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Petunien aus Samen oder durch Stecklinge vermehren

In keinem sommerlichen Garten dürfen blühfreudige Petunien fehlen. Wie Sie Petunien aus Samen oder durch Stecklinge selbst vermehren können, finden Sie hier.

Petunien im Beet lila blüten

In keinem sommerlichen Garten dürfen blühfreudige Petunien fehlen [Foto: Zachi EvenorCC BY-SA 2.0]

Petunien (oder mit botanischem Namen Petunia) sind einjährige Pflanzen mit südamerikanischem Ursprung, die unseren frostigen Temperaturen im Winter leider nicht standhalten. Deshalb müssen Sie Ihren Balkon jedes Jahr wieder mit frischen Pflanzen besetzen. Diese müssen aber nichts zwingend teuer gekauft oder aufwendig überwintert werden. Man kann viel Geld sparen, indem man Petunien einfach selbst vermehrt. Dies funktioniert über Stecklinge, die Sie ganz einfach von den schönsten Pflanzen in Ihrem Besitz schneiden können oder über Samen. Bei der Vermehrung durch Samen kann es sogar zu neuen Farbvarianten kommen, wenn Petuniensorten untereinander gemischt werden.

Petunien vermehren: Samen selbst aussäen

Die Vermehrung durch Aussaat gelingt sehr gut und ist unkompliziert. Die Samen können im Fachhandel gekauft werden. Die Sortenauswahl ist hier meistens enorm. Falls Sie bereits Petunien zu Hause haben, können Sie die Samen auch selbst ernten. Die lachsfarbene Sorte „Salmon Wave“ beispielsweise ist besonders leicht aus Samen zu ziehen und sogar regenfest.

Samen selber ernten

Die Samen von Petunien können ganz einfach selbst abgeerntet werden. Hierfür gehen Sie wie folgt vor:

  • verwelkte Blütenstände nicht mehr Ausputzen
  • Samenkapsel ernten, wenn diese hellbraun und geschlossen sind
  • Trocknen der Kapseln an einem warmen, luftigen Ort bis diese platzen
  • kleine, schwarze Samen einsammeln und an einem kühlen, dunklen Ort (z.B. Schraubglas) lagern

Die Bildung der Samenkapseln setzt ganz von allein ein, sobald man das Ausputzen unterlässt. Das Aufplatzen der getrockneten Samenkapseln setzt nach ein paar Tagen ein.

Petunie pflanzen hände mir Erde pflanzen petunie in trog

Petunien sind beliebte und sommerliche Beet- und Balkonpflanzen [Foto: Jenni SweatCC BY 2.0]

Aussaat der Samen

Die Aussaat der Samen erfolgt ab Februar. Bei Beachtung einiger Punkte können Sie sich mit großer Sicherheit bald an kleinen Petunienkeimlingen erfreuen.

  • Aussaatschale mit keimfreier Aussaaterde befüllen
  • Samen mit trockenem Quarzsand mischen und gleichmäßig mit genügend Abstand auf der Erde verteilen
  • Samen max. mit dünner, durchlässiger Schicht Erde bedecken (Lichtkeimer)
  • Keimtemperatur: min. 20°C
  • Erde mit Wasserzerstäuber gleichmäßig leicht feucht halten (Wasserzerstäuber)
  • Aussaatschale mit Folienhaube bedecken (ab Keimung 1x täglich lüften)
  • heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • ab Ausbildung des 2. Blattpaares: pikieren oder einzeln in kleine Töpfe umpflanzen
  • Akklimatisierung der Pflänzchen vor der Pflanzung nach draußen
  • Auspflanzung nach draußen ab Mitte Mai (keine Frostgefahr mehr)

Das Mischen mit Quarzsand ist optional, vereinfacht die Aussaat der Minisamen aber beachtlich. Eine dünne Schicht Erde über den Samen setzt die Gefahr der Schimmelbildung herunter. Die Folienhaube sorgt für die nötige Luftfeuchte. Die Pflänzchen werden akklimatisiert, indem sie an sonnigen Tagen tagsüber schon mal nach draußen gestellt werden. Welcher Standort sich ab Mai am besten für Petunien eignet, erfahren Sie hier.

