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Gummibaum schneiden: Tipps zum Zeitpunkt & perfekten Schnitt

Damit der Gummibaum eine schöne Wuchsform behält, muss er regelmäßig beschnitten werden. Hier zeigen wir, wie man den Gummibaum richtig schneidet.

Gummibäume wachsen unter freiem Himmel
In unserem Artikel erfahren Sie alles über den Schnitt des Gummibaumes [Foto: es3n/ Shutterstock.com]

Fühlt sich der Gummibaum (Ficus elastica) in seinem Zuhause richtig wohl, so kann er in einem Jahr bis zu 60 Zentimeter wachsen. Zum Glück ist die beliebte Zimmerpflanze dazu äußerst schnittverträglich und nimmt Ihnen einen Rück- oder Formschnitt nicht übel. Zudem ist ein regelmäßiger Schnitt nötig, um den Baum in Form zu halten und ihn nicht zu groß werden zu lassen. Im Folgenden verraten wir Ihnen, warum Sie Ihren Gummibaum schneiden sollten, wann es Zeit für den Schnitt ist und wie Sie dabei richtig vorgehen.

Gummibaum schneiden

In seiner Heimat, den tropischen Regenwäldern, kann der Gummibaum bis zu 40 Meter in die Höhe wachsen. Dabei erreicht sein Stamm einen Durchmesser von bis zu zwei Metern. So einen Urwaldriesen wollen und können Sie natürlich nicht in Ihren Zimmern unterbringen. Schon allein deswegen ist ein regelmäßiger Schritt an Ihrem Gummibaum notwendig. Aber natürlich gibt es noch weitere Gründe, die Gartenschere an der Zimmerpflanze anzusetzen.

Gründe, Ihren Gummibaum zu schneiden:

  • Wachstum eindämmen
  • Zu neuem Wachstum anregen
  • Formschnitt
  • Bei Krankheit oder Schädlingsbefall
  • Zur Vermehrung

Gummibaum schneiden: Der richtige Zeitpunkt

Generell können Sie Ihren Gummibaum zu jeder Zeit im Jahr schneiden. Im Winter ist allerdings die beste Zeit für einen Schnitt. Dann ist der Saftfluss des Baumes am geringsten. Auch abends fließt der milchige Saft aus den Schnittstellen weniger stark als tagsüber, das können Sie sich bei der Auswahl des Schnittzeitpunktes zunutze machen. Möchten Sie Ihren Gummibaum vermehren, liegt der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu schneiden, im Frühjahr.

Zusammenfassung der richtige Zeitpunkt zum Schneiden des Gummibaumes:

  • Bester Zeitpunkt: Im Winter
  • Abends ist der Saftfluss am geringsten
  • Zum Vermehren im Frühjahr Stecklinge schneiden
Gummibäume wachsen üppig vor einem Fenster
Spätestens, wenn Ihr Gummibaum das Fenster zuwuchert, ist es Zeit zum Schneiden [Foto: Zapylaieva Hanna/ Shutterstock.com]

Gummibaum schneiden: Anleitung

Die gute Nachricht vorweg: Gummibäume sind sehr schnittverträglich und verzeihen Ihnen auch einen radikaleren Schnitt. Benutzen Sie zum Schneiden aber immer sauberes Werkzeug. Es eignet sich hier entweder ein scharfes Messer oder auch eine Gartenschere. Je nachdem, warum Sie Ihren Gummibaum beschneiden wollen, müssen Sie dabei unterschiedlich vorgehen.

Gummibaum schneiden: Wachstum eindämmen

Reicht Ihr Gummibaum bereits bis zur Zimmerdecke und wächst Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes bereits über den Kopf, ist es höchste Zeit zu handeln. Um das Wachstum einzudämmen, können Sie beherzt die komplette Krone des Baumes abschneiden. Mit der Gartenschere wird die Zimmerpflanze einfach in der gewünschten Höhe eingekürzt.

Gummibaum schneiden: Wachstum fördern

Wenn Sie die Verzweigung Ihres Baumes fördern möchten, können Sie das leicht mit einem Schnitt tun. Denn durch einen Schnitt an der richtigen Stelle wird der Baum zur Bildung von neuen Seitentrieben angeregt. Schauen Sie sich hierfür Ihren Gummibaum zunächst gut an und entscheiden Sie, an welchen Stellen Sie neue Seitentriebe wünschen. Dann suchen Sie am Stamm nach sogenannten „schlafenden Augen“. Diese sind entlang des Stammes zu finden, Sie erkennen sie an kleinen Erhebungen am Stamm. Aus diesen „schlafenden Augen“ entwickeln sich nach dem Schnitt die neuen Seitentriebe. Schneiden Sie daher an der gewünschten Stelle immer wenige Zentimeter nach einem oder mehreren „schlafenden Augen“.

