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Sommerhitze im Garten: So bleiben die Pflanzen unbeschadet

Damit der Garten auch an heißen Sommertagen schön und grün bleibt, geben wir Ihnen wichtige Tipps für die Pflege von Rasen, Blumen & Co. bei extremer Hitze.

Sonennhut und Gießkanne mit einem grünen Gartenzaun
Bei starker Hitze im Sommer gilt es bei der Gartenpflege einiges zu beachten [Foto: Fotolia.com © K.-U. Häßler #4986685]

In den vergangenen Jahren hat das Wetter die Gartenpflege nicht unbedingt einfacher gemacht. Immer wieder gibt es extreme Wechsel zwischen Kälte und Hitze. Manchmal ist der Winter ungewöhnlich lang oder kehrt nach einem kurzen Frühling unerwartet zurück, sodass die Frühblüher erfrieren. Ein anderes Mal ist die Sommerhitze so extrem, dass der Rasen, die Bäume, Blumen und anderen Pflanzen im Garten zu vertrocknen drohen. Gerade bei solchen Wettereinflüssen braucht der Garten eine Extraportion Pflege. Dabei kommt es aber vor allem auf das „Wie“ an, denn selbst bei scheinbar simplen Tätigkeiten wie dem Gießen können Sie vieles falsch machen – allerdings auch vieles richtig. Wir verraten Ihnen deshalb, wie Sie Ihre Pflanzen an heißen Tagen pflegen, damit sie unbeschadet und schön grün beziehungsweise farbenfroh bleiben.

Auf die Dauer der Hitze kommt es an

Ein heißer Tag ist für Sie noch kein Grund zur Sorge. Gut verwurzelte Pflanzen können problemlos einen oder auch mehrere Tage bei hohen Temperaturen überstehen. Schwieriger ist das bei Topfpflanzen oder empfindlichen Gewächsen. Dennoch: Je länger die Hitzeperiode andauert, desto schwieriger wird es, ein Austrocknen der Pflanzen zu verhindern. Schnell wird der Rasen gelb oder die Blumen lassen ihre Köpfe hängen.

Sinnvoll ist es somit, präventiv zu handeln. Schon vor der großen Hitze ist es daher ratsam, die Pflanzen zusätzlich zu gießen. Alle paar Tage ein ordentlicher Schuss Wasser ist dabei besser als das tägliche Gießen mit kleinen Mengen. Dadurch bilden die Pflanzen nämlich tiefere Wurzeln aus und überstehen somit auch heiße Zeiten besser aus eigener Kraft. Sollte es aber tatsächlich für einen längeren Zeitraum als nur ein bis drei Tage Temperaturen über 30 Grad haben, kommen Sie trotzdem nicht mehr um das tägliche Wässern herum.

Tipps für das „richtige“ Gießen Ihrer Pflanzen

Wenn Sie also möchten, dass die Pflanzen in Ihrem Garten trotz Hitze gesund und schön bleiben, müssen Sie diese „richtig“ gießen. Das bedeutet:

  • Halten Sie die Gießintervalle so groß wie möglich, aber so klein wie nötig. Wässern Sie also Pflanzen ohne ausreichende Wurzeln oder besonders empfindliche Gewächse ein- bis zweimal täglich. Pflanzen, welche hingegen besser durch die Trockenperiode kommen, können Sie auch nur alle paar Tage gießen. Das spart Ihnen eine Menge Zeit sowie Wasser.
  • Wenn Sie gießen, so sind die frühen Morgenstunden der am besten geeignete Zeitpunkt. Denn tagsüber verdunstet das Wasser bei hohen Temperaturen sehr schnell und erreicht somit gar nicht erst in der gewünschten Menge die Wurzeln.
  • Das ist insofern wichtig, als dass die Pflanzen das Wasser nur mit den Wurzeln aufnehmen. Es ist daher nicht sinnvoll, die Oberfläche zu benetzen. Stattdessen sollten Sie möglichst nah an der Wurzel gießen, ohne sie dabei freizuspülen. Bedecken Sie diese also anschließend bei Bedarf wieder ausreichend mit der nassen Erde.
  • Am Abend sollten Sie hingegen nur gießen, wenn es auch in der Nacht vergleichsweise warm bleibt. Ansonsten wird durch die hohe Feuchtigkeit die Entwicklung von Pilzkrankheiten gefördert.
Gießkanne gießt Blumen im Garten
Am besten sollten Sie Ihre Pflanzen in den frühen Morgenstunden gießen [Foto: Fotolia.com © Alexander Raths #113807640]

Wenn Sie diese Grundregeln befolgen, sollten zumindest die gut verwurzelten Pflanzen in Ihren Beeten sowie im Garten die heißen Temperaturen weitestgehend unbeschadet überstehen.

Topf- und Kübelpflanzen brauchen mehr Pflege

Wie bereits erwähnt, ist die Sache bei Pflanzen in Töpfen sowie Kübeln etwas schwieriger. Das liegt schlichtweg an den kürzeren Wurzeln und dem geringeren Wasservorrat in der Erde. Dementsprechend müssen Sie solche Pflanzen in Ihrem Garten oder auf dem Balkon intensiver gießen. Dabei gilt zusätzlich zu den oben aufgeführten Grundregeln:

  • Gießen Sie Kübel- und Topfpflanzen langsam sowie vorsichtig. Warten Sie also darauf, dass überschüssiges Wasser aufgenommen wurde. Läuft es hingegen unten aus dem Topf, können Sie mit dem Gießen aufhören. Dann ist die Erde vollständig gesättigt und kann nicht noch mehr Feuchtigkeit speichern.
  • Bei großer Hitze müssen Sie hingegen kaum befürchten, die Pflanzen zu ertränken. Die Feuchtigkeit verdunstet ohnehin schnell wieder und dadurch ist – zumindest tagsüber – auch das Risiko einer Pilzkrankheit sehr gering.
  • Wichtiger ist, dass die Topf- und Kübelpflanzen nicht zu schnell wieder austrocknen. Wenn es über 30 Grad hat, sollten sie deshalb morgens und (!) abends gewässert werden.
  • Zu vermeiden ist zudem, dass die Töpfe zu klein sind. Herausstehende Wurzeln könnten durch die Hitze Schaden nehmen und wenn sich zu wenig Erde im Kübel befindet, kann diese auch nicht ausreichend Wasser aufnehmen.

