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Wurzelfäule erkennen, vorbeugen & bekämpfen

Wurzelfäule sorgt häufig für das gefürchtete Ende lieb gewonnener Pflanzen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Wurzelfäule richtig erkennen, vorbeugen und bekämpfen.

Wurzelfäule Aloe Vera Pflanze

Wurzelfäule kann zum Ende geliebter Pflanzen führen [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Nicht nur den Begriff der Wurzelfäule, sondern auch der des Wurzeltöters fällt im Zusammenhang mit den erkrankten Wurzeln unserer Pflanzen häufig. Weitere Synonyme für faule Wurzeln sind beispielsweise auch Schwarzbeinigkeit, Wurzelhalsfäule oder Wurzelbrand. All diese Namen stehen für dasselbe Phänomen: Unsere Pflanze hat Probleme an der Basis, was uns Gärtner oftmals in Angst und Schrecken versetzt. Von den Kulturpflanzen im Garten bis hin zu großen Bäumen – alle Gewächse können letztlich von Wurzelfäulnis betroffen sein und von dieser bedroht werden. Befallen wird oft der Wurzelhals oder das ganze Wurzelsystem und übrig bleibt häufig nur eine weiche, faulige Masse.

Wurzelfäule: Was sind Ursachen?

Was steckt hinter den faulenden und absterbenden Wurzeln unserer Kulturen? Meist sind Bakterien und Pilze die Übeltäter, die diese Fäulnis an den Pflanzenwurzeln verursachen. Genaue Ursachen für die Fäule, wie Sie diese erkennen können und was Sie gegen Wurzelfäule am besten unternehmen, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Wurzelfäule durch Pilze

Wurzelpilze sind Erreger, welche die Wurzeln von Pflanzen befallen und schädigen. Oberirdisch führen Wurzelfäule-Erreger zu Welken und Chlorosen, also Aufhellungen oder Gelbfärbungen der Blätter. Die häufigsten Erreger von Wurzelfäulen sind unterschiedliche Arten des klassischen Pilzes Pythium oder des Eipilzes Phytophthora, aber auch viele andere Pilze können Fäulnis an Pflanzenwurzeln verursachen. Weitere bekannte Erreger sind Rhizoctonia, Fusarium oder Phoma. Eine genaue Diagnose ist allerdings meist schwierig, denn das Wurzelsystem ist unter der Erde und die oberirdischen Teile zeigen oftmals erst spät Symptome. Nachfolgend zeigen wir Ihnen eine Auflistung häufiger Pilzerkrankungen und wie diese sich äußern:

Himbeere mit Chlorose

Oberirdisch führt die Wurzelfäule zu Chlorosen [Foto: Sarah2/ Shutterstock.com]

Umfallkrankheit

  • Keimlinge werden an der Basis schwarz, faul und fallen um
  • Wurzeln wachsen schwächer und werden ebenfalls faul
  • Wurzelrinde löst sich ab
  • Pflanzen welken, werden gelb und faulen
  • Wird meistens von Pilzen der Gattung Pythium verursacht

Wurzelbräune

  • Wird vom bodenbürtigen Pilz Thielaviopsis basicola, der auch Chalara elegans genannt wird, verursacht
  • Wird auch als Wurzelfäule oder Schwarzbeinigkeit bezeichnet
  • Wurzeln werden braun, trockenfaul und die Wurzelspitzen bleiben weiß
  • Blätter werden gelb, bleiben im Wachstum zurück, sterben aber nicht ab
  • Tritt häufig bei Alpenveilchen (Cyclamen), Chrysanthemen (Chrysanthemum), Pelargonien (Pelargonium), Salaten (Lactuca sativa), Tomaten (Solanum lycopersicum), Hülsenfrüchten und Holunder (Sambucus) auf
  • Bei Karotten (Daucus carota subsp. sativus) verursacht dieser Pilz Fäulnis im Lager – auch „Schwarze Möhrenfäule“ genannt. Bei dieser Karottenfäule tritt auch gerne der Pilz Chalaropsis thielavioides als Sekundärinfektion auf
schwarze Möhrenfäule

Die Schwarze Möhrenfäule befällt gelagerte Karotten [Foto: Stella Photography/ Shutterstock.com]

Fusarium

  • Die Erreger dringen in die Pflanzen über die Wurzelspitzen oder über Wunden ein
  • Sie verstopfen die Leitungsbahnen und bilden giftige Stoffe
  • Lösen Fäulnis aus, unter anderem die Zwiebelbasalfäule und Wurzelfäule bei Spinat (Spinacia) und Zwiebeln (Allium cepa)

