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Orchideen düngen: Vorgehen & Pflege-Tipps vom Experten

Orchideen benötigen besondere Nährstoffe, um ihre Blüten auszubilden. Wir zeigen Ihnen, wie, wann und womit man Orchideen richtig düngt.

Blühende Orchideen

Mit einer konstanten und schwach dosierten Düngung bleibt die Orchideenblüte nie wieder aus [Foto: yakonstant/ Shutterstock.com]

Viele Menschen denken bei Orchideen nur an die allseits bekannte Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis). Allerdings gelangen mehr und mehr neue Sorten und Arten auf den Markt, deren Nährstoffbedarf so unterschiedlich ist wie ihr Aussehen. Generell bedürfen die epiphytischen Orchideen – auch Aufsitzerpflanzen genannt – aber eher wenig Nährstoffe, da sie sich durch einen sehr langsamen Stoffwechsel auszeichnen. Bei der Düngung sollten Sie deshalb äußerst vorsichtig vorgehen, da es schnell zu Verbrennungen an den empfindlichen Wurzeln kommen kann. Weniger ist in diesem Fall also mehr.

Orchideen düngen

In der Natur machen sich Orchideen an Orten breit, die von den meisten anderen Pflanzen aufgrund der erschwerten Wasser- und Nährstoffversorgung gar nicht besiedelt werden können, denn ihre Luftwurzeln ermöglichen ihnen ein Leben fernab der Erde. Dabei werden die Nährstoffe direkt aus dem Wasser der Umgebung über die Wurzeloberfläche aufgenommen. Damit die etwas andere Nährstoffaufnahme auch im Wohnzimmer klappt, erklären wir Ihnen, wie Sie Ihre Orchidee richtig gießen und düngen, was für gesunde Wurzeln und eine gesunde Pflanze sorgt.

Orchideen düngen: Gesunde Wurzeln als Grundvoraussetzung

Ein gesundes Wurzelwerk ist bei Orchideen besonders wichtig, denn die Nährstoffe müssen schnell und effizient direkt über das Wasser aufgenommen werden. Damit die Wurzeln gesund bleiben und Nährstoffe ideal aufgenommen werden, ist das richtige Gießen einer Orchidee essenziell. Am besten nutzen Sie hierbei das Tauchverfahren:

  • Eimer mit kalkarmem Wasser mit Raumtemperatur füllen
  • Wurzelballen maximal 10 Minuten in Eimer mit Wasser tauchen
  • Wurzelballen aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen
  • Nächsten Tauchgang durchführen, wenn mehrere Stellen im Substrat gut trocken sind

Zusätzlich brauchen glückliche Orchideenwurzeln eine luftige Umgebung. Topfen Sie Ihre Orchidee daher um, wenn das Substrat durch Zersetzungsprozesse anfängt, in sich zusammenzufallen. Glänzen die Wurzeln weißlich-silbrig oder grün, haben Sie alles richtig gemacht.

Expertentipp: Ein durchsichtiger Übertopf spendet den Wurzeln nicht nur Licht, sondern hilft auch dabei, den richtigen Zeitpunkt für das nächste Gießen und Umtopfen zu bestimmen.

Orchideenampeln

Nur gesunde Wurzeln können genügend Nährstoffe aus dem Wasser der Umgebung aufnehmen [Foto: Yongkiet Jitwattanatam/ Shutterstock.com]

Wann Orchideen düngen?

Die richtige Düngung ist ein weiteres entscheidendes Kriterium, das eine Rolle bei der Entwicklung eines gesunden Wurzelwerks spielt. Dabei sorgt die richtige Düngung für kräftige Wurzeln und diese wiederum für eine bessere Aufnahme der im Dünger enthaltenen Nährstoffe. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Ihre Orchidee kontinuierlich mit einer niedrigen Konzentration an Nährstoffen versorgt wird. Das bedeutet, dass Sie Ihre Pflanze während der Wachstumsphase alle zwei Wochen mit Dünger versorgen sollten. Falls Ihre Orchidee im Winter eine Ruhephase einlegt, sollten Sie in dieser Zeit nicht düngen. Die Ruhephase beginnt mit dem Blütenabwurf und endet schließlich mit dem ersten Neuaustrieb im Frühjahr. Auch nach einem Umtopfen sollten Orchideen die ersten vier bis sechs Wochen nicht gedüngt werden.

