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Schneeglöckchen: Giftig oder ungefährlich?

Schneeglöckchen sind die ersten Gartenboten im neuen Jahr. Doch häufig hört man, dass sie giftig seien – stimmt das oder sind sie ungefährlich?

Schneeglöckchen auf Wiese Moos

Schneeglöckchen markieren mit ihren zarten weißen Blüten den Wechsel von einer Winterlandschaft hin zur Frühlingswiese [Foto: Peter O’Connor aka anemoneprojectorsCC BY-SA 2.0]

Schneeglöckchen (Galanthus) sprießen im späten Winter zu Hauf aus Wiesen oder Beeten. Man sieht sie in lichten Wäldern oder in Stadtparks durch den noch kalten Boden brechen. Da kann es gerade bei Kindern passieren, dass die Blüten durch kleine Hände von ihrem Siel befreit, in einem die Welt erkundenden Mund landen. Aber ist das bisschen Blume wirklich schlimm, wenn man bedenkt was Kleinkinder noch so in den Mund nehmen?

Sind Schneeglöckchen giftig?

Schneeglöckchen gehören zwar in den Garten, aber mit Sicherheit nicht in den Mund. Denn als Vertretern der Familie der Narzissen-Gewächse (Amaryllidaceae), enthalten alle Pflanzenteile giftige Amaryllidaceen-Alkaloide. Diese dienen dem natürlichen Schutz der Pflanze gegen Parasitenbefall und weidende Pflanzenfresser. Besonders die Zwiebel hat es in sich. Die anderen Pflanzenbestandteile enthalten Tazettin, Galanthamin und Lycorin. Der Pflanzensaft wirkt hautreizend. Tragen Sie bei der Pflanzung der Zwiebel oder anderen Kontaktgelegenheiten mit Schneeglöckchen Handschuhe und fassen sich mit diesen lieber nicht ins Gesicht.

Hinweis: Die Pflanze ist auch für Ihre Vierbeiner zu Hause giftig.

Vergiftung mit Schneeglöckchen

Bei einer Vergiftung mit Schneeglöckchen treten die typischen Vergiftungs-Symptome auf. Auf diese sollten Sie nach dem versehentlichen Verzehr achten. Nach dem Verzehr kleinerer Mengen kommt es zu vermehrtem Speichelfluss, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Beim Verzehr größerer Mengen kommt es auch zu Kreislaufstörungen mit Schweißausbruch und Benommenheit. Sie sollten dann definitv einen Arzt aufsuchen, um auf der sicheren Seite zu sein. Haben Sie unter drei Zwiebeln genascht, reichen auch eine Flüssigkeitsgabe (Tee, Wasser) und jemand der zu Hauser auf Sie aufpasst.

Schneeglöckchen im Garten

Alle Pflanzenteile enthalten giftige Amaryllidaceen-Alkaloide [Foto: gallery360.atCC BY-SA 2.0]

Schneeglöckchen als Heilmittel

Wie bei allen Dingen macht auch bei Schneeglöckchen die Dosis das Gift. Im Kaukasus wird die Zwiebel des dortigen Schneeglöckchens (Galanthus woronowii) schon lange von alten Menschen gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche gegessen. Diese Wirkung macht sich die moderne Medizin in Demenz-Medikamenten zunutze. Außerdem lindern bestimmte Inhaltsstoffe Kinderlähmung und Neuralgien. Nichtsdestotrotz sollten Sie Schneeglöckchen bitte nicht verzehren.

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