Gummibaum bildet neuen Seitentrieb
Aus sogenannten „schlafenden Augen“ am Stamm des Gummibaumes entwickeln sich neue Seitentriebe [Foto: Liviu Gherman/ Shutterstock.com]

Gummibaum schneiden: Formschnitt

Manchmal kann es sein, dass ein Gummibaum nicht gleichmäßig wächst oder sich zu sehr verzweigt. Auch hier kann durch einen Schnitt Abhilfe geschaffen werden. Für einen aufrechten Wuchs schneiden Sie die Seitentriebe des Baumes ab – entweder direkt am Stamm oder über einem Auge, wenn neue Verzweigungen gewünscht sind. Bilden sich nach dem Schnitt am Stamm erneut unerwünschte Seitentriebe, können Sie auch diese abschneiden. Auch wenn einige Seitentriebe länger werden als der Haupttrieb, sollten Sie diese zurückschneiden. Diese können je nach Ihrem Geschmack eingekürzt werden, um die gewünschte Form zu erhalten.

Gummibaum schneiden bei Krankheit oder Schädlingsbefall

Abgestorbene oder verwelke Pflanzenteile sollten Sie jederzeit entfernen. Sind Pflanzenteile Ihrer Zimmerpflanze von Krankheiten oder Schädlingen befallen, sollten Sie diese auch umgehend entfernen, um eine weitere Ausbreitung auf den ganzen Baum zu verhindern.

Gummibaum zur Vermehrung schneiden

Möchten Sie Ihren Gummibaum selbst vermehren, können Sie das durch Stecklinge oder Abmoosen tun. Für Stecklinge schneiden Sie sieben bis zehn Zentimeter lange Triebe vom Baum. Zum Abmoosen wird an einem geeigneten Trieb unterhalb eines Blattknotens ein schräger Schnitt gesetzt.

Eine ausführliche Anleitung zur Vermehrung des Gummibaumes haben wir hier für Sie vorbereitet.

Gummibaum nach dem Schnitt pflegen

Bei allen Schnittmaßnahmen entstehen frische Schnittstellen am Baum, aus denen Pflanzensaft austritt. Eine passende Wundversorgung ist hier wichtig. Meistens reicht es, die Wunde mit einem in lauwarmes Wasser getunkten Tuch zu säubern. Bei Zimmertemperatur hört der Saft nach kurzer Zeit auf zu fließen. Schließt sich die Wunde nach einiger Zeit immer noch nicht, sollte sie versiegelt werden. Hierzu beträufeln Sie die Wunde zunächst mit warmem Wasser. Danach wird sie mit Wachs oder speziellen Kunststoffpfropfen verschlossen.

Weißer Saft aus Schnittstellen des Gummibaumes
Aus den Schnittstellen am Gummibaum tritt weißer, klebriger Pflanzensaft aus [Foto: Essence Photograph/ Shutterstock.com]

Tipp: Trotz korrekter Wundversorgung kann es manchmal sein, dass an der Schnittstelle ein kurzes Stück des Stammes vertrocknet und abstirbt. Sofern sich dieser Teil aber oberhalb eines „schlafenden Auges“ befindet, ist das meist kein Problem und der Gummibaum treibt wieder aus.

Zusammenfassung Gummibaum richtig schneiden:

  • Scharfes Messer oder Gartenschere verwenden
  • Rückschnitt, um Wachstum einzudämmen; die ganze Krone auf gewünschter Höhe einkürzen
  • Um Seitentriebe zu fördern, den Stamm oberhalb von „schlafenden Augen“ schneiden
  • Für aufrechten Wuchs Seitentriebe abschneiden
  • Seitentriebe, die länger als der Haupttrieb sind, einkürzen
  • Vertrocknete, abgestorbene und von Krankheit oder Schädlingen befallene Pflanzenteile umgehend entfernen
  • Zum Vermehren Stecklinge schneiden oder abmoosen
  • Wundversorgung mit feuchtem Tuch ist meist ausreichend
  • Bei großen Schnitten die Wunde mit warmem Wasser spülen und mit Wachs oder Kunststoffpfropfen verschließen

Tipp: Gehen Sie für die Schnittmaßnahmen nach draußen oder legen Sie eine Plane oder Zeitung unter dem Baum aus, denn der Pflanzensaft, der aus den Schnittstellen des Baumes austritt, ist nur sehr schwer aus der Kleidung oder dem Teppich zu entfernen.

Das Schneiden ist nicht die einzige Pflegemaßnahme, die dem Gummibaum guttut. Noch mehr über die richtige Pflege Ihres Gummibaumes können Sie hier in unserem Spezial-Artikel zum Thema nachlesen.

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