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Weihnachtsstern wieder zum Blühen bringen | Anleitung

Nach dem Weihnachtsfest weichen die Weihnachtssterne meist aus der Wohnung. Mit der richtigen Pflege über den Sommer können sie jedoch noch öfter blühen.

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) säumt meist nur in der Adventszeit die heimischen Fensterbänke – danach wandert er in den Abfall. Was viele gar nicht zu wissen scheinen: Beim Weihnachtsstern handelt es sich um ein mehrjähriges Wolfsmilchgewächs (Euphorbiaceae). Auch in unseren Breitengraden kann der farbenfrohe Weihnachtsbote also problemlos über mehrere Jahre hinweg leben und auch blühen. Damit er jedoch immer pünktlich zu Weihnachten blüht, muss man sich genauer mit der Blütenbiologie des Weihnachtssternes auseinandersetzen und ihn auch im Sommer umsorgen. Wir schauen genauer hin, was zu beachten ist, um den Weihnachtsstern erneut zum Blühen zu bringen. Bei den auffällig rot, weiß oder rosa gefärbten Blütenblättern handelt es sich übrigens nicht um die eigentlichen Blüten, sondern um sogenannte Hochblätter (Brakteen). Die eigentlichen Blüten (Cyathien) sitzen im Zentrum der sternförmig angeordneten Hochblätter, sind fast mikroskopisch klein, erstrahlen jedoch in einem leuchtenden Gelb.

Weihnachtsstern: Schneiden, umtopfen und im Sommer pflegen

Soll der farbenfrohe Weihnachtsstern erneut im folgenden Winter erstrahlen, so muss er zunächst erfolgreich über den Sommer gebracht werden. Doch wie ist der Weihnachtsstern nach der farbenfrohen Blüte zu behandeln? Nach der Blüte kann er zunächst aus dem Blickfeld an einen etwas kühleren und dunkleren Ort weichen. Die Wasserversorgung kann ebenfalls reduziert werden. Mitte Mai, wenn kein Frost mehr droht, kann man den Weihnachtsstern entweder nach draußen pflanzen oder in einem Topf nach draußen stellen. Vor diesem Schritt bietet es sich an, die verblühten Triebe zurückzuschneiden und in frisches Substrat und einen etwas größeren Topf umzutopfen.

Weihnachtsstern weiß und rot im Garten

Droht kein Frost mehr, kann die Pflanze ins Freie [Foto: nounours/ Shutterstock.com]

Mit dem Austrieb neuer Triebe nach dem Rückschnitt sollte wieder die Düngung aufgenommen werden und auch der Wasserbedarf steigt dann wieder spürbar. Optimal ist es, in vielen kleinen Gaben den Weihnachtsstern mit Nährstoffen zu versorgen. Dafür bietet sich ein Vollnährstoffdünger an, der mit der Bewässerung ein- bis zweiwöchentlich verabreicht werden kann. Der Wuchs des Weihnachtssterns wird nicht so schön kompakt sein wie bei Exemplaren vom Profi-Gärtner. Diese verwenden nämlich spezielle Wachstumsregulatoren, um das Längenwachstum der Triebe zu regulieren und so für einen kompakteren Wuchs zu sorgen. Allerdings können Sie etwas gegen extremes Längenwachstum gegensteuern zum Beispiel durch sparsames Gießen. Der mäßige und nicht gesundheitsgefährdende Trockenstress dämmt nämlich das Wachstum des Weihnachtssterns ein. Trotzdem ist es ein schmaler Grat zwischen nützlichem Trockenstress und nachhaltigen Trockenschäden.

Kurz und knapp – die optimale Pflege für den Weihnachtsstern nach der Blüte und im Sommer:

  • Nach der Blüte an etwas kühleren und dunkleren Ort platzieren und das Gießen reduzieren
  • April: Rückschnitt der verblühten Triebe und Umtopfen in frisches Substrat
  • Mitte Mai: Weihnachtsstern kann nach draußen umziehen – entweder im Topf, kann aber auch ausgepflanzt werden
  • Regelmäßiges Düngen (ein- bis zweiwöchentlich) mit einem Vollnährstoffdünger während der Hauptwachstumszeit (Mai bis August)
  • TIPP: Nach dem Rückschnitt können die frischen Austriebe auch für die Vermehrung des Weihnachtssterns über Stecklinge verwendet werden.

Weihnachtsstern: Erneut zum Blühen bringen

Damit der Weihnachtsstern auch pünktlich zu Weihnachten – oder zu einem anderen beliebigen Zeitpunkt blüht – muss das Blühverhalten des Wolfsmilchgewächses bekannt sein. Die Ausbildung der farbigen Hochblätter und der eigentlichen Blüten kann man über die Tageslänge nämlich gezielt steuern. Beim Weihnachtsstern handelt es sich um eine sogenannte Kurztagpflanze. Ab einer spezifischen, kritischen Tageslänge von weniger als 12 Stunden schaltet der Weihnachtsstern sozusagen die Blütenbildung an. Je nach Kürze des Tages dauert es noch 8 bis 12 Wochen, bis die farbigen Hochblätter des Weihnachtssternes stattlich ausgebildet sind. Umso kürzer der Tag, desto schneller bilden sich die farbigen Hochblätter aus.

ein Weihnachtsstern nah

Die Ausbildung der Blüten kann über die Tageslänge gezielt gesteuert werden [Foto: Dmitry Melnikov/ Shutterstock.com]

Damit der Stern pünktlich zu Weihnachten erstrahlt, muss bis Anfang Oktober dafür gesorgt werden, dass der Tag länger als 12 Stunden ist. Das erreicht man durch ein sogenanntes Störlicht, wofür schon eine normale Glühbirne reicht. Ab Anfang Oktober gilt es dann, den Weihnachtsstern maximal 12 Stunden täglich Licht auszusetzen. Dazu ist er dann zu verdunkeln. Steht er auf der Fensterbank, kann man beispielsweise einen Karton über ihn stülpen. Über ein Gewächshaus kann man schwarze Folie spannen – das ist jedoch ein erheblicher Arbeitsaufwand, da die Folie jeden Morgen entfernt und jeden Abend wieder lückenlos angebracht werden muss. Bereits an kleinen Stellen durchscheinendes Licht (zum Beispiel von einer Straßenlaterne) kann die Kurztag-induzierte Blütenbildung des Weihnachtssternes stören und sogar verhindern. Einfacher ist es, sich einfach nach der natürlichen Tageslänge zu richten, auch dann wird der Weihnachtsstern blühen. Allerdings ist er auch dann penibel vor Störlicht zu schützen.

Mit diesen gärtnerischen Maßnahmen bringen Sie den Weihnachtsstern erneut zum Blühen:

  • Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze mit einer kritischen Tageslänge von 12 Stunden
  • Tageslängen unter 12 Stunden induzieren die Ausbildung der Blüten
  • Je nach Tageslänge dauert es vom ersten Kurztag bis zur Blüte 8 bis 12 Wochen – umso kürzer der Kurztag, desto schneller kommt in der Regel die Blüte
  • In der Kurztagphase muss der Weihnachtsstern vor jeglichen anderen störenden Lichtquellen geschützt werden
  • Um den Weihnachtsstern im Haus vor ungewünschtem Licht zu schützen, kann einfach ein großer Karton über die Pflanze gestülpt werden

So kann ein Weihnachtsstern ohne großen Aufwand und mit der richtigen Pflege im Sommer auch über mehrere Jahre auf der Fensterbank erblühen.

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