Tipp: Zwar blühen Petunien theoretisch von Juni bis zum ersten Frost, doch viele Pflanzen sind durch ihr eigenes Tempo was Blüte und Wachstum angeht schon vorher völlig erschöpft und verblühen vorzeitig. Um eine blütenfreie Zeit zu vermeiden, kann ein Teil der Samen später (April/ Mai) ausgesät werden.

Folgende Produkte sorgen für eine erfolgreiche Anzucht:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.

Petunien durch Stecklinge vermehren

Für die Vermehrung über Stecklinge eignen sich hängende Petuniensorten besonders gut, da sie mit der richtigen Pflege sehr lange, kräftige Triebe ausbilden. Wenn Sie wie folgt vorgehen, dauert es nicht lange, bis Ihre Stecklinge erste Wurzeln ausbilden.

  • Stecklinge am besten im Sommer schneiden
  • 10 cm lange (am besten blütenlose) Triebe verwenden
  • alle Blätter und Blüten (außer das oberste Blattpaar) entfernen
  • In ein Glas mit kalkfreiem Wasser stellen bis sich Wurzeln gebildet haben und dann in Töpfchen mit durchnässter Anzuchterde stecken ODER direkt in die Töpfchen pflanzen
  • Vermehrung war erfolgreich, wenn die Stecklinge oben austreiben
  • Umtopfen in größere Pflanzgefäße und weiter kultivieren wie adulte Petunien
  • Akklimatisierung der Stecklinge vor der Auspflanzung Mitte Mai

Es kann zwei bis drei Wochen dauern bis die Stecklinge im Glas mit Wasser ausreichend Wurzeln gebildet haben. Bei der direkten Pflanzung in Töpfchen werden die Stecklinge einfach einige Zentimeter tief in die Erde gesteckt und diese anschließend gut angedrückt. Alles über die anschließende Pflege Ihrer kleinen Eigenfabrikate, können Sie hier nachlesen.

Petunien Sorten: Eine kleine Auswahl

Petuniensorten gibt es in Hülle und Fülle. Genauso vielfältig sind die Farben in denen sie erblühen. Auch die Blütenformen variieren. Von einfachen bis gefüllten Blüten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die unterschiedlichen Sorten werden traditionell in vier Sortengruppen eingeteilt.

  • Miliflora mit zwei bis drei Zentimeter großen Blüten
  • Multiflora mit etwa fünf Zentimeter großen, regenfesten Blüten
  • Floribunda mit ca. acht Zentimeter großen Blüten
  • Grandiflora mit trompetenartigen, regenempfindlichen, sehr großen Blüten

Nachfolgend finden Sie eine Liste besonders schöner Petuniensorten. Eine größere Auswahl an Sorten und mehr über deren Wuchs und Bedürfnisse finden Sie hier.

  • Night Sky: Die großen Blüten dieser Hänge-Petunie erinnern an einen lila Nachthimmel, erfüllt von weißen Sternen. Nie gleicht eine Blüte der anderen.
  • Chocolina: Diese Sorte sieht mit ihren eher kleinen, schokoladenfarbigen Blüten zum Anbeißen schön aus (bitte trotzdem nicht Naschen). Sie hat einen buschigen, nur leicht hängenden Wuchs.
  • Pirouette Red: Die Piroutte Red ist ein Vertreter mit doppelt gefüllten Blüten und einem hängenden Wuchs. Das rote Auge wird umrandet von einem schönen Weiß.
  • Amore® Queen of Hearts: Hier ist der Name Programm: Mit roten Herzen auf gelbem Grund verkündet jede einzelne Blüte der stehenden Sorte eine Liebesbotschaft.
  • Mirage Red Morn: Diese stehende Petunie lässt jedes Beet mit ihren rot umrandeten Blüten mit weißem Auge erstrahlen.

Hinweis: Am robustesten und am pflegeleichtesten sind die einfachen blauen oder lila Petunien, z.B. die Sorte Big Time Blue. Diese kommen sogar mit Wind und Regen ganz gut klar. Weißblühende Sorten neigen zu Chlorosen. Sehr kompakt und sogar wetterstabil sind die Sorten ’Yellow Apple Bee’ und ’Purple Balls’.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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