Der richtige Dünger für Orchideen

Orchideen brauchen, da sie etwas ganz Besonderes sind, auch eine besondere Umgebung und Fürsorge. Deshalb sollten Sie bei der Versorgung der bunten Dschungelbewohner am besten auf einen Spezialdünger für Orchideen zurückgreifen, zur Not tut es jedoch auch ein handelsüblicher Blühpflanzendünger. Diesen sollten Sie jedoch nur zu einem Zehntel der empfohlenen Dosis geben, denn die Nährstoffkonzentration ist für die Schwachzehrer andernfalls zu hoch. Was allerdings nicht zu vermeiden ist, ist die Wahl eines wasserlöslichen Düngerproduktes. Auf Depot zu düngen wird dabei leider zum Problem. Doch wegen der Nährstoffaufnahme über die Luftwurzeln und des sehr groben Substrats, auf welchem Orchideen kultiviert werden, müssen die Nährstoffe weitgehend direkt über das Gießwasser aufgenommen werden.

Orchideen organisch düngen

Nährstoffe werden von Orchideen direkt über das Gießwasser aufgenommen. Die meisten organischen Dünger sind daher ungeeignet, denn die Komplexform dieser Düngemittel muss erst von Mikroorganismen aufgeschlossen werden, bevor die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar sind. Auch die Zusammensetzung von Kompost, Mist und weiteren Naturdüngern ist für die sensiblen Pflanzen ungeeignet. Allerdings gibt es auch bei Orchideen die organische Alternative – diese heißt Guano. Dieser aus den Exkrementen von Seevögeln oder auch Fledermäusen bestehende Dünger hat durch natürliche Umbauprozesse bereits einen wasserlöslichen Nährstoffanteil. Damit Ihre Orchidee ausreichend versorgt wird, sollten Sie einen guanohaltigen Flüssigdünger alle zwei Wochen im Gießwasser ausbringen.

Wir empfehlen für prachtvolle Orchideen folgende Produkte:
  • Floragard Orchideenerde: Torffreie Spezialerde für die besonderen Ansprüche Ihrer Zimmerorchideen. Pinienrinde und Kokoschips sorgen für eine locker-luftige Struktur. Premium Dünger, wie Guano sorgen für kräftige und vitale Pflanzen.
  • Cuxin Flüssigdünger Orchideen: Der Spezialdünger für Orchideen enthält viele organische Nährstoffe für eine üppige Blüte. Eisenchelat sorgt für tiefgrüne Blätter.
  • Cuxin Blattpflege-Spray: Pflegespray für Orchideen auf Basis eines ionischen Benetzungsmittels. Die enthaltenen Spurenelementen gleichen den Feuchtigkeitshaushalt von Orchideen in trockener Umgebung aus und sorgen so frischgrüne Blätter und eine hohe Blühfreudigkeit.