Dürrfleckenkrankheit oder Hartfäule

  • Unter anderen von Alternaria-Arten verursacht (bei Kartoffeln verursacht Alternaria solani oder Alternaria alternata die Dürrfleckenkrankheit und Hartfäule)
  • Braunschwarze Flecken auf den Blättern, zudem verfärbt sich der Stängel braun
  • An den Knollen bilden sich dunkle, eingesunkene Stellen und das Kartoffelgewebe verfärbt sich darunter, wird hart und stirbt ab

Wurzeltöterkrankheit oder Schwarzfäule

  • Kopfsalate beginnen durch Rhizoctonia solani von den unteren Blättern her zu faulen
  • Auflaufende Kartoffeln bekommen Flecken an den Stängeln und die Basis kann sich braun verfärben
  • An der Stängelbasis der Kartoffeln bildet sich ein gräulich-weißer Überzug, daher auch der Name „Weißhosigkeit“
  • Die Knollen sind deformiert, haben Flecken und das Gewebe in der Mitte stirbt ab („dry core“, auf deutsch „trockener Kern“)

Rosa Wurzelfäule

  • Wird von unterschiedlichen Phoma-Arten ausgelöst
  • Wurzeln verfärben sich hellrosa bis violett-bräunlich
  • Blätter verfärben sich und die Pflanzen lassen sich leicht aus der Erde ziehen
  • Phoma betae verursacht zum Beispiel Wurzelbrand bei Rüben (Beta) und kann auch eine Lagerfäule auslösen
Wurzelfäule bei Zitronenbaum

Verrottete Wuzeln können zum Tod der Pflanze führen [Foto: Kritchai7752/ Shutterstock.com]

Aphanomyces-Fäule

  • Bei Hülsenfrüchten wie zum Beispiel Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) oder Erbsen (Pisum sativum) entstehen Wurzelfäulen oder die Rettichschwärze
  • Rettichschwärze wird von Aphanomyces raphani ausgelöst
  • Rettich (Raphanus) verfärbt sich blauschwarz von außen nach innen und vermorscht
  • Nach einer Infektion dringen oft noch Bakterien oder Rhizoctonia solani ein

Wurzelfäule durch Bakterien

Bakterien gesellen sich oftmals hinzu, wenn eine Fäule auftritt, aber es können auch von selbst Bakterienfäulen bei feuchter Witterung auftreten, beispielsweise durch folgende Arten:

  • Erwinia-Arten
  • Pseudomonas-Arten
  • Rhizomonas-Arten
  • Xanthomonas-Arten

Eine Infektion der Wurzeln mit Bakterien wird oft durch einen Wasserstau im Boden begünstigt. Bakterienfäulen werden daher auch oft einfach als Nassfäulen oder Weichfäulen bezeichnet. Oft entwickeln sich wässrige Flecken auf Karotten, Zwiebeln und anderen unterirdischen Pflanzenteilen. Es erscheinen zudem Welkesymptome und die Pflanzen beginnen zu faulen und breiig zu zerfallen.

Kraut- und Knollenfäule als Ursache für Wurzelfäule

Ausgelöst wird diese Wurzelfäule an Kartoffeln von Phytophthora infestans, aber viele Pilze aus der Gattung können Wurzelerkrankungen an den unseren Kulturen auslösen. Dieser Pilz ist sehr bekannt, war er doch der Auslöser für große Hungersnöte im 19. Jahrhundert. Bei Kartoffeln (Solanum tuberosum) werden die Stiele braun und es bilden sich Flecken an den Blättern. Das Kraut vertrocknet schlussendlich und die Knollen sinken ein und faulen. Bei Tomaten (Solanum lycopersicum) verursacht der Pilz die Kraut- und Braunfäule. Wenn Sie mehr über diesen Pilz erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

befallene Tomatenpflanze

Braunfäule bei Tomaten kann durch Pilze ausgelöst werden [Foto: Elena Masiutkina/ Shutterstock.com]

Wurzelfäule erkennen und bestimmen

Da es so viele unterschiedliche Auslöser für Wurzelfäulen geben kann, ist es oftmals schwierig, den Übeltäter zu identifizieren. Häufig ist dies auch nur unter dem Mikroskop oder im Labor möglich. Typische Merkmale für Wurzelfäulen sind jedoch zunächst Welkeerscheinungen. Deshalb gießen die meisten von uns die Pflanzen noch mehr, was dann genau die gegenteilige Wirkung hat. Erst wenn die Pflanzen abgestorben sind und man sie aus der Erde nimmt, erkennt man das abgestorbene weiche Wurzelmaterial. Glauben Sie uns: Zierpflanzen werden viel öfter zu Tode gegossen, als dass sie vertrocknen.

