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Rasen kalken: Wann, wie & gleichzeitiges Düngen?

Hier erfahren Sie, wann und warum Sie Ihren Rasen kalken sollten. Außerdem beantworten wir, ob man den Rasen gleichzeitig kalken und düngen kann.

Kalkverteiler Rasen kalken

Bei richtiger Anwendung kann das Kalken dem Rasen helfen [Foto: Bochkarev Photography/ Shutterstock.com]

Im Gegensatz zu Rasendünger oder Kompost, die in regelmäßigen Gaben jedem Rasen guttun, ist Kalk nur in ganz bestimmten Fällen von Vorteil. Grundsätzlich sollte nie vorsorglich gekalkt werden, sondern nur, wenn der Bedarf besteht. Deshalb erfahren Sie im Folgenden, in welchem Fall Ihr Rasen wirklich gekalkt werden sollte. Außerdem beantworten wir die Frage, ob es möglich ist, den Rasen gleichzeitig zu kalken und zu düngen.

Rasen kalken

Wer von Kalk spricht, meint in den meisten Fällen die chemische Verbindung Calciumcarbonat (CaCO3), auch kohlensaurer Kalk genannt. Diese Verbindung ist eine der weltweit am häufigsten vorkommenden. Was aber bewirkt Kalk im Boden und wie wirkt er sich auf Pflanzen aus?

Unter welchen Umständen sollte man den Rasen kalken?

Weil durch einige mineralische Rasendünger und leicht säuerlichen Regen der pH-Wert des Bodens unter einen für den Rasen verträglichen Wert fallen kann, wird gelegentlich neben der Düngung auch eine Kalkung notwendig. Anders als die Düngung muss das Ausbringen von Kalk aber nicht unbedingt regelmäßig erfolgen. Nur auf sehr sauren Standorten ist eine jährliche Kalkung nötig, die jedoch von regelmäßigen pH-Kontrollen begleitet werden sollte. Es gilt: Da Calciumcarbonat den pH-Wert des Bodens beeinflusst, kann eine Kalkung nur auf Grundlage einer Analyse des Boden-pH-Wertes sinnvoll sein.

Hinweis: Weil die Säurestärke des Regens durch Beschränkungen der Luftverschmutzung mittlerweile wieder abgenommen hat, ist der Regen mit einem pH-Wert von durchschnittlich 5,1 bis 5,2 nicht mehr so stark versauernd wie noch vor einigen Jahren.

Je mehr Kalk im Boden enthalten ist, desto alkalischer der Boden, also desto höher der pH-Wert. Der pH-Wert ist wichtig für die Pflanzen, weil sich die Nährstoffverfügbarkeit mit dem pH-Wert verändert. Ist der Boden zu sauer oder zu alkalisch, werden verschiedene Nährstoffe im Boden gebunden und für Pflanzen schlechter bis gar nicht verfügbar. Bei einem pH-Wert von 4 oder niedriger kann es außerdem zu einer toxisch hohen Konzentration mancher Nähr- oder Schadstoffe kommen. Für die meisten Gräser liegt der ideale pH-Wert nicht im neutralen, sondern im leicht sauren Bereich.

Kalk gegen Moos im Rasen

Ein starker Moosbefall kann ein Anzeichen für eine Versauerung des Bodens sein – doch auch Bodenverdichtungen, Staunässe, Nährstoffmangel oder Schatten sind mögliche Ursachen für eine Vermoosung. Wurden diese Möglichkeiten ausgeschlossen und hatten Vertikutieren, Lüften und Sanden sowie regelmäßiges Düngen des Rasens keinen Effekt, ist eine Veränderung des pH-Wertes eine weitere Stellschraube, mit der Sie Ihren Rasen fördern können. Ganz klare Indikatoren für einen sauren Boden sind zum Beispiel Sauerampfer (Rumex acetosella), kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans) oder Kornblumen (Centaurea cyanus). Eine Kalkgabe kann allerdings nur dann gegen Moos und Unkräuter im Rasen helfen, wenn ein zu niedriger pH-Wert auch wirklich der Grund für ihr Auftreten ist. Hier finden Sie zusätzlich Hinweise dazu, wie Sie Moos im Rasen loswerden.