Spätestens jetzt ist also unter Umständen die Zeit gekommen, um die Topf- sowie Kübelpflanzen in größere Gefäße umziehen zu lassen.

Grüner Rasen trotz Sommerhitze – so klappt’s!

Eine noch größere Herausforderung stellt bei solchen Temperaturen hingegen der Rasen dar. Je kürzer dieser ist, desto schneller trocknet er aus und verliert seine saftige grüne Farbe. Wenn möglich, sollte er in Hitzeperioden daher etwas länger bleiben. Dadurch spenden sich die Grashalme gegenseitig Schatten und verringern somit die Verdunstung der Feuchtigkeit. Wichtig ist zudem, dass Sie nicht zu spät mit der Bewässerung beginnen. Denn hat der Rasen erst einmal trockene Stellen, lassen sich diese auch mit Wasser nicht mehr „reparieren“.

Eine Gießkanne reicht für so eine große Fläche wie den Rasen aber nicht mehr aus. Stattdessen benötigen Sie eine Möglichkeit, große Mengen an Wasser möglichst gleichmäßig zu verteilen. Sobald also die ersten Blätter schlaff wirken oder bereits eine leichte Verfärbung im Gras von Grün zu einem Graustich erkennbar ist, greifen Sie zum Wasserschlauch mit entsprechendem Gießaufsatz oder – besser noch – installieren Sie eine professionelle Bewässerung.

Vorteile der professionellen Bewässerung

Eine solche professionelle Bewässerungsanlage bietet Ihnen die Möglichkeit, flexibel auf die jeweilige Wetterlage zu reagieren. So können Sie diese an heißen Tagen jederzeit einschalten und an kühleren Tagen wieder herunterregulieren oder ausschalten. Sie bestimmen also selbst, wann der Rasen sowie die Gartenpflanzen gewässert werden und mit welchen Mengen an Wasser. Empfehlenswert sind dafür Rasensprenger mit einer Zeitschaltuhr. Sie kann auch in die Haustechnik integriert werden und somit neben der Bewässerung weitere Gebäudefunktionen wie die Beleuchtung, die Rollläden & Co automatisch steuern. Die Vorteile liegen auf der Hand: So eine Zeitschaltuhr arbeitet zuverlässig – auch dann, wenn Sie selbst außer Haus oder im Urlaub sind. Sie müssen also nicht mehr jeden Tag oder sogar zweimal täglich mit Gießkanne und Gartenschlauch die Pflanzen wässern.

Rasen wir mit einer professionellen Bewässerung gegossen
Eine professionelle Bewässerung kann dabei helfen, dass der Rasen saftig grün bleibt [Foto:Fotolai.com © benik.at #14364179]

Bei der Einstellung der professionellen Bewässerung stellt sich aber die Frage, wie viel Wasser der Boden benötigt? Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Stattdessen kommt es auf verschiedene Faktoren wie die Art und Menge der Pflanzen in Ihrem Garten sowie dessen Größe an. Als Faustregel gilt: Rund zehn bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter sollten einberechnet werden. Je dichter die Bepflanzung ist, desto mehr. An besonders heißen Tagen mit Temperaturen über 30 Grad ist das unter Umständen immer noch nicht ausreichend. Aufgrund der Verdunstung müssen Sie dann sogar mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter rechnen. Ziel ist bei der Bewässerung also, dass die etwa 15 bis 20 oberen Zentimeter des Bodens gut durchgefeuchtet sind. Gerade zu Beginn lohnt sich daher auch hin und wieder eine kurze Überprüfung, damit Sie die richtige Wassermenge einzuschätzen lernen.

Weitere heiße Tipps für den Garten im Sommer

Zuletzt können Sie zwischen den Beeten auch mulchen – entweder klassisch mit Mulch oder alternativ mit gehäckseltem Strauchschnitt. Dadurch kann mehr Feuchtigkeit gespeichert und der Boden vor der Verdunstung geschützt werden. Ein weiterer hilfreicher Trick besteht darin, von Vornherein die „richtigen“ Pflanzen auszuwählen. Gut geeignet sind also vergleichsweise sonnenunempfindliche Gewächse mit mittleren bis tiefen Wurzeln, wie sie gerne als Grabpflanzen eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Dipladenien,
  • Zauberschnee,
  • das Flammende Käthchen oder
  • die Besenheide.

Um Wasser zu sparen, können Sie übrigens auch Regenwasser sammeln und zur Bewässerung verwenden. Das bringt noch weitere Vorteile mit sich, denn Regenwasser ist frei von Kalk sowie anderen Mineralien, sehr weich und nicht zu kalt. Es beeinflusst den pH- sowie Nährstoffwert des Bodens so gut wie gar nicht und stellt damit eine schonendere Bewässerung für die Pflanzen dar. Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, kommen Ihr Rasen, Ihre Pflanzen und Ihr Garten im Allgemeinen gewiss gut durch die nächste Hitzeperiode!

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