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Osterglocken: Giftig oder nicht?

Osterglocken (oder auch Narzissen) erstrahlen zu Beginn des Frühjahrs in fast jedem Garten. Doch sind Osterglocken giftig und können zur Gefahr werden?

Oster glocken NArzissen gelbe Blüte Garten

Osterglocken erstrahlen zu Beginn des Frühjahrs in fast jedem Garten [Foto: Samo Trebizan/ Shutterstock.com]

Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus) strahlen uns in fröhlich sonnigem Gelb ab März entgegen und läuten so den Frühling ein. Doch wie der Sonne sollte man auch den leuchtenden Osterboten nicht zu nahe kommen. Hier heißt es angucken ja, anfassen vielleicht, essen nein. Wir erklären Ihnen, warum Osterglocken giftig sind und was zu unternehmen ist, wenn Sie dem floralen Strahlemann doch einmal zu nahe gekommen sind.

Osterglocken: Herkunft und Eigenschaften

Osterglocken dienen den Narzissen (Narcissus) oft als Trivialname. Doch das ist botanisch nicht ganz korrekt. Denn nicht jede Narzisse ist auch gleich eine Osterglocke. Die Osterglocke (auch Gelbe Narzisse, Narcissus pseudonarcissus) ist eine Unterart der Gattung der Narzissen, die wiederrum zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehören. Hier ein paar Informationen zu den gelben Osterboten:

  • Wuchshöhe: Etwa 40 cm
  • Blüten: Einzeln, gelb
  • Blütezeit: März bis April
  • Überdauerungsorgane: Zwiebel
  • Verbreitungsgebiet: Westeuropa und westliches Mitteleuropa
  • Standort: Sonnig bis halbschattig
  • Wirkung als Heilpflanze: Gegen Hautkrankheiten, Erkältungskrankheiten und Keuchhusten

Die Osterglocke wurde 1981 Blume des Jahres und steht als Wildpflanze unter Naturschutz. Ein Grund mehr, den bedrohten Pflanzen in Ihrem Garten ein neues Zuhause zu geben. Hier erfahren Sie alles zur Pflanzung und zum Anbau der freundlichen Frühblüher. Mit der richtigen Pflege vermehren sich Osterglocken dann sogar ganz von alleine über Brutzwiebeln.

Sind Osterglocken giftig?

Trotz ihres freundlichen Erscheinungsbildes enthält auch die Osterglocke wie alle Vertreter der Amaryllisgewächse giftige Stoffe. Die Pflanzen enthalten Amaryllidaceen-Alkaloide. Diese chemischen Verbindungen dienen dem natürlichen Schutz vor Fraßfeinden und Parasiten, indem sie zytoxisch (zelltötend) wirken. Menschen sind hiervon nicht ausgeschlossen. Vor allem die Zwiebel enthält die schützenden Stoffe, aber auch die restlichen Pflanzenteile haben sie in sich. So kann der Zellsaft der Osterglocke ebenfalls zu Hautreizungen führen. Diese verschwinden aber in der Regel von alleine.

Osterglocke NArzissen gelbe Blüten

Trotz ihres freundlichen Erscheinungsbildes enthält auch die Osterglocke giftige Stoffe [Foto: jelloyd/ Shutterstock.com]

Hinweis: Lassen Sie Schnitt-Osterglocken vor der Kombination mit anderen Blumen in der Vase ausschleimen, denn der giftige Pflanzensaft tut auch anderen Blumen nicht gut.

Osterglocken: Vergiftungs-Symptome erkennen

Beim Verzehr einer oder mehrerer Zwiebeln kommt es zu typischen Vergiftungserscheinungen. Achten Sie auf folgende Beschwerden:

  • Würgereiz
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schläfrigkeit
  • Schweißausbruch
  • Benommenheit

Der Verzehr größerer Mengen kann zum Kollaps und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen.

Osterglocken-Vergiftung: Gegenmaßnahmen

Treten eine oder mehrere der genannten Beschwerden auf, sollten Sie umgehend einen Notarzt aufsuchen. Dieser rät je nach Schwere der Vergiftung zu einer ordentlichen Wasserzufuhr, der Gabe von Kohle oder einer Entgiftung. Das trinken von Wasser empfiehlt sich schon Zuhause bei kleinsten Anzeichen einer Vergiftung, denn so werden die Giftstoffe verdünnt. Falls Sie eine Kohletablette in Ihrer Hausapotheke führen, können Sie mit der Einnahme ebenfalls nichts falsch machen. Die Kohle bindet die Giftstoffe und verhindert so, dass diese ins Blut gelangen. Da es sich bei dem zugeführten Giftstoffen nicht um eine Säure handelt, kann auch erbrochen werden.

Osterglocken: Giftig für Katze und Hund?

Besonders bei Tieren ist es wichtig, die Zwiebeln unzugänglich zu lagern oder auf ausgebuddelte Zwiebeln zu achten. Denn schon 15 Gramm der Blumenzwiebeln können für Hunde tödlich sein. Auch für Pferde, Schweine, Hasen, Kaninchen, Hamster und Katzen sowie für Vögel stellen die Pflanzen eine erhebliche Gefahr dar. Achten Sie auf Symptome wie:

Osterglocke Fensterbrett Katze NArzisse

Auch für Ihre Haustiere sind Osterglocken giftig! [Foto: Victoria Kondysenk/ Shutterstock.com]

  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Zittern
  • Herzrhythmusstörungen

Tritt auch nur eins der Symptome auf, heißt es ab zum Tierarzt.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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