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Hortensien vermehren: Ableger und Stecklinge

Alles, was Sie über die Vermehrung von Hortensien wissen müssen und wie Sie mit Ablegern und Stecklingen Ihre Hortensie erfolgreich vermehren können.

H. paniculata Verfärbung rosa

Die weißen Blüten der H. paniculata verfärben sich leicht rosa [Foto: Leonora (Ellie) EnkingCC BY-SA 2.0]

Für jegliche Hortensien-Arten (Hydrangea), die in unseren heimischen Gärten vorzufinden sind, ist die Aussaat keine geeignete Form der Vermehrung. Die Blüten sind sehr klein und das Saatgut dementsprechend auch – wenn überhaupt welches geerntet werden kann. Zudem wird die aufwendige Aussaat nur selten mit einem vorzeigbaren Keimungserfolg gekrönt. Deshalb ist es praktikabler, auf sogenannte vegetative Vermehrungsformen zurückzugreifen. Dazu benötigt man bereits Zugang zu einer Hortensien-Pflanze, die man vermehren möchte. Dementsprechend erzeugt man durch die vegetative Vermehrung Klone von der geliebten Hortensie aus dem eigenen Garten. Wir zeigen, welche Vermehrungsmethoden für die Hortensie wie funktionieren.

Hortensien teilen

Hortensien können durchaus über Teilung des Wurzelstockes vermehrt werden. Allerdings eignen sich Hortensien je nach Art mehr oder weniger dafür. Die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborecens) kann beispielsweise gut durch Teilung vermehrt werden. Bei der Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) hingegen gestaltet sich diese Vermehrungsform eher problematisch. Nun das Vorgehen bei der Teilung im Überblick:

  • Richtiger Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr oder der Herbst
  • Mutterpflanze mit großzügigen Wurzelballen vorsichtig ausgraben
  • Den Wurzelballen möglichst schonend in gleichgroße Teile zerteilen
  • Die geteilten Pflanzen getrennt an geeignete Standorte verpflanzen und im Anschluss gut angießen

Hortensien über Absenker vermehren

Ableger und Absenker sind zwei Vermehrungsformen, die sich sehr ähneln und häufig verwechselt werden. Bei Ablegern werden ganze Triebe in eine Vertiefung im Boden gelegt, fixiert und mit Erde bedeckt. Es entstehen so viele neue Pflanzen, wie Knospen am abgelegten Trieb austreiben. Bei Absenkern wird ein Trieb an einer Stelle so im Boden fixiert, dass die Triebspitze wieder aus dem Boden herausschaut. Es entsteht nur eine neue Pflanze, die von der Mutterpflanze abgelöst werden kann.

Bei Hortensien hat sich die Vermehrungsmethode der Absenker bewährt. Folgendermaßen gehen Sie vor, um Ihre Hortensie im eigenen Garten durch Absenker zu vermehren:

  • Geeigneter Zeitpunkt: April bis Juni
  • Schauen Sie sich einen gesunden, starken Trieb aus, möglichst ohne Blüte bzw. Blütenknospe und nicht allzu verholzt
  • Ausprobieren, ob der Trieb sich biegen lässt
  • So biegen, dass der Trieb an einer Stelle die Erde berührt und die Triebspitze herausschaut
  • An der Stelle, wo der Trieb den Boden berührt etwa 5 cm stark die Erde entfernen
  • An der Stelle, wo der Trieb den Boden berührt die Rinde des Triebes an der Unterseite vorsichtig etwas einschneiden
  • Biegen Sie den Trieb entsprechend herunter, dann wird er an der Bodenstelle mit einem Hering befestigt und mit Erde bedeckt. Alternativ kann auch ein großer Stein auf die Erde an der Absenker-Stelle als Befestigung dienen
  • Der herausschauende Trieb wird mit einem Bambusstab stabilisiert
  • Um eine ausreichende Wurzelbildung zu erzielen, sollte der Absenker wenigstens ein Jahr an Ort und Stelle bleiben
  • Danach kann er (samt neuen Wurzeln!) von der Mutterpflanze abgetrennt werden
  • Eine Aufzucht im Topf ist zunächst empfehlenswert, aber der Hortensien-Absenker kann auch direkt ins Beet gepflanzt werden
Hortensien im Topf mit Erde

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Zur Anzucht empfehlen wir von Plantura folgende Produkte:
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Hortensien über Stecklinge vermehren

Für sehr viele Pflanzen stellt die Vermehrung über Stecklinge eine einfache und schnelle Methode dar, seine geliebten Pflanzen zu vermehren. Das gilt auch für die Hortensien. Zeitlich ist die Stecklingsvermehrung den Absenkern deutlich überlegen, denn in den meisten Fällen ist bereits nach 4 Wochen ein Ergebnis zu sehen. Hier ein Fahrplan, um die Hortensien im eigenen Garten durch Stecklinge zu vervielfältigen:

  • Juni und Juli sind die besten Monate, um Hortensien aus dem Garten über Stecklinge zu vermehren
  • Triebspitzen mit 2 Blattpaaren werden mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze abgetrennt. Die Stecklinge sollten dann 5 bis maximal 10 cm lang sein
  • Die Stecklinge sollten keine Blüten oder Blütenknospen aufweisen, da das den Bewurzelungserfolg deutlich vermindern würde
  • Die Stecklinge sollten umgehend gesteckt und nach Möglichkeit nicht gelagert werden
  • Ein spezielles Substrat zur Stecklingsvermehrung eignet sich auch für Hortensien-Stecklinge perfekt
  • In den ersten zwei bis drei Wochen muss stets für hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden, da die Stecklinge noch nicht in der Lage sind, Wasser selbst aufzunehmen. Hierfür kann man prima ein Minigewächshaus für die Fensterbank verwenden
  • Frühestens nach drei Wochen kann man sichtbare Wurzelbildung beobachten. Dann kann die Haube des Minigewächshauses immer mal wieder abgenommen werden. So gewöhnt man die Stecklinge langsam an die normale Umgebung
  • Ist der Wurzelballen vollkommen durchwurzelt, kann der erfolgreich vermehrte Hortensien-Steckling in ein größeres Gefäß umgetopft werden

Ein besonderer Dank an den Photographen: Graeme Scott.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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