Apfelsorte ‘Geflammter Kardinal’: Geschmack, Anbau & Ernte
Wie schmeckt der Apfel ‘Geflammter Kardinal’? Was sind die Besonderheiten beim Anbau? Wir stellen Ihnen die Apfelsorte mit dem ungewöhnlichen Namen vor.

Kaum ein Apfel wird so viele Namen haben wie dieser: ‘Bischofsmütze’, ‘Rasselapfel’, ‘Tortenapfel’, ‘Semmelapfel’, ‘Gestreifter Pfundapfel’, ‘Strudelapfel’ oder ‘Falscher Gravensteiner’. Auch ‘Himbeerapfel’, ‘Himmelhahn’, ‘Hohlgacker’, ‘Rasselapfel’ oder ‘Hohlhäuschen’ wurde er bereits genannt. Mancherorts nennt man ihn ‘Kaiserapfel’ und in Holstein und Hannover ‘Kontorapfel’. Nicht genannt werden sollte er ‘Geflammter Roter Kardinal’ denn dieser Name meint wirklich eine andere Sorte. Um den ‘Geflammten Kardinal’ von dieser abzugrenzen, wird er auch manchmal ‘Geflammter Weißer Kardinal’ genannt. Wir stellen Ihnen alles rund um die Herkunft, den Anbau und die Verwendung des Apfels vor.
Inhalt
‘Geflammter Kardinal’: Steckbrief
Synonyme | 'Bischofsmütze', 'Rasselapfel', 'Tortenapfel', 'Semmelapfel', 'Gestreifter Pfundapfel', 'Strudelapfel', 'Falscher Gravensteiner', 'Himbeerapfel', 'Himmelhahn', 'Hohlgacker', 'Rasselapfel', 'Hohlhäuschen', 'Kaiserapfel', 'Kontorapfel', 'Geflammter Weißer Kardinal' |
Frucht | groß; grünliche bis gelbliche Grundfarbe mit blass-hellroten Streifen bei Genussreife |
Geschmack | schwaches Aroma; saftig, eher säuerlich als süß |
Ertrag | hoch; kaum alternierend |
Erntezeit | ab Mitte September |
Genussreife | ab Oktober |
Lagerfähigkeit | bei Genussreife schlecht lagerbar; früh geerntete Äpfel bis Februar lagerbar |
Wuchs | sehr stark |
Klima | generell anspruchslos; nicht zu windig |
Krankheiten und Schädlinge | nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge |
Herkunft und Geschichte des ‘Geflammter Kardinals’
Der ‘Geflammte Kardinal’ ist eine Apfelsorte mit unbekannter Herkunftsgeschichte. Sein Ursprung wird in Norddeutschland vermutet und die Sorte muss sehr alt sein, da sie schon im Jahre 1801 – unter Einbeziehung diverser zugehöriger Regionalbezeichnungen – von einem Pomologen namens Diel erwähnt wurde. Zwischen 1860 und der Mitte des 20. Jahrhunderts soll die Sorte in Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien und der Provinz Schlesien weit verbreitet gewesen sein, nicht zuletzt durch die vielfache Empfehlung der Sorte als Wirtschaftsapfel durch Pomologenvereine und staatliche Stellen. Durch seine genügsamen Anbaueigenschaften und vielseitigen Früchte avancierte er in der genannten Periode zu einem beliebten Küchen-Apfel, wodurch die Namen ′Strudelapfel′ und ′Tortenapfel′ entstanden.
Wie sieht der Apfel ‘Geflammter Kardinal’ aus und wie schmeckt er?
Nicht nur in der Namensgebung ist der ‘Geflammte Weiße Kardinal’ divers: Er ist ein großer und oft sehr unregelmäßig geformter Apfel. Die Hälften sind häufig ungleich und die Form kann von flachkugelig über kegelförmig bis fassförmig variieren. Das Kerngehäuse ist eher groß und die Kerne darin lösen sich manchmal – so bekam die Frucht den Namen „Rasselapfel“. Die Oberfläche ist eher uneben und kantig und die Schale ist dünn und glatt mit wenig Wachs. Die Grundfarbe des ‘Geflammten Kardinals’ ist grünlich bis gelb und wird erst zur Genussreife von blass-hellroten Streifen geziert. Auf der ganzen Schale finden sich ausgeprägt berostete Lentizellen, die so besonders deutlich zu sehen sind. Auch größere Rostflecken sind möglich.
Das Fruchtfleisch des ‘Geflammten Kardinals’ ist markig bis mürbe und grünlich oder gelbweiß. Das Aroma ist schwach ausgeprägt, dafür macht die zurückhaltende Süße und die dominierende Säure diesen saftigen Apfel zu einer echten Erfrischung.
Auffällig am Baum ist, dass junge Triebe und junges Laub sehr wollig, also stark behaart sind.
Tipp: „Rost“ auf Äpfeln entsteht, wenn die Frucht im Wachstum stark expandiert, die Schale jedoch nicht so schnell gedehnt werden kann. Das bräunliche, raue Gewebe ist eine Art Notfall-Verschluss, zu dessen Bildung einige Sorten neigen. Die Berostung ist zwar optisch nicht sehr ansprechend, kann aber sorglos mitverspeist werden.