Orchideen mineralisch düngen

Mineralische Dünger sind direkt für die Pflanze verfügbar, denn diese sind wasserlöslich. Auf diese Weise kann Ihre Orchidee die benötigten Nährstoffe direkt über das Gießwasser aufnehmen. Verwenden Sie hierfür einen Flüssigdünger oder lösen Sie Dünger in Granulatform vor der Düngung auf. Das Granulat einfach so im Wurzelbereich zu verteilen oder Düngestäbchen zu benutzen, ist nicht zu empfehlen. Der Dünger kann sich zum einen am Boden sammeln und somit nicht aufgenommen werden. Zum anderen ist die Nährstoffkonzentration auf die Art nicht homogen. Daher kommt es im Umfeld rasch zu Verbrennungen an den Wurzeln. Am einfachsten ist es, während der Wachstumsphase alle 14 Tage die empfohlene Menge an Orchideendünger zum Gießwasser zu geben. Gießen Sie Ihre Orchidee wie gewohnt mit dem Tauchverfahren. Halten Sie sich dabei an die Dosierangabe oder tendieren Sie sogar eher zu einer etwas geringeren Dosis – mineralische Dünger führen andernfalls schnell zu Salzablagerungen an den Wurzeln. Es kommt dann aufgrund von Überdüngung zu Verbrennungen an den Wurzeln. Wer dem Ganzen noch ein i-Tüpfelchen aufsetzen möchte, verwendet vom Neuaustrieb bis zur Blütenbildung einen stickstoffbetonten Dünger. Ab der Blühphase können Sie dann auf einen phosphatlastigen Dünger umstellen.

Orchideen mit Hausmitteln düngen: Kaffeesatz und Co.

Um den Kauf eines teuren Orchideendüngers zu umgehen, gibt es das eine oder andere Hausmittel. So können Sie Ihre exotischen Pflänzchen beispielsweise auch mit Hefe oder Kaffeesatz düngen, wobei Kaffeesatz nicht von allen Orchideen vertragen wird. Testen Sie einfach mit einem Teelöffel Kaffeesatz als Probedüngung, wie Ihre Orchidee reagiert. Sie können Ihrem anmutigen Fensterbankbewohner auch einen schmackhaften Tee kredenzen. Mit diesem wird dann alle zwei Wochen gegossen. Zur Herstellung eines Komposttees gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Es werden nur blattreiche Pflanzenmaterialien, evtl. auch Gemüsereste verwendet
  • 1 kg Pflanzenmaterial mit 1 Liter Wasser in einem Gefäß mischen
  • 24 Stunden bei mindestens 20 °C ruhen lassen
  • Mischung sieben und Flüssigkeit auffangen. Der Tee ist abgedeckt einige Wochen haltbar und kann mehrfach genutzt werden

Das bereits genutzte Pflanzenmaterial kann übrigens auch mehrfach zu Tee verarbeitet werden.

Überdüngung bei Orchideen erkennen

Zwar ist ein mineralischer Dünger bei Orchideen die beste Lösung, doch dass diese sehr leicht überdosiert werden können, macht sich gerade bei den leicht überdüngbaren Orchideen bemerkbar. Erkennbar wird ein Zuviel an Nährsalzen, wenn die Wurzeln Ihrer Orchidee sich trotz fachmännischen Gießens schwarz verfärben und zu faulen beginnen. Ein eindeutiges Anzeichen für eine Überdüngung sind außerdem Salzablagerungen auf den Wurzeln. Die Rettung Ihrer Orchidee ist dann – wenn überhaupt – nur noch auf folgendem Weg zu bewerkstelligen:

  • Wurzeln von altem Substrat entfernen
  • Wurzeln mit Regenwasser spülen
  • In grobes, nährstoffarmes Substrat umsetzen
  • Erst am Folgetag gießen
  • Düngegaben erst einmal einstellen und Gießen reduzieren
Orchideenpflege

Wurde eine Orchidee überdüngt, helfen nur noch radikale Rettungsmethoden [Foto: Pencil case/ Shutterstock.com]

Eine Überdüngung führt bei Orchideen häufig zum Tod und sollte daher dringendst vermieden werden. Unter bestimmten, nachfolgend aufgelisteten Umständen sind Orchideen sogar besonders anfällig für ein schädliches Zuviel an Nährstoffen.

  • Kranke oder nicht optimal gehaltene Orchideen
  • Orchideenarten mit sehr feinen Wurzeln
  • Bei hartem Leitungswasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt)

In diesen Fällen sollten Sie lediglich die Hälfte der empfohlenen Düngerdosis geben. Ansonsten kann die volle Düngerdosis verabreicht werden.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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