Sauerampfer auf Wiese

Sauerampfer ist ein klarer Indikator für einen sauren Boden [Foto: SCK_Photo/ Shutterstock.com]

Wann ist es nötig, den Rasen zu kalken?

  • Wenn der pH-Wert des Bodens getestet wurde und nachweislich zu niedrig ist
  • Bei starkem Moosbefall, wenn andere moosfördernde Faktoren höchstens begrenzt zutreffen
  • Bei zunehmendem Auftreten von Unkräutern, die sauren Boden mögen (z.B. Sauerampfer, Kornblumen etc.)

Hinweis: Ziehen Sie nie voreilige Schlüsse und bestätigen Sie Ihren Verdacht immer erst mit einem pH-Test. Im Baumarkt oder im Internet gibt es günstig verschiedene Test-Optionen zu erwerben. Liegt der Boden-pH-Wert unter 5,5? Dann ist es jetzt auf jeden Fall an der Zeit, Kalk auszubringen.

Folgende pH-Werte im Boden sind anzustreben:

  • Für leichte, sandige Böden wird ein pH-Wert von 5,5 bis 6,0 angestrebt, damit Nährstoffe optimal verfügbar sind
  • Für schwere, tonige Böden wird ein pH-Wert von 6,5 bis 7,5 angestrebt, damit Nährstoffe optimal verfügbar

Wie viel Kalk benötigt Ihr Boden?

In der Regel liefern Bodenanalysen Hinweise darauf, welche Menge Kalk zum Erreichen des gewünschten pH-Wertes verwendet werden muss. Häufig beziehen sich Empfehlungen auf das im Kalk enthaltene Calciumoxid (CaO), das auch Branntkalk genannt wird. Da kein Kalkdünger zu 100 Prozent aus reinem CaO besteht, müssen Sie eventuell eine kleine Umrechnung vornehmen.

Wenn der verwendete Dünger einen Kalkgehalt von 80 % aufweist, enthält er 80 Gramm Kalk pro 100 Gramm Dünger. Bei einer benötigten Menge von beispielsweise 250 Gramm Kalk pro Quadratmeter ergibt sich folgende Rechnung.

Verwendeter Dünger: 80 % CaO-Gehalt = 80 g CaO pro 100 g Dünger

Benötigte/empfohlene Menge (Beispiel) = 250 g/m²

Zu streuende Menge an Kalkdünger = 100 g / 80 g x 250 g/m² = 313 g/m²

Auf diese Weise können Sie sich – ausgehend von Ihrer Bodenanalyse – leicht die richtige Streumenge errechnen.

Bodenanalyse im Labor

Eine Bodenanalyse im Labor gibt Klarheit über den Nährstoffbedarf des Rasens [Foto: Microgen/ Shutterstock.com]

Tipp: Auf leichten Böden kann man das langsam lösliche Calciumcarbonat (kohlensaurer Kalk) verwenden. Je schwerer ein Boden jedoch wird, umso unwirksamer wird diese Art zu kalken. Auf tonigen, schweren Böden wird ein schnell löslicher Branntkalk genutzt. Auch unbelastete Holzasche können Sie wie Branntkalk verwenden. Mehr zum Düngen mit Asche erfahren Sie hier.

Wann sollte man den Rasen kalken?

Wie häufig ein Rasen gekalkt wird, richtet sich also nach dem gemessenen pH-Wert und folgt keinem regelmäßigen Rhythmus. Im Jahresverlauf sollten Sie stets dann kalken, wenn nicht gerade gedüngt wurde oder sehr bald gedüngt wird. Der ideale Tag zum Kalken ist möglichst windstill. Vor dem Kalken wird der Rasen gemäht, das ganze kann auch mit dem Vertikutieren und Lüften verbunden werden. Wenn es nach dem Kalken nicht praktischerweise regnet, sollte der Rasen künstlich bewässert werden.

