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Lorbeer ernten, lagern & verwenden

Wir zeigen, was beim Ernten und Lagern von Lorbeerblättern zu beachten ist, und erklären, wie man Lorbeerblätter trocknet und beim Kochen verwendet.

Lorbeerblätter werden von einem Baum gepflückt
Lorbeerblätter gehören zu vielen Gerichten einfach dazu. Wir verraten Ihnen alles über die Ernte, Lagerung und Verwendung von Lorbeer [Foto: Kate Krav-Rude/ Shutterstock.com]

Vielen Gerichten verleihen die Blätter des Lorbeers (Laurus nobilis) ein besonderes Aroma. Lorbeerblätter sind nicht nur in der mediterranen Küche beliebt, sondern werden zudem bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet. Wer einen eigenen Lorbeerstrauch im Garten hat, kann sich immer über frische Blätter freuen. Doch wann ist die beste Zeit, Lorbeerblätter zu ernten? Wie geht man bei der Ernte vor? Wie kann man Lorbeer haltbar machen und verwenden? Und welche medizinische Wirkung hat Lorbeer? All diese Fragen beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.

Lorbeer richtig ernten

Die Ernte der begehrten Blätter des Echten Lorbeers kann entweder im Frühjahr oder im Herbst erfolgen. Wählen Sie für die Ernte einen Baum aus, der mindestens zwei Jahre alt ist. Denn je älter der Strauch ist, desto aromatischer sind seine Blätter.
Neben einzelnen Blättern kann auch die gesamte Spitze des Triebes entnommen werden. So werden alle Blätter der ersten 20 bis 30 Zentimeter eines Astes auf einmal geerntet. Damit sparen Sie gegenüber der Entnahme einzelner Blätter einige Handgriffe. Während des Hauptwachstums im Sommer sollten Sie jedoch die Finger vom Gewürzlorbeer lassen und keine Blätter ernten. Denn zu dieser Zeit enthalten die Blätter am wenigsten ätherisches Öl.

Lorbeerblätter ernten im Überblick:

  • Einjährige Lorbeerbäume nicht beernten
  • Einzelne Blätter oder Zweige ernten
  • Beste Erntezeit im Frühjahr oder Herbst
  • Im Sommer sind die Blätter am wenigsten aromatisch

Hinweis: Verwechslungsgefahr besteht mit dem relativ ähnlich aussehenden Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Dieser ist jedoch aufgrund seines hohen Gehalts an Blausäure äußerst giftig, aber auch leicht zu überführen – zerreibt man die Blätter mit den Fingern, riecht es intensiv und unverwechselbar bitter und gar nicht würzig, wie man es vom Echten Lorbeer gewohnt ist.

Lorbeerblätter trocknen und lagern

Die Blätter des Echten Lorbeers können sowohl frisch als auch getrocknet in der Küche verwendet werden. Lorbeerblätter aufbewahren und haltbar machen ist dabei durch verschiedene Methoden möglich.

Möglichkeiten, Lorbeer haltbar zu machen:

  • Lorbeerblätter im Backofen trocknen
  • Lorbeerblätter im Dörrautomaten trocknen
  • Lorbeerblätter einfrieren
  • Lorbeerblätter in Öl einlegen

Die gängigste und bekannteste Methode ist das Trocknen der Lorbeerblätter. Hängt man die Triebe an einen schattigen Ort zum Lufttrocknen, kann die Verwendbarkeit auf bis zu zwei Jahre verlängert werden. Die getrockneten Lorbeerblätter büßen glücklicherweise nichts von ihrem würzigen Aroma ein. Auch im Backofen oder im Dörrautomaten lassen sich die Blätter gut trocknen.

Getrocknete Lorbeerblätter liegen in einer Schüssel
Lorbeerblätter lassen sich sehr gut trocknen und dadurch haltbar machen [Foto: Marina Rich/ Shutterstock.com]

Tipp: Getrocknete Lorbeerblätter haben eine gute Qualität, wenn sie immer noch dunkelgrün gefärbt sind. Braune Blätter sind ein Anzeichen dafür, dass die Blätter schon zu alt sind oder schlecht gelagert wurden.

