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Rasen vertikutieren, lüften & sanden: Was ist wann am besten?

Vertikutieren, sanden und lüften – alles soll zu einem besseren Wachstum des Rasens verhelfen. Doch wo ist der Unterschied und wann ist was am besten?

Wer sich mit der Rasenpflege noch nicht so gut auskennt, ist schnell verwirrt vom Begriffsdschungel rund um das Vertikutieren, Lüften (Synonym: Aerifizieren) oder Sanden. Eigentlich ist es aber gar nicht so kompliziert. Wir erklären Ihnen kurz und bündig, worum es sich bei den drei Pflegemaßnahmen handelt und in welchen Gärten diese durchgeführt werden sollten. Vorab sei schon mal erwähnt, dass mit dem Vertikutieren nach einem tiefen Rasenschnitt begonnen wird. Im Anschluss daran wird gegebenenfalls gelüftet und danach gesandet.

Rasen vertikutieren: Faktencheck

Das Rasenvertikutieren dient der Bekämpfung von Moos und Rasenfilz. Beides entsteht auf durchschnittlich lehmigen Gartenböden, ohne dass man es wirklich verhindern kann. Verschiedene Faktoren wie beispielsweise Schatten, besonders schwerer Boden, ungünstige pH-Werte oder viel Niederschlag können die Bildung von Moos noch verstärken. Das Wachstum von Moos ist gewissermaßen ein Teufelskreis. Wird das Moos nicht regelmäßig entfernt, dann wird der Rasen immer schwächer und das Moos immer dominanter. Deshalb ist es wichtig, das Moos im Rasen wenigstens einmal im Jahr zu entfernen, also den Rasen zu vertikutieren. Das Frühjahr ist dafür die beste Zeit, weil sich meist über die kalte Jahreszeit besonders viel Moos bildet. Ein Vertikutiergerät harkt die Grasnarbe und ritzt nur ganz leicht in den Boden ein. Auf diese Weise bleiben die Graswurzeln zum größten Teil verschont, aber das oberflächliche Moos wird ausgerissen.

Wie Sie beim Vertikutieren am besten vorgehen, erfahren Sie hier.

Rasen lüften: Faktencheck

Das Rasenlüften, auch Aerifizieren genannt, hat zum Ziel, die Durchlässigkeit des Bodens für Luft und Wasser zu verbessern. Die Versorgung der Graswurzeln mit Luft ist von sehr großer Bedeutung für schönen, gesunden Rasen und wenig Moos- und Unkrautbefall. Außerdem ist es wichtig, dass der Boden Wasser gut durchfließen lässt, damit die Graswurzeln nicht unter Staunässe stehen. Die Durchlässigkeit des Bodens hängt von seiner Textur ab, also von dessen Sand-, Ton- und Schluffanteil, sowie dessen Belastung und dadurch entstandene Verdichtungen. Höhere Anteile an Sand und Schluff begünstigen eine gute Luftversorgung der Gräser, höhere Tonanteile machen Luft hingegen weniger zugänglich und können einen Wasserstau verursachen.

An der Zusammensetzung des Bodens kann man nur wenig ändern. Durch Belastung entstandene Verdichtungen versucht man durch das Rasenlüften zu regenerieren. Beim Rasenlüften dringen spezielle Aerifizierungsgeräte mit Stäben leicht in den Boden ein. Durch die entstandenen Löcher dringt Luft in den Boden ein und Regen kann schneller abfließen. Diese Maßnahme kann bei sehr lehmigen Böden aber auch dazu führen, dass die eingestanzten Hohlräume Verdichtungen hinterlassen und die Luft nicht besser in den Boden eindringen kann. Um dieses Risiko zu reduzieren, wird prinzipiell nur bei trockenem Boden gelüftet.

Woran erkenne ich, dass ich meinen Rasen lüften sollte?

Machen Sie dazu an einem Tag, an dem der Boden trocken, aber nicht ausgetrocknet ist, folgendes Experiment:

Heben Sie mit einem Spaten an einem Rasenstück, das durchschnittlich häufig betreten wird und welches nicht unter einem Baum liegt, ungefähr 20 cm Boden heraus. Klappen Sie den Boden nach hinten um, sodass Sie das ganze Erdstück nachher einfach zurückkippen können, ohne dass der Rasen an der Oberfläche Schaden nimmt.

