Champagner Renette: Geschmack, Anbau & Ernte des Apfels

Kati
Kati
Kati
Kati

Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Die Apfelsorte ‘Champagner Renette’ überzeugt mit langer Lagerfähigkeit und robustem Wachstum. Wie der Apfel schmeckt und was man beim Anbauen von Champagner Renetten im Garten beachten sollte, erfahren Sie hier.

Äpfel der Sorte Champagner Renette am Apfelbaum
Die Champagner Renette ist eine sehr gute Sorte für den Hausgarten [Foto: metinCND/ Shutterstock.com]

Wie viele Apfelsorten ist auch die ‘Champagner Renette‘ ein Apfel mit vielen Namen: ‘Käsapfel‘, ‘Zwiebelapfel‘, ‘Zweijährling‘ und ‘Schätzle‘ sind nur kleine Auswahl von Bezeichnungen, die Sorten-Liebhaber ihr im Laufe der Zeit verliehen haben. Wie so häufig beinhalten sie alle ein Körnchen Wahrheit: Die ‘Champagner Renette’ ist eher gelblich und fühlt sich etwas fettig an, was an Käse oder eine Zwiebel denken lässt. Außerdem ist der Apfelbaum bekannt dafür, sich innerhalb von nur 2 Jahren eine nutzbare Krone anerziehen zu lassen. Dies erklärt den Namen Zweijährling. Wir verraten Ihnen alles Wichtige rund um den Anbau der ‘Champagner Renette’ im eigenen Garten.

‘Champagner Renette’: Steckbrief

Synonyme‘Käsapfel’, ‘Zwiebelapfel’, ‘Zweijährling’, ‘Schätzle’
Fruchtklein bis mittelgroß; wachsgelbe Grundfarbe
Geschmackweinsäuerlich
Ertragregelmäßig
Erntezeitab Ende Oktober
Genussreifeab Dezember
Lagerfähigkeitsehr gut; bis Mai lagerbar
Wuchsmittelstark; gut verzweigt
Klimanicht für zu kühle und windige Lagen geeignet
Krankheiten und Schädlingekeine Anfälligkeiten bekannt

Herkunft und Geschichte der Sorte

Die Bezeichnung ‘Champagner Renette’ lässt sich leicht erklären: Die Sorte wurde um 1799 als Zufallssämling in der Champagne in Frankreich entdeckt und beschrieben. Doch es dauerte noch fast 60 Jahre, bis die ‘Champagner Renette’ zu Prominenz gelangte. 1857 wurde sie vielerorts für den Anbau als Wirtschaftsapfel empfohlen, weil sie für damalige Verhältnisse hervorragende Nutzeigenschaften hatte. Ab Ende des 19. Jahrhunderts zählte sie zu den wichtigsten in Südtirol angebauten Apfelsorten. Erst ab den 1930er Jahren ging ihre Verwendung wieder zurück. Inzwischen ist sie nur noch vereinzelt anzutreffen, vorrangig in Deutschland und Frankreich.

Apfelsorte ‘Champagner Renette’: Geschmack und Eigenschaften

Die ‘Champagner Renette’ ist ein kleiner, höchstens mittelgroßer Apfel. Er ist kugelförmig und oft stark abgeflacht und breitgedrückt. Die Oberfläche ist etwas uneben und mit markanten Kanten und Dellen versehen. Die Grundfarbe ist wachsgelb, Deckfarbe fast gar nicht vorhanden: Nur ein blassrosa Schleier kann sonnenseits entstehen. Die Schale fühlt sich glatt an und ist sichtlich und fühlbar mit pflanzlichen Wachsen und Fetten bereift. Berostung findet man nur selten an der ‘Champagner Renette’. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, eher grob und häufig glasig durch Einlagerungen des Fruchtzuckers Sorbit. Der Geschmack ist weinsäuerlich und sehr markant. Gerade frisch geerntete Früchte sind viel zu sauer für den Genuss und können erst nach mehreren Monaten Lagerung mit Freude verspeist werden.
Aufgeschnittene ‘Champagner Renetten’ oxidieren an den Schnittkanten sehr schnell und werden braun.

