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Calla überwintern: So übersteht die Exotin die kalte Zeit

Auch eine exotische Pflanze wie die Calla kann unseren Winter unbeschadet überstehen. Wir zeigen, wann, wo und wie man Callas erfolgreich überwintert und wie man sie in der kalten Zeit richtig pflegt.

Calla-Blüten mit Tau
Die exotische Calla wird auch Zantedeschia genannt und ist eine beliebe Zimmer- und Gartenpflanze [Foto: DiegoMariottini/ Shutterstock.com]

Die Calla (Zantedeschia aethiopica) wird oft auch Zantedeschia genannt. Gemeint ist eine exotische Pflanze, die mit ihren großen, imposanten Blüten überzeugt. Sie kann sowohl als Zimmerpflanze im Topf für Dschungel-Feeling in der Wohnung oder im Büro sorgen als auch im Sommer den Garten mit ihrer Blütenpracht schmücken. Doch bis auf eine Ausnahme können diese Pflanzen den Winter bei uns nicht im Freien überstehen. Wie Ihnen Ihre Calla trotzdem für viele Jahre erhalten bleibt, erklären wir in diesem Artikel.

Sind Callas winterhart?

Die Calla stammt nicht etwa aus Äthiopien, wie es der botanische Name Zantedeschia aethiopica vermuten lassen würde, sondern aus Südafrika. Dort wird die Pflanze mit ganzjährig warmen Temperaturen verwöhnt, die eigentlich nie unter 20 °C fallen. Dementsprechend sind Callas nicht winterhart und können bei uns nicht im Freien überwintern. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So gibt es tatsächlich eine Calla-Sorte, die extra auf Frosttoleranz hin gezüchtet wurde. ‘Crowsborough’ blüht im Sommer und soll Temperaturen bis zu -20 °C aushalten. Das bedeutet konkret, dass im Winter die oberirdischen Pflanzenteile dieser winterharten Zantedeschia-Sorte abfrieren oder von Ihnen zurückgeschnitten werden. Die Knollen verbleiben den ganzen Winter im Boden und können im Frühjahr neu austreiben. Da Callas im Garten sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist es sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis neue frosttolerante Calla-Sorten gezüchtet werden.

Zusammenfassung: Sind Callas winterhart?

  • Normale Calla-Sorten sind nicht winterhart
  • Die einzige Ausnahme ist die Sorte ‘Crowsborough’
  • Sie kann als Knolle Minusgrade bis zu -20 °C überstehen

Tipp: Achten Sie bei Ihrer Calla darauf, ob es sich auch wirklich um Zantedeschia aethiopica handelt. Leicht kommt es zu Verwechslungen mit der Sumpfcalla (Calla palustris), auch Drachenwurz genannt, die im Gegensatz zur Zantedeschia auf der Nordhalbkugel beheimatet und sehr wohl winterhart ist.

Callas im Beet
Callas sind bis auf eine Ausnahme nicht winterhart und können deswegen nicht im Garten überwintert werden [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]

Calla richtig überwintern: Unsere Pflege-Tipps

Aus ihrer Heimat Südafrika kennt die Zantedeschia keine vier, sondern nur zwei Jahreszeiten: die Trocken- und die Regenzeit. Daher benötigt die Calla für ein prächtiges Wachstum bei uns auch strikte Wachstumsphasen. Das bedeutet, während der Vegetationsperiode im Sommer braucht sie möglichst hohe Temperaturen und genügend Wasser, während im Winter kühle Temperaturen und Trockenheit vonnöten sind. Wie Sie die idealen Bedingungen im Winter sowohl für die Zimmercalla als auch für die Calla im Garten herstellen, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

Wann wird es der Calla zu kalt?

Callas oder Zantedeschias sind leider Frostbeulen und nehmen schnell bei zu geringen Temperaturen Schaden. Zimmercallas im Topf wird es schon ab Temperaturen unter 15 °C zu kalt und sie sollten schnell ins Warme geholt werden. Zantedeschias, die im Sommer ausgepflanzt werden oder ihn im Topf im Garten verbringen, benötigen ab Temperaturen unter 10 °C entsprechende Maßnahmen, um heil über den Winter zu kommen. Wie schon erwähnt, ist die einzige Ausnahme bis jetzt die winterharte Calla-Sorte ‘Crowsborough’, die auch Temperaturen bis zu -20 °C trotzen kann.