Nun betrachten Sie die Erde und greifen dann mit der Hand hinein:

  • Durchlässiger Boden ist recht fein und lässt sich leicht zwischen den Fingern zerreiben. Wenn es Ihnen nicht schwer fällt, ein Stück der Erde abzubrechen, um es in die Hand zu nehmen und zu zerbröseln, haben Sie wahrscheinlich keinen sehr schweren, verdichteten Boden und können sich das Lüften wohl eher sparen.
  • Wenn es dagegen schon Kraft gekostet hat, das Spatenstück Erde aus dem Boden zu holen und der Boden dicht zusammenklebt, dann ist Ihr Boden entweder sehr schwer, verdichtet oder beides. Wenn Sie Ihren Rasen bei Trockenheit lüften, können Sie dessen Wasser- und Luftdurchlässigkeit dadurch verbessern.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, können Sie noch die Fingerprobe machen. Sie befeuchten dazu ein Stück Boden tröpfchenweise, bis es feucht und der Boden teigig ist. Schwimmt Ihnen der Boden aus der Hand, dann fangen Sie am besten nochmal von vorne an.

Bodenschichten querschnitt

Böden sind in verschiedene Schichten aufgebaut [Foto: michal812/ Shutterstock.com]

  • Boden mit hohem Sandanteil nimmt das Wasser schnell auf und ist sofort feucht
  • Boden mit hohem Schluffanteil nimmt das Wasser mittelschnell auf, behält seine Struktur aber noch recht gut. Er fühlt sich mehlig fein an und hat eine hohe Plastizität. Im Gegensatz zu Lehm klebt er aber nicht.
  • Boden mit hohem Tonanteil braucht schon ein bisschen Wasser, bis er feucht ist und auch das Aufsaugen von Wasser dauert länger. Er fühlt sich an, als könnte man daraus gut töpfern.
  • Versuchen Sie, aus dem befeuchteten Boden eine Schlage auf der Handfläche auszurollen, die dünner als ein Bleistift ist. Bei sandigem Boden wird Ihnen das schwerlich gelingen, schluffiger Boden lässt sich zwar rollen, klebt aber nicht so gut und wird leicht brüchig. Toniger Boden lässt sich wunderbar sehr dünn ausrollen, ohne zu reißen.
  • Grundsätzlich ist in fast allen Böden Sand, Schluff und Ton zu finden. Es geht bei der Textur beziehungsweise Bodenart vielmehr darum, wie groß die jeweiligen Anteile sind. Hohe Sandanteile sorgen für gute Durchlüftung, hohe Schluffanteile gewährleisten die beste Wasserversorgung und mit steigendem Tongehalt nimmt das Risiko an Wasserstau und Sauerstoffmangel zu. Oft ist von schwerem oder lehmigen Boden die Rede. Dann ist immer Boden mit hohem Tongehalt gemeint.

Rasen sanden: Faktencheck

Wenn Ihr Rasen das Pech hat, auf schwerem Boden wachsen zu müssen, kann das Rasensanden helfen, die Bodenstruktur etwas rasenfreundlicher, sprich luft- und wasserdurchlässiger, zu machen. Sie haben richtig gelesen: Beim Rasensanden geht es genauso wie beim Lüften darum, die Versorgung der Graswurzeln mit Luft und Wasser zu verbessern. Das Sanden ist deshalb genauso wie das Lüften vor allem für schwere Böden empfehlenswert und wird, sofern gelüftet wird, meist im Anschluss daran durchgeführt. Dann kann der Sand wunderbar in die beim Lüften entstandenen Löcher eindringen und die Wirkung des Lüftens dadurch sogar nachhaltiger machen. Achten Sie beim Sanden auf die richtige Menge und die passende Korngröße des Sandes.

Rasen vertikutieren, lüften oder sanden: Fazit

Das Rasenvertikutieren gehört bei einem etwas vermoosten und verfilzten Rasen zum absoluten Standardprogramm. Will man sich die Arbeit sparen, hat das meistens negative Folgen: Das Moos wird immer mehr und dem Rasen geht es immer schlechter. Als Folge wird der Unkrautbefall höher und die nachträgliche Bekämpfung all dieser Probleme ist sehr aufwendig.

Das Lüften und Sanden dagegen ist eher etwas für Profis, die die Wachstumsbedingungen für Ihren Rasen optimieren wollen. Bei leichten, sandigen Böden sind diese Maßnahmen überflüssig, bei schweren Böden kann das Lüften und Sanden den Rasen tatsächlich stärken. Starker, gesunder Rasen ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, Unkrautbesatz und Moos und daher durchaus erstrebenswert.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio-Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio-Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 

Wir von Plantura möchten Sie noch darauf hinweisen, dass auf mittelschweren Böden das rechtzeitige Nachsäen bei einer lichten Grasnarbe (nach dem Vertikutieren), die regelmäßige Düngung und ein regelmäßiger Schnitt wichtiger für schönen und starken Rasen sind als das Lüften und Sanden. Wenn Sie nach diesen Standard-Pflegemaßnahmen noch immer Lust auf Rasen-Optimierung haben, dann können Sie (im Falle von schwerem Boden) ja noch einmal über das Lüften und Sanden nachdenken.

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