Neben der Welke treten oft auch Verfärbungen und Chlorosen an den Blättern auf. Die Wurzeln verfärben sich zudem häufig und faulen ab. Bei Wurzelhalsfäulen schnürt sich nicht selten der Wurzelhals ein, fault und verfärbt sich. Befallene Pflanzen lassen sich außerdem leicht aus der Erde ziehen, da die Wurzeln geschädigt oder bereits abgestorben sind und nicht mehr genug Halt bieten. Infolge dieser Wurzelschäden und durch die teilweise verstopften Leitgefäße können die Pflanzen ihre Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen und sterben dann ab.

Wurzelfäule vorbeugen und bekämpfen

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Tipps zur Vermeidung und Bekämpfung von Wurzelfäule an Ihren Pflanzen für Sie zusammengefasst:

Tipp 1: Staunässe vermeiden

Im Allgemeinen können Sie mit einer Kontrolle der Umwelt gegen Fäulnis vorgehen. Feuchtigkeit und Nässe fördern Pilzinfektionen, daher sollten Sie Staunässe vermeiden und den Boden beziehungsweise das Substrat locker und gut belüftet halten. Umso fester und feuchter die Erde ist, desto eher werden Wurzelfäulen auftreten.

Staunässe

Staunässe bei Pflanzen fördert Pilzinfektionen [Foto: oksanika/ Shutterstock.com]

Tipp 2: Kulturfolge beachten

Wenn Sie Wurzelfäule im Garten haben, sollten Sie auf jeden Fall auf Ihre Kulturfolge im nächsten Jahr achten. Oft wächst ein bestimmter Erreger nur auf einer bestimmten Kultur beziehungsweise Kulturpflanzenfamilie. Sorgen Sie also für Abwechslung im Garten. Faulen Ihre Kartoffel, dann vermeiden Sie im darauffolgenden Jahr, Kartoffeln an diese Stelle zu setzen – am besten sollten Sie überhaupt keine Nachtschattengewächse (Solanaceae) dort hinsetzen. Mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und einer auflockernden Bodenbearbeitung können Sie Wurzelfäulen gut vorbeugen.

Tipp 3: Achtung bei Übertöpfen

Bei Zimmerpflanzen sind Übertöpfe zwar sehr dekorativ, jedoch kann man dadurch auch schnell seine Zierpflanzen ertränken. Man übersieht auf diese Weise nämlich leicht, dass noch Wasser im Topf steht und ertränkt so leider rasch seine Pflanzen. Zudem fördert man durch die dauerhafte Feuchtigkeit den Befall mit Wurzelfäule-Erregern.

Tipp 4: Boden bearbeiten

Bei schweren Gartenböden hilft das Einbringen von sandigem Material oder Kompost. Organisches Material fördert den Humusaufbau und die Wasserspeicherfähigkeit.

Tipp 5: Vorbeugung statt Bekämpfung

Der Einsatz von Fungiziden ist oft nicht hilfreich, da diese Mittel die Pilze im Boden schlecht erreichen, doch kann man verschiedene Pflanzenstärkungsmittel einsetzen, die Fäulnis hemmen und ein gesundes Pflanzenwachstum fördern. Leider lässt sich bei Wurzelfäulen zwar vorbeugend einiges tun, akut ist es meistens jedoch schon zu spät. Achten Sie daher auf gute Bodenverhältnisse und die Fruchtfolge in Ihren Gartenbeeten. Mit fäulnishemmenden Mitteln können Sie Ihre Pflanzen gut vorbereiten und schützen.

Hand mit Erde

Wer auf gute Bodenverhältnisse achtet, beugt der Wurzelfäule vor [Foto: Mintr/ Shutterstock.com]

Einige Auszüge und Tees lassen sich vorbeugend gut gegen Wurzelfäule anwenden, so beispielsweise:

  • Kamillenauszug: Für diesen fäulnishemmenden Auszug nimmt man eine Handvoll getrockneter Kamillenblüten (Matricaria chamomilla) und setzt sie einen Tag in 1 bis 2 Liter Wasser an. Den Auszug sollte man vor der Anwendung im Verhältnis 1:5 verdünnen.
  • Knoblauchtee: Hacken Sie ungefähr 300 g Knoblauchzehen klein und überbrühen Sie den Knoblauch (Allium sativum) dann mit 5 Liter heißem Wasser. Dann einen Tag ziehen lassen und den Tee im Verhältnis 1:3 verdünnen. Tauchen Sie den Wurzelballen Ihrer Pflanzen vor dem Einpflanzen in diesen Tee und beugen Sie somit Wurzelkrankheiten vor.
  • Ackerschachtelhalmbrühe: 10 Liter Wasser und 1 kg frischer Schachtelhalm (Equisetum) für einen Tag stehen lassen und dann eine halbe Stunde abkochen. Diese Brühe im Verhältnis 1:5 verdünnen und gegen Bodenpilzerkrankungen verwenden.
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