Übersicht: Wann wird es der Zantedeschia zu kalt?

  • Zimmercalla: Ab Temperaturen unter 15 °C
  • Gartencalla: Ab Temperaturen unter 10 °C
  • ‘Crowsborough’: Übersteht als Knolle Frost bis zu -20 °C

Calla überwintern: Wie und wo?

Die Überwinterung von Zimmercallas und Gartencallas unterscheidet sich gravierend. Während Zimmercallas als ganze Pflanze überwintern können, werden Callas aus dem Garten im Herbst ausgegraben und lediglich die Knollen werden den Winter über eingelagert. Schauen wir uns zunächst an, wie Sie Ihre Zimmercalla am besten überwintern: Auch im Winter benötigt die Zantedeschia einen möglichst hellen Standort, zum Beispiel auf der Fensterbank. Direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie aber unbedingt vermeiden. Bei der Temperatur wird es kritisch, denn diese sollte den ganzen Winter über konstant bleiben und, wenn möglich, nicht schwanken. Bei gleichbleibenden 10 °C übersteht die Calla im Topf den Winter unbeschadet.

Zusammenfassung: Calla im Topf überwintern:

  • Möglichst heller Standort, aber keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Ideale Temperatur: 10 °C
  • Keine Temperaturschwankungen
Callas im Topf auf dem Fensterbrett
Im Zimmer gefällt es Callas bei konstanten 10 °C am besten [Foto: Kapitula Olga/ Shutterstock.com]

Bei der Gartencalla sind einige Schritte mehr notwendig, um die Pflanze gut durch den Winter zu bringen. Beginnen Sie mit der Vorbereitung bereits im August, indem Sie die Düngung komplett einstellen und die Wassergaben graduell immer weniger werden lassen. Anfang Oktober ist es dann Zeit, die Speicherorgane der Pflanze, die Knollen, auszugraben. Nur sie werden überwintert. Schneiden Sie von den ausgegrabenen Callas alle oberirdischen Pflanzenteile auf fünf Zentimeter zurück. Von den Knollen wird außerdem die Erde vorsichtig abgeklopft oder abgebürstet. Nun trocknen Sie die Knollen für zwei bis drei Tage auf einem Gitter. Dann sind die Zantedeschias bereit, in ihr Winterquartier einzuziehen. Dafür eignet sich ein dunkler, trockener Ort, beispielsweise ein Keller. Bei der Überwinterung der Callas sollten die Temperaturen nie über 15 °C steigen, weil die Pflanzen sonst anfangen auszutreiben. Unter 0 °C sollten die Temperaturen aber auch nicht fallen, weil die Knollen sonst erfrieren. Legen Sie die Knollen in eine Kiste, gefüllt mit trockenem Sand oder trockenem Stroh. So können die Calla-Knollen den Winter über ruhen und im Frühjahr wieder ausgepflanzt werden.

Gartencalla überwintern: Zusammenfassung:

  • Ab Ende August weniger gießen, Düngen einstellen
  • Anfang Oktober die Knollen aus dem Boden ausgraben
  • Alle oberirdischen Pflanzenteile auf 5 cm zurückschneiden
  • Erde entfernen
  • Knollen für 2 – 3 Tage trocknen lassen
  • In einer Kiste mit trockenem Sand oder Stroh überwintern
  • An einem frostfreien, dunklen und trockenen Ort lagern
  • Temperaturen sollten nie über 15 °C steigen