Zum Lorbeerblätter-Einfrieren werden entweder ganze Zweige oder einzelne Blätter gefrostet. Zunächst wäscht man den Lorbeer und trocknet ihn ab. Nun können die Blätter oder Zweige in Gefrierbeuteln eingefroren werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, kleine Portionen in Eiswürfelbehältern einzufrieren. Dazu gibt man Lorbeerblätter zusammen mit Wasser in Eiswürfelformen. Zu guter Letzt können Lorbeerblätter auch in Öl eingelegt und dadurch haltbar gemacht werden. Hier gibt man die gewaschenen Blätter in ein Glas und füllt es mit einem guten Pflanzenöl auf, zum Beispiel Olivenöl. Zusätzlich kann das Öl auch noch mit anderen Gewürzen und Kräutern abgeschmeckt werden.

Lorbeerblätter verwenden: In der Küche und als Heilpflanze

Lorbeerblätter zeichnen sich durch eine charakteristische Note aus, die herben mit würzigem Geschmack kombiniert. Lorbeerblatt-Rezepte gibt es zum Beispiel für etliche Fleischgerichte wie Sauerbraten, Kalb oder Wild. Viele Rezepte sehen vor, den Lorbeer zu kochen, um Suppen und Eintöpfen einen besonderen Geschmack zu verleihen. Das Lorbeerblatt wird aber nicht mitpüriert, weil der Geschmack sonst viel zu intensiv wäre. Bevor ein Gericht mit Lorbeer auf den Teller wandert, sollten Sie die Blätter wieder entnehmen. Für den Verzehr eignen sich die Blätter nämlich nicht. Das lässt ihre Konsistenz nicht zu und außerdem ist das Aroma viel zu intensiv und würde alle weiteren Geschmäcker und Aromen von den Geschmacksknospen vertreiben.

Kleiner Tipp: Knicken Sie die Lorbeerblätter, bevor Sie sie in den Kochtopf geben. Dadurch kann das Aroma noch besser freigegeben werden und Sie können sparsamer mit Ihrem selbst geernteten Vorrat an Lorbeerblättern aus dem eigenen Anbau haushalten.

Schon in der Antike wussten die Römer und Griechen, dass Lorbeerblätter Heilwirkung haben. Das Lindern von Husten und Erkältungen, das Stillen von Schmerzen und Fieber oder die Behandlung von Verdauungsstörungen zählen zu den gesundheitlichen Wirkungen von Lorbeerblättern. Aus den Blättern kann ein Lorbeertee zubereitet werden, indem sie für zehn Minuten aufgekocht werden. Lorbeerblätter-Tee hat die Wirkung, die Blutgefäße zu reinigen. Außerdem hilft Lorbeer-Tee bei Husten und Erkältungen. Nebenwirkungen von Lorbeerblätter-Tee sind nicht bekannt. Die medizinische Wirkung von Lorbeer soll sogar bei Diabetes helfen, da der Verzehr von Lorbeerblättern den Blutzuckerspiegel senkt.

Lorbeerblätter liegen im Tee auf einem Tisch
Lorbeerblätter-Tee soll gegen Erkältung und Husten helfen [Foto: Rui Elena/ Shutterstock.com]

Neben den Blättern können auch die Lorbeerfrüchte Verwendung als Heilmittel finden. Die dunkelfarbenen Beeren werden aufgekocht und ausgepresst. Das dadurch entstandene Lorbeerblätter-Öl enthält ätherische Öle und kann auf die Haut gerieben werden. Lorbeerblätter-Öl findet Anwendung bei Prellungen oder blauen Flecken und soll Gelenkschmerzen lindern. Aufgrund des angenehmen Dufts ist es in der Parfümindustrie als Duftkomponente beliebt.

Einige schwören zudem darauf, mit Lorbeerblättern zu räuchern. Das Verbrennen der Lorbeerblätter hat die Wirkung von einem entspannenden und wohlriechenden Rauch.

Wenn Sie nun auch Lust bekommen haben, Lorbeerblätter aus dem Garten zu ernten, dann erfahren Sie in unserem Spezialartikel alles darüber, wie der Anbau von Lorbeer im eigenen Garten gelingt.

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