Rasen kalken und gleichzeitig düngen?

Leider ist die Ausbringung von Kalk mit der Düngung nicht sinnvoll: Kommen ammoniumhaltige Dünger und Kalk im Boden direkt miteinander in Kontakt, kommt es zur Bildung von übelriechendem Ammoniak, wodurch Stickstoff gasförmig und ungenutzt den Boden verlässt. Und auch das Zusammenbringen von Kalk mit Superphosphat – einem beliebten Phosphor-Dünger – ist alles andere als sinnvoll: Dabei entstehen schwer lösliche Calciumphosphate, wodurch sowohl das Calcium als auch das Phosphat für Pflanzen unerreichbar und die Wirkung der Kalkung herabgesetzt wird.

Wir empfehlen daher, das Kalken und Düngen strikt zu trennen. Besser ist es, nach einer Düngung etwa zwei Monate abzuwarten und anschließend Kalk zu verteilen. Der Termin sollte zwischen März und November liegen. Beachten Sie auch, dass einige Langzeitdünger eine sehr lange Wirkdauer haben und dass sich auch hier die Wirkungen möglichst nicht überschneiden sollten.

Rasen düngen im Herbst

Nach dem Düngen sollten Sie etwa zwei Monate warten, bis Sie Ihren Rasen kalken

Anleitung zum Kalken und Düngen des Rasens

Die höchste Verträglichkeit von Kalk und Düngern wird erreicht, wenn die Rasendüngung organisch erfolgt. Das Geheimnis liegt hierbei in der langsamen Mineralisierung der organisch gebundenen Nährstoffe. Um einen solchen organischen Rasendünger handelt es sich auch bei unserem Plantura Bio-Rasendünger mit Langzeitwirkung. Dieser wird zur ersten Düngung nach dem Winter im Frühjahr – je nach Bodenart zwischen Februar und Mai – ausgebracht. Im frühen Sommer, etwa Ende Juni, folgt eine weitere Rasendüngung, bevor im August bereits die Vorbereitung des Rasens auf die Winterzeit beginnt.

Plantura Bio-Rasendünger
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Hier kommt ein kaliumbetonter Herbstrasendünger zum Einsatz. Nach dem August sollten Sie von mineralischen Düngern die Finger lassen, organische Herbstrasendünger wie unseren Plantura Bio-Herbstrasendünger können Sie aber bedenkenlos auch noch um diese Jahreszeit ausbringen. Bei der Herbstdüngung ist die Verwendung eines kaliumbetonten Herbstrasendüngers enorm wichtig, um die Frosthärte der Rasengräser zu steigern. Etwa zwei Monate nach der letzten Herbstrasendüngung kann dann der Kalk ausgebracht werden.

Wie erwähnt sollten also zwischen Düngung und Kalkung circa zwei Monate liegen. Ein Jahresplan zum Düngen und Kalken des Rasens könnte demnach wie folgt aussehen.

MärzJuniAugustOktober/ November
Organischer RasendüngerOrganischer RasendüngerOrganischer HerbstrasendüngerKalk

Kann Rasen gleichzeitig gekalkt und gedüngt werden?

  • Kalk und Dünger sollten nicht gleichzeitig auf dem Rasen angewendet werden, vor allem bei ammoniumhaltigen Düngern und Superphosphat ist Vorsicht geboten
  • Zwischen Kalkung und Düngung sollten etwa zwei Monate liegen; am einfachsten ist die Ausbringung von Kalk im Herbst
  • Organische Rasendünger wie unsere Plantura Bio-Rasendünger vertragen sich am besten mit Kalk

Präzisere Angaben zur Rasendüngung finden Sie auch in unserem Spezial-Artikel zum Rasendüngen. Neben dem Kalken und Düngen fallen noch andere Aufgaben zur Rasenpflege an. Hier finden Sie daher alle Informationen zur Rasenpflege rund um das ganze Jahr.

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