Anbau & Pflege: Besonderheiten
Der ‘Geflammte Kardinal’ wächst sehr stark, wird groß und erreicht ein hohes Lebensalter. Seine Krone wächst breit und hängt über, außerdem wachsen junge Bäume bevorzugt krumm und schief. Aus diesem Grund ist ein gekonnter Erziehungsschnitt der juvenilen Bäume besonders wichtig. Als Form- oder Spalierobst ist der ‘Geflammte Kardinal’ wegen seines eigenwilligen Wuchses überhaupt nicht geeignet.
Im Gegenzug zeigt diese Sorte eine hohe Vitalität. Es werden früh reichlich Äpfel gebildet und der Ertrag ist kaum schwankend (alternierend). Auch die mittelfrühe Blüte ist langanhaltend und nicht frostanfällig. Krankheiten und Schädlinge sind in der Regel kein Problem für den ‘Geflammten Kardinal’. Auch braucht dieser Apfelbaum weder ein warmes Weinbauklima, noch einen besonders guten Boden. Nur zu nass sollte der Boden nicht sein und die Lage nicht zu windig, da sonst die Fruchtqualität und die Baumgesundheit leiden.
Nach der eher aufwändigen Jugenderziehung genügt dem erwachsenen Baum ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt, durch den das Fruchtholz erneuert wird.
Der ‘Geflammte Kardinal’ ist eine triploide Sorte und kann deshalb nicht als Pollenspender für andere Äpfel dienen. Daher sollten zwei diploide Befruchtersorten in der Nähe stehen, die sich so auch gegenseitig befruchten können. Geeignete Sorten hierfür sind zum Beispiel ′Goldparmäne′, ′Gelber Bellfleur′, ′Baumanns Renette′ und ′Transparent von Croncels′.
Tipp: Auch wenn der ‘Geflammte Kardinal’ auch auf schlechten Böden noch eine relativ gute Figur abgibt: Mit etwas Zuwendung bei der Pflanzung und einer gelegentlichen Düngergabe werden Sie noch etwas mehr Freude an diesem genügsamen Gesellen haben. Empfehlenswert ist die vornehmlich organische Düngung, zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Rosendünger. Denn dieser setzt Nährstoffe nicht plötzlich, sondern langsam fließend frei. Auf diese Weise wird ein regelmäßiger Ertrag gewährleistet und kein plötzlicher Wachstumsschub provoziert.
‘Geflammter Kardinal’: Erntezeit & Verwendung
Zur anschließenden Lagerung kann der ‘Geflammte Kardinal’ in geschützten und warmen Lagen bereits ab Mitte September geerntet werden. Die Genussreife für den Direktverzehr erreicht er allerdings erst im Oktober, aber ist in diesem Zustand nicht mehr gut lagerfähig. Früh geerntete, gesunde Äpfel können unter guten Bedingungen – also Kühle, Dunkelheit und ausreichende Luftfeuchte – bis in den Februar gelagert werden. Allerdings ist es wichtig, die Früchte regelmäßig zu kontrollieren, da sie zur Fäule neigen.

Als Alleskönner unter den Äpfeln ist der ‘Geflammte Kardinal’ nicht nur ein guter Tafelapfel, sondern auch in der Küche, zum Mosten, Dörren und Backen sehr gut geeignet.
Tipp: Ernten Sie die Äpfel ′Geflammter Kardinal′ nicht zu früh, da sie sonst nicht gut nachreifen können und nur säuerlich schmecken.
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