Calla im Winter pflegen

Wie bereits erwähnt, ist für die Calla im Winter Trockenzeit. Deswegen wird sie nur sehr sparsam gegossen. Lassen Sie das Substrat fast komplett austrocknen, bevor Sie erneut – in sehr geringen Mengen – gießen. Gedüngt wird im Winter gar nicht. Leider werden Zantedeschias in der kalten Jahreszeit häufig von Schädlingen heimgesucht. Kontrollieren Sie die Pflanze daher regelmäßig auf Schädlingsbefall. Typische Schädlinge an der Zimmercalla sind Blattläuse (Sternorrhyncha) und Spinnmilben (Tetranychidae). Verwelkte Blattränder und verfärbte Blätter deuten hingegen auf Wurzelfäule hin, bedingt durch zu häufiges Gießen. Wenn Sie regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile von Ihrer Zimmerpflanze entfernen, benötigt Ihre Calla keinen Schnitt. Im Frühjahr können Sie die Calla langsam auf die Regenzeit vorbereiten, indem Sie die Temperatur zunächst auf 12 bis 15 °C erhöhen. Nun beginnt die Pflanze langsam wieder zu wachsen und benötigt daher auch wieder mehr Wasser. Aber übertreiben Sie es am Anfang nicht zu sehr, sondern gießen Sie immer noch mäßig. Gartencallas, die als Knollen überwintert werden, benötigen den Winter über keine Pflege.

Calla im Winter pflegen – Überblick:

  • Zimmercallas nur sehr sparsam gießen
  • Keine Düngung
  • Regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren
  • Abgestorbene Pflanzenteile regelmäßig entfernen
  • Im Frühjahr langsam die Temperatur erhöhen auf 12 – 15 °C
  • Wassermengen, an das Wachstum angepasst, stetig erhöhen
  • Callas, die als Knollen überwintert werden, benötigen keine Pflege

Tipp: Tragen Sie immer Handschuhe bei allen Pflegemaßnahmen, denn bei der Calla sind alle Pflanzenteile giftig.

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Haben Sie Ihre Calla als Knolle überwintern lassen, haben Sie zwei Möglichkeiten, die Pflanze im Frühjahr auszuwintern. Entweder Sie pflanzen die Knollen zunächst im Topf ein und lassen sie in der Wohnung heranwachsen oder Sie sparen sich diesen Schritt und pflanzen die Knollen direkt ins Freie, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Werden die Knollen zunächst in Töpfe gepflanzt, verschaffen Sie den Pflanzen einen Vorteil und sie werden früher im Jahr zu blühen beginnen. Dafür bereiten Sie einen Topf mit Blumenerde vor, den Sie mit einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung anreichern. Hierzu eignet sich besonders gut unser Plantura Bio-Blumendünger, der alle wichtigen Nährstoffe für Ihre Calla bereithält. Nun wird die Knolle zehn Zentimeter tief in den Topf gesetzt, mit Substrat bedeckt und angegossen. An einem hellen Ort bei Zimmertemperatur kann die Calla danach gut wachsen. Gießen Sie sie regelmäßig und erhöhen Sie die Wassermengen proportional zum Wachstum. Mitte Mai kann die Pflanze schließlich ins Freie umgepflanzt werden.

Alternativ können Sie auch die überwinterten Knollen Ende Mai direkt ins Freiland pflanzen – ob ins Gartenbeet oder in den Topf, bleibt dabei Ihnen überlassen.

Ausgepflanzte Callas im Beet
Mitte Mai können die Callas dann ins Freie gepflanzt werden [Foto: mavicfe/ Shutterstock.com]

Wie sollte man Gartencalla auswintern?

  • Knollen Anfang März aus dem Winterquartier holen
  • Topf mit Substrat und einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung füllen
  • Knolle 10 cm tief einpflanzen
  • Gut angießen
  • An einen hellen Ort bei Zimmertemperatur stellen
  • Gießmenge proportional zum Wachstum stetig erhöhen
  • Mitte Mai auspflanzen
  • Alternativ keine Vorbereitung im Frühjahr, sondern Knollen Mitte/Ende Mai direkt in das Gartenbeet bzw. den Topf im Freien auspflanzen

Nicht alle Pflanzen müssen mit so viel Aufwand überwintert werden wie die Calla. Viele Stauden sind zum Beispiel winterhart und können die kalte Jahreszeit problemlos im Garten überstehen. Hier finden Sie eine Übersicht über unsere 10 beliebtesten winterharten Stauden.

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