?

Das Rasenlüften ist keine Alternative zum Vertikutieren. Das Vertikutieren dient der Bekämpfung von Moos und Filz und ist die Grundlage weiterer Pflegemaßnahmen. Wenn Moos und Filz verhindern, dass Luft und Wasser an die Bodenoberfläche gelangen, dann hilft es dem Boden auch nicht, wenn er gut gelüftet ist. Es gibt allerdings Geräte, mit denen sich das Vertikutieren und Lüften verbinden lassen.

Rasen lüften: Vorgehen und Möglichkeiten

Beim Rasenlüften soll die oberflächennahe Bodenschicht durchstoßen werden, um somit den Luft- und Wassertransport zu verbessern und das Wurzelwachstum anzuregen. Das wird im Wesentlichen durch das Einstechen in den Boden erreicht. Je nach Bodenart und Rasenfläche eignen sich unterschiedliche Geräte mehr oder weniger gut. Auf kleineren Flächen kann schon das Einstechen mit einer Grabgabel einen positiven Effekt erbringen. Beim langsamen Herausziehen wird der Boden meistens etwas mit angehoben und dadurch leicht gelockert und gelüftet. Spezielle „Spoons“, Metallzylinder, die einer Grabgabel gleichen, haben mehr Zinken nebeneinander und arbeiten dadurch effektiver. Rollende Rasenlüfter stechen ebenfalls mit Zinken in den Boden, müssen aber nicht immer eingestochen und herausgezogen werden. Sie sind eher für weiche, sandigere Böden geeignet.

Die sogenannten „Hohlspoons“ oder auch Hohlgabeln arbeiten genauso wie die Spoons, stechen aber kleine Erdstifte aus dem Boden aus und hinterlassen dadurch Röhren im Boden. Die Erdzylinder werden anschließend gemischt mit Sand (siehe „Rasen sanden“) einfach mit einem Rechen auf dem Rasen verteilt. Es gibt auch Hohlgabeln mit Auffangbehälter. In diesem Fall können die ausgehobenen Erdstifte zum Beispiel ins Gemüsebeet gegeben und die Erdröhren vollständig mit Sand aufgefüllt werden. Das empfiehlt sich vor allem in Böden mit sehr feiner, toniger Erde und wenig Sandanteil. Eine Möglichkeit, auf kleinen Flächen mit wenig Anstrengung zu lüften, sind Rasenbelüftungsschuhe. Das sind meistens Sandalen mit Nägeln an den Sohlen. Durch das Gehen über den Rasen bohren sich die Nägel in den Boden. Diese Nagelschuhe durchlüften zwar weniger tief, dafür liegen die Löcher dichter beieinander, was normalerweise den Durchlüftungserfolg erhöht. Für größere Flächen gibt es elektrische Aerifizierungsgeräte mit Lüfterwalze, oft Maschinen, die das Vertikutieren und Lüften kombinieren.

Rasen lüften Beine Mistgabel Hohlgabel

Auch eine Mist- oder Hohlgabel kann zum Lüften genutzt werden [Foto: Paul Maguire/ Shutterstock.com]

Geräte zum Rasenlüften: Lüfterwalze und Co.

  • Zum manuellen Lüften auf kleineren Flächen: Grabgabel, Spoons, Hohlgabel bzw. Hohlspoons (mit oder ohne Auffangkorb), rollende Rasenlüfter
  • Zum Lüften mit den Füßen: Rasenlüftungsschuhe
  • Für größere Flächen: Elektrische Aerifizierungsgeräte mit Lüfterwalze, oft kombiniert mit Vertikutiergerät
Wir empfehlen zum Lüften des Rasens folgende Produkte:
  • Rasenlüfter Schuhe: Einfaches Lüften des Rasen durch 26 robuste Metalldornen, wodurch Wasser, Dünger und Sauerstoff schneller an die Wurzeln gelangen.
  • Rollender Rasenlüfter: Fördert das Wachstum der Wurzeln in die Tiefe und verhilft zu einem dichten Rasen.
  • WOLF-Garten Elektro-Vertikutierer: Vertikutierer mit 1.300 W-Motor. Bequeme Arbeitsbreite von 30 cm mit Mossrechen und einem 35 l Fangsack.

Wann den Rasen lüften: Im Frühjahr, Sommer oder Herbst?

Das Rasenlüften sollte nach dem Mähen und Vertikutieren stattfinden. Beim Vertikutieren wird die Bodenoberfläche geöffnet und Moose und Flechten werden entfernt. In Anschluss an das Vertikutieren werden die ausgerissenen Moose und Unkräuter entfernt und die Luft kann schon bis an die Bodenoberfläche vordringen. Das sind ideale Voraussetzungen für das Lüften. Deshalb gibt es mittlerweile auch viele Geräte, die das Vertikutieren und Lüften gleichzeitig erledigen. Aber sowohl das Vertikutieren als auch das Lüften beanspruchen den Boden und auch die Gräser stark. Deshalb sind beispielsweise trockene und heiße Zeiten, die für den Rasen sowieso schon Stress bedeuten, für Vertikutier- und Lüftungsmaßnahmen weniger zu empfehlen. Auch kalte und feuchte Zeiträume ergeben kein optimales Ergebnis. Je nach Witterungsbedingungen ist ein Datum Ende Mai, Anfang Juni nach einigen Tagen bis einer Woche Trockenheit ideal geeignet. Wer ein zweites Mal vertikutieren und/oder lüften möchte, kann dies in einer trockenen Woche im September machen, wenn es nicht mehr so heiß ist. Je nach Bodenart kann auch noch häufiger gelüftet werden.

Rasen lüften: Wann?

  • Nach dem Vertikutieren und Abtragen aller Überbleibsel des Vertikutierens
  • Nicht, wenn es heiß und trocken ist
  • Nicht, wenn es zu kalt und feucht ist
  • Boden muss unbedingt trocken sein
  • Ende Mai/Anfang Juni ist ideal
  • Gegebenenfalls ein zweites Mal im September

Rasen Lüften: Vorteile

  • Das Betreten des Rasens führt zu Verdichtungen.
  • Durch Verdichtungen gelangt zu wenig Luft in den Oberboden und Wasser kann schlecht durchsickern.
  • Moose, Flechten und gewisse Unkräuter werden durch diese Bedingungen gefördert, Gräser geschwächt.
  • Lüften bzw. Aerifizieren wirkt der Bodenverdichtung entgegen.

Rasen Lüften: Nachteile

Bei lehmigen Böden, die meistens besonders stark von Verdichtung betroffen sind, kann das Lüften dazu führen, dass das Einstechen die dabei entstehenden Lochwände fest verschmiert und verdichtet. Wenn das geschieht, war das Lüften entweder sinnlos oder sogar kontraproduktiv, wenn der Boden und die Wurzeln durch die Lochverdichtung noch schlechter durchlüftet werden. Diese Gefahr kann man verringern, indem man nur bei gut getrockneten Böden lüftet und bei sehr lehmigen Böden nach dem Lüften sandet.

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