Besonderheiten beim Anbau

Die ‘Champagner Renette’ eignet sich sehr gut für den Anbau im Hausgarten und kann auch als Spalier erzogen werden. Sie hat einen mittleren Klima-Anspruch, zu raue, kühle und windige Lagen sind für sie also ungeeignet. Die Sorte hat als Sämling einen mittelstarken Wuchs und bildet eine eher kleine, rundliche bis pyramidale Krone aus. Im Alter verbreitert sich diese und hängt über. Das Wachstum kann natürlich durch die Verwendung einer Unterlage verändert werden. Durch schwachwüchsige Unterlagen wie die M27 kann der Wuchs noch stärker gebremst werden und mit stark wachsenden Unterlagen wie M25 oder A2 erhält man einen stattlichen Hochstamm. Weil die Sorte sich gut verzweigt, genügen oft zwei Jahre mit Erziehungsschnitten um die Formung einer nutzbaren Krone abzuschließen.

Die ‘Champagner Renette’ blüht mittelfrüh und ist wenig witterungsanfällig. Dadurch stellen sich leicht stabile Erträge ein, sofern auf die Grundbedürfnisse des Baumes geachtet wird. Der Boden am Anbauort muss fruchtbar, locker und ausreichend feucht sein.
Als geeignete Bestäuber sollte eine der folgenden Sorten in der Nähe stehen: ‘Cox Orange‘, ‘Geheimrat Dr. Oldenburg‘, ‘Goldparmäne‘, ‘James Grieve‘, ‘Ontario‘, ‘Weißer Winterglockenapfel‘, ‘Lavanttaler Bananenapfel‘.

Apfelbaum der Sorte Champagner Renette
Die ‘Champagner Renette’ trägt eher viele kleine Früchte als wenige große [Foto: Yuliya Shauerman/ Shutterstock.com]

Anfälligkeiten für Schädlinge und Krankheiten sind von der ‘Champagner Renette’ nicht bekannt, allerdings neigt sie zu zwei physiologischen Problemen: Es kommt bei suboptimalen Bedingungen wie Hitze, Trockenheit oder Wind leicht zum Vorerntefruchtfall, sodass die Ernte im letzten Moment noch geschmälert wird. Außerdem sind die Früchte oft glasig, was bedeutet, dass große Mengen Sorbit eingelagert werden. Dieser Zuckeralkohol wird im Apfel eigentlich nur als Transportform gebildet und kann bei manchen Menschen zu Verdauungsproblemen führen.

Tipp: „Glasigkeit“ entsteht besonders stark, wenn der Baum zu viel Laub im Verhältnis zu wenigen Früchten trägt. Aus diesem Grund sollte man die ‘Champagner Renette’ nicht ausdünnen, auch wenn das bedeutet, dass die Äpfel kleiner bleiben.

Erntezeit und Verwendung des Apfels ‘Champagner Renette’

Die ‘Champagner Renette’ ist ungefähr ab Ende Oktober pflückreif. Früh geerntete Früchte können kühl bis Mai des Folgejahres und damit unglaubliche 7 Monate gelagert werden. Verwenden sollten Sie die ‘Champagner Renette’ frühestens ab Dezember, dann haben sich durch die Nachreife die Säuren abgebaut und es ist mehr schmackhafte Süße in der Frucht entstanden. Einige Experten raten sogar dazu, mit dem Verzehr bis zum März zu warten.
Richtig ausgereift kann man die ‘Champagner Renette’ als Tafelobst sowie in der Küche zum Backen verwenden. Auch zum Mosten und Einkochen eignet sich die Sorte sehr gut.

Wenn Sie auf der Suche nach einem großen Apfelbaum für Ihren Garten sind, dann ist der ‘Boskoop‘ vielleicht etwas für Sie. Wir stellen Ihnen den Apfel mit dem hervorragenden Geschmack in unserem Spezial-Artikel vor.

Jetzt zur Garten-Post anmelden